11.09.2025
COMPANY-GARDENING

Soilful: Wiener Startup baut essbare Gärten für Verbesserung der Unternehmenskultur

Mit Soilful wollen die Gründer:innen Stefan Faatz-Ferstl und Tatjana Tupy die Arbeitswelt begrünen. Das Startup aus Wien plant, baut und betreut essbare Gärten für Unternehmen in Österreich und Deutschland. Die "grünen Wohlfühlräume" sollen Mitarbeiter:innen nicht nur Erholung und frische Energie schenken, sondern auch den Teamzusammenhalt stärken und Organisationen einen Schritt näher zu einer regenerativen Unternehmenskultur bringen, so das Ziel.
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Soilful
© Skokanitsch - Das Soilful-Team.

Stefan Faatz-Ferstl ist studierter Bauingenieur und war über zehn Jahre als Organisationsentwickler tätig – mit Fokus auf Selbstorganisation, Agilität und neue Formen der Zusammenarbeit (u. a. bei dwarfs and Giants). Tatjana Tupy ist Politikwissenschaftlerin, zertifizierte Soziokratie-Expertin und hat eine Ausbildung in nachhaltigem Gartenbau und Permakultur. Gemeinsam verfolgen sie ein Ziel: Mit ihrem Startup Soilful Menschen mit der Natur zu verbinden.

Soilful: Gärten für Unternehmenskultur

Das Team rund um die beiden Gründer:innen richtet sich an Unternehmen in Österreich und Deutschland. Geschaffen werden „grüne Wohlfühlräume für Arbeit und Pausen im Freien“, die Mitarbeiter:innen die ideale Möglichkeit bieten sollen, um abzuschalten und neue Energie zu tanken.

Soilful möchte die positiven Gefühle, die Menschen bei der Gartenarbeit und beim Werkeln an der frischen Luft verspüren, den Arbeitenden von Unternehmen ermöglichen. Mit einem Mitarbeiter:innengarten, der von der eigenen Belegschaft mit geplant und angelegt wird, zielt das Startup darauf ab, für Unternehmen ein Stück grüne Unternehmenskultur, die den Zusammenhalt festigen soll, zu erschaffen.

Erd-Verbundenheit

„Meine Motivation, Soilful in die Welt zu bringen, wurzelt in dem Wunsch, Menschen wieder in Verbindung mit der Natur zu bringen“, sagt Faatz-Ferstl. „Ich glaube, dass echte, gelebte Verbundenheit mit der Erde ein entscheidender Schlüssel für persönliche Zufriedenheit ebenso wie für die großen ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit ist. Unsere Mission bei Soilful ist es daher, dass sich Menschen wieder mehr als Teil der Natur verstehen. Mit unseren essbaren Gärten und Workshops fördern wir ein regeneratives Mindset und steigern das Wohlbefinden und die Produktivität der Mitarbeiter:innen.“

Das interdisziplinäre Soilful-Team verfügt über Gartenbau- und Pflanzen-Know-how und verbindet dies mit der Erfahrung in der Organisationsentwicklung. Tupy dazu: „Auch Unternehmen sind Organismen, die einen fruchtbaren Boden brauchen, um sich zu entfalten. In meiner Arbeit als Organisationsentwicklerin gestalte ich diesen Boden bewusst: durch Strukturen, die gesundes Wachstum ermöglichen, und durch Räume, in denen Menschen ihre Potenziale entfalten können. Bei Soilful verbinden sich meine Leidenschaft für den biologischen Gemüsebau und meine Freude an der Begleitung von Organisationen. Sie begegnen sich in einem essbaren Garten – einem Ort, der das Potential hat, Menschen, Teams, Unternehmen und unsere Beziehung zur Natur nachhaltig zu verändern.“

Planung per Workshop

Ein essbarer Garten ist ab ca. 30 Quadratmeter Grundfläche möglich. Er kann sowohl auf befestigter Fläche (Dach, Terrasse, Parkplatz) oder erdbasiert auf umliegenden Brach- oder Wiesenflächen angelegt werden. Mit Interessierten werden in einem Konzept-Workshop zunächst Schwerpunkte in der Gartenplanung, entsprechend der gewünschten Wirkung des Gartens und den Gegebenheiten vor Ort fixiert. Geklärt wird dabei auch, welche Bedürfnisse und Ideen die Mitarbeiter:innen haben, was ihnen für den Garten wichtig ist und welche essbaren Pflanzen angebaut werden sollen.

