01.12.2020

Studie zu Digitalisierung: Nein, wer Zoom installiert, hat noch kein digitales Unternehmen

Die Digitalisierung der Kommunikation ist nur der erste Schritt zu einem digitalen Unternehmen.
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(c) Adobe Stock / Andrey Popov

In den vergangenen Monaten wurde viel über Digitalisierung und Resilienz diskutiert – und so manche Führungskraft klopfte sich selbst auf die Schulter, weil man es geschafft hatte, auf den Firmenlaptops Zoom oder eine andere Videoconferencing-Software zu installieren und somit die Kommunikation im Home Office ermöglichen. Doch das ist nicht das Ende der Fahnenstange, wie eine aktuelle Erhebung von Industriellenvereinigung und Accenture zeigt.

Digitalisierung führt zu Resilienz

So stimmt es der Studie zufolge tatsächlich, dass Digitalisierung die Krisenresilienz der Unternehmen erhöht, wie IV-Präsident Georg Knill sagt. Viele Betriebe arbeiten daran, mehr Prozesse zu digitalisieren und geben zugleich an, dass ihnen die besagte Digitalisierung bei der Bewältigung der Krise geholfen hat. Auch zeigen die Daten, dass Unternehmen mit hoher Digitalisierung der Prozesssteuerung eine höhere Resilienz aufweisen.

Auch heißt es, dass während der Krise digitale Kommunikationskanäle zwar geholfen haben, etwa in Hinblick auf die Erreichbarkeit der Belegschaft und die Bereitstellung von Informationen. Auf der anderen Seite wird aber betont, dass neue Wertschöpfung nur über digitale Geschäftsmodelle und die Digitalisierung von Prozessen entstehen kann.

Knill betont in diesem Kontext, dass die Digitalisierung von Kommunikation alleine noch keinen positiven Einfluss auf die Produktivität hat und dass laut einer US-Studie jene Unternehmen mehr von der digitalen Kommunikation profitierten, die schon zuvor Erfahrungen damit gesammelt haben. Was den Rückschluss zulässt: Wenn digitale Meetings und Home Office funktionieren sollen, dann ist auch Führungsstärke gefragt. Ansonsten sinkt nämlich die Arbeitsproduktivität in Bereichen mit hohem Koordinationsaufwand.

Michael Zettel, Geschäftsführer Accenture Österreich, betont in diesem Kontext die Notwendigkeit zu einem Umdenken im Management. So muss das ergebnisorientierte Arbeiten vorangetrieben werden, es muss einen Shift von einem kontroll- zu einem vertrauensbasierten Management geben.

Es kristallisiert sich heraus, dass viele Unternehmen den Bereich der digitalen Kommunikation ausbauen werden. Zugleich wird es aber nach der Krise nötig sein, die Vorteile der Homeoffice- und der Vor-Ort-Arbeit abzuwägen. So gibt es etwa Situationen, die eine „beziehungsorientierte Interaktion“ erfordern, wie Zetttel sagt: Etwa das Mitarbeitergespräch. Und auch spontane Gespräche am Gang mit Kolleginnen und Kollegen können zu neuen Erkenntnissen und dem Lösen von Problemen führen.

Der weite Weg der Digitalisierung

Doch was kommt nach der Digitalisierung der Kommunikation, wie werden Prozesse digitalisiert? Hier verweist Zettel auf drei Phasen, welche von der simplen Digitalisierung von analogen Modellen bis zum Entstehen gänzlich neuer digitaler Geschäftsmodelle reichen.

Zettel betont, dass in Österreich derzeit nur 13 Prozent der Unternehmen aktiv Künstliche Intelligenz nutzen. Und dass Deutschland in der Industrie eine doppelt so hohe Roboterdichte aufweist wie Österreich. In der hauseigenen Studie geben 59 Prozent an, im Bereich der digitalen Prozesse noch gar nicht aktiv zu sein – die meisten befinden sich noch in Phase 1, bilden also lediglich digitale Prozesse analog ab.

Ein anderes Thema sind die IT-Kenntnisse in der Gesellschaft: 26 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher weisen digitale Grundkenntnisse auf, nur 40 Prozent verfügen über fortgeschrittene IT-Kenntnisse – in den Spitzenländern liegt dieser Anteil bei 50 Prozent. Es gibt also noch viel zu tun.

