09.08.2021

„Take-Off“: KI-Forschungsergebnisse suchen in Graz Gründungswillige

Das Grazer Know-Center will seine Produktideen mit der neuen Initiative Take-Off möglichst früh an potenzielle Gründer übergeben.
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Know-Center CEO Stefanie Lindstaedt: Initiative Take-Off bringt Gründungswillige mit Forschungsergebnissen zusammen
(c) Know-Center: CEO Stefanie Lindstaedt

Ganz neu ist das Konzept in Österreich nicht: INiTS betreibt in Wien mit Start:IP seit 2017 einen Technologie-Marktplatz, wo passende Gründer für Forschungsergebnisse der Unis gesucht werden. Nun startet das an der TU Graz angesiedelte Know-Center mit der Initiative Take-Off ein ähnliches Programm in der Steiermark. Dabei geht es ganz konkret um akademische Ergebnisse im Bereich Künstliche Intelligenz. „Gesucht werden Personen mit Programmier-, Managementfähigkeiten und wirtschaftlichem Know-how“, heißt es dazu in einer Aussendung.

Take-Off: „Schatzkiste an innovativen Produktideen“ für potenzielle Gründer

„Als COMET-Kompetenzzentrum wickelt das Know-Center seit 20 Jahren Forschungs- und Industrieprojekte im Bereich Daten und Künstliche Intelligenz ab, wodurch wir eine Schatzkiste an innovativen Produktideen gesammelt haben“, sagt Know-Center CEO Stefanie Lindstaedt. „Wir sind dem Markt voraus und wissen, was funktioniert. Unsere Ideen wollen wir in einem sehr frühen Stadium an potentielle Gründerinnen und Gründer übergeben und mit ihnen gemeinsam marktfähige Produkte daraus entwickeln. Dadurch bringen wir die digitale Transformation voran und tragen zur Standortentwicklung in der Steiermark bei“.

Start mit EduTech-Konzepten

Das Forschungszentrum habe ein umfassendes Netzwerk aus nationalen und internationalen Forschungs- und Industriepartnern, von denen Jungunternehmer profitieren könnten. Mit Spinoffs wie e-nnovation, Open Knowledge Map und Invenium könne man umfassende Erfahrungen als Company Builder vorweisen. In einem ersten Durchgang sollen über Take-Off nun Forschungsergebnisse aus dem EduTech-Segment an Gründungswillige gebracht werden. Als Beispiele werden in einer Aussendung „eine KI, die eigenständig einen Vortrag zusammenstellt“ und „ein Sportarmband, das misst, wann Lernstoff am besten aufgenommen werden kann“ angeführt. Die Bewerbung ist als Team oder als Einzelperson möglich. Am 24. August findet ein virtuelles Info-Event zur Initiative und der ersten thematischen Ausschreibung statt.

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Novus-Gründer und CEO René Renger mit dem Novus One
(c) Novus

Als brutkasten erstmals über Novus berichtete, war das Fahrzeug aus Braunschweig noch ein Projekt mit guter Anekdote: 75 Kilogramm leicht, Vollcarbonrahmen, Motor im Hinterrad, und ein Team, das eine Kaufanfrage von Elon Musk ausgeschlagen hatte. Inzwischen ist aus dem Prototyp ein Serienfahrzeug geworden. Jetzt gibt das 2019 gegründete Unternehmen von Gründer und CEO René Renger, einem ehemaligen Lead Designer bei Volkswagen, eine Finanzierungsrunde in Höhe eines zweistelligen Millionen-Dollar-Betrags bekannt. Angeführt wird sie von 468 Capital mit Sitz in Berlin und San Francisco. Die genaue Summe nennt Novus nicht.

Serienauslieferungen seit dem Frühjahr

Das Novus One im Stadtverkehr
Das Novus One im Stadtverkehr (c) Novus

Die Serienauslieferungen des Novus One in Europa starteten laut Aussendung im Frühjahr 2026, das Fahrzeug ist in mehreren europäischen Ländern in Kundenhand. Die Founders Edition startet bei 21.300 Euro netto. Das Fahrzeug wiegt 121 Kilogramm, beschleunigt in unter zwei Sekunden von 0 auf 50 km/h und erreicht bis zu 130 km/h. Die 6,2-kWh-Batterie bietet laut Hersteller 150 Kilometer Reichweite und lädt in 90 Minuten von 0 auf 80 Prozent.

Novus bezeichnet das Fahrzeug als „Lightbike“ und reklamiert damit eine eigene Kategorie, die die Vorteile von E-Bike, Roller und Motorrad kombinieren soll. Der eigentliche Kniff liegt in der Zulassung: Das Fahrzeug fährt in zwei per Software einstellbaren Leistungsstufen, als Rollerklasse L1e bis 45 km/h und als Motorradklasse L3e bis 130 km/h. In der Einstiegskonfiguration reicht in den USA und in Europa laut Novus ein Autoführerschein, wobei die Voraussetzungen je nach Land und in den USA je nach Bundesstaat variieren. Damit zielt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf über 400 Millionen Autofahrer in Europa und Nordamerika statt auf die Nische des Zweiradmarkts.

„Unser Ziel ist nicht, den Motorradmarkt zu elektrifizieren oder nur ein weiteres Zweirad zu bauen. Unser Ziel ist, urbane Mobilität neu zu verteilen. Investoren dieses Kalibers an Bord zu haben, zeigt mir, dass der Markt das genauso sieht“, sagt Renger.

Vom Musk-Nein zum Tesla-Ingenieur an Bord

Das Shareholder-Ökosystem umfasst laut Novus über 30 Investoren. Mit an Bord ist Eric Bach, ehemaliger Chief Engineer bei Lucid Motors und Director of Engineering bei Tesla, der als Investor und Board Advisor an der Fahrzeugentwicklung mitwirkt. Zudem steigt Martin Hoffmann ein, der On vom Schweizer Startup zur globalen Premium-Performance-Marke skaliert und als CFO und Co-CEO an die Börse gebracht hat. Dazu kommen Gründer und Führungskräfte von Kembara VC, Adidas, Audi, BMW, Chrono24, FINN, Grover, Mercedes-AMG, New Balance, Vay und Xiaomi, Venture-Investoren aus dem Silicon Valley und Europa sowie Rennfahrerin Sophia Flörsch. Ein Zweiradhersteller findet sich unter den Gesellschaftern nicht.

„Wir haben uns nicht nach klassischen Mobilitätsinvestoren umgeschaut. Was wir aufgebaut haben, funktioniert eher wie ein eigener Y Combinator“, sagt Hannes A. H. Krieger, CSO und Gründungsmitglied von Novus.

USA 2027, Novus Two Ende 2027

Das frische Kapital soll in den Marktstart in den USA 2027, die Expansion in europäische Lifestyle-Metropolen und die Entwicklung des Novus Two fließen. Das zweite Modell soll die Lightbike-Kategorie zu einem niedrigeren Einstiegspreis in die Breite bringen, der Produktionsstart ist für Ende 2027 geplant.

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