16.04.2020

Startup-Corona-Paket: So reagieren Österreichs Gründer und Investoren

Der brutkasten hat Meinungen von Österreichs Gründern und Investoren zum Startup-Paket im Rahmen der Coronakrise eingeholt.
/artikel/startup-corona-fonds-meinungen
Startup-Corona-Paket
(c) venionairecapital / hansmann /kacy / startup300 / wearedevelopers Künsztler / Prodanovic / AustrianStartups

Am 16. April hat die Bundesregierung ein Paket zur Unterstützung der österreichischen Startups in der Coronakrise vorgestellt. Der brutkasten hat sich in der Community umgehört, wie diese Maßnahmen zur Unterstützung der österreichischen Gründer und Investoren aufgefasst werden.

+++Michael Altrichter wird Startup-Beauftragter im Wirtschaftsministerium+++

Dieser Artikel wird laufend mit Input aktualisiert. 

Markus Raunig | Austrian Startups

Das heute angekündigte Hilfspaket für Startups ist ein wichtiger Schritt, um den Innovationsstandort Österreich während der Coronakrise zu erhalten. Es freut uns, dass die Bundesregierung die speziellen Herausforderungen von Startups erkannt hat und mit konkreten Maßnahmen helfen will.

Besonders der Startup Hilfsfonds schafft kräftige Investitionsanreize, um entstehende Finanzierungslücken zu schließen und besonders bei kleinen und mittleren Startups die dringend benötigte Liquidität wiederherzustellen. Eine schnelle und unbürokratische Abwicklung ist daher jetzt umso wichtiger.

Hansi Hansmann | Business Angel

Der Hund liegt im Detail begraben – im Moment kann man das Paket noch nicht beurteilen. Wenn die Details so sind, dass Startups leicht, schnelle und ohne große administrative Hürden davon Gebrauch machen können, ist das Paket in Ordnung.

Selma Prodanovic | 1MillionStartups

Es ist ein entscheidender Schritt, um in erste Linie die Innovationskraft des Landes beizubehalten bzw. voranzutreiben, sowie auch Arbeitsplätze zu sichern. Dabei ist die Kombination zwischen privaten Investoren und Staat besonders wichtig.

Rudolf Kinsky | AVCO

Die AVCO begrüßt und unterstützt die heute bekanntgegebenen Maßnahmen, die u.a. auch in dem von AVCO, aaia und AustrianStartups entwickelten Corona-Hilfspaket für Startups vorgeschlagen wurden. Über die genaue Ausgestaltung müssen wir allerdings noch mehr erfahren. Wichtig wird sein, dass die Investitionskriterien einem marktwirtschaftlichen Best Practice entsprechen.

Das Management des VC Fonds sollte mit nachvollziehbare Kriterien und in einem transparenten Prozess ausgewählt werden. Gleichzeitig stellen sich für den VC Fonds viele Fragen, z.B., wie können 50 Millionen Euro nur in österreichische Startups und mit einer guten Risikostreuung investiert werden. Wer sollen die Investoren sein? Wie soll die Garantie funktionieren?

Der Covid-Startup-Hilfsfonds ist als Matching-Topf konzipiert. Auch hier geht es um die Frage, nach welchen Kriterien die Vergaben laufen?

Wir freuen uns über die Ernennung eines Startup-Beauftragten in der Person von Michael Altrichter und auf die Zusammenarbeit mit ihm.

Lisa Fassl | Female Founders und AAIA

Die Tatsache, dass es ein eigenes Hilfspaket für Startups gibt, zeigt, dass das Thema in der Bundesregierung angekommen ist und wir als Szene an Relevanz gewinnen. Viele der Inputs, die aus der Community gekommen sind, wurden in dem Paket aktiv adressiert. Danke an dieser Stelle an alle die dazu beigetragen haben.

