07.01.2021

60 Prozent der heimischen Unternehmen bewerten 2020 positiv

2020 als Katastrophenjahr für die Wirtschaft? Zumindest subjektiv empfindet es eine Mehrheit der Unternehmen laut einer Umfrage des KSV1870 nicht so. Und noch mehr blicken positiv auf 2021.
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Stimmungslage: Eine Mehrheit der heimischen Unternehmen sieht das Corona-Krisenjahr 2020 positiv
Eine Mehrheit der heimischen Unternehmen sieht das Corona-Krisenjahr 2020 positiv (c) Adobe Stock - alotofpeople

Wir befinden uns bekanntlich in der größten Wirtschaftskrise seit dem zweiten Weltkrieg. Das machen nicht zuletzt die aktuellen Prognosen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts und anderer volkswirtschaftlicher Kennzahlen klar. Ebenso klar ist jedoch auch, dass die Krise ausgesprochen asymmetrisch verläuft. Wie stark die Auswirkungen auf einzelne Unternehmen auseinanderklaffen, bestätigt nun auch eine aktuelle Umfrage des KSV1870 zur Stimmungslage der heimischen Betriebe (der regelmäßig durchgeführte Austrian Business QuickCheck) auch.

Stimmungslage: 8 Prozent haben von Lockdown profitiert, 75 Prozent sind optimistisch

60 Prozent der rund 600 befragten Unternehmen bewerten demnach das Jahr 2020 insgesamt positiv, der Rest negativ, davon 13 Prozent „sehr negativ“. Tatsächlich sind aber jene, die das Jahr positiv sehen, nicht alle „Corona-Gewinner“. Gerade einmal acht Prozent der Befragten berichten, dass sich die beiden Lockdowns positiv auf ihre Finanzen ausgewirkt haben.

Die Stimmungslage in Hinblick auf 2021 ist mehrheitlich positiv. 75 Prozent der befragten sind laut Umfrage optimistisch. Dabei geht nur etwas mehr als die Hälfte von einer Entspannung der wirtschaftlichen Situation im Laufe des Jahres aus. 27 Prozent der Befragten erwarten diese jedoch frühestens im dritten Quartal 2021. Weitere 27 Prozent glauben, dass es erst 2022 zu einer merklichen Entspannung kommt, während elf Prozen davon überzeugt sind, dass es frühestens 2025 soweit sein wird.

Politische Forderungen für den Turnaround

Wie der wirtschaftliche Turnaround geschafft werden soll, dazu haben die Unternehmer laut KSV1870 sehr konkrete Vorstellungen: 78 Prozent erwarten sich vielfältige Steuerentlastungen, insbesondere bei der Lohnsteuer. 50 Prozent befürworten umfassende Maßnahmen zur Reduktion der Arbeitslosigkeit und 39 Prozent sehen in der Liberalisierung des Arbeitsrechts (u.a. Home Office, Arbeitszeitliberalisierung) großes Potenzial.

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Biogena-CEO Albert Schmidbauer beim traditionellen Läuten der Börsenglocke | © Wiener Börse AG/APA-Fotoservice/Arman Rastegar
Biogena-CEO Albert Schmidbauer beim traditionellen Läuten der Börsenglocke | © Wiener Börse AG/APA-Fotoservice/Arman Rastegar

Bereits im Juli hatte das Salzburger Unternehmen Biogena rund um Gründer Albert Schmidbauer seinen Börsengang angekündigt, wie brutkasten berichtete. Heute erfolgte das Listing im Direct Market Plus, also im KMU-Segment der Wiener Börse. Gelistet wurde mit der Biogena Good Vibes AG die oberste Holding der Unternehmensgruppe. Wenige Stunden nach Handelsstart lag die Marktkapitalisierung bei knapp über 480 Millionen Euro.

Zwei AGs sollen perspektivisch verschmolzen werden

Bereits seit 2020 ist mit der Beteiligungsgesellschaft Biogena Group Invest AG ein anderer Teil der Unternehmensgruppe dort gelistet. „Perspektivisch sollen die Strukturen zusammengeführt werden; eine Verschmelzung der Biogena Group Invest AG mit der Biogena Good Vibes AG wird derzeit geprüft“, heißt es dazu in einer Aussendung zum heutigen Börsenstart.

Wachstum auf 500 Mio. Euro Umsatz bis 2030 geplant

Die Biogena Group verfolgt einen ambitionierten Wachstumskurs, wie CEO Schmidbauer auch im Juli gegenüber brutkasten darlegte. Bis 2030 will man den Konzernumsatz von zuletzt 156,65 Millionen Euro auf rund 500 Millionen Euro steigern.

„Die bestehenden Fertigungskapazitäten in Koppl und am neuen Spezialproduktionsstandort Liefering reichen bereits für rund 500 Millionen Euro Umsatz. Die Anlage ist aktuell zu weniger als 25 Prozent ausgelastet. Das heißt: Ein wesentlicher Teil der industriellen Basis für das geplante Wachstum ist bereits vorhanden und muss nicht erst vollständig neu aufgebaut werden“, so Schmidbauer damals.

„Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet uns neue Möglichkeiten“

Anlässlich des heutigen Börsenstarts kommentiert der CEO: „Biogena ist aus der Überzeugung entstanden, Gesundheit neu und ganzheitlich zu denken – und aus diesem Anspruch ist über die Jahre eine Unternehmensgruppe mit internationaler Perspektive gewachsen.“ Die Notierung sei „weit mehr als ein finanzieller Meilenstein“, sie sei „der nächste konsequente Schritt“ in der Entwicklung.

„Der Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet uns neue Möglichkeiten, unsere Ideen schneller in die Welt zu bringen, international weiter zu wachsen und Biogena langfristig als starke österreichische Gesundheitsmarke zu positionieren“, so Schmidbauer

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