31.07.2025
INVESTMENT

Grazer Startup Taceo erhält 5,5 Mio. Dollar für Datenschutz-Technologie

Das Grazer Tech-Startup Taceo konnte bereits einige Akteur:innen aus der internationalen Krypto- und Tech-Szene von seinem Produkt überzeugen - darunter auch OpenAI-CEO Sam Altman. In einer aktuellen Seed-Finanzierungsrunde sicherte sich das Unternehmen nun ein Investment in Höhe von 5,5 Millionen US-Dollar.
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Das Taceo-Founderteam | © Taceo

Taceo wurde 2022 als Spin-off der Technischen Universität Graz und des KI-Forschungszentrums Know-Center gegründet. Im Fokus des Grazer Startups steht eine Technologie, die es ermöglicht, sensible Daten organisationsübergreifend zu verarbeiten, ohne sie offenzulegen. Laut Taceo lassen sich dadurch Datenschutzrisiken vollständig vermeiden.

Die Technologie kam bereits beim umstrittenen Projekt „World“ (früher „Wordcoin„) des OpenAI-CEOs Sam Altman zum Einsatz. Nun sicherte sich das Startup ein Investment von insgesamt 5,5 Millionen Euro.

Internationale Investoren

Angeführt wird die aktuelle Seed-Finanzierungsrunde vom US-Fonds Archetype VC. Weitere Beteiligte sind a16z CSX, Cyber.Fund, A.Capital Ventures, Polymorphic sowie mehrere nicht namentlich genannten Business Angels. a16z CSX hatte das Startup bereits im Vorjahr in seinen Blockchain-Accelerator in New York aufgenommen.

„Seit dem ersten Treffen – nach Lukas’ Vortrag zu coSNARKs in unserem Head Quarter (New York) – haben wir großes Vertrauen in das Team aufgebaut. Die Mission von Taceo ist extrem ambitioniert, und wir sind begeistert, Teil dieser Reise zu sein“, sagt Ash Egan, Gründer und General Partner bei Archetype, zum Investment.

Mit dem frischen Kapital plant Taceo den Ausbau von Team und Infrastruktur. Damit will man die eigene Technologie auch über die Blockchain-Branche hinaus nutzbar machen. Potenzielle Einsatzfelder sieht das Unternehmen unter anderem in den Bereichen digitale Identität, KI-gestützte Datenverarbeitung und im Finanzwesen.

Schutz der Privatsphäre

Im Mittelpunkt von Taceos Lösung steht die sogenannte „Private Shared State“-Infrastruktur. Sie ermöglicht es mehreren Parteien, verschlüsselte Daten gemeinsam zu nutzen und zu verarbeiten. Dabei sollen keine sensiblen Informationen offengelegt werden. So sollen beispielsweise persönliche oder geschäftskritische Daten wirtschaftlich genutzt werden können, während gleichzeitig die Privatsphäre gewahrt bleibt.

Anwendungen sind laut dem Unternehmen unter anderem in Banken, Krankenhäusern oder bei KI-Modellen denkbar – überall dort, wo mit sensiblen Daten gearbeitet wird. Gerade im Blockchain- und KI-Bereich, wo Datenschutzbedenken häufig sind, sieht Taceo ein großes Potenzial.

„Daten teilen, ohne sie preiszugeben – das galt lange als Widerspruch. Mit unserer Technologie machen wir genau das möglich. Damit legen wir den Grundstein für eine neue digitale Infrastruktur, die Privatsphäre, Vertrauen und Zusammenarbeit vereint. Gerade im Zeitalter von KI brauchen wir Lösungen, die nicht nur leistungsfähig, sondern auch verantwortungsvoll sind“, sagt Lukas Helminger, Co-Founder und CEO von Taceo.

Auftrag für Sam Altman

Einen prominenten internationalen Auftrag hatte das Grazer Startup bereits im Rahmen eines Projekts von OpenAI-CEO Sam Altman: Für dessen Unternehmen World (ehemals Worldcoin) entwickelte Taceo eine Iris-Matching-Software zur Registrierung im World-Netzwerk. „Dabei bleiben die biometrischen Daten von über 14 Millionen Personen vollständig verschlüsselt – auch für World selbst“, betont das Unternehmen.