Gleichzeitig ist aber hoffentlich klar, dass dieses Paket eine kurzfristige Hilfe darstellt. Um den Startup-Standort langfristig zu positionieren und die Chancen, die sich durch Corona ergeben, zu nutzen, braucht es eine ganzheitliche Betrachtung und eine sinnvolle Strategie. Diese muss alle Aspekte des unternehmerischen Lifecycles – von Entrepreneurial Education bis Exit – beinhalten.

Ein brandaktuelles Thema in dieser Hinsicht: Die Investitionskontrolle, die ausländische Investments in heimische Unternehmen stark regulieren soll. Wenn hier keine entsprechenden Ausnahmen für Startups geschaffen werden, werden wir es nicht schaffen, globale Player aus Österreich heraus zu entwickeln – und dann gehen auch die besten Unterstützungsmaßnahmen ins Leere.

Berthold Baurek-Karlic | Venionaire Capital Ges.m.b.H.

Wir als Marktteilnehmer hatten gebannt auf das Hilfspaket gewartet. Im Vorfeld wurden lange und recht detaillierte Konzepte durch AAIA und AVCO in Abstimmung mit AustriaStartups ausgearbeitet, woraus der einheitliche Tenor hervorkam, dass wir schnelle, unbürokratische Lösungen benötigten. Das vorgestellte Paket liegt erneut stark in den Händen der aws und wir werden sehen, welche Kriterien Startups im Detail erfüllen müssen und wie schnell dann ausgezahlt wird.

Ich finde es großartig, dass die Krise als Chance gesehen wird, um unser Land unternehmerischer und klimaneutraler zu machen. Technologie soll Fortschritt und Innovation bringen, da liegt dieses Thema gesellschaftlich natürlich in unserer aller Interesse. Hohe Arbeitslosigkeit hat bereits in der Finanzkrise ein Welle von Gründungen ausgelöst, das könnte nun auch durch die Viruspandemie passieren – was ich grundsätzlich als Chance sehe. Unter diesem Gesichtspunkt hoffe ich, dass bei Bedarf etwas „Dünger“ – wie BM Gewessler das Programm selbst bezeichnete – für Startups nachgelegt wird.

Der Covid Hilfsfonds soll eine breite Maßnahme werden, ein Zuschuss. Dotiert mit 50 Millionen Euro für Co-Investments von privaten Investoren (ich interpretiere das als „Business Angels“, und vermute, dass Early-Stage-Fonds erneut ausgeschlossen sind), ist dieser Fonds für mich noch ein Fragezeichen. Die Bandbreite von 10.000 bis 80.000 Euro erscheint mir sinnvoll.

Der „Corona Venture Capital Fonds“, mit 50 Millionen Euro, ist ein guter Anfang. Ich finde es gut, dass das Management ausgeschrieben wird. Es ist eine Chance für mehr Diversität unter österreichischen Fondsmanagern, und der Fonds wird wichtiges zusätzliches Kapital in den Markt bringen. Nicht ganz klar ist mir, welche Kriterien in den Veranlagungsrichtlinien des Fonds verankert werden sollen – gesagt wurde „investiert soll in jene werden, die vor der Krise mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Runde hätten abschließen können“ – hier gibt es offenbar noch Spielraum. Wir werden uns etwas kreatives einfallen lassen und hoffen, an der Ausschreibung teilnehmen zu dürfen.

Michael Altrichter wird als Startup Sprecher einen anspruchsvollen Balance-Akt vor sich haben. Er ist als Investor an 37 Startups beteiligt, Aufsichtsrat der Startup300 AG und will unabhängig für das Ökosystem eintreten. Ich denke, das kann gelingen, wird aber eine gute Balance aus Vertretern von  AustrianStartups, AVCO und AAIA in seinem Expertenkomitee benötigen – je breiter er sich hier aufstellt, umso besser wird es sein. Die Frage nach Interessenskonflikten wurde bereits von einem Journalisten – unmittelbar in der Pressekonferenz – gestellt. Das Thema liegt auf der Hand und ist ihm sicherlich bewusst.

