29.04.2026
"WORLD"

Taceo: Projekt von Sam Altman wird „wichtigster Kunde“ von Grazer Startup

Mit dem Irisscan-Projekt „World“ will OpenAI-Gründer Sam Altman weltweit einen neuen Identifizierungsstandard schaffen. Das TU-Graz-Spinoff Taceo liefert dafür eine Kryptografie-Lösung.
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vl.: Oliver Kröpfl (Steiermärkische Sparkasse), Taceo-COO Stefan Plank und CTO Daniel Kales | (c) Foto Fischer
vl.: Oliver Kröpfl (Steiermärkische Sparkasse), Taceo-COO Stefan Plank und CTO Daniel Kales | (c) Foto Fischer

Es ist ein gigantisches und durchaus umstrittenes Projekt: Im Rahmen von „World“ bzw. „Worldcoin“, hinter dem u.a. OpenAI-Gründer Sam Altman steht, soll ein neuer Identifizierungsstandard auf Basis von Blockchain und Irisscan geschaffen werden – brutkasten berichtete bereits. Als „digitaler Reisepass“ soll es Menschen nicht nur fälschungssicher eindeutig identifizierbar machen, sondern dabei auch die Datenschutz-Lage verbessern. Dazu wird ein kugelförmiges Irisscan-Gerät namens „Orb“ genutzt.

So sieht der „Orb“ aus | (c) World

„Derzeit eindeutig unser wichtigster Kunde“

Eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung des Projekts soll nun auch die Technologie des TU-Graz-Spinoffs Taceo spielen, wie das Unternehmen nun bekannt gab. „‚World‘ ist derzeit eindeutig unser wichtigster Kunde“, wird COO Stefan Plank in einer Aussendung zitiert. Dabei wird die Kryptografie-Lösung des Startups genutzt. Diese ermöglicht es, sensible Daten zwischen mehreren Parteien zu verarbeiten, ohne dass diese im Klartext sichtbar sind. „Wir geben nur genau jenen Fakt preis, der in einem konkreten Moment notwendig ist, nicht die zugrunde liegenden Daten“, erklärt Taceo-CTO Daniel Kales. Der Beweis, 18 zu sein, führe also nicht zwangsläufig dazu, das Geburtsdatum offenzulegen.

Vertrauen technisch absichern

„Unsere Stärke ist, dass die Daten nicht nur verschlüsselt bleiben. Wir können auch nachweisen, dass exakt die richtige Berechnung darauf ausgeführt wurde. Das ist vor allem dort entscheidend, wo Verifizierbarkeit Pflicht ist, Offenlegung aber zum Problem wird“, so Kales weiter. Konkret wird die Taceo-Lösung bei der Verarbeitung der biometrischen Daten aus den Irisscans genutzt. Sie soll dafür sorgen, dass die hochsensiblen Informationen nicht ungeschützt verarbeitet oder gespeichert werden. „Weder unser Auftraggeber noch wir selbst haben Zugriff auf diese Daten. Genau darum geht es: Vertrauen nicht durch Versprechen herzustellen, sondern technisch abzusichern“, sagt Kales.

Nach Millioneninvestment im Vorjahr weitere Finanzierungsrunde geplant

Taceo reiht sich als „World“-Partner neben Namen wie Visa oder Match Group, dem Mutterkonzern von Tinder, ein. Das 2022 gegründete Startup wurde von Beginn an von der Steiermärkischen Sparkasse unterstützt und hat sich vergangenes Jahr ein Investment über 5,5 Millionen Euro geholt (brutkasten berichtete) und beschäftigt mittlerweile 22 Mitarbeiter:innen. Bei der genannten Investmentrunde stiegen mehrere internationale bzw. US-VCs ein, darunter Archetype VC, a16z CSX, Cyber.Fund und A.Capital Ventures. Eine weitere Finanzierungsrunde werde bereits vorbereitet, heißt es vom Startup. Zuletzt habe man eine Reihe weiterer Kunden gewonnen.

