Zwei Wiener haben ein Business-Netzwerk für Startups entwickelt. Ziel ist es, die gesamte europäische Szene zu vernetzen.
In nur einem Jahr hat sich das Online-Netzwerk StartUs zu einer ausgereiften LinkedIn-Alternative für Startups gemausert. Mit monatlich 25.000 Besuchern ist es den Wienern David Prasser und Klaus Furtmüller gelungen, ein Online-Netzwerk aufzubauen. „Wir sind Europas größtes Online-Netzwerk für Startups“, sagt Prasser im Gespräch mit dem „Brutkasten“. Prasser hat selbst bereits einige Gründungen hinter sich und Furtmüller hat mit seiner Firma epiqo Software für Karriereseiten entwickelt.
Hohe Nachfrage nach Technikern
StartUs bietet auch ähnliche Funktionen wie das Vorbild LinkedIn. Neben der mit 10.000 Ausschreibungen europaweit umfangreichsten Job-Datenbank für Startups, können in StartUs beispielsweise mit wenigen Klicks Investoren gefunden und kontaktiert werden. Ob die auch tatsächlich antworten? „Das hängt wohl von der Idee ab“, muss auch Prasser zugeben.
Besonders groß sei die Nachfrage aber nach technischen Co-Foundern. „Ich kenne das aus eigener Erfahrung, das ist in Städten wie Wien sehr schwierig“, so Prasser. In Bratislava oder Rumänien sei die Lage dafür umgekehrt. Viele Entwickler würden nach guten Ideen und Gründern mit wirtschaftlichen Background suchen. „StartUs hilft dabei, diese Leute zusammenzubringen“.
Drei Monate vor der Veranstaltung präsentierten die Organisator:innen in Wien das Programm für den diesjährigen Technology Impact Summit. Die Think-Tank-Initiative, getragen von der Universität Graz, der TU Graz, Joanneum Research und der FH Joanneum, findet am 11. November 2026 in der Aula der Universität Graz statt. Den inhaltlichen Schwerpunkt bildet in diesem Jahr die europäische Positionierung im globalen KI-Wettbewerb, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller EU-Regulierungen.
Interdisziplinärer Austausch
Die Ausgestaltung der europäischen Technologiepolitik erfordert laut den Initiator:innen eine branchenübergreifende Herangehensweise. „Der Technology Impact Summit entstand aus der Überzeugung, dass sich die großen technologischen Fragen unserer Zeit nicht innerhalb einer einzelnen Disziplin beantworten lassen, und bietet eine Plattform, auf der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft auf Augenhöhe diskutieren“, erklärt Markus Fallenböck von der Universität Graz.
Co-Organisatorin Magdalena Hankus ergänzt: „Innovation entsteht dort, wo Menschen, Perspektiven und Disziplinen zusammenkommen. Der Technology Impact Summit hat sich als Dialogplattform bewährt, die Orientierung gibt und neue Impulse liefert.“
Programmvorschau
Eröffnet wird der Summit von Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll, gefolgt von einer Keynote durch Corporate Vice President Microsoft Deutschland & Österreich Agnes Heftberger. Im Anschluss stehen verschiedene Diskussionsformate auf der Agenda. Der Frage, wie Europa das Rennen machen kann, gehen in einer Keynote Debate unter anderem Philipp Amann (Europäische Zentralbank), Stefan Mangard (Technische Universität Graz) und Daniel Keinrath (fonio.ai) nach.
Bei einer Oxford-Style Debate diskutieren Philipp Töbich (SAP) und Christian Winkelhofer (Accenture) über die Perspektiven einer europäischen KI-Infrastruktur. Den Blick auf die Welt von morgen und den gesellschaftlichen Impact technologischer Entwicklungen wirft Zukunftsforscher Tristan Horx.
Abgerundet wird das Programm durch sogenannte „Lightning Talks“, die konkrete Anwendungsbeispiele und den Technologietransfer in die Wirtschaft in den Fokus rücken. Ein zentrales Projekt ist hierbei die Plattform DaphoOS.ai, die bei der Programmpräsentation in Wien bereits von Martin Holler (Universität Graz) vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um ein KI-gestütztes System für Entscheidungsfindung, Operations und Ressourcenmanagement im Gesundheitsbereich.
Weitere praxisnahe Use Cases steuern unter anderem Unternehmen wie Cancom, Experts Inside, EY, Joanneum Research, Manz und Taceo bei. Moderiert wird die Veranstaltung von der Tech-Insiderin Katrin-Cécile Ziegler.
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