24.01.2022

SooNice: Kindersonnenbrillen aus Plastikmüll für besseren UV-Schutz

Das österreichische Startup SooNice Sunnies produziert Sonnenbrillen, die speziell für Anforderungen und Bedürfnisse von Kindern entwickelt wurden. Kratzfeste Brillengläser und neu konzipierte Seitenklappen sollen vollwertigen Schutz empfindlicher Kinderaugen vor UV-Strahlen bieten.
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SooNice, Kindersonnenbrillen, UV-Schutz
(c) verenaschierl photography/H&M/tina zwerner - Das SooNice-Team setzt aus UV-Schutz für Kinder aus recyceltem Material.

Die größeren Pupillen von Kindern nehmen im Vergleich zu jenen von Erwachsenen 75 Prozent mehr Sonnenlicht auf. Ohne ausreichenden und hochwertigen Schutz treffen die UV-Strahlen direkt auf die Kinderaugen und können deren Augenlinse und Netzhaut langfristig schädigen. Deshalb haben Christina und Doris Reifeltshammer, Christina Gallé sowie Laura Mitterbucher SooNice Sunnies gegründet.

SooNice mit hohem UV-Schutz

Die vier Gründerinnen produzieren Kindersonnenbrillen, die mit Gläsern der Kategorie 3 ausgestattet sind. Diese filtern UV-Strahlen mit einer Wellenlänge von bis zu 400 Nanometern (UV 400), welche UV-C, UV-B und UV-A-Strahlen einschließt und bis zu 92 Prozent des Sonnenlichts absorbiert.

Laut den Founderinnen bieten einen höheren Schutz nur Brillengläser der Kategorie vier, welche meist bei extremen Verhältnissen im Hochgebirge, auf Gletschern oder in der Wüste Verwendung finden. Speziell entwickelte Seitenklappen sollen bei SooNice-Brillen zudem dafür sorgen, dass keine UV-Strahlen von der Seite auf die Kinderaugen treffen.

„Ähnlich wie auf der Haut können auch Augen einen Sonnenbrand bekommen, der die Augen und das Sehvermögen langfristig schädigt. Kinderaugen sind den UV-Strahlen stärker ausgesetzt, da sie größere Pupillen als Erwachsene haben und normalerweise mehr Zeit im Freien verbringen. Daher ist es wichtig, Kinderaugen mit einer hochwertigen und auf Kinder spezialisierten Sonnenbrille zu schützen“, erklärt Augenchirurg und Oberarzt an der Augenklinik der Universität München Martin Dirisamer.

(c) Soo Nice – Speziell entwickelte Seitenklappen sollen vor seitlicher UV-Strahlung schützen.

Da Kinder herumtoben, spielen und ihre Kräfte messen wollen, haben die Gründerinnen den Fokus auf die Erschaffung von Sonnenbrillen gelegt, die dem Bewegungsdrang von Kindern entsprechen. Zwei Erwartungen an Kindersonnenbrillen sind von Eltern bei der Produktrecherche am häufigsten genannt worden: langlebig und leicht.

Aus Plastikmüll gewonnen

Vor allem die Scharniere als Verbindungsstück zwischen Brillengestell und -bügeln stellen bei Kinderbrillen eine Herausforderung in der Langlebigkeit dar, da Kinder diese gerne mal in die verkehrte Richtung biegen. Daher wurden mit einem italienischen Produktionspartner klick- und austauschbare Bügeln konzipiert.

Bemerkenswert ist, dass die SooNice-Kindersonnenbrillen aus dem recycelten Material ECONYL-Nylon bestehen, das aus Plastikmüll gewonnen wird. Konkret aus Abfällen wie Fischernetzen, Stoffresten, Teppichböden und Industriekunststoffen. Das recycelte Nylon soll sich, laut Gründerinnen, nach einem Regenerations- und Reinigungsprozess in seiner Funktion nicht von herkömmlichem unterscheiden und könne unbegrenzt recycelt werden.

„Nicht mehr benötigte SooNice Sunnies-Sonnenbrillen könnten somit wieder als Ressource für zukünftige Sonnenbrillen verwendet werden. Im Idealfall also ein vollständig zirkuläres Produkt, das unserem Planeten keinen Abfall zufügt“, so das Founder-Team.

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Erst im August dieses Jahres wurde die Early-Stage-Investment-Firma „Traxit“ vom ehemaligen Tractive-Führungsteam gegründet (brutkasten berichtete). Nun investiert das 19-köpfige Team rund um Wolfgang Reisinger und Michael Hurnaus in 7hauben, einem oberösterreichischen Kochkurs-Startup. Die Finanzierungsrunde liege im mittleren sechsstelligen Bereich.

„Hochwertige Inhalte und ein skalierbares Abo-Geschäftsmodell“

„7hauben hat in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen, dass sich hochwertige digitale Inhalte und ein skalierbares Abo-Geschäftsmodell erfolgreich verbinden lassen. Das starke Wachstum, die konsequente Weiterentwicklung des Produkts und die klare internationale Perspektive haben uns überzeugt. Wir freuen uns, das Team bei der nächsten Wachstumsphase zu begleiten“, sagt Michael Hurnaus, Mitgründer von Tractive und Investor bei Traxit.

Übernahme von Vegan Masterclass

Parallel zu der Investition übernimmt 7hauben die deutsche Vegan Masterclass, eine digitale Kochschule für pflanzenbasierte Küche, sowie das Weiterbildungsangebot der vefa Fernschule für pflanzliche Kulinarik. Mit der Akquisition wachse das Kursangebot auf mehr als 150 Online-Kochkurse.

„Mit Vegan Masterclass übernehmen wir eine starke Marke mit herausragenden Inhalten und einer Community, die für hochwertige pflanzliche Küche begeistert ist. Wir sehen enormes Potenzial, die Plattform mit unserer Erfahrung in Marketing, Technologie und Kursproduktion weiterzuentwickeln“, sagt Johannes Sailer, Geschäftsführer von 7hauben.

Die Zusammenarbeit mit Vegan-Masterclass-Gründer Sebastian Copien werde fortgesetzt und das deutsche Unternehmen als eigenständige Marke weitergeführt. 7hauben plant, das Angebot durch zusätzliche Kursproduktionen, gezieltes Marketing und technologische Weiterentwicklungen auszubauen. Dabei sollen insbesondere Synergien bei der Videoproduktion, Vermarktung und Plattformtechnologie genutzt werden.

Wachstum um „knapp 40 Prozent“

Der Umsatz von 7hauben liege „um knapp 40 Prozent“ über jenem des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Bis Jahresende peile man mehr als drei Millionen Euro wiederkehrenden Jahresumsatz (ARR) an. Insgesamt sollen bisher mehr als 100.000 zahlende Kund:innen das Angebot von 7hauben genutzt haben. Besonders stark entwickle sich die Neukundengewinnung mit einem Plus von nahezu 70 Prozent. In Zukunft möchte man zunehmend internationaler werden.

„Unser Ziel ist es, hochwertiges Kochwissen weltweit zugänglich zu machen. Wir wollen sowohl durch strategische Übernahmen als auch durch die internationale Expansion die nächsten Wachstumsschritte setzen“, erklärt Sailer.

 

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