12.06.2016

Startups, i wer narrisch: Wo Geld und Motivation herkommen

Um Europameister zu werden, ist ein gutes Team wichtig. Aber die Spieler alleine sind es nicht, was ein Gewinner-Team ausmacht. Viele andere Personen sind maßgeblich am Erfolg beteiligt. Bei Startups ist das nicht anders. Irgendjemand muss das Spiel finanziell möglich machen und für die nötige Motivation der Spieler sorgen.
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Was Fußball und Startups gemeinsam haben, erfährt ihr in unserer "I werd narrisch"-Serie (c) Jan Schwieger

Nach dem Kick-Off unserer redaktionellen EM-Serie „Startups i werd narrisch“, wurden die Kern-Funktionen innerhalb eines Fußball-Teams auf Startups umgelegt. Trotzdem: Ein Team kann die besten Spieler haben, wenn es nicht richtig trainiert, finanziert und unterstützt wird, bleibt der Europameister-Titel dennoch nur ein Kindheitstraum.

Mit Startups ist das ganz ähnlich. Ein Top-Team kommt in den meisten Fällen ohne Kapital, Mentoring und Coaching nicht sehr weit. Am Fußballfeld wie im Startup wird die Lage vor allem dann brenzlig, wenn jemand aus dem Team ausfällt. Ersatzspieler müssen her. Und natürlich ist das Gewinnen ohne die Unterstützung der Fans fast nicht möglich – oder zumindest: nicht so schön.

Der Trainer: der Mentor, der Business Angel

Pep Guardiola hatte Johan Cruyff, Cristiano Ronaldo hatte Sir Alex Ferguson und Didier Drogba hatte Jose Mourinho. Richtig, die Rede ist von Mentoren, ohne deren Unterstützung, Beistand und Wissen die Spieler nicht zu den Weltstars geworden wären, die sie heute sind. Gerade bei jungen Startup-Gründern funktioniert das ganz ähnlich. Ein Mentor, der schon länger in der Branche ist, verfügt über das nötige Wissen und alle wichtigen Kontakte. So kann man sich viele Mühen und Wege sparen. Business-Angels unterstützen ein junges Unternehmen normalerweise nicht nur mit Kapital sondern auch mit Know-How.

+++ Brutkasten.Interview mit Business Angel Hansi Hansmann über Mindset und Erfolg +++

Die Sponsoren: die Investoren

Damit Großevents wie die EM überhaupt stattfinden kann, braucht es vor allem eines: Geld. Auch Startups brauchen Kapital, um zu wachsen. In beiden Fällen kommt die finanzielle Unterstützung oft von außen. Sponsoren sind für den Sport, was Investoren für ein Startup sind. So vergibt die FIFA Marketingrechte an Unternehmen, die dafür Kapital zur Verfügung stellen. Im Startup-Universum erhalten Investoren für ihre finanzielle Unterstützung Anteile am Unternehmen.

+++ 5 Tipps für die Suche nach Investoren +++

Die Ersatzspieler: wenn es mit dem Co-Gründer nicht geklappt hat

Verletzungen, Sperren, Strategieänderungen. Ein gutes Fußballteam ist für alle Eventualitäten gerüstet. Elf Spieler dürfen sich bekanntlich auf dem Spielfeld befinden, sieben weitere können auf der Ersatzbank Platz nehmen. Nicht all zu selten hatte das große Wirkung. Beim Finale der WM 2014 schoss der in der 88. Minute eingewechselte Mario Götze in der Verlängerung das entscheidende 1:0 für  Deutschland. Ähnlich verhielt es sich beim Champions-League Finale 1999: Der in der 81. Minute eingewechselte Ole Gunnar Solskjær verhilft Manchester United zum Sieg.

Auch in erfolgreichen Startups sind es oft die „Ersatzspieler“, die dem Unternehmen schlussendlich zum Erfolg verhelfen. Nicht immer funktioniert die Zusammenarbeit im Gründer-Team gut genug, es kommt zur Auseinandersetzung und einer der Co-Founder muss gehen. Alle Tipps für die Suche nach dem richtigen „Ersatzspieler“ findet ihr hier.

