11.09.2025
KAISERSCHMARRN & YAMASWURZEL

Sreja Ice: Wiener Startup entwickelt App für selbst kreierte Eissorten

Dajan Srejic hatte eine Idee und wollte mit Sreja Ice bewusst etwas anders machen - musste sich dabei aber im Eissegment großer Konkurrenz stellen. Seine Art führte ihn schlussendlich nicht nur dazu, Sorten wie Kokoskuchen, Pistazie-, Salty-Caramel, Ube (Yamswurzel) oder Kaiserschmarrn in seinem Geschäft anzubieten, sondern auch eine App für individuelle Eiskreationen zu entwickeln. Und für Junggründer:innen einen Leitfaden zu erstellen, um sich im Kampf mit Giganten im Handel durchzusetzen - ohne großes Budget. Er erklärt.
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Srjea Ice, Kaiserscharrneis
© Sreja Ice - Dajan Srejic.

In Österreichs Supermarktregalen dominieren die Eismarken internationaler Giganten wie Unilever oder Nestlé. Sreja Ice, ein junges Wiener Familien-Startup, möchte mit seinem handgemachten Eis aus dem zweiten Wiener Bezirk den Konzernen den Kampf ansagen.

Sreja Ice: Heuer Breakeven

Gründer Dajan Srejic startete 2021 – im Alter von 21 Jahren, ohne Investoren, ohne Erfahrung in der Lebensmittelbranche, dafür mit einer tatkräftigen Mama und Freundin in einer Küche. Er schleppte mehrere Tonnen Zucker in den zweiten Stock und experimentierte mit seinen Liebsten in zahllosen Stunden in der Wohnküche an Semifreddo-Eisrezepten – ohne teure Eismaschine. Inzwischen beliefert er österreichweit Interspar, Eurospar, Spar Gourmet und Metro mit Bechereis.

Den Breakeven hat das Unternehmen heuer geschafft, aktuell tüftelt man auch an einem Franchise-System, das demnächst starten soll. Nächstes Jahr wird Srejic u.a. Metro mit Wanneneis versorgen, 2027 plant er den Markteintritt in Deutschland.

Bei diesen Entwicklungen wird das kleine Wiener Eisgeschäft klarerweise nun langsam zu klein für den Produktionsbedarf, daher wird nach einer größeren Produktionsstätte gesucht.

App in Arbeit

Zudem wird demnächst eine App gelauncht, über die Kund:innen Eissorten kreieren können. Umgesetzt wird die Applikation vom Startup-Accelerator von Paul Dyrek (DeineSeite zum Erfolg), der seit diesem Jahr auch als Investor an Sreja Ice beteiligt ist (hohes sechsstelliges Investment).

Dyrek hat auch die Rolle des Chief Growth Officers beim Wiener Startup übernommen: „Dajan hat bewiesen, dass er es alleine mit führenden Playern der Branche in Österreich erfolgreich aufnehmen kann. Angesichts des dynamischen Wachstums bin ich überzeugt, dass wir als Team mit unserer Innovation und kreativen Eis-Kreationen in Deutschland und der Schweiz eine führende Rolle einnehmen werden.“

Tipps, um in hart umkämpften Branchen zu bestehen

Getreu dem Motto „Wenn es keinen Weg gibt – dann bau‘ dir einen“ hat Srejic Tipps, wie auch andere Gründer:innen in einer von Konzernen dominierten Branche bestehen können:

1. Starte aus einem echten persönlichen Need

Dajan Srejic verdiente bereits mit 19 im Multilevel-Direktmarketing gutes Geld. Doch er sei kurz vorm Burnout gewesen, habe unbedingt selbst etwas aufbauen wollen – in einem menschlicheren Umfeld:

„Was kann ich aufbauen, was mir selber ein Anliegen ist – und damit auch anderen?“, war sein Leitgedanke.

Wirklich unzufrieden war er mit dem Eis im Handel. „Magnum Double Caramel war das Einzige, das mir geschmeckt hat – und das wollte ich ändern“, erzählt er.

