19.08.2021

Das sind die Nominierten für den Staatspreis Innovation 2021

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck gab heute per Aussendung die Nominierten für den Staatspreis Innovation 2021 bekannt.
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Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck verleiht den Staatspreis Innovation 2021
© BMDW: Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck

Zum 41. Mal wird dieses Jahr der Staatspreis Innovation vergeben. Dazu hat eine Expertenjury aus insgesamt 25 über die Landesinnovationswettbewerbe entsandten Projekte sechs Finalisten ausgewählt. Die Verleihung des Staatspreis Innovation 2021 übernimmt am 3. November Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck. Ihr Ministerium vergibt den Preis, operativ ist die aws dafür verantwortlich. „Die Corona-Pandemie hat bei uns nicht nur einen enormen Digitalisierungs- und Innovationsschub ausgelöst, sie hat auch gezeigt, dass Unternehmen jede Krise meistern können“, kommentiert die Ministerin in einer Aussendung.

neben dem Hauptpreis werden zwei Sonderpreise vergeben. Verbund verleiht den Sonderpreis „VERENA“ für Unternehmen, die in den Bereichen Elektrizitäts- und Energiesysteme, Energieeffizienz/-management, Versorgungssicherheit, Netzstabilität und Elektromobilität oder Einsatz erneuerbarer Energien Innovationen durchgeführt haben. Die Wirtschaftskammer Österreich zeichnet das innovativste KMU mit dem Sonderpreis ECONOVIUS aus.

Das sind die Nominierten für den Staatspreis Innovation 2021

  • Carbomed Medical Solutions (Steiermark) mit dem Projekt „breathe ilo“: Fruchtbarkeitstracker für die Frau durch Atemgasanalyse
  • NXP Semidconductors Austria (Steiermark) mit dem Projekt „Ranger 4 – Precision and Security for Smart Access“: Mobilitätslösung für den Fahrzeugzugang
  • Rosenbauer International (Oberösterreich) mit dem Projekt „Electric Fire and Rescue Vehicle System RT“: Erforschung und Entwicklung von Einsatzfahrzeugen für zukünftige Umwelt- und Systemanforderungen
  • Senoplast Klepsch & Co (Salzburg) mit dem Projekt „Innovative, schmutzabweisende, seidenmatte Möbelfolie“: Herstellung einer kratzfesten, widerstandsfähigen Schutzfolie für Möbel
  • Tridonic (Vorarlberg) mit dem Projekt „SIDEREA – Intelligente Straßenbeleuchtung für Smart Cities“: Moderne und ökologische Außenbeleuchtung.
  • UpNano (Wien) mit dem Projekt „Eine neue Dimension im (biokompatiblen) 3D Druck“: Die Plattform bietet ein Verfahren für die wirtschaftliche Fertigung von Kunststoffmikrobauteilen mit Strukturdetails kleiner als 0,01 mm

Das sind die Nominierten für den ECONOVIUS

  • Dr. Bohrer Lasertec mit dem Projekt „Better than new. Hochleistungs-Hochfrequenz-Verstärker im Planardesign für industrielle CO2-Laser“
  • medPhoton mit dem Projekt „ImagingRing m“
  • Prewave mit dem Projekt „Prewave Supply Chain Risk Intelligence“
  • Rezi Microfaserprodukte mit dem Projekt „Copper+ by rezi“
  • Seven Bel mit dem Projekt „Akustische Kamera 2.0“

Das sind die Nominierten für den VERENA

  • EET – Efficient Energy Technology in Kooperation mit der TU Graz mit dem Projekt „SolMate – Photovoltaik und Speicher zur Selbstinstallation“
  • Wacker Neuson Linz in Kooperation mit Linz Center of Mechatronics mit dem Projekt „ET17e: Weltweit erster 1,7 Tonnen Zero-Tail Minibagger mit elektrischem Antrieb“
  • LAMBDA Wärmepumpen in Kooperation mit MCI – Management Center Innsbruck mit dem Projekt „Effizienzrekord mit deutlichem Vorsprung bei Luftwärmepumpen durch neuentwickelte Prozessführung“
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Prewave
Harald Nitschinger, Gründer von Prewave | (c) Prewave

Es nennt sich Quantified Resilience und soll zeigen, was Lieferkettenrisiken tatsächlich kosten. Das neue Portfolio des Wiener Startups adressiert die Risikolandschaft für globale Lieferketten, die sich seit Covid, der Chipknappheit sowie dem Krieg im Iran und in Russland verändert hat. Unternehmen haben in den vergangenen Jahren darauf reagiert und auf mehr Transparenz gesetzt, mehr Lieferanten überwacht und mehr Signale und Warnmeldungen verfolgt. Doch Einkaufsteams wollen nicht mehr Informationen, meint Co-Founder und seit Jänner alleiniger CEO Harald Nitschinger. „Sie wollen eine belastbare Entscheidungsgrundlage“, sagt er und bezieht sich auf eine Gartner-Studie aus 2026 mit dem Titel: „Market Overview for Supplier Risk Management Solutions.“ Teams, die ihre Zeit damit verbringen, schwer fassbare Risiken bei Sub-Tier-Lieferanten zu recherchieren und zu bewerten, hätten kaum Kapazitäten, um langfristige Resilienz aufzubauen.

