13.11.2025
AUSZEICHNUNG

Staatspreis Innovation geht an Rosendahl Nextrom

Von Hightech-Industrie bis Pflege-KI: Der 45. Staatspreis Innovation zeigte die ganze Bandbreite der heimischen Innovationslandschaft. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer nutzte den Abend für ein Bekenntnis zu betrieblicher Forschung. brutkasten war vor Ort.
/artikel/staatspreis-innovation-geht-an-rosendahl-nextrom
Der Staatspreis Innovation wurde am Mittwochabend in Wien vergeben | (c) aws/APA-Fotoservice/Daniel Hinterramskogler

Die Grand Hall der Erste Bank in Wien war bis zum letzten Platz gefüllt, als am gestrigen Mittwochabend der 45. „Staatspreis Innovation“ vergeben wurde. Vertreter:innen aus Wirtschaft, Forschung, Industrie und der Startup-Szene kamen zusammen, um die innovativsten Projekte des Landes zu würdigen. Für Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) war es die erste Staatspreis-Verleihung in seiner Funktion als Wirtschaftsminister.

Hattmannsdorfer „Müssen wieder auf die Überholspur“

Hattmannsdorfer nutzte die Bühne für ein klares Bekenntnis zur Innovationspolitik. Vor dem Hintergrund der schwächelnden Wirtschaft und zuletzt zahlreicher negativer Meldungen aus der Industrie müsse Österreich wieder auf die „Überholspur“, sagte er. Dafür brauche es Unternehmen, die mutig in neue Technologien investieren und international bestehen. Entscheidend sei ein starker Fokus auf Forschung und Entwicklung.

Wolfgang Hattmannsdorfer | (c) aws/APA-Fotoservice/Daniel Hinterramskogler

Besonders hob er hervor, dass sein Ressort trotz Sparvorgaben die betriebliche Forschung bewusst ausnehme. „Wir dürfen im Bereich Innovation und betrieblicher Forschung nicht sparen. Wenn wir wollen, dass Österreich wieder auf den Erfolgsweg zurückkehrt, brauchen wir die besten Ideen“, so der Minister.

Rosendahl Nextrom erhält Staatspreis Innovation

Der Staatspreis Innovation ging an die Rosendahl Nextrom GmbH für das Projekt KI-gestützter Fertigungsprozess für Twinax-Kabel. Die nächste Generation von Datenzentren benötigt leistungsstarke Leitungen mit minimaler Latenz und genau hier setzt die Innovation an. Rosendahl entwickelt Schaumextrusionsanlagen, die Datenleiter mit einer hochpräzisen Isolationsschicht ummanteln. Ein KI-basierter Prozessregler sorgt dabei für eine gleichmäßige Schäumung, entscheidend für die Qualität der Twinax-Kabel.

v.l.n.r. BM Wolfgang Hattmannsdorfer (Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus), Maya Pindeus (Juryvorsitzende), Siegfried Altmann, Bianca Kranz, Peter Windhaber (Rosendahl Nextrom GmbH), Bernhard Sagmeister (Geschäftsführer Austria Wirtschaftsservice GmbH) | (c) (c) aws/APA-Fotoservice/Daniel Hinterramskogler

Damit schafft das Unternehmen die technische Grundlage für ultraschnelle Datenübertragung in KI-Systemen und trägt zur weiteren Beschleunigung der globalen Digitalisierung bei.

ECONOVIUS Preis für cogvis

Mit dem ECONOVIUS Sonderpreis wurde die cogvis software und consulting GmbH ausgezeichnet. Überreicht wurde die Auszeichnung von WKÖ-Vizepräsidentin Bettina Dorfer Pauschenwein, die in ihrer Laudatio den hohen gesellschaftlichen Nutzen der Lösung hervorhob.