Bernhard Lehner | startup300

Es ist sehr erfreulich, dass die Bundesregierung in enger Abstimmung mit der Startup-Szene dieses Paket geschnürt hat. Das ist ein ganz wichtiges Signal, weil wir in den letzten Wochen gesehen haben, dass die bisherigen Corona-Support-Maßnahmen am Bedarf vieler Startups vorbeigehen.

Das muss jetzt Mut machen und ist auch psychologisch ein super Signal! Entscheidend werden die Details der Pakete sein, das werden wir in den nächsten Tagen und Wochen sehen. Ich hoffe sehr, dass alle Beteiligten die positiven Signale sehen und den Schritt in die richtige Richtung auch anerkennen #thinkpositive #worktogether #startupteamaustria. Ich finde diese Dynamik sehr erfrischend und erfreulich.

Ach ja: Und ich freue mich sehr über den Startup-Beauftragten der Regierung. Das zeigt, dass das Thema ernst genommen wird.

Benjamin Ruschin | WeAreDevelopers

Das von Frau Bundesministerin Margarete Schramböck vorgestellte Startup-Hilfspaket der Bundesregierung ist ein konstruktiver Schritt in die richtige Richtung.

Es muss aber allen Beteiligten klar sein, dass die 150 Millionen Euro nur ein erster Schritt sind und dass die Liquidität beider Maßnahmen – VC-Fonds wie auch COVID-19-Startup Hilfsfonds – in weiteren Etappen nochmals aufgestockt werden muss.

Die Entscheidung, Bernhard Sagmeister und sein Team bei der aws mit dieser wichtigen Maßnahme zu betrauen, ist absolut richtig. Hier sind die Kompetenzen gegeben, die für die operative Umsetzung des Startup-Hilfspakets benötigt werden.

Christoph Boschan | Wiener Börse

Statement der Wiener Börse: Das von der Bundesregierung präsentierte Maßnahmenpaket, das Startups bei der Bewältigung der Coronakrise unterstützen soll, ist ein vielversprechender Schritt. Die erfolgreiche Förderung von Jungunternehmen in Kombination mit dem vorliegenden Regierungsprogramm verspricht eine Stärkung des österreichischen Kapitalmarktes. Das ist im Hinblick auf den Wiederaufbau nach der Krise essenziell. Historisch hat sich gezeigt, Länder mit starken Kapitalmärkten erholen sich rascher von Krisen.

Christoph Boschan, Vorstandsvorsitzender der Wiener Börse: Wer Startup sagt, muss auch Börse sagen. Ohne starken heimischen Kapitalmarkt, können weder jüngere Unternehmen noch ganze Märkte skalieren. Über die Börse sowohl eine Exit- als auch eine breite Beteiligungsmöglichkeit zu schaffen, wird für den Wiederaufbau wichtiger sein denn je. Unternehmen werden das Eigenkapital dringend brauchen.

Das Regierungsprogramm enthält bereits alle Bausteine, damit noch mehr Unternehmen mit dem Finanzierungs-Aufzug ganz nach oben fahren können und nicht im ersten Stock hängen bleiben. Die rasche regulatorische Modernisierung und eine generelle Stärkung der wirtschaftlichen Bildung in Österreich würden diesen Weg mehr Unternehmern zugänglich machen. Eine Einführung der Behaltefrist macht die Beteiligung für die Bevölkerung attraktiver“

Martin Maitz | see:PORT

Das Startup Hilfspaket der Bundesregierung ist auf alle Fälle zu begrüßen, da es Startups, die von der Coronakrise betroffen sind, direkt helfen kann. Diese sind bisher vielfach durch den Rost gefallen. Die Betragshöhe scheint stimmig zu sein, ist aber zum Teil nur ein neuer Name für bestehende Kleider (Hilfsfond).

Der neue VC-Fonds klingt spannend, die Frage wird aber sein, wie schnell er arbeitsfähig wird, da hier die Zeit bei vielen Startups schon sehr drängt.

