07.05.2026
FINANZIERUNG

Synaps: Wiener PropTech erhält 3,6 Millionen US-Dollar-Investment von Plug and Play und Fil Rouge

Synaps holt sich frisches Kapital und startet mit einem weiteren Standort seine US-Präsenz.
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synaps, AutoCAD, Proptech
(c) synaps - Kevin Cobaj (l.) Brendon Ahmeti und Agron Bajraktari (r.) von synaps.

Das Wiener PropTech Synaps gab im Frühjahr 2025 eine Pre-Launch-Runde in Höhe von 1,4 Millionen Euro bekannt. Und bezog damals ein neues Wiener Office. Nun erhält der selbsternannte AutoCAD-Herausforderer erneut frisches Kapital.

Synaps: Traction vor Medienpräsenz

Fünf Monate – oder rund 150 Tage – sind vergangen, seit Synaps seine erste Beta-Version veröffentlichte. Dieses Debüt fand im November 2025 vor „führenden Akteuren der Architekturbranche“ und dem albanischen Premierminister Edi Rama in Tirana, Albanien, statt.

Anders als andere Startups entschied sich Synaps erst in einer späteren Phase an die Medien heranzutreten – „nämlich dann, wenn erste große Auslandsinvestitionen und relevante Traction vorhanden sind“, heißt es per Aussendung.

CEO Brendon Ahmeti, der Synaps gemeinsam mit seinen zwei Mitbegründern Agron Bajraktari und Kevin Cobaj gründete, erklärt die Strategie, erst jetzt den Vorhang für ein breiteres Publikum zu lüften: „Während die meisten Startups den ersten Hype ausschlachten würden, haben wir einen alternativen Weg gewählt, der besser zu unserer Unternehmens-DNA passt. Wir wollten tatsächliche Zahlen, Traction und Glaubwürdigkeit durch relevante Nutzer demonstrieren. Für uns war es wichtig festzustellen, dass wir gekommen sind, um zu bleiben. Wir haben ein KI-fokussiertes Produkt entwickelt, um eine gesamte Branche zu disrupten und zu demokratisieren – eine Plattform, die die meisten Menschen in der Architektur- und Immobilienwelt täglich nutzen werden.“

US-VC steigt ein

Der offizielle Launch des ersten Vollprodukts wird im Sommer 2026 stattfinden. Doch bereits jetzt im Mai vermeldet das PropTech mehrere Neuigkeiten. Allen voran steht das 3,6-Millionen-US-Dollar-Investment unter anderem von dem US-basierten VC Plug and Play sowie Fil Rouge Capital.

Christopher Polligkeit, Senior Investment Associate bei Plug and Play Austria, dazu: „Was uns an Synaps am meisten begeistert, ist der spürbare Produktivitätsschub für Architekturbüros. Allein das Rendering kann einen enormen Teil der Zeit eines Studios verschlingen – Zeit, die man sonst nutzen könnte, um mehr Projekte anzunehmen und mehr Pitches zu gewinnen. Synaps komprimiert diesen Prozess dramatisch. Ebenso wichtig ist der Kollaborationsansatz der Plattform: In einer Branche, die durch fragmentierte Tools geprägt ist, ist eine KI-native Umgebung, in der das gesamte Team an einem Ort zusammenarbeitet, ein echter Quantensprung.“

Plug & Play ist einer der weltweit Top-3 aktivsten US-Investoren und hält derzeit Anteile an 35 Unicorns weltweit. Das letzte große Ticket von Plug & Play in Österreich war die Neobank N26 (2013).

Fil Rouge in über 170 Startups investiert

Julien Coustaury, Managing Partner bei Fil Rouge schlägt in eine ähnliche Kerbe: „Synaps agiert an der Schnittstelle von Architektur, Kollaboration und Künstlicher Intelligenz – ein Bereich, in dem wir signifikantes ungenutztes Potenzial sehen. Ihre klare Produktvision und das tiefe Verständnis für die Arbeitsabläufe von Architekten haben uns früh überzeugt.“

Fil Rouge Capital ist die aktivste VC-Plattform in der Adria- und Balkanregion mit Sitz in Zagreb. Sie haben eine Erfolgsbilanz von Investitionen in mehr als 170 Startups mit Fokus auf wachstumsstarke Bereiche wie KI, SaaS und Fintech.

Growth

Die Wiener verzeichneten seit dem Beta-Launch zudem starkes Wachstum und können nun auf rund 60.000 registrierte Nutzer:innen, 1.500 Daily Active User:innen und mehreren hundert zahlende Kund:innen blicken.

„Gleichzeitig besteht großes Interesse internationaler Investoren; aktuell prüfen mehrere der weltweit größten Venture-Capital-Fonds einen Einstieg. Auch innerhalb der Architekturbranche wurde Synaps früh validiert: Mehrere international führende Architekturbüros haben die Plattform bereits getestet oder in ihre Arbeitsprozesse integriert. Darüber hinaus erzielte Synaps mit organischen und influencergetriebenen Kampagnen auf YouTube, Instagram und LinkedIn eine Reichweite von über 10 Millionen Menschen und sammelte bereits vor dem Beta-Launch mehr als 10.000 Vorregistrierungen“, liest man in der Aussendung weiter.

Synaps in San Francisco

Nach mehreren Monaten im Silicon Valley bauten die Gründer außerdem eine US-Präsenz mit Standort in San Francisco auf. Parallel dazu wuchs das Team innerhalb von fünf Monaten von vier auf 17 Mitarbeiter:innen. Die in Kalifornien aufgebaute US-Basis ist inzwischen operativ etabliert.