BM Wolfgang Hattmannsdorfer (Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus), Bettina Dorfer-Pauschenwein (Vizepräsidentin Wirtschaftskammer Österreich) mit Rainer Planinc und seinem Team (cogvis software und consulting GmbH) | (c) aws/APA-Fotoservice/Daniel Hinterramskogler

Cogvis überzeugte mit dem System cogvisAI, das Bewegungsmuster in Echtzeit erkennt und Pflegekräfte in mehr als 30 Anwendungen unterstützt. Dazu zählen Sturzerkennung, Mobilitätsanalyse und die Betreuung von Menschen mit Demenz. Die datenschutzfreundliche 3D-Sensorik verarbeitet sämtliche Informationen direkt am Gerät, ohne personenbezogene Daten zu speichern. Eine patentierte Dockingstation ermöglicht eine flexible Nutzung und reduziert Installationskosten.

Bereits in sieben Ländern im Einsatz, senkt cogvisAI Stürze um bis zu 70 Prozent und Krankenhausuntersuchungen um rund 60 Prozent. Erst Anfang September kommunizierte das Unternehmen en Millionen-Investment (brutkasten berichtete).

VERENA Preis für SKAPA Recycling und AIT

Der VERENA Sonderpreis, gestiftet vom Energiekonzern Verbund, wurde von Franz Zöchbauer, Managing Director von VERBUND X, überreicht. Er betonte die Bedeutung von Kooperationen zwischen Industrie und Forschung für die Energiewende und Ressourceneffizienz.

BM Wolfgang Hattmannsdorfer (Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus), Franz Zöchbauer (Managing Director VERBUND X) mit Anton Skalnik und seinem Team (SKAPA Recycling GmbH) | (c) APA-Fotoservice / Daniel Hinterramskogler

Ausgezeichnet wurde die SKAPA Recycling GmbH in Kooperation mit dem AIT Austrian Institute of Technology. Ihre autarke XRF Sortieranlage hebt die Verwertungstiefe von Aluminium auf ein neues Niveau. Das System trennt selbst stark verunreinigte Metallfraktionen mit einer Reinheit von bis zu 99,8 Prozent. Die gesamte Anlage wird über eine intelligente SPS und Energiemanagementsoftware gesteuert und ist mit Photovoltaikanlage und Speicher vernetzt. Dadurch arbeitet sie zu rund 80 Prozent energieautark.

Die Innovation reduziert jährlich rund 500 Tonnen Abfall, steigert den Materialwert um bis zu 40 Prozent und zeigt, wie Hightech Recycling Effizienz und Nachhaltigkeit industrieller Prozesse verbessern kann.

Deine ungelesenen Artikel:
vor 20 Stunden

Froots erweitert Portfolio um KESt-befreites ETF-Vorsorgemodell

Das Wiener Fintech-Scaleup froots erweitert sein Portfolio um ein privates Pensionsmodell namens „Vorsorge ohne KESt". Durch die Kombination einer Versicherungshülle mit einer ETF-Veranlagung und den Verzicht auf Abschlussprovisionen will das Unternehmen eine kostengünstigere Alternative am österreichischen Vorsorgemarkt etablieren.
/artikel/froots-erweitert-portfolio-um-kest-befreites-etf-vorsorgemodell
vor 20 Stunden

Froots erweitert Portfolio um KESt-befreites ETF-Vorsorgemodell

Das Wiener Fintech-Scaleup froots erweitert sein Portfolio um ein privates Pensionsmodell namens „Vorsorge ohne KESt". Durch die Kombination einer Versicherungshülle mit einer ETF-Veranlagung und den Verzicht auf Abschlussprovisionen will das Unternehmen eine kostengünstigere Alternative am österreichischen Vorsorgemarkt etablieren.
/artikel/froots-erweitert-portfolio-um-kest-befreites-etf-vorsorgemodell
froots CEO David Mayer-Heinisch und froots Investor & Advisor Andreas Treichl bei der Pressekonferenz im Café Landtmann © Roland Unger/froots
froots CEO David Mayer-Heinisch und Andreas Treichl bei der Pressekonferenz im Café Landtmann © Roland Unger/froots