Wichtig wird es darüber hinaus sein, weitere Verbesserungsschritte für Investoren einzuführen, um privates Kapital zu mobilisieren – Stichwort: Beteiligungsfreibeträge, Verlustverrechunung und so weiter. Dies wird nötig sein, um Startups nachhaltig auf stabile Beine zu stellen und die Investorenszene weiter zu entwickeln. Dass es nun mit Michael Altrichter einen Startup-Beauftragten gibt, ist ein wichtiger symbolischer Schritt. Es wird aber notwendig sein, ihn mit entsprechenden Kompetenzen auszustatten.

Christian Matzinger | OÖ Hightechfonds

Grundsätzlich sehe ich die Initiative positiv, allerdings hat es auch hier einen ordentlichen Haken, wie bei allen übrigen Hilfsprogrammen des Bundes.

  1. Die 5-Jahresregel ist kein geeignetes Kriterium. Viele Startups, welche jünger als fünf Jahre sind, befinden sich meist noch im Entwicklungsstadium, Prototypenphase oder der Vorbereitung für den Markt. Diese werden vielfach noch über diverse Förderschienen der FFG und dergleichen versorgt.
  2. Probleme gibt es bei Startups (>5 Jahre), welche sich bereits seit kurzem am Markt befinden, allerdings einen Rucksack von Anlaufverlusten mitschleppen und somit durch jegliche Hilfsmaßnahmen fallen, weil sie die URG-Kriterien – Unternehmen in Schwierigkeiten usw. – nicht erfüllen.

Mit der Fünf-Jahresregelung haben diese auch nicht die Chance auf den nunmehr zur Verfügung gestellten Topf. Schade!

Jakob Reiter | The Ventury

Dass es ein Hilspaket speziell für Startups gibt, ist schon ein positives Zeichen in sich und zeigt, dass die Startup-Szene als immer wichtiger erachtet wird und mehr als nur ein „Nice-To-Have“ ist, das man jetzt nicht einfach so hängen lassen kann. Aus einer Umfrage von AustrianStartups geht ja auch klar hervor, dass die heimischen, frühphasigen Startups ganz schön zu kämpfen haben. Das Paket wird sicher nicht allen perfekt helfen können und es werden sicher trotzdem einige durch den Rost fallen, aber es ist sicher ein vernünftige Maßnahme. Weitere Lücken zu schließen wird nun die Herausforderung sein.

René Berger | next march GmbH

Die Initiative der Bundesregierung ist begrüßenswert. Wichtig wird zu sehen, ob die Instrumente im Detail auch auf die notwendige Flexibilität für die sehr unterschiedlichen Realität der Startups mitbringen. Umso eher und einfacher der durch die Coronakrise geschaffene Liquiditätsbedarf gedeckt werden kann, desto besser. Viel wird hier von Details und der Handhabung abhängen.
Als zu kurz gegriffen erachte ich, dass Startups für den Hilfsfonds nicht älter als 5 Jahre sein dürfen. Hier wären 7 Jahre der Realität am Markt wohl angepasster gewesen. Bereits den Kleinkinderschuhen entwachsene Startups werden etwa von den Maßnahmen kaum profitieren und müssen auf andere Liquiditätsquellen vertrauen, um durch die Krise so wenig Schaden wie möglich zu nehmen.
Kurz gesagt: gut für kleine, sehr junge Startups. Startups, die stark wachsen und schon größer sind, haben wenig davon.

NEU: Community-Opinion-Corner

Gerne würden wir natürlich auch eure Meinung zum Startup-Hilfspaket und Michael Altrichter als neuen Startup-Beauftragen wissen. Hierfür haben wir einen Community-Opinion-Corner eingerichtet:

[yop_poll id=“17″]

[yop_poll id=“16″]

[yop_poll id=“15″]

Redaktionstipps
Deine ungelesenen Artikel:
vor 20 Stunden

Fünf Jahre Polestar in Österreich: Warum die schwedische Marke nicht laut sein muss, um gehört zu werden

