01.07.2020

Weltraum-Startup Space-Lock produziert preiswerte Bauteile für Klein-Satelliten

Der Trend am Weltraum-Markt geht zu günstigeren Klein-Satelliten. Das schafft Chancen für Startups, erläutert Florian Günther, CEO von Space-Lock.
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Florian Günther, CEO von Space-Lock:
Florian Günther, CEO von Space-Lock: "Wandel des Weltraum-Marktes als Chance für Startups." (c) Space-Lock
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Der Weltraum-Markt verändert sich. Wurden früher einige wenige Satelliten gebaut, die groß und teuer waren, so geht der Trend nun zu tausenden kleinen Satelliten pro Jahr. Zusätzlich drängen immer mehr private Teilnehmer auf den Markt – und dazu gehören nicht nur bekannte Player wie Elon Musks SpaceX und Jeff Bezos‘ Blue Origin, sondern auch beispielsweise Telekommunikationsanbieter mit ihren Telco-Satelliten. Diese Menge an kleinen Satelliten muss zu erheblich geringeren Kosten hergestellt werden können als hochpreisige „traditionelle“, wie Florian Günther, Gründer und CEO des steirischen Weltraum-Startups Space-Lock erläutert: „Früher war man bereit, für 30 Prozent mehr Leistung den doppelten Preis zu bezahlen. Nun gibt es deutlich mehr Kostendruck.“

Die Bauteile von Space-Lock kosten einen Bruchteil von jenen der Konkurrenz.
Die Bauteile von Space-Lock kosten einen Bruchteil von jenen der Konkurrenz. (c) Space-Lock

Dieser Umbruch birgt aber auch für gewisse junge Unternehmen eine Chance, mit ihren innovativen Ideen diesen neuen Markt bedienen zu können – und eines dieser Unternehmen ist Space-Lock. Das Startup entwickelt Mechatronik-Komponenten, die auf jedem Satelliten benötigt werden: Etwa einen Rotary Actuator, bestehend aus einem elektrischen Motor und einem Getriebe. „Solche Komponenten werden auf Satelliten eingesetzt, beispielsweise für präzises Verstellen von Antennen, Ausklappen von Solar-Arrays und robotische Anwendungen“, sagt Günther.

Während die üblichen Produkte in diesem Bereich meist fünfstellige Preise aufweisen, kosten sie bei Space-Lock lediglich einige tausend Euro. Und das, obwohl 90 Prozent der Wertschöpfung in Österreich stattfinden. Wie ist das möglich? Die Antwort liegt in den großen Stückzahlen, durch die wiederum die Stückkosten für die einzelnen Komponenten gering gehalten werden. Zugleich werden die Produkte an die Kunden „off-the-shelf“ geliefert: Es handelt sich also um standardisierte Teile, die unverändert eingesetzt werden und in dieser Form in jedem Satelliten gebraucht werden. Anpassungen gibt es nicht. So können die Effekte der Economies-of-Scale genutzt werden.

Business-Wissen aus dem ESA BIC Austria

Space-Lock Dynamics wurde 2019 gegründet und war eines der herausragenden Startups des ESA BIC Austria am Science Park Graz.. Zudem nahm man an Artes-Projekten teil, welche von der ESA finanziert und von der Österreichischen Agentur für Luft- und Raumfahrt zugeteilt werden. Vorteile der Teilnahme am Programm des ESA BIC Austria sind Finanzierung in Höhe von 50.000 Euro, Zugang zu Material und Büroräumlichkeiten sowie Coaching in der Entwicklung des Business-Know-hows, wie Florian Günther erläutert.

„Unsere Founder sind Techniker, und für die Bewerbung beim ESA BIC Austria mussten wir einen Business Plan vorbereiten“, sagt Florian Günther: „Alleine das hat uns schon geholfen.“ Während des Programms gab es wiederum zahlreiche Gespräche mit Experten, Workshops und Networking-Veranstaltungen. „Als Startup ist es normalerweise schwer, Ansprechpartner im Weltraum-Bereich zu finden“, sagt Günther: Durch das Programm und die enge Interaktion mit dem ESA BIC Austria Team habe Space-Lock unter anderem Kontakt zu erstklassigen, internationalen ESA-Experten herstellen können: „Hinzu kommt, dass die Teilnahme am ESA BIC Austria ein Gütesiegel ist, welches bei Gesprächen mit potenziellen Kunden hilft.“

Space-Lock mit Markteintritt im Jahr 2021

Und dieses Gütesiegel wirkt offensichtlich. Denn der Markteintritt wird 2021 stattfinden – nur zwei Jahre nach der Gründung, was für ein Hightech-Unternehmen eine beachtliche Geschwindigkeit ist. Schon jetzt ist das Unternehmen mit großen Satellitenbauern im Gespräch, wiewohl Günther aufgrund von Geheimhaltungsvereinbarungen keine Namen nennen darf.