Den eigenen Anspruch an Qualität wandelte er deshalb zum USP: „Keine Pulver, keine Chemie, dafür echte Milch, echtes Eigelb, regionale Rohstoffe, viel Bio.“


2. Putz‘ die Klinken, bis die Tür aufgeht

Ob Gastronom um die Ecke oder Händler am anderen Ende der Stadt – Srejic klopfte überall persönlich an, um Beziehungen aufzubauen, samt unerschütterlichem Vertrauen im Gepäck.

Sein Credo: Dranbleiben. Auch wenn er viele Rückschläge einstecken musste: „Ich wurde belächelt, angeblafft, manche erschienen nicht zum Termin. Aber es war nie die Frage, ob es klappt, sondern wann“, erinnert er sich.

Sein großer Durchbruch gelang ihm bei Spar: „Ein Einzelhändler im siebten Wiener Bezirk hat unsere Produkte nicht nur gelistet, sondern uns auch in der Zentrale empfohlen. So sind wir österreichweit in die Tiefkühlregale gekommen.“


3. Hol dir Support von Friends & Family

„Viele in meinem Umfeld haben meine Idee belächelt, das beste Eis Wiens zu produzieren und damit in den Handel zu kommen“, sagt er und rät, sich ja nicht entmutigen zu lassen: „Du musst dich mit Menschen umgeben, die an dich und deine Idee glauben und dich unterstützen.“

Ohne die Unterstützung seiner Mutter bei der Eiskreation und -produktion, seiner Freundin und seines Freundes Benjamin, der für reibungslose Abläufe sorgte, hätte er es nicht geschafft, gesteht der Gründer.


4. Mach‘ Partner und Kunden zu Markenbotschaftern

Srejic begann schon während der ersten Eiskreationen in der heimischen Küche ein regionales Netzwerk in Wien aufzubauen, das sein Eis weiterempfiehlt. Darunter Kebab- oder Burgerläden: „Geschäftspartner werden zu Botschaftern, wenn sie selbst an dein Produkt glauben.“ Auch die Wirtschaftsagentur Wien unterstützte ihn mit einer großflächigen Werbekampagne.


5. Sei frech und nutze „Serendipity“

Als Srejic den Hip-Hop-Musiker und Produzenten RAF Camora zufällig an einer Ampel vor dem Eisgeschäft im Ferrari sah, lief Srejic „urfrech“ zu ihm und sagte: „Raf, ich will, dass du mein Eis kostest!“

Das Ergebnis: RAF Camora postete in seiner Instagram-Story über Sreja Ice. Die Lektion: „Glückliche Zufälle sofort am Schopf packen.“


6. Baue Win-Win-Synergien

Von Kooperationen mit lokalen Betrieben wie Dönermeister oder Voodoo Burger über globale Konzerne wie Coca-Cola, die Tischaufsteller für seine Eiskarten bei Partnern sponserten, bis hin zu seiner eigenen Influencer-Agentur: Srejic denkt, wie er sagt, in Win-win-Situationen, die Partnern Mehrwert liefern und seiner Marke Reichweite bringen – ohne das Budget zu sprengen.


7. Halte durch, auch wenn’s weh tut

Winter ist der natürliche Feind der Eisproduktion. Trotzdem verkaufte Srejic im November 2024 fast 4.000 Becher. Der Gründer arbeitet aktuell im Schnitt bis zu 20 Stunden pro Tag – und schläft sogar im hergerichteten Bett im Hinterzimmer des Eisgeschäfts – mit der Devise: Ausdauer schlägt Perfektion.


8. Denke groß – von Anfang an

„Wenn jemand sagt, das geht nicht, das schaffst du nie, spornt mich das erst recht an“, betont Srejic und hat das Ziel, 2027 mit Sreja Ice die deutschen Supermarktregale und Eisdielen zu erobern. Erste Franchise-Ableger in Österreich sind in Planung.


Zudem ließ Srejic Eisfans von Beginn an über Instagram an der Entwicklung teilhaben. Seine Freundin verteilte Flyer, um den Kanal zu pushen. „Instagram war für unser Marketing der wichtigste Kanal – wenn 40 Leute deine Insta-Story teilen, erreichst du tausende Menschen.“

Auch die Sorten orientieren sich an Ernährungstrends: vegane „No Sugar Haselnuss“ oder „Schokolade High Protein“ für gesundheitsbewusste Eisfans und Diabetiker:innen, sind Teil seines Sortiments.


