09.12.2019

Swandoo: Wiener Kindersitz-Startup dominiert bei Automobil-Club-Tests

Gerade einmal eineinhalb Jahre nach der Gründung reüssiert das Wiener Startup Swandoo mit seinem ersten Kindersitz-Modell Albert in Tests von ÖAMTC, ADAC und Stiftung Warentest und belegt in seiner Altersklasse erste Plätze.
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swandoo: Das Modell Albert
(c) swandoo: Das Modell Albert

1,6 und damit die Note „Gut“ in der Variante mit Basis, 1,7 und ebenfalls „Gut“ in der Variante mit Gurt – das sind die Herbst-Testergebnisse des Kindersitz-Modells Swandoo Albert beim deutschen Automobilclub ADAC und der Stiftung Warentest. Damit holt das erste Produkt des Wiener Startups Swandoo den ersten Platz in seiner Klasse (Kinder bis 1,5 Jahre) und ist damit nur eineinhalb Jahre nach Unternehmensgründung offiziell das beste seiner Art im deutschsprachigen Raum. Den auch bei den Tests von ÖAMTC und dem Schweizer Automobil-Club TCS holte man erste Plätze.

+++ Schwerpunkt: Mobilität +++

Swandoo punktet bei ADAC mit Sicherheit, Bedienung und Schadstoff-Werten

Das Ergebnis seines Kindersitzes im ADAC-Test sei das drittbeste seit einer Umstellung auf ein neues Testprotokoll im Jahr 2015, heißt es von Swandoo. „Das haben wir so eigentlich noch nie erlebt, dass ein Startup eine Punktlandung hinlegt“, kommentiert Steffan Kerbl vom ÖAMTC in seinem Review. Und er habe 20 Jahre Test-Erfahrung. Neben der Wohl wichtigsten Kategorie Sicherheit konnte Albert auch mit Top-Ergebnissen bei Bedienung und Ergonomie punkten. Einen weiteren Bonus brachte der Schadstoff-freie Sitzbezug.

Auf Albert (Einstein) folgt Marie (Curie)

Ein Wermutstropfen: Der Kindersitz des Wiener Startups steht auch beim Preis im Vergleich ganz oben – 249 Euro sind dafür zu berappen. Nach Albert – übrigens benannt nach Albert Einstein – soll bald das zweite Modell „Marie“ – benannt nach Marie Curie – folgen. Damit erweitert das Startup die Altersklasse seines Produkts. Während Albert für Kinder bis 85 cm bzw. 13 Kilogramm geeignet ist, wird Marie ebenfalls ab dem Neugeborenen-Alter, aber bis 105 cm bzw. 18 kg nutzbar sein. Ob man die guten Testergebnisse damit wiederholen kann, bleibt freilich abzuwarten.

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Christian Mentin, Head of Research Unit System-Level Integration Technologies bei Silicon Austria Labs | (c) Peter Drechsler / SAL

Das österreichische Forschungszentrum Silicon Austria Labs (SAL) hat nach eigenen Angaben das weltweit dünnste bidirektionale 11-Kilowatt-Bordladegerät für Elektroautos entwickelt. Die sogenannte „Tiny Power Box 2.0“ ist nur fünf Zentimeter hoch und soll Autoherstellern neue Möglichkeiten beim Einbau bieten. Entwickelt wurde der Prototyp von Forschungsteams in Villach und Graz gemeinsam mit den Industriepartnern Infineon, AVL, TDK, Fronius und MetaSystem. Das Forschungsprojekt hatte ein Volumen von 7,2 Millionen Euro.

Laden und Strom zurückspeisen

Jedes Elektroauto verfügt über einen sogenannten On-Board-Charger. Dieser wandelt den Wechselstrom aus der Steckdose oder Wallbox in Gleichstrom um, den die Fahrzeugbatterie speichern kann. Die Tiny Power Box 2.0 übernimmt dabei gleich drei Funktionen: Sie lädt die Batterie mit bis zu elf Kilowatt, kann Strom aus dem Fahrzeug zurück ins Haus oder öffentliche Netz speisen und versorgt über einen integrierten Wandler auch das 12-Volt-Bordnetz. Darüber werden unter anderem Beleuchtung, Steuergeräte und Infotainment betrieben. Dafür ist bislang häufig ein separates Bauteil notwendig.

Durch die bidirektionale Funktion könnte ein geparktes Elektroauto künftig auch als Stromspeicher dienen. Beispielsweise ließe sich tagsüber erzeugter Solarstrom in der Fahrzeugbatterie speichern und bei Bedarf wieder im Haushalt nutzen.

Mehr Leistung auf weniger Raum

Die größte Herausforderung bei der Entwicklung sei die Wärme gewesen, die beim Umwandeln des Stroms entsteht, heißt es von SAL. Je kompakter das Ladegerät, desto schwieriger wird es, diese abzuführen.

„Bei 50 Millimetern Bauhöhe liegt die eigentliche Herausforderung in der Wärmeentwicklung, die auf sehr kleinem Raum abgeführt werden muss. Wir haben Kühlung, magnetische Komponenten und Isolation deshalb in kombinierten Designprozessen als ein gemeinsames Gesamtsystem simuliert und entwickelt. Nur so lassen sich 11 Kilowatt bidirektional auf engstem Bauraum umsetzen“, erklärt Christian Mentin, Head of Research Unit System-Level Integration Technologies bei Silicon Austria Labs.

Die Entwicklung baut auf einem Vorgängerprojekt aus dem Jahr 2022 auf. Damals hatte SAL bereits ein kompaktes Ladegerät mit sieben Kilowatt Leistung entwickelt. Die neue Generation erreicht elf Kilowatt und kommt dabei mit einer deutlich geringeren Bauhöhe aus.

Forschungsergebnisse für weitere Anwendungen

Nach dreieinhalb Jahren Forschung liegt die Tiny Power Box 2.0 nun als Prototyp vor. Mit fast allen beteiligten Industriepartnern laufen bereits Folgeprojekte. Dabei sollen die entwickelten Technologien auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen, etwa in der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, in industriellen Gleichstromnetzen oder bei der Stromversorgung von Rechenzentren.

Ob und wann die Tiny Power Box 2.0 selbst in Serienfahrzeugen eingesetzt werden könnte, ist derzeit offen. Interesse gibt es laut SAL aber bereits von europäischen und internationalen Autoherstellern.

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Swandoo: Wiener Kindersitz-Startup dominiert bei Automobil-Club-Tests

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