„Taceos Technologie hat uns geholfen, eines der größten datenschutzfreundlichen Systeme im Kryptobereich zu entwickeln – keine andere Lösung konnte diese Skalierung und Geschwindigkeit erreichen“, so Philipp Sippl, Vorstandsmitglied bei World.


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Christian Mentin, Head of Research Unit System-Level Integration Technologies bei Silicon Austria Labs | (c) Peter Drechsler / SAL

Das österreichische Forschungszentrum Silicon Austria Labs (SAL) hat nach eigenen Angaben das weltweit dünnste bidirektionale 11-Kilowatt-Bordladegerät für Elektroautos entwickelt. Die sogenannte „Tiny Power Box 2.0“ ist nur fünf Zentimeter hoch und soll Autoherstellern neue Möglichkeiten beim Einbau bieten. Entwickelt wurde der Prototyp von Forschungsteams in Villach und Graz gemeinsam mit den Industriepartnern Infineon, AVL, TDK, Fronius und MetaSystem. Das Forschungsprojekt hatte ein Volumen von 7,2 Millionen Euro.

Laden und Strom zurückspeisen

Jedes Elektroauto verfügt über einen sogenannten On-Board-Charger. Dieser wandelt den Wechselstrom aus der Steckdose oder Wallbox in Gleichstrom um, den die Fahrzeugbatterie speichern kann. Die Tiny Power Box 2.0 übernimmt dabei gleich drei Funktionen: Sie lädt die Batterie mit bis zu elf Kilowatt, kann Strom aus dem Fahrzeug zurück ins Haus oder öffentliche Netz speisen und versorgt über einen integrierten Wandler auch das 12-Volt-Bordnetz. Darüber werden unter anderem Beleuchtung, Steuergeräte und Infotainment betrieben. Dafür ist bislang häufig ein separates Bauteil notwendig.

Durch die bidirektionale Funktion könnte ein geparktes Elektroauto künftig auch als Stromspeicher dienen. Beispielsweise ließe sich tagsüber erzeugter Solarstrom in der Fahrzeugbatterie speichern und bei Bedarf wieder im Haushalt nutzen.

Mehr Leistung auf weniger Raum

Die größte Herausforderung bei der Entwicklung sei die Wärme gewesen, die beim Umwandeln des Stroms entsteht, heißt es von SAL. Je kompakter das Ladegerät, desto schwieriger wird es, diese abzuführen.

„Bei 50 Millimetern Bauhöhe liegt die eigentliche Herausforderung in der Wärmeentwicklung, die auf sehr kleinem Raum abgeführt werden muss. Wir haben Kühlung, magnetische Komponenten und Isolation deshalb in kombinierten Designprozessen als ein gemeinsames Gesamtsystem simuliert und entwickelt. Nur so lassen sich 11 Kilowatt bidirektional auf engstem Bauraum umsetzen“, erklärt Christian Mentin, Head of Research Unit System-Level Integration Technologies bei Silicon Austria Labs.

Die Entwicklung baut auf einem Vorgängerprojekt aus dem Jahr 2022 auf. Damals hatte SAL bereits ein kompaktes Ladegerät mit sieben Kilowatt Leistung entwickelt. Die neue Generation erreicht elf Kilowatt und kommt dabei mit einer deutlich geringeren Bauhöhe aus.

Forschungsergebnisse für weitere Anwendungen

Nach dreieinhalb Jahren Forschung liegt die Tiny Power Box 2.0 nun als Prototyp vor. Mit fast allen beteiligten Industriepartnern laufen bereits Folgeprojekte. Dabei sollen die entwickelten Technologien auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen, etwa in der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, in industriellen Gleichstromnetzen oder bei der Stromversorgung von Rechenzentren.

Ob und wann die Tiny Power Box 2.0 selbst in Serienfahrzeugen eingesetzt werden könnte, ist derzeit offen. Interesse gibt es laut SAL aber bereits von europäischen und internationalen Autoherstellern.

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