27.07.2017

Stripe übernimmt Payable

Die Payment-Plattform Stripe hat Payable, den führenden Anbieter für steuerrechtliche Bilanzierung und Compliance-Tools für Multi-Side-Plattformen, übernommen. Dadurch soll die Erfüllung steuerrechtlicher Pflichten weltweit für Plattformen und Marktplätze, die Stripe Connect nutzen, erheblich erleichtert werden.
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Mit Stripe Connect können Marktplätze rund um die Welt Geld entgegennehmen und es an Dritte auszahlen. Insbesondere wenn Plattformen wachsen, wird das steuerliche Prozedere aber immer komplizierter. „As a marketplace, you’re often providing taxable income to participants of your marketplace, which must be reported to the IRS or other tax authorities. We heard from our users that accurately generating, delivering, and filing tax forms for as many as hundreds of thousands of vendors, contractors, and partners in multiple countries was a consistent difficulty and something they’d like to see fixed“, teilt das Unternehmen über seinen Blog mit.

Redaktionstipps

Steuermeldungen bearbeiten

Durch die Übernahme von Payable will man diesem Problem nun entgegenwirken. Mit dem Tool können Steuermeldungen nahtlos und unkompliziert bearbeitet werden. Stripe hat in den vergangenen zwei Jahren bereits eng mit Payable zusammengearbeitet. Nach der Übernahme soll das Payable-Team nun weiterhin die steuerlichen Funktionen von Connect steigern und neue Produkte entwickeln, um die Bedürfnisse von wachstumsstarken Plattformen zu erfüllen. Payable Co-Founder Peter Terrill teilte auf seinem Blog mit, die Zusammenarbeit mit Stripe hätte dem Unternehmen alleine im Jänner 2016 mehr User gebracht, als insgesamt in den beiden Jahren zuvor.

Erst Anfang des Monats hatte Stripe für Aufsehen gesorgt, nachdem das FinTech eine neue globale Partnerschaften mit Alipay und WeChat Pay gestartet hatte.

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(v.l.) Das Führungsteam von reebuild: Nicolaus Lederer, Alexander Kornell, Matteo Cimadom, Luca Papay © Oskar Fleischanderl

Papierordner und manuell geführte Excel-Tabellen sollen der Vergangenheit angehören, zumindest wenn es nach reebuild geht. Das Tech-Startup automatisiert mit seiner KI administrative Tätigkeiten von Bauleitern. Es wandelt also Dokumente, PDFs, Fotos etc. in strukturierte Daten um oder automatisiert Aufgaben wie die Rechnungsprüfung. In der vergangenen Pre-Seed-Runde sind bereits bekannte Investoren wie Hansi Hansmann eingestiegen (brutkasten berichtete). Nun schloss reebuild eine Seed-Runde von über drei Millionen Euro ab, angeführt vom europäischen Investor Fortino Ventures, mit Beteiligung von Rise PropTech und CuriosityVC.

Weitere Automatisierung des kaufmännischen Ablaufs

Mit dem frischen Kapital sollen KI-gestützte Module weiterentwickelt werden, durch die der kaufmännische Ablauf von der Kalkulation bis zur Buchhaltung weitgehend automatisiert werde. „Wir wollen den Kosmos auf unserer Plattform mit immer neuen Workflows erweitern. Darunter verstehen wir z.B. den Erstellungsprozess von Ausgangsrechnungen“, sagt CEO und Gründer von reebuild Alexander Kornell im brutkasten-Gespräch. Zudem soll das Büro in Wien personell aufgestockt werden. Aktuell ist reebuild in Deutschland und in Österreich etabliert. Durch die Investitionen soll nun in weitere europäische Länder wie Italien oder Polen expandiert werden. Es gebe bereits Entwicklungspartnerschaften mit ersten Proof Points.

Zu den Kund:innen zählen Unternehmen wie Pittel+Brausewetter oder 3SI Immogroup. Die Software wird, laut dem Startup, in Wien entwickelt, in Deutschland gehostet und ist DSGVO-konform.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“

„Wir sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für Bauunternehmen und Projektentwickler ist, ihre Backoffice-Prozesse mit Software und KI zu digitalisieren und zu automatisieren“, sagt Wouter Goossens, Partner bei Fortino Ventures. Reebuild erklärt, dass die Verwaltung und Steuerung von Kosten zwischen den Abteilungen im operativen Geschäft der Baubranche veraltet sei. Rechnungen würden händisch mit Vertragsbedingungen oder Lieferscheinen abgeglichen und Führungskräfte würden Entscheidungen auf Basis überholter Informationen treffen müssen.

„Wir kennen die Probleme der Branche aus erster Hand und entwickeln reebuild gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden extrem nah an der Praxis“, sagt Kornell über die Baubranche und ergänzt: „Wir sind überzeugt, dass wir diesen Markt mit einem Team aus Bau- und Technologie-Know-how aufmischen können. Nicht mit einem weiteren Tool, sondern mit einer Lösung, die wirklich versteht, wie Baustellen und Projekte kaufmännisch abgewickelt werden.“

Reebuild sorge für beschleunigte Prozesse und aktuellere Entscheidungsgrundlagen, was wiederum zu messbaren Einsparungen im gesamten Unternehmen führe. Beschaffungskosten könnten dadurch um bis zu 20 Prozent sinken.

Vision: Administrativer Aufwand auf null senken

Der bürokratische Aufwand soll laut reebuild in Zukunft gänzlich verschwinden. Auf Basis der strukturierten Daten hinter jedem Dokument entwickele reebuild das Agentic Backoffice für Bauunternehmen. KI-Agenten übernehmen eigenständig Routineaufgaben wie Prüfung, Abgleich und Vorkontierung. Dadurch sollen Teams ihre Zeit eher für das operative Geschäft anstatt für das manuelle Kostencontrolling nutzen.

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