11.07.2025
INTERNATIONALISIERUNG

Supaso: Hartberger Verpackungs-Startup zählt 300 B2B-Kunden in zehn Ländern

Das steirische Startup Supaso mit Sitz in Hartberg hat sich auf nachhaltige Verpackungslösungen spezialisiert. Im Rahmen des Business Angel Summit in Kitzbühel haben wir mit Gründer Fabian Gems über die Internationalisierung gesprochen.
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Fabian Gems am Business Angel Summit 2025 | (c) martin pacher | brutkasten

Am Rande des diesjährigen Business Angel Summits in Kitzbühel zeichnete sich ab, wohin die Reise des oststeirischen Verpackungs-Startups Supaso geht. Gründer Fabian Gems präsentierte nicht nur einen Pitch vor potenziellen Investor:innen, sondern auch den Fahrplan, mit dem das bislang gebootstrappte Unternehmen seine Präsenz weit über die DACH-Region hinaus ausbauen will. „Wir sind ja bis jetzt gebootstrappt. Jetzt sind wir an dem Punkt, wo es um die nächsten Schritte geht – die Internationalisierung und den Roll-out unserer Maschinentechnologie direkt beim Kunden“, erklärte Gems im Gespräch mit brutkasten live vor Ort.

Der Name Supaso leitet sich ursprünglich von „Sustainable Packaging Solutions“ ab. An den Start ging das Unternehmen rund um die Gründer Georg Lackner, Fabian Gems und Mario Maier 2021. Die drei Gründer haben eine nachhaltige Zellulosedämmstofflösung entwickelt, die sich zur Isolierung von Kartons für den Kühl- und Tiefkühlversand eignet (brutkasten berichtete).

300 Kund:innen – und das Vertriebs-One-Man-Show-Modell

Seit der Gründung 2021 hat Supaso eine beachtliche Traktion aufgebaut: Über 300 B2B-Kund:innen in zehn Ländern setzen bereits auf die Zellulosedämmstoff-Verpackungen aus Hartberg. Im August 2023 waren es noch 190 Kund:innen in neun Ländern gewesen (brutkasten berichtete).

Der Kern der Internationalisierungsstrategie ist ein Machine-as-a-Service-Modell: Statt fertige Dämm-Inlays quer durch Europa zu transportieren, will Supaso kompakte Micro-Factories direkt bei Kund:innen installieren. „Wir geben unsere Maschinen zu Partnern, damit sie vor Ort Altpapier upcyclen und hochwertige Isolierverpackungen herstellen können“, so Gems. Auf diese Weise entfallen lange Logistikwege, während gleichzeitig lokale Wertschöpfung entsteht. Begleitend plant das Startup die Supaso Academy, ein Schulungs- und Zertifizierungsprogramm für Betreiber:innen der Anlagen. „Der nächste Schritt ist klar: Wir rollen die Supaso Academy international aus.“

Gespräche mit einem Nasdaq-Konzern

Der Expansionskurs ist bereits konkret unterlegt. Laut Gems liegen „in vier Ländern Letters of Intent (LOIs) auf dem Tisch – und das nicht nur in Europa“. Parallel laufen Sondierungen mit einem namentlich nicht genannten Nasdaq-Konzern über eine mögliche Partnerschaft in Nordamerika. Entscheidendes Kriterium für die Standortwahl bleibt der lokale Rohstoffkreislauf: „Wo Altpapier vorhanden und bisher verbrannt oder exportiert wird, können wir unsere Technologie einsetzen, egal ob in Korea, Indien oder den USA.“

Erste Finanzierungsrunde über 1,5 Mio. Euro

Um diesen Sprung zu stemmen, öffnet Supaso erstmals seine Kapitalstrukturen. 1,5 Mio. Euro sollen in einer Seed-Runde eingesammelt werden, vorrangig von Impact-orientierten Business Angels, Corporate VCs und Family Offices. Das Geld fließt in den Serien-Roll-out der Maschinenplattform und den Aufbau eines internationalen Service-Teams.

„Wir wollen nicht zehn bis fünfzehn Jahre warten, bis wir bei zehn Millionen Euro Umsatz sind – wir müssen das in drei bis vier Jahren schaffen, um ein relevanter Player in Europa zu sein“, begründet Gems die Abkehr vom reinen Bootstrapping. Das Ziel ist, bis 2035 Marktführer für nachhaltige Isolierverpackungen in Europa zu werden.

Engineering-Team wächst, Academy startet 2026

Aktuell beschäftigt Supaso zwölf Mitarbeitende – eine Person pro Schicht in der vollautomatisierten Produktion, der Rest im Engineering. Bis Ende 2026 soll das Team gezielt erweitert werden, um die nächsten Maschinen-Generation marktreif zu machen und gleichzeitig die Supaso Academy zu launchen. Damit will das Startup sein Partnernetzwerk skalieren und den letzten weißen Flecken auf der Weltkarte Styropor-freie Kühlverpackungen bieten.

Disclaimer: Die Reise- und Übernachtungskosten zum Business Angel Summit wurden von der Austria Wirtschaftsservice (aws) übernommen.