Prewave: KI-Agenten übernehmen Recherche

Hier soll Quantified Resilience helfen, die globalen Risikodaten von Prewave mit den eigenen Daten eines Unternehmens zu verbinden, darunter Stücklisten, Lagerbestände, alternative Bezugsquellen und Umsatzzahlen. Spezialisierte KI-Agenten würden dann die Recherche übernehmen, Risiken priorisieren und deren mögliche finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen bewerten.

Ein Bestandteil des neuen KI-Portfolios heißt Prewave Respond und beinhaltet KI-Agenten, die Signale aus der gesamten Plattform bündeln und Risikosituationen danach ordnen, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Risikomanager würden so auf einen Blick sehen, welche Situationen jetzt Aufmerksamkeit erfordern und welche warten können. Die Agenten lassen sich an die eigenen Prozesse und Prioritäten des jeweiligen Unternehmens anpassen.

Plattform zeigt Betroffenheit

„Die Bewertung einer Störung hat unser Risikoteam früher einen halben Tag gekostet, plus Abstimmung mit den Konzerneinkäufern, um die Auswirkungen auf die Lieferanten zu verifizieren“, erklärt Verena Rausch, Group Risk Manager bei der Vaillant Group, wie Prewave den Aufwand bei der Bewertung einzelner Störungen reduziert. „Beim Erdbeben von Kumamoto hat Prewave rund 50 aufgezeigte Lieferanten auf 11 eingegrenzt, die geprüft werden mussten, und einen unmittelbaren Produktionsstopp aufgezeigt. Das verkürzt den Zeitaufwand für jede Bewertung.“

Der Schlüssel zu dieser Priorisierung liege darin zu verstehen, was eine Störung für das Geschäft bedeutet. Die Prewave-Plattform kombiniert Informationen zu globalen Ereignissen, Lieferantenstandorten, Tier-n-Beziehungen und Rohstoffabhängigkeiten mit den eigenen Lieferketten- und ERP-Daten des Unternehmens. Sie zeige so, welche Lieferanten, Materialien oder Produkte tatsächlich betroffen sind.

Für Nitschinger ist Quantified Resilience der nächste Schritt im Umgang mit zunehmend komplexen Lieferkettenrisiken: „Unseren Kunden fehlt es nicht an Informationen. Im Gegenteil, sie werden mit Warnmeldungen, Ratings und Lieferanten-Updates überflutet. Wir geben ihnen jetzt Werkzeuge an die Hand, die diese Signale in eine konkrete Entscheidungsgrundlage verwandeln: Was verdient meine Aufmerksamkeit? Wo bin ich tatsächlich exponiert? Was steht finanziell auf dem Spiel? Und wo sollten wir Resilienz aufbauen, um die größte Wirkung zu erzielen? Quantified Resilience macht diese Zusammenhänge messbar und damit steuerbar.“

Resilienz von Kostenfaktor soll zur Investitionsentscheidung werden

Über die Priorisierung hinaus berechnet Prewave die finanziellen Auswirkungen einer Störung anhand von Daten wie Lagerbeständen, Stücklisten und Umsatz, heißt es. Damit soll die Resilienz von einem Kostenfaktor zu einer Investitionsentscheidung werden. Unternehmen könnten Ausgaben dorthin lenken, wo sie am meisten bewirken, und sie gegenüber Geschäftsführung und Vorstand mit belastbaren Zahlen untermauern.

Künftig will Prewave diesen Ansatz nutzen, um die Lieferketten seiner Kunden ganzheitlich und proaktiv zu optimieren. Prewave Optimise, ein weiteres Tool aus der „Quantified Resilience“-Strategie, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet, soll zeigen, wo Absicherungen über das notwendige Maß hinausgehen und wo gefährliche Lücken bestehen. Ziel ist ein Lieferantennetzwerk, das Kosten und Resilienz entsprechend der individuellen Risikobereitschaft eines Unternehmens ausbalanciert.

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