Speedinvest: Neuer 33 Mio. Euro Fokus-Fonds mit TIER-Co-Founder als Partner
Speedinvest setzt die zweite Auflage seines Network Effects Fonds mit einem Zielvolumen von 50 Mio. Euro auf. Julian Blessin, Co-Founder von TIER Mobility, wird neuer Partner.
Anfang 2018 startete der erste Speedinvest Network Effects Fokus-Fonds („Speedinvest x“) mit einem Volumen von damals 25 Millionen Euro. Das Vehikel, das immer zu gleichen Teilen mit dem „Hauptfonds“ von Speedinvest (derzeit Speedinvest 3) co-investiert, ist auf Investments in digitale Marktplätze spezialisiert. Die Strategie ging in den vergangenen Jahren offensichtlich erfolgreich auf. Denn nun wurde eine zweite Auflage des Fonds verkündet. Bei einem Zielvolumen von 50 Millionen Euro seien nach dem ersten Closing bereits 33 Millionen da. Als Ankerinvestoren treten die Medienhäuser Russmedia und Styria Media Group auf.
Mathias Ockenfels, Lead Partner des Network Effects Team kommentiert in einer Aussendung: „Digitale Marktplätze und Plattformen gewinnen in Europa stetig an Bedeutung, wir erleben gerade eine neuen Schub im Bereich Digitalisierung und E-Commerce und völlig neue Marktchancen“.
TIER-Co-Founder Julian Blessin wird neuer Speedinvest Partner
Gleichzeitig mit dem Announcement des neuen Fonds verkündete der Frühphaseninvestor auch den Einstieg von TIER Mobility Co-Founder Julian Blessin als neuer Partner. Das in Berlin ansässige Network Effects-Team von Speedinvest hatte im Jahr 2018 die erste Finanzierungsrunde von TIER angeführt und sich nun auch bei der 250 Mio. US-Dollar Series C Runde, welche vom Softbank angeführt wurde, beteiligt.
„Ich freue mich sehr nun Vollzeit als Partner bei Speedinvest einzusteigen, nachdem ich schon im vergangenen Jahr als Venture Partner das Team unterstützen durfte und schon lange mit dem Team zusammenarbeite. Mathias und das Network Effects-Team haben uns vom ersten Tag an bei TIER großartig unterstützt und ich möchte genau diese Unterstützungsleistung, die ich erleben durfte, nun an eine neue Generation von Startups weitergeben. Speedinvest hat eine bedeutende Rolle als Frühphasen-Investor im europäischen Startup-Ökosystem, insbesondere auch für Erst-Gründer, und ich möchte meine operativen Erfahrung als Gründer gerne einbringen“, kommentiert Blessin.
470 Mio. Euro Folgeinvestitionen bei erster Auflage
Neben TIER Mobility hat das Network Effects Team auch in weitere europäische Marktplätze wie CoachHub, Packhelp, Kodit, Planetly, Admix und Schüttflix investiert. Mit einem Portfolio von insgesamt 25 Startups des ersten Speedinvest x Fonds habe man bis dato über 470 Mio. Euro an Folgeinvestitionen von Investoren wie Softbank, Northzone, Mubadala, Holtzbrinck Ventures und Forerunner Ventures gewinnen können, so der Frühphaseninvestor.
Keiner gründet allein: Das Geheimnis hinter der Startup-Nation Estland
Estland hat mit einer Einwohnerzahl von 1,3 Millionen bereits zehn Unicorns hervorgebracht, was das Land zu einem europäischen Spitzenreiter bei den Unicorns pro Kopf macht. Estland setzt schon lange auf Digitalisierung und effiziente Unternehmensgründung. Doch es gibt noch andere, wichtige Erfolgsfaktoren im Startup-Ökosystem: Community, Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe. Brutkasten war vor Ort, um sich selbst ein Bild davon zu machen.
Keiner gründet allein: Das Geheimnis hinter der Startup-Nation Estland
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Estlands Startup-Ökosystem setzt auf Netzwerk und Unterstützung. (c) Hannah Fasching
Dieser Beitrag ist im Rahmen von „eurotours 2026“ entstanden, einem Projekt des Bundeskanzleramtes, finanziert aus Bundesmitteln.
Im Krulli-Viertel, etwas außerhalb von Tallinns Innenstadt, stand früher ein Stahlwerk. Rund um die Altstadt haben sich im Laufe der Jahre einige urbane, innovative Zentren dort entwickelt, wo zuvor Handwerk betrieben wurde. Im Startup-Hub Ruum (Raum) in Krulli kommen an diesem Tag dutzende junge Founder:innen zusammen. Von der diskreten Art der Esten, der man im Alltag oft begegnet, merkt man hier nichts.
Die Gründer:innen sind hier alle im gleichen Raum. Jeder arbeitet für sich, aber niemand allein. Auf drei langen Schreibtischen wird an Visionen getüftelt. Die Programmierprogramme laufen auf Hochtouren, Skizzen werden gemalt. Kommt eine Frage auf, dreht man sich einfach zu seinem Nachbarn und fragt.
Helery und Liisa haben Ruum gegründet. (c) Hannah Fasching
Größen, die helfen
Wo gerade noch enthusiastisch miteinander diskutiert und ausgetauscht wurde, herrscht plötzlich Stille. Jeder nimmt einen Stuhl und setzt sich in den Teil des Raums, wo üblicherweise Präsentationen abgehalten werden.