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Combyn, Biogena
© zVg - Der BioCore Loop von Combyn.

Die Combyn Health Care GmbH mit Sitz in Graz entwickelt medizintechnische Lösungen für Prävention und Gesundheitsanalyse. Mit dem BioCore Loop hat das Unternehmen einen Health Kiosk entwickelt, der eigenen Angaben nach mehrere Untersuchungsmethoden in einem Gerät vereint und die erhobenen Gesundheitsdaten unmittelbar nach der Messung aufbereitet.

Dafür gab es (bereits im August) ein Investment von Biogena. Über die Höhe und die Beteiligungsverhältnisse wurde Stillschweigen vereinbart – laut wirtschaft.at ist aber öffentlich ersichtlich, dass sich Biogena laut Letztstand 5,68 Prozent der Anteile gesichert hat.

Combyn: BioCore Loop im Zentrum

Im Zentrum der Zusammenarbeit steht der erwähnte BioCore Loop. Das System ermöglicht nach Angaben des Unternehmens eine vollautomatisierte Gesundheitsmessung in weniger als fünf Minuten. Die Messung könne selbstständig und ohne unmittelbare Unterstützung durch medizinisches Fachpersonal durchgeführt werden.

Der BioCore Loop erfasst unter anderem Gesundheitsparameter zu Herz und Kreislauf, autonomem Nervensystem, Gefäßsteifigkeit, Flüssigkeitshaushalt, Muskelmasse und Körperfett. Die Ergebnisse werden aufbereitet und sollen medizinisches Fachpersonal bei der Einschätzung ausgewählter gesundheitlicher Risiken unterstützen. Darüber hinaus unterstützt das System die Einschätzung gesundheitlicher Risiken wie Osteoporose, Diabetes, Sarkopenie oder Herzinsuffizienz, wie es heißt.

BioCore Loop wurde in Österreich entwickelt und die Technologie wurde laut Unternehmensangaben an mehr als 6.000 Patienten validiert. Das System wird heute unter anderem in österreichischen Schwerpunktkrankenhäusern sowie in Forschungseinrichtungen in den USA und Finnland eingesetzt.

Früherkennung als Credo

„Die Zukunft der Medizin beginnt nicht erst dann, wenn ein Mensch krank ist. Sie beginnt damit, gesundheitliche Veränderungen und Risiken frühzeitig zu erkennen und daraus die richtigen Maßnahmen abzuleiten“, sagt Albert Schmidbauer, Gründer und CEO der Biogena Group. „Combyn hat eine Technologie entwickelt, die komplexe Gesundheitsdaten innerhalb weniger Minuten verfügbar und für die weitere Einordnung nutzbar macht. Diese Verbindung aus Wissenschaft, Prävention, Effizienz und einfacher Anwendung hat uns überzeugt.“

Für Biogena ist die Beteiligung ein weiterer Schritt in der Entwicklung vom Mikronährstoffunternehmen zu einem umfassenden Gesundheitsökosystem, wie auch Schmidbauer brutkasten gegenüber im Juli erklärte: Dieses umfasst neben Premium-Mikronährstoffen auch Diagnostik, Biohacking, Longevity-Anwendungen, Gesundheitswissen und personalisierte Präventionskonzepte.

„Wir stellen nicht nur Kapital zur Verfügung. Wir wollen Combyn mit unserer Erfahrung, unserem Netzwerk von mehr als 30.000 Ärztinnen, Ärzten sowie Therapeutinnen und Therapeuten und unserem Zugang zu gesundheitsbewussten Kundinnen und Kunden bei der weiteren Entwicklung und der Marktexpansion unterstützen“, präzisiert Schmidbauer. „Unser gemeinsames Ziel ist es, fundierte Gesundheitsanalysen und personalisierte Prävention einfacher, schneller und für deutlich mehr Menschen zugänglich zu machen.“

Combyn tritt in neue Phase

Mit dem Abschluss der Finanzierungsrunde sieht Combyn die Grundlage geschaffen, in die nächste Phase seiner Unternehmensentwicklung zu treten. Im Fokus stehen die Weiterentwicklung der Technologie, die Skalierung des Vertriebs und die stärkere Integration des BioCore Loops in medizinische und präventive Versorgungsmodelle.

„Mit Albert Schmidbauer und der Biogena Group gewinnen wir Partner, die den Gesundheitsmarkt seit vielen Jahren kennen und unsere Vision einer modernen, zugänglichen Präventionsmedizin teilen“, sagt Christoph Grimmer, CEO von Combyn Health Care. „Biogena bringt neben großer unternehmerischer Erfahrung ein außergewöhnlich starkes Netzwerk im medizinischen Bereich mit. Diese Kombination eröffnet uns wertvolle Möglichkeiten, unsere Technologie schneller in die breite Anwendung zu bringen.“

Falko Skrabal, Gründer und Medical Advisor von Combyn Health Care, ergänzt: „Der modernen Medizin stehen immer mehr Daten und diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung. Entscheidend ist, diese Informationen so zusammenzuführen, dass sie im Alltag einfach, schnell und sinnvoll nutzbar werden. Genau dafür haben wir den BioCore Loop entwickelt.“

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