IV-Chefökonom Christian Helmenstein verweist in diesem Kontext auch auf die Sorgen der Menschen rund um die Digitalisierung und den daraus resultierenden vermeintlichen Verlust von Arbeitsplätzen. „Covid-19 stellt ein ungewolltes Realexperiment in der Wirtschaft und Gesellschaft dar“, sagt er: „Vor Covid-19 sahen wir wachsende Besorgnis über die Digitalisierung in der Arbeitswelt – diese Sorgen haben sich als falsch erwiesen, weil dadurch die Resilienz gestiegen ist.“

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v.l.: Ronald Pranz (COO & CFO), Nikolaus Weber (CEO) und Alexander Ortner (CTO) © 36Agency

Jede Firma sucht nach ihr: Effizienz. Keyvero hilft dabei, diese in Unternehmen zu verbessern. Mit seiner AI Office Solution dokumentiert das Unternehmen, was im Unternehmen passiert und wo Zeit und Qualität verloren gehen. Im vergangenen September beteiligte sich Ronald Pranz mit einem Investment an dem Wiener Startup. Über die Höhe wollte der Investmentbanker aus strategischen Gründen nichts sagen. Nächste Woche stünden Kooperationsverhandlungen mit einem asiatischen Unternehmen an. Nun verlautbarte Keyvero, dass Pranz als COO und CFO bei dem Unternehmen einsteigt.

„Definitiv gut, auch operativ mitzuwirken“

„Bei unserem ersten Auftritt bei Austrian Advantage ist das Produkt sehr gut angekommen und es hat gleich Fahrt aufgenommen. Deshalb habe ich mir gedacht, dass es definitiv sinnvoll ist, auch operativ mitzuwirken“, sagt Pranz gegenüber brutkasten, der auch Inhaber der runprosale GmbH ist, die sich auf Vertriebs- und Finanzstrategien spezialisiert hat. Bei Keyvero lege er seinen Fokus auf die Ausweitung der Marktposition im DACH-Raum und darauf, die nächsten internationalen Wachstumsschritte einzuleiten.

„Eine wesentliche Basis für den gemeinsamen Erfolg bieten die langjährigen Erfahrungswerte seines
Unternehmens, auf die wir in unserer Zusammenarbeit setzen“, sagt Nikolaus Weber, Co-Founder von Keyvero.

Gegründet, um Unternehmen zu entlasten

Keyvero wurde 2026 von Weber und Alexander Ortner gegründet. „Jedes Unternehmen hat Abteilungen, in denen KI heute schon spürbar entlasten könnte. Den meisten Betrieben fehlt jedoch das notwendige Know-how oder die Motivation, um KI in ihre Prozesse zu integrieren. Um diesen Firmen zu helfen, haben wir Keyvero gegründet“, sagt Weber.

Aus den unterschiedlichen Abteilungen in Unternehmen würden unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche an KI-Assistenzlösungen resultieren. Die Module von Keyvero arbeiten vernetzt innerhalb des Unternehmens und lernen aus den Informationen der Mitarbeitenden, um diese gezielt zu entlasten. Dabei helfe Keyvero jungen Unternehmen, schneller zu wachsen und etablierten, ihre Marktposition zu stärken.

„Der KI-analytische Ansatz soll unseren Kunden zeigen, wo ein KI-Modul in der Firma überhaupt
Sinn ergibt, um Qualität und Quantität zu optimieren“, heißt es von Keyvero. Pranz ergänzt: „Für die Unternehmen ist es wichtig, sich mit unseren KI-Assistenz-Modulen zu befassen und sie Schritt für Schritt in ihren täglichen Arbeitsablauf einzubauen.“

Keyvero biete auch das Modul Telefonassistenz an, das Wissen über Kundenverhalten strukturiert liefere. Für viele Unternehmen sei das der Einstieg in die Zusammenarbeit mit dem Wiener Startup.

Implizites Wissen nutzbar machen

Ende des Jahres soll der nächste Entwicklungsschritt folgen: Keyvero möchte einen KI-Assistenten auf den Markt bringen, der undokumentierte Arbeitsabläufe und implizites Wissen der Mitarbeitenden nutzbar macht. Dabei würden unterschiedliche unstrukturierte Datenquellen, beispielsweise E-Mails, Gesprächsnotizen oder Dokumente, analysiert werden. Das soll unentdeckte Potentiale sichtbar machen. Ein weiteres Keyvero-KI-Modul könne daraufhin selbstständig Lösungen umsetzen.

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Studie zu Digitalisierung: Nein, wer Zoom installiert, hat noch kein digitales Unternehmen

  • Viele Betriebe arbeiten daran, mehr Prozesse zu digitalisieren und geben zugleich an, dass ihnen die besagte Digitalisierung bei der Bewältigung der Krise geholfen hat.
  • Auch zeigen die Daten, dass Unternehmen mit hoher Digitalisierung der Prozesssteuerung eine höhere Resilienz aufweisen.
  • Auf der anderen Seite wird aber betont, dass neue Wertschöpfung nur über digitale Geschäftsmodelle und die Digitalisierung von Prozessen entstehen kann.
  • Wenn digitale Meetings und Home Office funktionieren sollen, dann ist auch Führungsstärke gefragt.
  • Michael Zettel, Geschäftsführer Accenture Österreich, betont in diesem Kontext die Notwendigkeit zu einem Umdenken im Management.
  • In der hauseigenen Studie geben 59 Prozent an, im Bereich der digitalen Prozesse noch gar nicht aktiv zu sein – die meisten befinden sich noch in Phase 1, bilden also lediglich digitale Prozesse analog ab.

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