Srejic sieht seinen Weg als Beweis, dass man auch ohne Konzernbudget im Handel Fuß fassen kann – wenn man mutig, kreativ und ausdauernd ist. Oder wie er unverblümt sagt – und damit wohl das Startup-Credo schlechthin trifft: „Scheiß‘ da nix – und geh einfach mal bewusst mit dem Kopf durch die Wand.“

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v.l.: Ronald Pranz (COO & CFO), Nikolaus Weber (CEO) und Alexander Ortner (CTO) © 36Agency

Jede Firma sucht nach ihr: Effizienz. Keyvero hilft dabei, diese in Unternehmen zu verbessern. Mit seiner AI Office Solution dokumentiert das Unternehmen, was im Unternehmen passiert und wo Zeit und Qualität verloren gehen. Im vergangenen September beteiligte sich Ronald Pranz mit einem Investment an dem Wiener Startup. Über die Höhe wollte der Investmentbanker aus strategischen Gründen nichts sagen. Nächste Woche stünden Kooperationsverhandlungen mit einem asiatischen Unternehmen an. Nun verlautbarte Keyvero, dass Pranz als COO und CFO bei dem Unternehmen einsteigt.

„Definitiv gut, auch operativ mitzuwirken“

„Bei unserem ersten Auftritt bei Austrian Advantage ist das Produkt sehr gut angekommen und es hat gleich Fahrt aufgenommen. Deshalb habe ich mir gedacht, dass es definitiv sinnvoll ist, auch operativ mitzuwirken“, sagt Pranz gegenüber brutkasten, der auch Inhaber der runprosale GmbH ist, die sich auf Vertriebs- und Finanzstrategien spezialisiert hat. Bei Keyvero lege er seinen Fokus auf die Ausweitung der Marktposition im DACH-Raum und darauf, die nächsten internationalen Wachstumsschritte einzuleiten.

„Eine wesentliche Basis für den gemeinsamen Erfolg bieten die langjährigen Erfahrungswerte seines
Unternehmens, auf die wir in unserer Zusammenarbeit setzen“, sagt Nikolaus Weber, Co-Founder von Keyvero.

Gegründet, um Unternehmen zu entlasten

Keyvero wurde 2026 von Weber und Alexander Ortner gegründet. „Jedes Unternehmen hat Abteilungen, in denen KI heute schon spürbar entlasten könnte. Den meisten Betrieben fehlt jedoch das notwendige Know-how oder die Motivation, um KI in ihre Prozesse zu integrieren. Um diesen Firmen zu helfen, haben wir Keyvero gegründet“, sagt Weber.

Aus den unterschiedlichen Abteilungen in Unternehmen würden unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche an KI-Assistenzlösungen resultieren. Die Module von Keyvero arbeiten vernetzt innerhalb des Unternehmens und lernen aus den Informationen der Mitarbeitenden, um diese gezielt zu entlasten. Dabei helfe Keyvero jungen Unternehmen, schneller zu wachsen und etablierten, ihre Marktposition zu stärken.

„Der KI-analytische Ansatz soll unseren Kunden zeigen, wo ein KI-Modul in der Firma überhaupt
Sinn ergibt, um Qualität und Quantität zu optimieren“, heißt es von Keyvero. Pranz ergänzt: „Für die Unternehmen ist es wichtig, sich mit unseren KI-Assistenz-Modulen zu befassen und sie Schritt für Schritt in ihren täglichen Arbeitsablauf einzubauen.“

Keyvero biete auch das Modul Telefonassistenz an, das Wissen über Kundenverhalten strukturiert liefere. Für viele Unternehmen sei das der Einstieg in die Zusammenarbeit mit dem Wiener Startup.

Implizites Wissen nutzbar machen

Ende des Jahres soll der nächste Entwicklungsschritt folgen: Keyvero möchte einen KI-Assistenten auf den Markt bringen, der undokumentierte Arbeitsabläufe und implizites Wissen der Mitarbeitenden nutzbar macht. Dabei würden unterschiedliche unstrukturierte Datenquellen, beispielsweise E-Mails, Gesprächsnotizen oder Dokumente, analysiert werden. Das soll unentdeckte Potentiale sichtbar machen. Ein weiteres Keyvero-KI-Modul könne daraufhin selbstständig Lösungen umsetzen.

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