Zudem wird festgehalten, welche Materialien vorhanden sind und auf welche baulichen Besonderheiten bei der Planung geachtet werden soll. Auf Basis des Workshops erfolgen dann die Gartenplanung sowie die Erstellung von Materiallisten und Aufbauanleitungen.

Soilful betreut auf Wunsch

Die Mitarbeiter:innen können – wenn gewünscht – den Garten unter Soilful-Anleitung selbst aufbauen und bepflanzen. Die Betreuung des Gartens kann durch eine:n Soilful-Gärtner:in erfolgen, der bzw. die wöchentlich alle anstehenden Aufgaben übernimmt. Auch Gartenworkshops, die die Mitarbeiter:innen im Frühling, Sommer und Herbst dabei unterstützen, den Unternehmensgarten selbst zu pflegen, sind möglich.

Das Soilful-Team bietet zudem Erfahrungsräume in essbaren Gärten in Form von verschiedenen Coaching- und Workshopformaten an, um die nachhaltige Transformation von Organisationen zu unterstützen.

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Die Atira-Co-Founder Florian Diegruber und August DuMont Schütte | (c) Atira
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Vertriebsprozesse von Industrieunternehmen sind komplex: Zwischen CRM (Customer-Relationship-Management) und ERP (Enterprise-Resource-Planning) müssen Sales Engineers, Rechtsabteilungen, technisches Fachpersonal und das Commercial Team zusammenarbeiten, zahlreiche Seiten an Spezifikationen sichten und individuelle Unterlagen erstellen, bevor ein Angebot eingereicht werden kann. Die übliche manuelle Angebotslegung dauert daher oft Wochen bis Monate. Eine Automatisierung durch KI liegt also auf der Hand, ist aber alles andere als trivial.

Einzelnes System reicht nicht

„Das Sales-Engineering ist einer der umfangreichsten Workflows in der industriellen Fertigung, der mit Software bisher nie wirklich automatisiert wurde. Derzeit ist betriebskritisches Fachwissen auf Mitarbeiter:innen, Dokumente und nicht miteinander vernetzte Systeme verteilt“, sagt Florian Diegruber, CEO und Co-Founder des Münchner KI-Unternehmens Atira, das das Problem mit seiner Plattform lösen will. Diegruber war zuvor bei Palantir, sein Co-Founder August DuMont Schütte bei Google.

„Die gängige Annahme ist, dass ein einzelnes System diese Herausforderung lösen kann – mit echtem Umsatzeffekt für alle Kunden. Doch das Wissen, das tatsächlich zum Erfolg eines Deals führt, stammt aus der eigenen Angebotshistorie des Unternehmens, einem Gedächtnis, das mit jedem Projekt wächst“, erklärt Benjamin Erhart, General Partner in das Münchner VC UVC Partners. Dieser investierte nun zum wiederholten Mal beim Münchner KI-Unternehmen.

Orchestriertes Multi-KI-Agentensystem als Lösung

Das Unternehmen setzt dabei auf ein Multi-KI-Agentensystem, das Industrieunternehmen End-to-End vom Screening eingehender Anfragen über die Lösungskonfiguration bis zur Erstellung technischer und kommerzieller Angebotsinhalte unterstützen soll. 2025 am Markt gestartet, betreut man aktuell 15 Kunden, darunter nach eigenen Angaben „globale Konzerne mit mehr als einer Milliarde US-Dollar Jahresumsatz“. In ersten Projekten sei die Zeit für den Gesamtprozess um 80 Prozent reduziert worden, heißt es von Atira.

Nun schloss das Unternehmen seine Seed-Finanzierungsrunde über 15 Millionen US-Dollar ab. Den Lead übernahm dabei der US-VC Accel. Auch der Münchner Risikokapitalgeber UVC Partners, der sich in der Pre-Seed-Runde über 2,5 Millionen US-Dollar bereits beteiligt hatte, war wieder dabei. Hinzu kamen die Beteiligungsgesellschaften Fortino und Booom sowie die Einzelinvestor:innen Ann-Kristin Achleitner, Whirlpool-CEO Marc Bitzer, Markus Flik und Celonis-Co-Founder und Co-CEO Bastian Nominacher.

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