03.12.2025
FINANZIERUNG

Digicust: Schwechater Zoll-KI-Startup holt sich weiteren Millionenbetrag

Das auf die Automatisierung von Zollprozessen spezialisierte niederösterreichische Startup Digicust schließt seine "Pre-Series-A-Finanzierungsrunde" ab. Mit Investments und Förderungen kommt es dabei auf eine Gesamtsumme von 2,3 Millionen Euro.
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Digicust, Zoll, Zollabwicklung
(c) Digicust

Sie hätten wohl durchaus das Potenzial zum Unwort des Jahres gehabt: Zölle beschäftigten die Öffentlichkeit 2025 dank US-Präsident Donald Trump so sehr, wie schon viele Jahrzehnte nicht mehr. Ein Startup mit Sitz am Flughafen Wien-Schwechat beschäftigt sich mit dem Thema schon seit 2020 – also lange bevor es zum großen Aufreger wurde.

Konkret hat sich Digicust auf die Automatisierung von Zollprozessen spezialisiert und setzt dabei – wie sollte es anders sein – auf Künstliche Intelligenz (KI). Unter den aktuell 60 Kunden sind etwa Logistikunternehmen, Zollbroker und Exporteure. Bei ihnen soll die Bearbeitungszeiten von Zollprozessen deutlich verkürzt und Fehlerquoten reduziert werden. Zudem bietet Digicust modulare KI-Komponenten unter anderem für die Dokumentenverarbeitung, automatische Tarifierung, Exportkontrolle, Zollaudits und das Ausfüllen von Zollanmeldungen.

Nach Deutschland zuletzt Expansion nach Belgien und in die Niederlande

Nach der Expansion nach Deutschland (brutkasten berichtete) folgte zuletzt jene nach Belgien und in die Niederlande (brutkasten berichtete). Bislang seien über 500.000 Zollanmeldungen über die Software verarbeitet worden, heißt es vom Startup.

Nun verkündete Digicust den Abschluss seiner „Pre-Series-A-Finanzierungsrunde“. 950.000 Euro vom Venture-Capital-Fonds Jet Venture 1 und 250.000 Euro vom Look.AI Fund kamen demnach zuletzt hinzu. Zusammen mit 550.000 Euro von „Privatinvestoren aus der Branche“ und dem Digicust-Gründerteam sowie 500.000 Euro über das aws-Garantieprogramm „Eigenkapital hebeln“ und einer weiteren 50.000-Euro-Förderung kommt man nun auf ein Gesamtvolumen von 2,3 Millionen Euro.

„Legen den Grundstein für eine weitere Expansion und bereiten uns auf die weltweite Skalierung vor“

„Mit dieser finalen Erhöhung haben wir Digicust genau die richtige Zwischenfinanzierung vor einer nicht mehr weit entfernten Series-A-Runde geboten. So legen wir den Grundstein für eine weitere Expansion und bereiten uns auf die weltweite Skalierung unserer Lösungen vor“, kommentiert Borisav Parmakovic, CEO von Digicust. „Dass Investoren wie JetVentures und Look.AI unsere Technologie als führend und zukunftsweisend im Zollbereich einschätzen, bestätigt unseren Kurs und unsere Produktstrategie.“

Und Kamil Levinský, Managing Director bei JetVentures, meint: „Digicust setzt einen neuen Standard für die Automatisierung von Zollprozessen in Europa, weil die Kombination aus proprietärer Technologie und tiefem KI-Know-how es Kunden ermöglicht, Genauigkeit und Produktivität in der Zollabwicklung signifikant zu steigern.“

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fluctus, aws
© fluctus - Anna Kurpierz und Christian Sattlecker von fluctus.

Der Bedarf an Bandbreite und enormen Datenvolumina steigt rasant. Doch während der globale Ausbau der physischen Infrastruktur voranschreitet, hinkt die digitale Verwaltung oft hinterher. Gerade kleine Regionen und lokale Netzerrichter stünden vor großen Herausforderungen. Zudem arbeiten mittelständische und große Unternehmen häufig mit starren, unzureichenden Systemen, denen es an Flexibilität fehlt, so die Erfahrung des fluctus-Gründerduos Anna Kurpierz und Christian Sattlecker.

fluctus mit End-to-End

„Wir haben bei unseren Projekten festgestellt, dass der österreichische Ausbau oft große Lücken hinterlässt – kleinen Regionen und Netzbetreibern fehlt der Zugang zu zukunftsträchtigen Technologien“, sagt Kurpierz. Um diese Lücken zu schließen, hat das oberösterreichische Startup ein von Grund auf neues Management-System für „Open-Access-Netze“ entwickelt.

