11.11.2022

Spin-off Austria Konferenz 2022: Spin-offs als Säule für die technologische Souveränität Europas

Am 23. November findet von 12:00-17:00 Uhr die diesjährige Spin-off Austria Konferenz unter  dem Motto “Spin-offs – The Backbone of European Sovereignty in Technology” statt. Ziel der  prominent besetzten online-Konferenz ist es, das Bewusstsein für Spin-offs als zentralen Pfeiler europäischer Technologiesouveränität zu stärken.  
/artikel/spin-off-austria-konferenz-2022
kooperation

Technologische Souveränität ist ein wesentlicher Faktor für die Resilienz einer Gesellschaft. Die Krisen der jüngsten Vergangenheit machten deutlich, dass Europa hier Aufholbedarf hat: durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine wurde klar  ersichtlich, dass jahrzehntelang stabile Handelsbeziehungen im Falle eines geopolitischen  Konflikts schnell zusammenbrechen können. Die Abhängigkeit Europas von externen  Handelspartnern ist neben dem Energiesektor besonders im Bereich der  Informationstechnologie problematisch, wie durch die Lieferengpässe während der Covid-19  Pandemie deutlich wurde – Europa ist hier vor allem von den USA und China abhängig. In  Anbetracht der Möglichkeit einer weiteren Anspannung der geopolitischen Lage könnte sich  diese Abhängigkeit – ähnlich wie bei russischem Gas – als fatal erweisen.  

Europas technologische Souveränität

Spin-offs sind eine zentrale Säule einer nachhaltigen Strategie für mehr technologische  Souveränität. Europa verfügt über herausragende Universitäten und Spitzenforschung, allerdings wird diese Forschung oft nicht im gleichen Umfang verwertet wie beispielsweise in  den USA. Dabei hätte Europa das Potential, bei Zukunftstechnologien wie Quantencomputing, Wasserstoff, Klimatechnologien oder 5G eine führende Rolle einzunehmen und sich damit seine Technologiesouveränität in diesen Bereichen zu sichern.  Um dieses Potential auszuschöpfen, ist es allerdings notwendig, Bedingungen zu schaffen,  welche akademische Ausgründungen fördern und erfolgreiche Gründer:innen mit ihren  Spin-offs auch in Europa halten. 

In Österreich wurden (unter anderem auf Initiative von Spin-off Austria) bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen. Beispielsweise wurde die Förderung akademischer  Spin-offs in die Leistungsvereinbarungen zwischen Bildungsministerium und Universitäten  aufgenommen und stellt einen inhaltlichen Schwerpunkt der Jahre 2022 bis 2024 dar. Nun  gilt es, auf diesem Momentum aufzubauen und unsere Spin-off Strategie nachhaltig  weiterzuentwickeln.  

Spin-off Austria Konferenz wird Denkanstöße geben

Bei der Spin-off Austria Konferenz werden von internationalen Expert:innen Denkanstöße
für eine weitere Verbesserung der österreichischen und europäischen Spin-off Strategie
diskutiert und Lösungsansätze für die drängendsten Probleme erarbeitet.

Zu den Vortragenden zählen neben vielen anderen die Firmengründer und Investoren Hermann Hauser (Acorn/ARM, Amadeus Capital Partners), Herbert Gartner (eQventure) Andy Bechtoldsheim (Sun Microsystems, Google) und Jeannette zu Fürstenberg (La Famiglia VC). Die Policy- Perspektive der Europäischen Union wird von hochrangigen Mitgliedern des European Innovation Council (EIC) vertreten, unter anderem Séphane Ouaki und Viorel Peca.

Organisiert wird die Spin-off Austria Konferenz von der Hermann Hauser Investment GmbH, I.E.C.T. – Hermann Hauser und eQventure in Zusammenarbeit mit dem Rat für Forschung und Technologieentwicklung. Unterstützt wird die Konferenz von Erste Bank und Sparkasse, FFG, Onsight Ventures und der Wirtschaftskammer Österreich. Die technische Umsetzung der Online Konferenz erfolgt durch den brutkasten.


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Bundeskanzler Stocker setzt sich für ein UNO-KI-Zentrum in Wien ein. (c) BKA/Florian Schrötter
Bundeskanzler Stocker setzt sich für ein UNO-KI-Zentrum in Wien ein. (c) BKA/Florian Schrötter

Nach der Wahl in den UNO-Sicherheitsrat strebt die Bundesregierung nach dem nächsten Coup. Österreich soll in Fragen der Künstlichen Intelligenz in Zukunft nicht nur zuschauen, sondern aktiv mitgestalten. Das verkündete heute Bundeskanzler Christian Stocker. Der konkrete Vorschlag: Es soll ein internationales KI-Zentrum unter dem Dach der Vereinten Nationen in Wien entstehen. Der Vorschlag wurde von Staatssekretär Alexander Pröll beim virtuellen internationalen Spitzentreffen zur Kontrolle von Frontier-KI-Modellen eingebracht. Das Treffen hat auf Initiative der Regierungschefs Finnlands und Norwegens stattgefunden.

„Fürchten wir uns nicht vor Künstlicher Intelligenz, sondern geben wir ihr einen Rahmen, der den Menschen Ängste nimmt und Sicherheit gibt. Ein KI-Zentrum unter dem Dach der Vereinten Nationen kann dabei eine zentrale Rolle einnehmen. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem Menschen aus der ganzen Welt gemeinsam daran arbeiten, das Potenzial von KI auszuloten, ihre Risiken zu verstehen und ihre Zukunft mitzugestalten“, sagt Stocker

Wien als „der richtige Standort“

Die Bundesregierung sieht Wien als idealen Standort an. Mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der CTBTO-Vorbereitungskommission sei die Stadt bereits Sitz von Institutionen, die den verantwortungsvollen Umgang mit komplexen Technologien behandeln und langjährige Erfahrung mit multilateralen Verfahren und Standards haben.

„Kein Staat kann diese Herausforderungen allein bewältigen. Die Weichen für die globale KI-Governance werden jetzt gestellt, und Österreich will diesen Prozess aktiv mitgestalten“, betont Staatssekretär Alexander Pröll.

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger ergänzt: „Österreich setzt sich konsequent für klare Grenzen und international verbindliche Regeln für KI-Waffen ein. Als einer der vier UNO-Amtssitze wäre Wien bestens als Standort für ein internationales KI-Zentrum geeignet.“

Treffen mit Hinton und Steinberger

Heute Abend trifft Stocker gemeinsam mit Staatssekretär Alexander Pröll den Physik-Nobelpreisträger Geoffrey Hinton und Peter Steinberger, der mit OpenClaw weltweite Bekanntheit erlangte. „Wir sprechen über unsere Initiative, über internationale Regeln für KI und darüber, wie Österreich bei dieser Zukunftstechnologie vorne mit dabei ist“, schreibt Stocker auf X. Hinton und Steinberger sind Gäste von TEDAI in der Wiener Hofburg.

Österreich im KI-Zeitalter

KI scheint im Bundeskanzleramt präsenter denn je zu sein, denn Pröll möchte zum Thema „Österreich im Zeitalter von KI“ am 19. November Stellung nehmen. Der Staatssekretär lädt zu einer Grundsatzrede in die Österreichische Nationalbibliothek ein, bei der er über eine der „größten Gestaltungsaufgaben unserer Zeit“ sprechen wird.

„Künstliche Intelligenz verändert, wie wir arbeiten, entscheiden, schaffen und denken. Was bedeutet das für uns Menschen und was bedeutet es für Österreich?“, heißt es in der Aussendung.

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