23.05.2024
INVESTMENT

Somareality: Wiener DeepTech-Startup erhält 1,5 Mio. Euro Investment

Mit einem strategischen Pivot, dem frischen Kapital und neu aufgestelltem Team strebt man nun einem internationalen Kurs entgegen.
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Somareality
(c) Somareality - Das Somareality-Team.

Somareality wurde 2019 in Wien gegründet und entwickelt Eye Tracking basierte Biomarker, um damit Rückschlüsse auf den kognitiven Zustand einer Person treffen zu können. Mit dem ersten Biomarker gelang bereits ein Umsatz im Wert von knapp einer Million, nun sollen bis 2026 weitere folgen, die in Summe ein volles non-invasives kognitives Monitoring ausmachen.

Somareality mit Pivot

Das jetzige Millionen-Investment, getragen von den heimischen Gateway Ventures, Wodak & Partner, Panta Rhei und Manfred Stockmayer, sowie den internationalen Fonds Startup Wise Guys, Birdhouse Ventures und Medical Technology Lab, soll direkt auf die Entwicklungspipeline und die weitere Internationalisierung des Kundengeschäfts einzahlen.

„Vier Jahre nach der Gründung als Spatial Computing & Eye Tracking Consulting Firma haben wir letztes Jahr im Mai einen strategischen Pivot eingeschlagen und unser erstes eigenes Produkt auf den Markt gebracht“, sagt Co-CEO Julia Kern. Das Projektgeschäft wich einem B2B SaaS-Modell und die bestehende Technologie wurde fit gemacht für Hardware-Umgebungen außerhalb von Virtual Reality.

Team ausgebaut

Das Team rund um die Gründer Adrian Brodesser und Michel Varilek, beide mit Background im Biomedical Engineering, wurde zudem im Vorjahr um Benedikt Gollan ergänzt. Als Experte auf dem Gebiet der angewandten Forschung im Bereich Eye Tracking und kognitiver Interpretation verantwortet er als CSO die Entwicklung bei Somareality. Die Informatikerin Miel Satrapa, die bereits seit 2020 im Unternehmen ist, fungiert als CFO.

Mit über 10 wissenschaftlichen Publikationen und anbahnenden Patenten, die für die Validierung der Technologie bürgen sollen, konnten internationale Größen wie Intuitive Surgical oder Lufthansa Aviation als Kunden gewonnen werden.

Somareality: „Neue Ära von Mensch-Maschine-Interaktion“

„Wir sind weltweit die Einzigen, die sich auf die Entwicklung eines vollen kognitiven Monitorings basierend auf Eye Tracking spezialisiert haben, und zwar außerhalb des Labors und nicht-invasiv“, so Brodesser. „Es freut uns, dass unsere Kunden den Einsatz und die Vorteile von Eye Tracking erkannt haben und gemeinsam mit uns eine neue Ära von Mensch-Maschine-Interaktion ansteuern.“

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Durch den Zusammenschluss des Startup-Organisationen-Dachverbands European Startup Network mit der Interessensvertretung Allied for Startups soll das Gewicht in der EU-Politik vergrößert werden. Mit AustrianStartups-Chefin Hannah Wundsam und EU-INC-Co-Initiator Andreas Klinger sitzen auch zwei Österreicher:innen im Vorstand.
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(c) Startups for Europe
(c) Startups for Europe

Bislang wurde Startup-Europa durch zwei Organisationen auf europäischer Ebene vertreten: Das European Startup Network (ESN) fungierte primär als Dachverband der nationalen Startup-Organisationen wie etwa AustrianStartups in Österreich. Allied for Startups, dessen Netzwerk auch mehrere außereuropäische Organisationen umfasst, trat als Interessensvertretung für Startup-politische Anliegen auf EU-Ebene auf. Nun schlossen sich die beiden Verbände zu „Startups for Europe“ mit Sitz in Brüssel zusammen.

„Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen“

Die Mission sei mutig und einfach: Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen, heißt es in einer Presseaussendung zum Start. In dieser werden einmal mehr die bekannten Probleme europäischer Startups thematisiert: mangelndes Risikokapital, Bürokratie, Fragmentierung und die aus all dem resultierende Abwanderung von Startups. „Das ist kein Schicksal, sondern ein Regelwerk – und Regeln können neu geschrieben werden“, konstatiert man bei Startups for Europe.

„Durch den Zusammenschluss machen wir aus der Erfahrung von Tausenden Gründer:innen echtes politisches Gewicht. Europa hat alles, was es braucht, um führend zu sein. Jetzt muss es seine Gestalter:innen bauen lassen“, kommentiert Simon Schaefer. Der bisherige Allied-for-Startups-Präsident ist nun Präsident von Startups for Europe. Schaefer war auch Co-Initiator der Initiative EU-INC. Ein weiterer Co-Initiator, der gebürtige Österreicher Andreas Klinger, ist nun auch Teil des neu gebildeten Vorstands von Startups for Europe – ebenso wie AustrianStartups-CEO Hannah Wundsam.

Wundsam: „Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken“

Wundsam kommentiert auf brutkasten-Anfrage: „Die EU-INC-Initiative hat gezeigt: Echte Reformen in Europa brauchen eine starke, klare Stimme von außen. Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken. Auch nicht in der Politik. Die Rahmenbedingungen für Startups werden in Brüssel gesetzt. Deshalb müssen wir unsere Kräfte bündeln und gemeinsam unüberhörbar sagen, was sich ändern muss, damit Europa der Ort wird, an dem die Zukunft gebaut wird.“

Konkrete und übergeordnete Ziele altbekannt

Die Umsetzung der paneuropäischen Rechtsform EU Inc. ist auch – wie nicht anders zu erwarten – eines der zentralen konkreten Anliegen der neuen Dachorganisation. Daneben nennt man den European Innovation Act, die Spar- und Investitionsunion und die Regulierung von KI und dem digitalen Bereich als konkrete Bereiche, die priorisiert werden sollen. Die übergeordneten Ziele überraschen ebenso wenig: ein echter europäischer Binnenmarkt für Startups, mehr verfügbares Kapital und das Ziel, Frontier-Technologien tatsächlich am Kontinent zu Größe zu bringen.

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