15.07.2024
SOLARCIRCLE

WhatAVenture startet Energiegemeinschaft für Menschen ohne eigener PV-Anlage

Der in Wien ansässige Corporate Venture Builder WhatAVenture stellt mit SolarCircle sein neuestes Projekt vor. SolarCircle ermöglicht die Nutzung von Photovoltaik-Strom (PV) in ganz Österreich, auch wenn der Kunde oder die Kundin über kein eigenes Dach für die Anlage verfügt.
/artikel/solarcircle
(c) Andreas Müller

Energiegemeinschaften gewinnen in Österreich zunehmend an Bedeutung. Nachdem die Bundesregierung mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) im Jahr 2021 die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen hat, sind in den letzten Jahren zahlreiche Plattformen entstanden, die Gründungen von Energiegemeinschaften ermöglichen. Darunter haben sich auch mehrere Startups mit Lösungen am Markt positioniert wie beispielsweise die Nobilegroup oder Enixi.

WhatAVenture startet Energiegemeinschaft

Auch der in Wien ansässige Corporate Venture Builder WhatAVenture hat sich des Themas angenommen und geht nun mit einer eigenen Energiegemeinschaft namens SolarCircle an den Start. In einer Aussendung heißt es dazu: „Da nicht jeder die Möglichkeit oder den Zugang zu einer eigenen PV-Anlage hat, bietet SolarCircle eine interessante Lösung für Mieter und Wohnungseigentümer, die nicht über eigene oder geeignete Dächer verfügen, um Zugang zu Solarstrom zu erhalten.“

Wie SolarCircle funktioniert

SolarCircle verkauft Strombezugsrechte an den PV-Modulen, wobei die gesamte produzierte Menge in die Gemeinschaft fließt und statisch, also zu einem vordefinierten Anteil, auf die Mitglieder verteilt wird. Die Mitglieder können Strombezugsrechte für ein bis fünf Module erwerben und die erzeugten kWh vollständig nutzen. Überschüsse werden ins Netz eingespeist und gutgeschrieben.

„Mit SolarCircle kann jeder an der Energiewende teilhaben, auch wenn er kein eigenes Dach für eine Solaranlage hat. Wir bieten eine einfache und sorgenfreie Möglichkeit, von Solarstrom zu profitieren. Ich freue mich, bei WhatAVenture so ein innovatives Projekt umsetzen zu können“, sagt Felix Günther, Obmann-Stellvertreter von SolarCircle.

Die Strombezugsrechte können bei einem Umzug innerhalb Österreichs mitgenommen, weitergegeben oder vererbt werden. Erste Testmitglieder wurden laut WhatAVenture bereits in die Energiegemeinschaft aufgenommen und versorgt.

Die weiteren Ziele

Als Partner der Anlagen konnte übrigens PVT Austria gewonnen werden. Neben dem Ausbau großflächiger PV-Anlagen soll langfristig auch auf andere erneuerbare Energiequellen wie Wind und Wasser gesetzt werden. Sobald die erste 200kWp-Anlage vollständig vergeben ist, werden weitere Anlagen hinzukommen. Zudem ist der Einsatz von Speicherlösungen geplant, um die Wirtschaftlichkeit der Gemeinschaften zu steigern und die Eigenverbrauchsquote der Mitglieder zu erhöhen.


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Herbert Eibensteiner, CEO voestalpine AG, und Michael Strugl, CEO Verbund AG | (c) voestalpine/Michael Jurtin
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Beim Start 2019 war „H2FUTURE“ von voestalpine und Verbund das weltweit größte Wasserstoffpilotprojekt. Sieben Jahre später ist von derartigen Superlativen zwar nicht mehr die Rede, doch im Rahmen der Weiterführung unter dem Titel „H2FUTURE-Follow-Up“ sollen die Grundlagen für einen grundlegenden Wandel in der Stahlproduktion bei der voestalpine geschaffen werden. Dafür investieren die Projektpartner weitere 16,4 Millionen Euro.

Schon bislang wurde am Standort mittels „Protonen-Austausch-Membran-(PEM)-Elektrolyseanlage“ grüner Wasserstoff erzeugt – konkret knapp unter 2.000 Tonnen im gesamten Zeitraum. Die Anlage wird aktuell insbesondere dafür genutzt, um Frequenzschwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch die unregelmäßige Verfügbarkeit erneuerbarer Energien oder unterschiedliche Strombedarfe entstehen.

Erweiterung bringt neue Funktionen und Möglichkeiten

Mit der Erweiterung der Anlage kommen zur Erzeugung des Wasserstoffs nun auch die Verdichtung, Reinigung, Speicherung sowie die Verladung und Weiterverwendung hinzu. Vier von insgesamt fünf neuen Wasserstoffspeichertanks sollen Schwankungen zwischen der fluktuierenden Wasserstofferzeugung und dem Verbrauch ausgleichen und so zur Versorgungssicherheit beitragen. Über den fünften (Versand-)Tank soll ab Ende 2027 die Demonstrationsanlage „HY4SMELT“ direkt über eine rund einen Kilometer lange Rohrleitung mit Wasserstoff versorgt werden. Dabei handelt es sich laut voestalpine um Österreichs größtes Klimaschutz-Forschungsprojekt. Außerdem kann der Wasserstoff nun mittels Hochdruckverdichtern auf bis zu 500 bar komprimiert und in Trailer für den Straßentransport abgefüllt werden, um auch an externe Abnehmer:innen geliefert werden zu können.

Die Wasserstoffpilotanlage H2FUTURE | (c) Verbund

„Wir haben mit greentec steel eine klare Strategie zur Transformation unserer Stahlproduktion. Wir werden bereits im 1. Halbjahr 2027 je einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz in Betrieb nehmen und können damit in einem ersten Schritt bis 2029 bis zu 30 Prozent unserer CO2-Emissionen einsparen. Langfristig streben wir bis 2050 eine Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen an. Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle einnehmen“, sagt dazu voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner.

Erste neue Forschungsergebnisse Ende des Jahres

Die ersten Funktionstests des erweiterten Projekts wurden bereits gestartet, erste Forschungsergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Das Projekt endet im Dezember 2030 und wird auch aus Mitteln der Umweltförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus gefördert. „Das Projekt zeigt im industriellen Maßstab, wie erneuerbarer Strom in grünen Wasserstoff umgewandelt und für konkrete industrielle Anwendungen nutzbar gemacht werden kann“, kommentiert Verbund-CEO Michael Strugl.

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