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Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Innovationsminister Peter Hanke (Archivbild) | (c) BKA/Paul Gruber
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Innovationsminister Peter Hanke (Archivbild) | (c) BKA/Paul Gruber

Mit dem „Agenturen Leitbild 2030“ möchten Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Innovationsminister Peter Hanke die Förderagenturen nun stärker an der Industriestrategie 2035 ausrichten. Betroffen sind zum einen die Agenturen des Bundes, aws und FFG, und zum anderen die Austrian Business Agency sowie die Christian Doppler Forschungsgesellschaft, beide im Zuständigkeitsbereich des Wirtschaftsministeriums. Das neue Leitbild soll in neun Schritten umgesetzt werden.

„Mit dem Agenturen Leitbild 2030 werden unsere Förderprogramme treffsicherer, wir steigern den Service und beseitigen Förderbürokratie. Damit fördern wir Zukunft, Arbeitsplätze und Wohlstand – einfacher, schneller und wirksamer“, sagt Hattmannsdorfer. Hanke ergänzt: „Eine moderne Förderlandschaft muss sich an den Bedürfnissen von Unternehmen und Forschung orientieren – mit einfachen Zugängen, klaren Zuständigkeiten und abgestimmten Angeboten.“

Vereinfachte Förderbeantragung

Ein zentraler Umsetzungsschritt des „Agenturen Leitbild 2030“ ist die Vereinfachung der Förderbeantragung. So wird es in Zukunft einen gemeinsamen Zugang geben, wodurch der Erstkontakt für Unternehmen erleichtert werden soll. Zudem setzt das Wirtschaftsministerium auf einen „Once Only“-Ansatz, wodurch gewisse Daten nur einmal angegeben werden müssen. Dadurch sollen die Förderbürokratie abgebaut und der Antragsprozess vereinfacht werden.

Fokus auf Schlüsseltechnologien und „Made in Europe“

Weiters sollen sich Förderungen auf die in der Industriestrategie vorgestellten Schlüsseltechnologien konzentrieren. Das sind u.a. Künstliche Intelligenz und Dateninnovation oder Chips, elektronische Komponenten und Systeme. Hattmannsdorfer betonte zudem einen klaren Fokus auf „Made in Europe“. „Das heißt, Unternehmen, die bei uns andocken im Bereich der Forschungsförderungen, im Bereich auch der angewandten Förderungen, müssen verpflichtet werden zu einem ‚Made in Europe‘-Ansatz'“, erklärt der Wirtschaftsminister.

Durch das „Agenturen Leitbild 2030“ werde auch die Marktüberleitung zwischen den vier Agenturen besser. „Es sollen nicht die Firmen durch den Förderdschungel durchnavigieren müssen nach dem Motto: ‚Welches Programm ist jetzt für mich passend?'“, sagt Hattmannsdorfer.

Große Unternehmen als Anker für Startups

Laut Hanke werden auch Startups im Zuge der neuen Strategie berücksichtigt. „Für mich ist auch wichtig, dass diese großen Unternehmen wie eine Asfinag, wie eine ÖBB, als Anker dienen für all die Startups, die im Innovationsbereich im Kleinen großartig sind“ erklärt der Innovationsminister. Scaleups sollen in Österreich bleiben und hierzulande größere Aufträge abarbeiten können.

„Input-Output-Relation“ verbessern

Das Ziel der Neuausrichtung der Förderagenturen ist es laut dem Wirtschaftsminister, die „Input-Output-Relation“ in Österreichs Forschung und Entwicklung zu verbessern. Man zähle laut Hattmannsdorfer zu Europas Top-Nationen in puncto Forschungsausgaben, sei aber im Rückstand, die Forschungsergebnisse in die Wirtschaft zu bekommen. Österreich solle sich zu einem Hochtechnologie-Standort entwickeln, Ideen dürften dabei „nicht im Labor bleiben oder nicht in Drittstaaten abwandern, sondern sollen möglichst rasch in die wirtschaftliche Umsetzung kommen“.

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