Taavet Hinrikus nimmt vorne Platz. Hinrikus ist CEO und Gründer des FinTechs Wise. Außerdem hat er Skype mitaufgebaut – der Chatdienst wurde ebenfalls in Estland gegründet. Laut Forbes hat er ein Vermögen von 1,2 Milliarden Euro, sein Unternehmen ist mittlerweile in London stationiert. Bei seinem kurzen Tallinn-Aufenthalt nimmt er sich die Zeit und kommt in den Ruum. Er beantwortet Fragen der jungen Founder:innen, gibt Tipps und lässt sich auf Diskussionen ein.
„Wir brauchen immer mehr Menschen, die sich im Unternehmertum versuchen. Einige von ihnen werden erfolgreich sein, das ist großartig. Andere werden einfach daraus lernen und besser werden. Was auch immer sie als Nächstes tun, ich betrachte es als einen wichtigen Teil des Wachstums des Ökosystems, etwas zurückzugeben“, so Hinrikus im Interview mit brutkasten.
Etwas zurückgeben will auch Hedi Mardisoo, sie ist Founderin und Mitglied der Estonian Founder Society. „Vorstandsmitglied bei der Founders Society zu sein, ist meine Art, etwas zurückgeben. Zeit und Energie hineinzustecken, um sicherzustellen, dass die nächsten Generationen wachsen können und dieselbe Aufmerksamkeit und Hilfe bekommen, die ich bekommen habe, als ich sie brauchte in meinen ersten Gründungsjahren.“
Die Estonian Founders Society entstand im Jahr 2009, als eine Gruppe von Early-Stage-Gründer:innen – allesamt Absolvent:innen eines Startup-Leadership-Programms – beschloss, in Verbindung zu bleiben. Ihre Mission: Sowohl Erfolge als auch Misserfolge miteinander zu teilen, die alltäglichen Herausforderungen des Startup-Lebens gemeinsam zu meistern und wertvolle Beziehungen unter den Gründer:innen aufzubauen.
Zurück im Ruum. Liisa Jõerüüt, Founderin des Hubs, erklärt, welcher Gedanke hinter dem Projekt steht: „Unser Ausgangspunkt war es, kluge Köpfe in einem Raum zusammenzustecken und zu sehen, welche Magie dabei herauskommt. Wir wollen diesen Raum schaffen, in dem Menschen andere Menschen studieren können, während sie komplexe Lösungen bauen.“
Die Mentalität, etwas uneigennützig weiterzugeben, sei in Estland schon lange verankert. „Es ist hier einfach üblich, seine Zeit und seinen Rat zu geben und nicht wirklich sofort etwas zurückzuerwarten. Ich denke, wir alle glauben an die Gemeinschaft und wollen, dass Estland auch als Ganzes erfolgreich ist“, so Liisa Jõerüüt.
Caius ist einer der Gründer:innen, die den gemeinschaftlichen Aspekt hier wertschätzen. Gerade frisch die Schule beendet, arbeitet der 19.-Jährige hier an seinem Startup zur Verbesserung von Videografie. Der Fakt, dass es hier manchmal laut wird, stört ihn nicht. „Du musst dich immer mit Menschen umgeben, die klüger sind als du. Nur so kann man was lernen.“
In alten Fabriksvierteln wie hier in Telliskivi entstehen heute innvoative Kreativzentren. (c) Hannah Fasching
Wenige Menschen, großes Netzwerk
Anders als AustrianStartups in Österreich, ist Startup Estonia nicht als Verein, sondern staatlich organisiert. Das Hauptziel: ein qualitatives Startup-Umfeld zu schaffen und zu erhalten. „Estland ist im Vergleich so klein. Wir sind also gut miteinander vernetzt. Daher macht es Sinn, dass jeder Gründer jemanden kennt, der wieder jemanden kennt, der den Kontakt hat, den man gerade braucht“, beschreibt Getter Voitka von Startup Estonia das Zusammenspiel.
Bei regelmäßigen Roundtables mit dem Ministerium, einflussreichen Gründer:innen und dem Business-Angel-Netzwerk wird versucht, Lösungen für aktuelle Probleme zu finden. „Wir können dadurch auch die Gesetzgebung oder Finanzierungsmöglichkeiten anstoßen“, erklärt Voitka. Deep Tech, Defence und Heath Tech seien die Brachen, die in Estland gerade besonders boomen würde.
Vertrauen als Basis
Nachdem alle Fragen vom Wise-Gründer Taavet Hinrikus im Ruum beantwortet wurden, gibt es ein gemeinsames Mittagessen. Der Drang zum Gründen ist in Estland groß, der Drang zum Helfen auch. Auch wenn das Volk im ersten Moment diskret erscheint, steht Vertrauen im Vordergrund. Vertrauen in den digitalen Staat und Vertrauen in die Community. In den innovativen Zentren Tallinns weiß man, warum sich Estland, das vor bald 40 Jahren noch vor dem Nichts stand, so schnell zum digitalen und wirtschaftlichen Pionier in Europa entwickelt hat. Die Erfolgsformel: Gemeinsam an Lösungen arbeiten, Hilfe annehmen und irgendwann selbst etwas zurückgeben.
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Speedinvest: Neuer 33 Mio. Euro Fokus-Fonds mit TIER-Co-Founder als Partner
Anfang 2018 startete der erste Speedinvest Network Effects Fokus-Fonds mit einem Volumen von damals 25 Millionen Euro.
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Anfang 2018 startete der erste Speedinvest Network Effects Fokus-Fonds mit einem Volumen von damals 25 Millionen Euro.
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