“Die staatlich geförderte private Altersvorsorge in Österreich schrumpft“, heißt es in der jüngsten Aussendung des österreichischen Fintech-Unternehmens froots. Die Zahl der Verträge in der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge hat sich seit ihrem Höchststand von 1,6 Millionen im Jahr 2012 laut Finanzmarktaufsicht mehr als halbiert. Parallel dazu ist das Prämienvolumen in der Lebensversicherung seit 2010 um rund ein Drittel zurückgegangen und lag laut den letzten verfügbaren Verbandsdaten im Jahr 2024 bei etwa 5,2 Milliarden Euro. Als wesentlichen Grund für diese Entwicklungen nennt das 2020 gegründete Wiener Startup die hohen Gebührenstrukturen traditioneller Produkte. Nun versucht das Unternehmen, mit einem veränderten Kostenmodell anzusetzen.

Trennung von Versicherungsmantel und ETF-Investment

Das Kernkonzept des neuen Produkts beruht auf der Trennung der rechtlichen Versicherungshülle vom eigentlichen Investment. Während ein Versicherungspartner den notwendigen Rahmen für die KESt-Befreiung stellt, übernimmt froots die Vermögensverwaltung auf Basis von ETFs.

Das Startup verzichtet dabei nach eigenen Angaben auf die branchenübliche „Zillmerung“ – bei der Abschlussprovisionen direkt von den ersten Prämienjahren abgezogen werden – sowie auf Kickbacks an die Vermittler:innen. „Alles, was den Kundinnen und Kunden keinen Mehrwert bringt, haben wir weggelassen“, erklärt David Mayer-Heinisch, Gründer und CEO von froots, der erst kürzlich die Zusammenarbeit mit Christian Teichmann als neuem CFO und COO startete. Stattdessen verrechnet das Fintech eine jährliche All-in-Fee von einem Prozent, zuzüglich der regulären ETF-Kosten und einer altersabhängigen Risikoprämie für die Versicherung.

Die Konditionen im Detail

Die Mindesteinlage liegt bei 100 Euro monatlich oder einem Einmalbetrag von 5.000 Euro, die gesetzliche Mindestlaufzeit beträgt 15 Jahre. Das Einsparpotenzial untermauert das Unternehmen mit einer Modellrechnung der Vergleichsplattform fynup: Wer 30 Jahre lang monatlich 300 Euro anlegt, soll mit dem froots-Modell am Ende rund 50.000 Euro mehr erhalten als mit einer durchschnittlichen fondsgebundenen Lebensversicherung – laut Berechnung 269.000 statt 219.000 Euro.

Die Modellrechnung basiert dabei auf einer angenommenen Wertentwicklung von 7 % p.a. vor Kosten und gilt für einen 35-jährigen männlichen Sparer. Bei einer Einmalveranlagung desselben Gesamtbetrags fällt der Unterschied laut fynup noch deutlicher aus und erreicht knapp 100.000 Euro.

Investoren fordern Reform der dritten Säule

Unterstützt wird das Fintech von prominenten Investoren wie Reinhold Baudisch (durchblicker), Georg Kapsch und dem ehemaligen Erste-Group-Chef Andreas Treichl, der sich bereits früh als Seed-Investor an froots beteiligte. Letzterer plädiert für strukturelle Änderungen: „Wir müssen die dritte Säule neu beleben, damit wir das Gesamtsystem wie in den skandinavischen Staaten entlasten und wieder in die Zukunft investieren können.“

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Staatspreis Innovation geht an Rosendahl Nextrom

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Staatspreis Innovation geht an Rosendahl Nextrom

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Staatspreis Innovation geht an Rosendahl Nextrom

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Staatspreis Innovation geht an Rosendahl Nextrom

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Staatspreis Innovation geht an Rosendahl Nextrom

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Staatspreis Innovation geht an Rosendahl Nextrom

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Staatspreis Innovation geht an Rosendahl Nextrom

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Staatspreis Innovation geht an Rosendahl Nextrom

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Staatspreis Innovation geht an Rosendahl Nextrom