Drei weiße Polestar vor der schwedischen Botschaft in Wien-Alsergrund, drinnen die schwedische Fahne: Polestar Österreich hat sein fünfjähriges Bestehen im Schwedenhaus gefeiert. Managing Director Matthias Schabetsberger erklärte im Gespräch mit brutkasten, warum sich die Marke als Challenger der Autoindustrie versteht, was skandinavischer Minimalismus mit “Quiet Luxury” zu tun hat und wie Polestar mit Startups zusammenarbeitet.
/artikel/fuenf-jahre-polestar-in-oesterreich
vor 20 Stunden

Fünf Jahre Polestar in Österreich: Warum die schwedische Marke nicht laut sein muss, um gehört zu werden

Drei weiße Polestar vor der schwedischen Botschaft in Wien-Alsergrund, drinnen die schwedische Fahne: Polestar Österreich hat sein fünfjähriges Bestehen im Schwedenhaus gefeiert. Managing Director Matthias Schabetsberger erklärte im Gespräch mit brutkasten, warum sich die Marke als Challenger der Autoindustrie versteht, was skandinavischer Minimalismus mit “Quiet Luxury” zu tun hat und wie Polestar mit Startups zusammenarbeitet.
/artikel/fuenf-jahre-polestar-in-oesterreich
v.l. Matthias Schabetsberger, Managing Director Polestar Österreich, mit dem stellvertretenden schwedischen Botschafter Anders Lindgren. | © René Lueger

Der Ort war kein Zufall. „Wir sind eine schwedische Marke”, sagte Schabetsberger vor den Gästen in der schwedischen Botschaft, wo Polestar in Kooperation mit der schwedischen Handelskammer seit Jahren regelmäßig zu Gast ist. Neben Design, Performance und Nachhaltigkeit zahlten die Markenwerte stark auf gesellschaftliche Werte ein, die in Skandinavien hoch gelebt würden: Inklusion, Vielfalt, Gender Equality.

Wie schwedisch das Unternehmen ist, machte er an Zahlen fest: Von den etwas mehr als 2.000 Mitarbeitern arbeiten mehr als zwei Drittel in Schweden. Entwickelt, abgestimmt und designt wird in Schweden, wo die Verbindung zur Schwestermarke Volvo nach wie vor eng ist. Entstanden ist Polestar vor rund zehn Jahren aus einem schwedischen Rennteam, mit einem klaren Bekenntnis zum reinen Elektroantrieb. “So wollen wir als kleine schwedische reine Elektroauto-Marke der Challenger sein für die große Automobilindustrie”, so Schabetsberger.

Der stellvertretende schwedische Botschafter Anders Lindgren nannte Polestar ein gutes Beispiel dafür, wie Innovation den Übergang zur Elektromobilität in praktische Lösungen übersetzt. Die Erfahrung Schwedens zeige, dass Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit einander verstärken.

Fünf Jahre Polestar in Österreich: Jubiläumsempfang in der schwedischen Botschaft im 9. Wiener Bezirk. | © René Lueger

“Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup”

Im Gespräch mit brutkasten zog Schabetsberger eine Parallele zur Gründerszene. Polestar sei ein junges Unternehmen: “Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup.” Diese Dynamik habe man bewusst gewählt, ebenso den Anspruch, Dinge anders zu denken als klassische Mitbewerber. Einen typischen Polestar-Fahrer gebe es nicht, die Marke sei über alle Altersklassen hinweg beliebt, mit einem relativ ausgeglichenen Anteil männlicher und weiblicher Kunden. Was sie verbinde: die Einstellung zur Elektromobilität und zu gesellschaftlichen Werten. Als skandinavische Marke sei Polestar Europas einzige rein elektrische Automarke.

Polestar ist darüber hinaus eng mit dem schwedischen Innovationsökosystem verbunden. In Göteborg ist Polestar Partner von MobilityXlab, einem Innovationshub am Lindholmen Science Park, der Tech-Startups mit Unternehmen wie Ericsson, Volvo Group und Zenseact zusammenbringt. Ursprünglich auf Mobilität und Konnektivität fokussiert, öffnet sich die Plattform seit September 2026 auch für weitere Industrien. Ausgewählte Startups arbeiten eng mit Polestar an Proofs of Concept, etwa für digitale Customer Journeys und das Erlebnis im Fahrzeug.