Für die kommenden Monate plant Synaps den weiteren Ausbau der Plattform und der internationalen Präsenz. Bis September wird ein Wachstum auf rund 150.000 Nutzer:innen angestrebt, bis Ende 2026 soll die Nutzerzahl auf etwa 300.000 steigen.

Seed-Finanzierung geplant

Im Sommer 2026 ist, wie erwähnt, der Launch der ersten vollständigen Produktversion geplant, einschließlich mehr als 20 zusätzlicher KI-Tools für Drafting und Post-Produktion. Parallel dazu bereite man eine Seed-Finanzierungsrunde im zweistelligen Millionenbereich für Ende 2026 vor, heißt es vom Unternehmen.

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SuperCycle Gründerinnen Rhana Loudon und Olivia "Lilli" Hromatka © SuperCycle / Sigrid Mayer

Discokugel an der Decke, Spiegel an den Wänden und ein neonpinker Schriftzug, auf dem „SuperCycle“ zu lesen ist. Im Takt treten bis zu 40 Beinpaare auf den Bikes und lassen Herzfrequenzen in die Höhe schnellen.

Dieses Gefühl, das SuperCycle seit 2016 in seinen fünf Wiener Studios aufgebaut hat, soll jetzt über die Stadtgrenzen hinausfinden. Seit dem ersten Jahr erreichen Mitgründerin Olivia „Lilli“ Hromatka und ihre Co-Founderin Rhana Loudon laufend E-Mails aus anderen Städten, vor allem aus Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck. Jetzt reagiert das Unternehmen darauf: Mit einem Franchisemodell soll das Boutique-Cycling-Konzept österreichweit wachsen.

Was hinter dem Konzept steckt

© SuperCycle / Sigrid Mayer

SuperCycle ist ein Indoorcycling-Studio: Auf stationären Rädern fahren die Teilnehmenden im Gruppenkurs zur Musik, angeleitet von Instructor:innen, die Tempo, Widerstand und Choreografie vorgeben. Dabei setzen die Trainer:innen auf durchchoreografierte, HIIT(High-Intensity-Intervall-Training)-basierte Einheiten im abgedunkelten Raum, mit Lichtshow und Playlist als festem Bestandteil der Stunde.

Über 165 solcher Kurse laufen aktuell pro Woche in den Wiener Studios, aufgeteilt auf Formate wie Soft-, Sculpt- und Music-Rides. Die Gründerinnen Loudon und Hromatka haben SuperCycle über das letzte Jahrzehnt ohne Investor:innen aufgebaut.

Zehn Prozent Abgaben und 32.000 Euro Einstiegsgebühr

Konkrete Zahlen zum neuen Franchisemodell nennt Hromatka im brutkasten-Interview: Die monatlichen Gesamtgebühren sollen sollen bei rund zehn Prozent des Nettoumsatzes liegen, dazu kommt die Einstiegsgebühr von 32.000 Euro. Auf weitere Kosten bzw. genauere Zahlen wird im näheren Kennenlernen der Franchise PartnerInnen eingegangen, erklärt Hromatka. Denn wer ein Studio eröffnet, muss auch investieren: SuperCycle-Studios brauchen etwa eine eigene Lüftung sowie einen Raum-in-Raum, um die Musik in voller Lautstärke spielen zu können, ohne die Nachbarschaft zu stören.

Auch die Bikes schaffen sich Franchisenehmer:innen selbst an. Wie hoch die Gesamtinvestition ausfällt, hängt von Studiogröße und Standort ab. Wichtig seien in jedem „Fall Hands-on-Mentalität, Organisationstalent, die Liebe zu SuperCycle, und die Bereitschaft, regelmäßig vor Ort im Studio zu sein, um eine Community aufzubauen“, ergänzt die Co-Founderin.

Vier Landeshauptstädte zuerst

Die Expansion soll schrittweise erfolgen. „Ziel wäre Graz, ein bis zwei Studios, Linz, Salzburg, Innsbruck“, so Hromatka. Erst wenn die Partnerschaften in Österreich funktionieren, ist internationale Expansion geplant. „Ich bin ein großer Fan davon, sich realistische Ziele zu setzen“, erklärt die Co-Founderin weiter. Für jeden Standort gibt es laut eigenen Angaben bereits eine Gebietsanalyse, auf deren Basis ein Gebietsschutz vergeben wird, je nach Nachfrage auch mehrere Gebiete pro Stadt.

Rund 30 Interessent:innen, gezielte Auswahl

Bislang haben sich laut Hromatka rund 30 Interessent:innen gemeldet. Gesucht wird nicht in erster Linie Fitnessbranchen-Erfahrung, sondern Haltung: „Es geht nicht darum, dass jemand das aufbauen will, um einfach nur Geld zu machen“, sagt Hromatka. Wichtiger seien Hands-on-Mentalität, Organisationstalent, ein finanzielles Backup und die Bereitschaft, regelmäßig vor Ort im Studio zu sein.

Der Anspruch bleibt laut Hromatka derselbe wie beim Wiener Start: „Wir wollten weg von diesem langweiligen Sport.“ Wer einmal eine Sportart gefunden hat, die Freude macht, bleibt langfristig dabei. Genau dieses Gefühl soll das Franchisemodell nun nach ganz Österreich bringen.

© SuperCycle / Sigrid Mayer
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