06.11.2025
PARTNERSCHAFT

Storyblok verkündet Partnerschaft mit der Developer-Plattform Netlify

Das Linzer Scaleup Storyblok startet eine Kooperation mit der US-Developer-Plattform Netlify.
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Die beiden Storyblok-Gründer Alexander Feiglstorfer und Dominik Angerer | (c) Storyblok

47 Millionen US-Dollar gab es im Jahr 2022, nur zwei Jahre später folgte ein weiterer Brocken: Ein 80-Millionen-US-Dollar-Investment für das Linzer „Soonicorn“ Storyblok rund um Alexander Feiglstorfer und Dominik Angerer – brutkasten berichtete.

Das Linzer DeepTech-Unternehmen hat in den Jahren seit seiner Gründung im Jahr 2017 sein Headless-CMS für Marketer:innen und Entwickler:innen erfolgreich am Markt etabliert. Auch personell ist man dafür gut aufgestellt. So holte man im August 2024 den Ex-Adobe-Manager Marc Wheeler als CMO an Bord – brutkasten berichtete auch hier.

Storyblok: Bereits mehrere Partnerschaften verkündet

Heute schreibt Storyblok eine weitere Schlagzeile: Das Enterprise-CMS schließt sich mit der KI-nativen Webentwicklungsplattform Netlify zusammen, wie per Pressebericht vermeldet wird.

Erst vergangenen Monat kündigte das Linzer Tech-Unternehmen seine Partnerschaft mit OtterlyAI an. Durch die Integration von Otterly wurde die Möglichkeit geschaffen, die Performance von Inhalten in verschiedenen KI-Suchmaschinen zu analysieren und zu optimieren. Nun deckt man mit der Kooperation mit Netlify einen weiteren Zweig ab.

Content-Management und Projektentwicklung

Netlify ist eine Plattform, auf der Menschen und KI-Agenten gemeinsam entwickeln, heißt es. Über neun Millionen Entwickler:innen sollen Netlify nutzen, um Websites und Anwendungen auf einer Plattform gesammelt erstellen, launchen und skalieren zu können. Das kann mit KI oder „klassischem Code“ passieren. Marken, die Netfliy bereits nutzen, sind unter anderem der Taxi-Service Bolt sowie die Unternehmen Figma, Mattel und Riot Games.

Die beiden Unternehmen wollen nun „Content-Management mit Projektentwicklung“ verbinden. Damit wollen sie es Marken ermöglichen, „schnellere, zuverlässigere und sichere Content-Auslieferung in großem Umfang“ zu erreichen.

Mit der Partnerschaft will Storyblok sein „Lösungsangebot ausbauen“, heißt es weiter. Ein Fokus dabei sei der „KI-bedingte Wandel des Internetauftritts“, an den sich Unternehmen mitsamt ihrer Marken anpassen müssen.

Durch die Kooperation mit Netlify soll es Storyblok-Nutzer:innen möglich sein, „neue Inhalte schneller entwicklen, strukturieren und für KI-Suchmaschinen“ optimieren zu können.

Direkte Integration in Storyblok

Technisch gestalte sich die „Kooperation“ als „direkte Integration von Netlify in Storyblok“. Dies soll für die Tool-nutzenden Teams einen „nahtlosen Workflow von der Content-Erstellung bis zur Veröffentlichung“ schaffen. Durch die Integration soll es Kund:innen möglich sein, Betriebskosten zu sparen, Serverwartungen zu vermeiden und schnellere Website-Launches durchführen zu können.

„Marketer:innen warten Tage auf Veröffentlichungen, während Entwickler:innen nächtelang an Servern oder Deployment-Skripten schrauben“, wird Dominik Angerer, CEO und Co-Founder von Storyblok, zitiert. „In Zeiten von KI, in denen Content-Strategien neu gedacht werden müssen, sind solche Verzögerungen nicht mehr tragbar. Genau deshalb haben wir uns mit Netlify zusammengeschlossen. Die Plattform übernimmt das gesamte ‚Heavy Lifting‘ im Hintergrund – Hosting, Caching, Skalierung und globale Auslieferung.“

Auch Mathias Biilmann, CEO und Co-Founder von Netlify, betont den strategischen Wert der Zusammenarbeit: „Das Web entwickelt sich zu einem Raum, in dem Menschen und KI-Agenten gleichermaßen mit Inhalten interagieren. Der sogenannte Agent Experience (AX)-Ansatz bedeutet, Websites so zu gestalten, dass sie beiden Welten gerecht werden.“

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Das sonnnig-Gründerteam: Roman Öfferlbauer, Jonathan Buchinger und Lukas Hückel © sonnnig

Dort, wo Technik und Unternehmertum zusammenkommen, kann Großes entstehen. So auch an der TU Wien im „Extended Study on Innovation“-Programm, wo sich das Gründer-Trio, bestehend aus Roman Öfferlbauer, Lukas Hückel und Jonathan Buchinger, zum ersten Mal begegnete. Parallel dazu gründete Öfferlbauer 2023 in seinem Heimatort in Niederösterreich eine Energiegemeinschaft, zu einem Zeitpunkt, an dem das Thema noch jung und „technisch schwierig abzuwickeln“ war, so Öfferlbauer.