Quiet Luxury statt noch mehr Touchscreens

Auf die Frage nach dem Design antwortete Schabetsberger mit einem Begriff aus der Mode: Quiet Luxury. Für Polestar heiße das: “wir brauchen aus unserer Sicht nicht mehr, sondern besser”. Während viele Premiumhersteller im Innenraum mit Holz, Alu, Leder, vielen Lichtvarianten und immer mehr Bildschirmen arbeiten, gehe Polestar einen anderen Weg: klare Linien, reduziertes, funktionales Design. “Wir finden immer mehr Kunden, die in einer aufgeregten Welt mit ständig neuen Produkten und ständiger Veränderung genau dieses reduzierte Design, diesen Quiet Luxury schätzen.” Das Prinzip gelte auch für den Auftritt der Marke: “Man muss jetzt nicht unbedingt immer laut schreien, um gehört zu werden.”

Der Polestar 5 vor der schwedischen Botschaft in Wien: Der vollelektrische Grand Tourer ist das neue Flaggschiff der schwedischen Marke und leistet in der Performance-Version bis zu 650 kW. | © René Lueger

Weniger Bildschirme heißt dabei nicht weniger Technologie. Beim neuen Polestar 4 SUV zieht mit Google built-in der KI-Assistent Google Gemini ins Auto ein. Dank der engen Partnerschaft mit Google ist dieser sukzessive auch in weiteren Modellen verfügbar. Funktionen wie Vehicle-to-Load und ein Camping Mode kommen per Software-Update. Die Transparenz, die Schabetsberger betont, hat eine Zahl: Für den Polestar 4 SUV weist Polestar den CO2-Fußabdruck bis zum Werkstor aus, 20,2 Tonnen CO2-Äquivalent bei der Rear-Motor-Variante. Bis 2030 will Polestar die Treibhausgasemissionen pro verkauftem Fahrzeug halbieren, bis 2040 in der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral sein. Und Polestar Charge bündelt mehr als 1,25 Millionen Ladepunkte in Europa über ein Konto, inklusive Tesla Supercharger.

Von drei auf 13 Standorte

Gestartet ist Polestar in Österreich mit einem Direct-to-Consumer-Modell und einem Polestar Space in der Wiener Herrengasse, später kamen Graz und Linz dazu. Im Vorjahr wurde das Modell erweitert: Online bestellen geht weiterhin, zusätzlich können Kunden bei regionalen Partnern in einem Agentursystem Probe fahren, kaufen und das Fahrzeug ausgeliefert bekommen. Die Zahl der Standorte wuchs von drei auf 13, von Dornbirn bis Wien.

Dahinter steht eine Marktbeobachtung: Traditionell seien Flottenkunden die Early Adopter gewesen, in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten komme das Wachstum aber vor allem von Privatkunden und Kleinunternehmen. Um sie in Vorarlberg, Tirol oder Salzburg zu erreichen, brauche es regionale Partner. Fünf Jahre nach dem ersten Polestar Space blickt Schabetsberger nach vorne, auf “weitere Jahrzehnte in enger Kooperation”.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Startup-Corona-Paket: So reagieren Österreichs Gründer und Investoren

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Startup-Corona-Paket: So reagieren Österreichs Gründer und Investoren

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Startup-Corona-Paket: So reagieren Österreichs Gründer und Investoren

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Startup-Corona-Paket: So reagieren Österreichs Gründer und Investoren

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Startup-Corona-Paket: So reagieren Österreichs Gründer und Investoren

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Startup-Corona-Paket: So reagieren Österreichs Gründer und Investoren

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Startup-Corona-Paket: So reagieren Österreichs Gründer und Investoren

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Startup-Corona-Paket: So reagieren Österreichs Gründer und Investoren

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Startup-Corona-Paket: So reagieren Österreichs Gründer und Investoren