14.04.2022

Somnium Space: Startup arbeitet an Leben nach dem Tod im Metaverse

Das tschechische VR-Startup Somnium Space will mit dem "Live Forever Mode" in seinem Metaverse Avatare Verstorbener für die Nachwelt erhalten.
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Das Metaverse des tschechischen Startups Somnium Space soll bald eine
Das Metaverse des tschechischen Startups Somnium Space soll bald eine "Live Forever"-Funktion bekommen | (c) Somnium Space

Das tschechische Virtual Reality-Startup Somnium Space betreibt bereits seit einigen Jahren ein eigenes Metaverse. Die Anwendung ist kompatibel mit mehreren VR-Brillen-Modellen und bietet User:innen zahlreiche Möglichkeiten – etwa im Krypto- und NFT-Bereich. Bald soll ein außergewöhnliches Feature hinzukommen: Eine „Live Forever“-Funktion. Diese soll es Menschen ermöglichen, ihre Bewegungen und Unterhaltungen als Daten zu speichern und dann als Avatar zu duplizieren, der sich genauso bewegt, spricht und anhört wie man selbst – und das auch noch nach ihrem Tod.

Somnium Space-Gründer kam durch Erkrankung des Vaters auf Idee

Dadurch sollen Menschen mit ihren verstorbenen Angehörigen sprechen können, wann immer sie wollen. Auf die Idee kam Somnium Space-Gründer Artur Sychov durch eine unheilbare Krebserkrankung seines eigenen Vaters, der vor einigen Jahren starb. Nach der Diagnose sei ihm klar geworden, dass die Zeit, die mit seinem Vater verbleibe, stark begrenzt sei, sagt der Gründer in einem Interview mit dem US-Magazin Vice.

„Zehn Minuten bemerken sie vielleicht nicht einmal, dass es sich um eine KI handelt“

„Wenn ich sterbe – und ich habe diese Daten gesammelt – können Leute oder meine Kinder kommen und sich mit meinem Avatar unterhalten, mit meinen Bewegungen, mit meiner Stimme“, so Sychov im Interview. „Sie werden die Person kennenlernen. Und während der ersten zehn Minuten bemerken sie vielleicht nicht einmal, dass es sich tatsächlich um eine KI handelt. Das ist das Ziel“. Diese Avatare könne man dann etwa auch in virtuellen Abbildern ihrer eigenen Umgebung zu Lebzeiten antreffen, so die Vision.

Enormer Datenschatz in der Virtual Reality-Umgebung

Der Datenschatz, der dafür potenziell zu Verfügung stehe, sei enorm. Denn in einer Virtual Reality-Umgebung könne man viel besser und mehr Daten zu einer Person sammeln, als etwa über ein Smartphone. „Die Technologie kann die Bewegungen von Fingern, des Mundes, der Augen und des gesamten Körpers erfassen und jemanden schnell identifizieren – präziser als Fingerabdrücke“, meint der Gründer. Schon jetzt dauere manchmal eine Zeit lang, bis man begreife, dass man am Telefon mit einem Chatbot spricht. Von der Weiterentwicklung in diesem Bereich erwartet sich Sychov auch die entsprechende Audio-Fähigkeit der „Live Forever“-Avatare im Somnium Space.

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Der Roboter von Iono Robotics im Einsatz bei der SAG Group | (c) Martin Engler / iono FlexCo
Der Roboter von Iono Robotics im Einsatz bei der SAG Group | (c) Martin Engler / iono FlexCo

Robotik gilt mittlerweile als technologische Revolution von ähnlicher Tragweite wie Künstliche Intelligenz. Und im Teilbereich humanoide Roboter gilt wie bei KI: Die aktuell großen globalen Player sind in den USA und China zu finden. Doch es gibt auch ein österreichisches Startup, das einen humanoiden Roboter baut und diesen auch bereits öffentlich präsentiert hat. Iono Robotics aus Linz stellte „Workmate“ im Mai in der Linzer Tabakfabrik erstmals vor, wie brutkasten berichtete.

Gedacht ist „Workmate“, wie der Name nahelegt, als Unterstützung in Arbeitsumgebungen, konkret in Branchen wie Industrie, Logistik, Handel und Service. Punkten soll er dabei unter anderem mit einer im Kopf integrierten Drohne, die aus der Luft die Umgebung noch besser erfassen kann.

„Humanoide Robotik wird sich nicht im Labor entscheiden, sondern in der Produktion“

Nun soll sich das System im Praxistest beweisen. Dazu startet Iono Robotics gemeinsam mit der Salzburger SAG Group einen Testlauf in einer der Produktionsstätten des Unternehmens. Die Gruppe zählt mit rund 950 Mitarbeiter:innen an neun Standorten in sechs Ländern zu den führenden Herstellern von Aluminiumtanks für Lkw und anderer Aluminium-Produkte für die Fahrzeug-Industrie.

Im Test soll ein konkreter Anwendungsfall in der Produktion direkt mit „Workmate“ erprobt werden. „Humanoide Robotik wird sich nicht im Labor entscheiden, sondern in der Produktion. Mit der SAG Group haben wir einen starken Industriepartner, mit dem wir unsere Systeme unter realen Bedingungen testen und konkrete Anwendungen gemeinsam weiterentwickeln können“, kommentiert Iono-Robotics-Gründer und -CEO Ümit Bas.

„Ich erwarte mir echte Ergebnisse, echte Erfahrungen“

Durch die Erfahrungen aus dem Testlauf sollen Einsatzmöglichkeiten für die Technologie evaluiert werden. „Ich erwarte mir echte Ergebnisse, echte Erfahrungen – nicht nur aus den sozialen Netzwerken, sondern wirklich zu sehen, wie der Stand der Technologie eines humanoiden Roboters im industriellen Umfeld ist“, sagt Maximilian Sirek, Managing Director bei SAG New Technologies GmbH.

Und Dulijana Licinar, ebenfalls Managing Director bei SAG New Technologies GmbH, kommentiert: „Vor allem das Zusammenspiel mit einem erfahrenen Industrieunternehmen und einem jungen Technologieunternehmen ist extrem wichtig für die Zukunft, für den österreichischen Standort und dafür, dass wir gemeinsam nach vorne kommen.“

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