Aus improvisierten Tools und selbst geschriebenen Mini-Scripts für den Eigenbedarf wurde ein Jahr später sonnnig. Eine White-Label-Lösung für Abrechnung, Mitgliedermanagement und Datenanalyse von mittlerweile 30 Energiegemeinschaften in ganz Österreich.

Wenn Strom aus der Nachbarschaft kommt

„Unser Blick war eigentlich immer auf Endverbraucher und Verbraucherinnen fokussiert. Also Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinden“, erklärt Öfferlbauer im Interview. Eine Mission, die über die letzten zwei Jahre tausende Haushalte in ganz Österreich erreicht hat. Mittlerweile kann man über sonnnig den generierten Strom auch als Mitarbeiter:innen-Benefit oder Spende abgeben. „Im letzten halben Jahr hat sich da aber auch ziemlich viel auf der anderen Seite, also bei den Energieversorgungsunternehmen, getan“, verrät der Co-Founder.

Energieversorgungsunternehmen stünden zunehmend vor einem Einkaufs- und Prognoseproblem. In der Regel verbraucht die Kundschaft ihren Strom nach einem Standardprofil, mit dem der jeweilige Versorger seine Stromeinkäufe prognostiziert. Sind die Abnehmer:innen aber Teil einer Energiegemeinschaft, verschiebt sich dieses Profil radikal: Ein großer Teil des Energiebedarfs wird jetzt von der Energiegemeinschaft gedeckt und nur noch die Restmengen werden durch den Energieversorger geliefert. „Der Energieversorger hat die Energiemenge aber schon im Vorhinein eingekauft“ – und müsse sie kurzfristig wieder verkaufen, erklärt Öfferlbauer. Ein teures Ausgleichsenergie-Problem, das mit wachsendem Energy-Sharing-Anteil immer größer wird.

Sonnnig als potenzieller Partner für Energieversorger

Genau hier setzt das neue Produkt an, für das sonnnig gerade die dritte Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) erhalten hat: eine White-Label-Lösung zum Energy Sharing, die Energieversorger direkt in ihr eigenes Kund:innenportal einbinden können. Im Hintergrund liefert sonnnig die Restlastprognose auf 15-Minuten-Basis, damit Versorger gezielter am Großhandel einkaufen können.

Möglich macht das die Prognosefähigkeit, die sonnnig über Jahre mit echten Energiegemeinschaften aufgebaut hat. Ziel ist es, Versorgern einen besseren Einblick in ihre Stromverläufe zu geben und ihnen zu helfen, selbst ein Geschäftsmodell rund um Energy Sharing aufzubauen, auch als Beitrag zur Kund:innenbindung, erklärt Öfferlbauer. Am Markt kommt das gut an: „Energieversorgungsunternehmen spüren das Problem und sind zunehmend auf der Suche nach Lösungen und neuen Geschäftsmodellen im Energy-Sharing-Bereich, deshalb reden sie auf einmal mit uns“, sagt der Co-Founder. Davor sei die Beziehung eher einseitig gewesen. Zwei Pilotbetriebe hat sonnnig für das geförderte Projekt bereits akquiriert und zeigt sich offen für weitere Kooperationen.

Von First bis Seed: Der aws-Weg

Möglich wurde diese Entwicklung durch drei aufeinanderfolgende aws-Förderungen. Mit aws First Incubator, einem Programm für sehr junge Teams, teils noch vor der Firmengründung, kam das Startup zu ersten Beratungsleistungen und Mentoring. Mit aws Preseed – Innovative Solutions wurde zunächst die inhaltliche und wirtschaftliche Machbarkeit des Vorhabens überprüft und der Proof of Concept entwickelt. Darauf aufbauend unterstützt aws Seedfinancing – Innovative Solutions die Weiterentwicklung bis zum Markteintritt sowie die ersten Skalierungsschritte. In diesem Rahmen werden nun der Aufbau und der Launch des neuen B2B-Produkts finanziert.

Erwarteter Boom durch neues Elektrizitätswirtschaftsgesetz

Als besondere Meilensteine nennt Öfferlbauer Referenzprojekte mit bekannten Unternehmen wie Hartl Haus, der Nationalbank-Tochter IG Immobilien oder der Volkshilfe Wien sowie die wiederholte Verdopplung des Jahresumsatzes. Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die geteilte Energiemenge, die über sonnnig abgewickelt wurde, laut eigenen Angaben gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Investor:innen hat das fünfköpfige Team bislang bewusst keine an Bord geholt, da laufende Umsätze und eine halbe Million Euro an lukrierten Entwicklungsförderungen das Team organisch tragen.

Rückenwind kommt bald auch auf politischer Ebene: Im Oktober tritt das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) in Kraft, das Energy Sharing über bilaterale Peer-to-Peer-Verträge statt über eine juristische dritte Instanz wie einen Verein oder eine GmbH erlaubt. Für sonnnig eine freudige Entwicklung: „Das baut natürlich extrem viele Hürden ab. Und deswegen erwarten wir auch einen ziemlichen Boom an neuen Mitgliedern und das nehmen auch Energieversorgungsunternehmen wahr.“


Disclaimer: Der Artikel entstand in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws).

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