+++ Checkliste: So klappt es mit dem Business unter Freunden +++

Die Fans

Ein Sieg hängt oft mit der Unterstützung der Fans zusammen. Darum sind Fußball-Teams bei Heimspielen statistisch erfolgreicher. Neben der moralischen Unterstützung sind Fans aber auch dann zur Stelle, wenn es ums Finanzielle geht. So wurde etwa ein Teil des neuen Allianz-Stadions in Wien Hüttendorf durch eine Crowdfunding-Kampagne unter den Rapid-Fans finanziert. Eine Crowdinvesting-Kampagne für den Bau eines nachhaltigen Stadiums wurde kürzlich von der Wiener Austria gestartet.

Auch Startups setzten immer häufiger auf Crowdfunding-Kampagnen. User können somit aktiv eine Business-Idee unterstützen. Somit können „Fans“ dazu beitragen, den Ball – das Produkt  – ins Tor zu schießen.

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signteq-Gründer Simon Schnabl | © Daniel Willinger | dwphoto.at
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Digitale Identifikation, regulatorische Prüfungen (u.a. KYC und KYB) und rechtsgültige digitale Verträge – damit überzeugte das 2019 gegründete Wiener RegTech-Unternehmen schon bislang Banken wie die Raiffeisen Bankengruppe und die Bawag, Versicherungen wie Wüstenrot, Fintechs wie froots und Conda, Krypto-Unternehmen wie Cryptonow und WhiteBIT und öffentliche Institutionen wie Wiener Wohnen. Neben Österreich ist man etwa auch in Deutschland, der Schweiz und mehreren Ländern in Südost- und Osteuropa aktiv.

„Know Your Agent“ als zusätzliches Geschäftsfeld

Eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung des Angebots soll nicht nur die European Digital Identity Wallet (EUDI Wallet) spielen, die bis Ende dieses Jahrs von allen EU-Staaten bereitgestellt werden muss. Mit „Know Your Agent“ (KYA) will signteq auch ein zusätzliches Geschäftsfeld aufbauen, das den Boom-Bereich Agentic AI aus RegTech-Perspektive adressiert. „Heute müssen Unternehmen wissen, wer ihr Kunde ist. Morgen müssen sie zusätzlich wissen, welcher KI-Agent für wen handelt, wozu er berechtigt ist und wer dafür verantwortlich ist“, erläutert Simon Schnabl, Gründer und Geschäftsführer von signteq.

Steinberger, Giretzlehner, Compass-Verlag u.a. investieren

Für diese Pläne und die weitere internationale Expansion holte sich signteq nun eine nicht genau bezifferte siebenstellige Kapitalspritze. Mit OpenClaw-Entwickler Peter Steinberger gewann das Unternehmen dabei nicht nur einen denkbar prominenten Investor, sondern auch eine der international zentralen Figuren im neuen Zielmarkt Agentic AI. Hinzu kommen in der aktuellen Runde der bereits seit 2024 beteiligte Compass-Verlag, Runtastic-Mitgründer René Giretzlehner, die Franz-MayrMelnhof-Saurau Beteiligungs GmbH und weitere nicht genannte Investor:innen.

Steinberger kommentiert in einem Statement: „KI-Agenten werden schon bald eigenständig für Menschen und Unternehmen handeln. Damit wird Vertrauen zur Schlüsselfrage: Wer steckt hinter einem Agenten – und was darf er? signteq baut dafür heute schon die Infrastruktur und denkt digitale Identität konsequent weiter: von Know Your Customer zu Know Your Agent. Diese Kombination aus starkem Kerngeschäft und klarer Zukunftsvision hat mich überzeugt.“

„Was wir in Österreich aufgebaut haben, skalieren wir jetzt international“

„Digitale Identität ist längst zu einer zentralen Infrastruktur für digitale Geschäftsmodelle geworden. Was wir in Österreich gemeinsam mit Banken, Versicherungen, Technologieunternehmen und der öffentlichen Hand aufgebaut haben, skalieren wir jetzt international – mit Europa als starkem Ausgangspunkt“, kommentiert Gründer Simon Schnabl. Zugute kommen sollen dem Unternehmen neben der erwähnten EUDI-Wallet, die Teil der eIDAS 2.0-Verordnung ist, noch weitere Regulierungen aus diesem Gesetzespaket sowie die kommendes Jahr anwendbare europäische Geldwäscheverordnung AMLR.

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