26.01.2017

Speedinvest beteiligt sich bei Berliner FinTech Candis

Das Berliner Fintech Startup Candis hat eine siebenstellige Finanzierung erhalten. Zu den Investoren zählt unter anderem der österreichische Venture Capitalist Speedinvest.
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Das Team von Candis automatisiert die Buchhaltung in kleinen und mittleren Unternehmen.

Es ist nicht die erste Finanzierungsrunde, die das Berliner FinTech Candis erfolgreich abschließen kann. Bereits kurz nach der Gründung im Jahr 2015 erhielt das Startup eine knappe Million Finanzierung von Venture-Capitalist Point Nine Capital und anderen Investoren.

Unterstützung aus Wien

Nun steigt auch der österreichische Risikokapitalgeber Speedinvest bei Candis ein. Zusammen mit dem „main incubator“ der Commerzbank, 42CAP sowie den bestehenden Investoren konnte ein siebenstelliger Finanzierungsbetrag aufgestellt werden.

Redaktionstipps

„Candis hebt sich durch den Einsatz von Machine Learning zur automatisierten Verarbeitung und Aufbereitung on Accounting Daten deutlich von anderen Mitbewerbern ab“, sagt Michael Schuster, Investment Manager von Speedinvest.

Die Buchhaltung automatisieren

Das Software-as-a-Service Unternehmen ermöglicht die Automatisierung von Buchhaltungsprozessen von kleinen und mittelständischen Unternehmen durch maschinelles Lernen. Benutzer können ihre Konten verknüpfen und Belege an Candis weiterleiten. Sie erhalten Echtzeit-Übersichten zu offenen Verbindlichkeiten und fehlenden Belegen. Die Software generiert aus den Daten Buchungsvorschläge, die am Ende der finalen Buchhaltung zur Verfügung gestellt werden.


Derzeit hat das Unternehmen mehrere hundert Kunden. Mit dem frischen Kapital möchte es seine Softwarelösung weiterentwickeln und das IT-Team weiter ausbauen. Momentan arbeiten 20 Mitarbeiter am Standort Berlin.


 

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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