Video: Ein Blick auf den Science Park Graz

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© refurbed

Der Marktplatz für generalüberholte Produkte refurbed erweitert sein Sortiment um eine neue Sparte: Vor Kurzem startete auf der Plattform die Kategorie für Musikinstrumente mit knapp 1.000 Akustik- und E-Gitarren von Marken wie Fender Japan, Tokai oder Greco.

Damit dehnt das Wiener Unternehmen sein Geschäftsmodell nach Smartphones, Laptops, E-Bikes und Kinder-Equipment auf ein weiteres Produktsegment aus. Nach Angaben des Wiener Scaleups entwickelte sich das Segment bereits in einer Testphase zur am schnellsten wachsenden Kategorie der Firmengeschichte.

Aufbereitung durch Spezialpartner

Die angebotenen Instrumente stammen von spezialisierten Partnerunternehmen, die gebrauchte Gitarren „in der Regel“ von Privatpersonen beziehen, technisch prüfen, reinigen und instand setzen, teilt das Unternehmen per Aussendung mit. Verschleißteile wie Schalter, Buchsen oder Potentiometer würden bei Bedarf ausgetauscht werden und neue Saiten aufgezogen.

Für Käufer:innen gelten dabei wie bei den elektronischen Produkten auch mindestens zwölf Monate Garantie sowie ein 30-tägiges Rückgaberecht. Die durchschnittliche Preisersparnis gegenüber Neuware liegt laut Unternehmen bei 15 Prozent.

„Musikinstrumente sind dafür gebaut, Generationen zu begleiten. Trotzdem landen unzählige hochwertige Instrumente ungenutzt in Kellern oder auf Dachböden“, erklärt Peter Windischhofer, Co-Gründer und CEO von refurbed. Mit dem Einstieg in das neue Segment wolle man zeigen, „dass Refurbishment heute weit mehr leisten kann als bei klassischer Unterhaltungselektronik“.

Jedes Instrument erhält vor dem Verkauf ein professionelles Refurbishment. © refurbed

Schrittweiser Ausbau der Kategorie

In den kommenden Wochen soll das Angebot zunächst um Effektpedale und Verstärker erweitert werden. Im Anschluss ist die Aufnahme von Synthesizern sowie klassischen Instrumenten wie Geigen und Trompeten vorgesehen. Langfristig verfolgt refurbed das Ziel, sämtliche Musikinstrumente und musikbezogene Produkte auf seinem Marktplatz anzubieten.

„Unser Ziel ist es, immer mehr Produktkategorien für die Kreislaufwirtschaft zu erschließen und nachhaltigen Konsum dort möglich zu machen, wo ihn viele bislang noch nicht erwartet hätten“, so Peter Windischhofer zur Sortimentsstrategie von refurbed.

Laut Unternehmensangaben entwickelte sich die neue Kategorie bereits in der Testphase zum bislang erfolgreichsten Launch der Firmengeschichte und wachse aktuell doppelt so schnell wie das restliche Sortiment.

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AI Summaries

Weltraum-Startup Space-Lock produziert preiswerte Bauteile für Klein-Satelliten

  • Wurden früher einige wenige Satelliten gebaut, die groß und teuer waren, so geht der Trend nun zu tausenden kleinen Satelliten pro Jahr.
  • Diese vielen kleinen Satelliten müssen zu viel geringeren Kosten hergestellt werden können als die „traditionellen“ großen teuren, wie Florian Günther, Gründer und CEO des steirischen Weltraum-Startups Space-Lock erläutert.
  • Dieser Umbruch ist wiederum eine große Chance für junge Unternehmen, die mit innovativen Ideen den neuen Markt bedienen können – und eines dieser Unternehmen ist Space-Lock.
  • Space-Lock Dynamics wurde 2019 gegründet und war ein Incubatee des ESA BIC Austria am Science Park Graz.
  • Zudem nahm man an Artes-Projekten teil, welche von der ESA finanziert und von der Österreichischen Agentur für Luft- und Raumfahrt zugeteilt werden.
  • Teil der einjährigen Teilnahme am Programm des ESA BIC war eine Finanzierung in Höhe von 50.000 Euro, sowie Zugang zu Material und Büroräumlichkeiten – zudem lag hier der Nutzer in der Entwicklung des Business-Know-hows, wie Günther erläutert.

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