Dabei setzt fluctus auf ein „New-Generation Open-Access-Tool“, das den Datenaustausch zentralisiert abwickelt. Das System funktioniert als reine „Zero-Touch“-Anwendung.

„Wir sind derzeit die Einzigen, die am europäischen Open-Access-Markt eine komplett zentralisiert managebare End-to-End-Lösung (E2E) anbieten“, erklärt die Gründerin weiter. „Da sämtliche Marktbegleiter von den Kunden eine Implementierung der Logiken in deren Netz voraussetzen.“

Der entscheidende Vorteil für Kunden sei hierbei, dass im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten Netzbetreiber keine komplexen Logiken mehr selbst in ihr eigenes Netz implementieren müssten.

Wettbewerb steigern

„Ziel unseres Systems ist der Zugang zu einem offenen Netz für alle Breitbandteilnehmer“, so die Founderin weiter. „Einerseits wird damit der Wettbewerb unter den ‚Internet Service Providern‘ gesteigert und verbraucherseitig entsteht zudem ein Nutzen aus qualitativ hochwertigen Produkten, ein großer Pool aus Anbietern und Produkten sowie niedrigere Preise. Durch die Entstehung eines Polypols auf der Angebotsseite und den daraus entstehenden größeren Markt ergeben sich intensivere Preis- und Qualitätswettbewerbe.“

Zudem würden offene Netze einen fairen Zugang für alle Anbieter ermöglichen und an jedem Anschluss einheitliche Prozesse sowie technische Mindeststandards garantieren.

„Unser Produkt ist im Wesentlichen ein System für den Glasfaserausbau und -betrieb, welches als zero-touch Anwendung realisiert wird. Durch das ‚New-Generation Open Access Tool‘, welches den Datenaustausch zentralisiert abwickelt, kann eine vergleichbare Angebotslandschaft wie im Mobilfunk geschaffen werden – neben bestehenden Internet-Providern werden auch neue Anbieter im selben Netz entstehen“, erklärt Kurpierz. „Dies führt zu größerer Angebotsvielfalt, wettbewerbsfähigen Preisen und einer höheren Anschlussquote. Es entstehen somit auch neue Möglichkeiten für Discounter, Energy-Drink-Giganten bis hin zur kleinen IT-Firma, im Netz anzubieten.“

Zielgruppen von fluctus

Die Kernzielgruppe von fluctus umfasst Netzbesitzer (wie regionale Infrastrukturbetreiber) sowie große Technologieunternehmen. Ein typischer Use-Case ist der Zusammenschluss bislang getrennt strukturierter Regionen. Durch die Zentralisierung von Netz- und Betriebsprozessen sollen bestehende Infrastrukturen effizienter genutzt und neue Internet-Service-Provider nahtlos integriert werden.

Monetarisiert wird die Technologie über Dienstleistungs- und Wartungsverträge. Nach dem Prinzip „Grow with your business“ bietet fluctus drei flexible Modelle an, die ein E2E-Deployment und den laufenden Betrieb über das hauseigene OSS/BSS-Management-System umfassen. Die Preisgestaltung ist nach Unternehmensgröße gestaffelt. Zusätzlich wird pro Projekt beziehungsweise pro „Point of Presence“ (POP) eine Projektpauschale verrechnet, die sich nach der Größe des Projekts richtet.

Hürden überwunden

Die Entwicklung einer derart tiefgreifenden Technologie ist kapital- und ressourcenintensiv. Das Gründerteam stand beim Aufbau vor massiven Hürden, wie Kurpierz erklärt: „Die Entwicklung und Herstellung unseres Produktes hat hohe Investitionen, sogenannte CAPEX, erzeugt und unzählige Tests erfordert. Erschwerend kommt hinzu, dass es am Markt wenig ausgebildetes Personal in diesem Bereich gibt – die interne Weiterbildung in dieser Nische ist enorm zeitintensiv und führt daher zu höheren Kosten.“

© fluctus – Das fluctus-Team.

Einen entscheidenden Durchbruch hierbei brachte aws Seedfinancing – Deep Tech. Die Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) trug maßgeblich zur Marktreife der Technologie bei, wie die Gründerin erklärt. Zudem konnte das Startup das aws-Netzwerk nutzen, um strategisch wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Mit einer fertigen Technologie im Rücken sind die nächsten Meilensteine klar definiert. In den kommenden Jahren möchte sich fluctus als etablierte Größe im DACH-Raum positionieren. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Erschließung weiterer internationaler Märkte voran.


Disclaimer: Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt

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