28.01.2020

Social Responsibility: Umweltschutz von Grund auf mitdenken

Die Zahl der Unternehmen, die sich im Rahmen der Social Responsibility mit den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz auseinandersetzen, nimmt kontinuierlich zu. Dabei lassen sich eigene betriebliche Maßnahmen, die zum Umweltschutz beitragen auch ohne große Investitionen umsetzen. Wichtig ist es, das Prinzip der Nachhaltigkeit von Grund auf in die unternehmerischen Strukturen einzubeziehen.
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Social Responsibility und Umweltschutz bei Unternehmen
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Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz sind in aller Munde und längst in allen Bereichen der Gesellschaft angekommen. Immer mehr Verbraucher achten bei eigenen Kaufentscheidungen auch darauf, ob Waren klimafreundlich produziert oder klimaneutral transportiert werden. Unternehmen, gleich welcher Größe und Branche, stellt das vor besondere Herausforderungen. Doch während große Unternehmen immer stärker in Konzepte zum Umweltschutz investieren, bleiben die kleineren Firmen zusehends zurück. Dabei ist auch für sie die Nachhaltigkeit ein Thema, mit dem sie sich zwangsläufig auseinandersetzen müssen.

Gesellschaftlicher Druck bewegt zum Umdenken

Es ist noch gar nicht so lange her, als Unternehmen, bis auf wenige Ausnahmen, eher distanziert auf Ansätze zum Umweltschutz reagiert haben. In den letzten Jahren hat sich das geändert. Wesentlicher Antrieb dieser Entwicklung war von Anfang an der gesellschaftliche Druck. Immer mehr Verbraucher setzen es mittlerweile voraus, dass auch die Marke des Vertrauens Maßnahmen ergreift, um die eigene Umweltbelastung zu minimieren.

Für die Betriebe werden damit Investitionen in den Umweltschutz und nachhaltige Geschäftsabläufe zusehends zur unternehmerischen Notwendigkeit. Doch nicht nur Kunden sehen in entsprechenden Strategien weniger eine Kür als vielmehr eine Notwendigkeit. Auch Investoren machen sich häufiger schon im Voraus ein Bild darüber, ob ein Unternehmen bestmöglich für die Themen der Zukunft gewappnet ist und hierzu gehören Nachhaltigkeit und Umweltschutz gleichermaßen.

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Darüber hinaus kann ein nachhaltiges Handeln der Marke positive Marketing-Effekte nach sich ziehen, von denen es langfristig profitiert. Die verschiedenen Gründe zeigen vor allem eins: Mittelfristig wird die Social Responsibility ein Thema, mit dem sich Unternehmen letzten Endes auch aus wirtschaftlicher Sicht mehr und mehr auseinandersetzen müssen.

Moralische Verstöße durch Social Responsibility vermeiden

Große Unternehmen wissen längst: Ohne Social Responsibility können sie langfristig nicht auf dem Markt bestehen, denn der Verbraucher zögert nicht damit, moralische Verstöße zu bestrafen. Themen wie die Erderwärmung, der Wasseranstieg der Meere, der Dieselskandal und der Kohleausstieg dominieren seit Jahren die Medien. Die Sensibilität gegenüber diesen Themen hat auf Seiten der Verbraucher stark zugenommen.

Unternehmen, die sich hier große Fehler leisten, werden allzu oft an den Pranger gestellt. Solche moralischen Verstöße der Marken verbreiten sich gerade in Zeiten des mobilen Webs in einer rasanten Geschwindigkeit. Genau das heißt es auf Seiten der Unternehmen zu vermeiden, denn werden diese Verstöße erst einmal bekannt, sind sie allzu oft die Grundlage eines regelrechten Shitstorms. Dieser kann nicht nur dem Image eines Unternehmens, sondern auch der Wirtschaftlichkeit nachhaltig Schaden zufügen.

Gleichzeitig kann ein ausgeprägtes Engagement im Umweltschutz natürlich auch dazu beitragen, dass sich das Image positiv verändert und sich die Verbraucher bewusst für einen Wechsel der Marke entscheiden. Jede Investition in den Umweltschutz ist für die Unternehmen also eine Investition in die eigene Zukunft. Darüber hinaus wird die Sensibilität der Verbraucher zum Umweltschutz in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen.

Umweltschutz geht auch ohne große Investitionen

Viele kleine Unternehmen erklären immer wieder, dass sich ein nachhaltiges Handeln, so wie es sich die Gesellschaft wünscht, nicht leisten können. Grundsätzlich haben kleine Betriebe sicherlich nicht die finanziellen Möglichkeiten der großen Player, doch Umweltschutz und Nachhaltigkeit hängen nicht von dem Investitionsbudget ab, sondern lassen sich bereits durch ein generelles Umdenken praktizieren. Möglichkeiten hierfür gibt es viele.

Wer sich aber authentisch nachhaltig präsentieren möchte, muss zwangsläufig bei den Mitarbeitern beginnen. Die Mitarbeiter sind nicht nur maßgeblich für den Erfolg eines Unternehmens, sondern auch dafür, wie nachhaltig oder umweltfreundlich ein Betrieb agiert. Daher ist es immer wichtig, dass zunächst die Mitarbeiter dafür sensibilisiert werden, mehr für den Umweltschutz zu tun. Möglichkeiten hierfür gibt es viele. So können Ressourcen gespart werden, wenn die Computer bei Abwesenheit wirklich ausgeschaltet werden. Weiterhin sollte in den Sanitärräumen der Mitarbeiter auf einen bewussten Umgang mit Papierhandtüchern geachtet werden. Es kann sich auch lohnen, diese vollkommen beispielsweise durch Handtrockner zu ersetzen.

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Ein weiteres Thema, bei dem es wirklich viel Potenzial nach oben gibt, ist die Mülltrennung. Während diese in vielen Haushalten bereits mit aller Konsequenz betrieben wird, sieht das in den Unternehmen anders aus. Hier trennen viele Mitarbeiter den Müll nicht. Auch hier sollten Personalverantwortliche noch einmal an das Team appellieren. In diesem Fall ist es aber auch wichtig, dass die Ressourcen für die Mülltrennung gegeben sind.

Einer der wichtigsten Ansätze für Nachhaltigkeit im Unternehmen ist der bewusste Umgang mit Ressourcen. So sollte alles darangesetzt werden, dass Mitarbeiter keinerlei Ressourcen verschwenden. Enormes Potenzial gibt es hier in beinahe jedem Betrieb beim Heizen und Lüften. Hier sollten Mitarbeiter noch einmal eingehend belehrt werden. Möglich ist das entweder mit einem kurzen Meeting oder einem entsprechenden Rundschreiben.

Partner für den Umweltschutz nachhaltig auswählen

Jedes Unternehmen ist früher oder später natürlich auch auf die Zusammenarbeit mit anderen Dienstleistern angewiesen. Auch hier kann viel für einen nachhaltigen und umweltfreundlichen Umgang getan werden. Wichtig ist beispielsweise auch bei den Dienstleistern darauf zu achten, dass diese umweltfreundlich agieren und sich für den bewussten Umgang mit Ressourcen einsetzen. Ein Beispiel hierfür sind Druckereien. Bei der Auswahl einer umweltfreundlichen Druckerei sollten sich Betriebe versichern, dass recyceltes Papier für die Drucksachen verwendet wird. Dieses steht anderen Papiersorten weder bei der Stabilität noch bei der Handhabung in etwas nach. Recyclingpapier ist außerdem nicht teurer. Es kann sowohl für Blöcke und Visitenkarten als auch für Briefpapier Verwendung finden.

Bei der Herstellung von Drucksachen sollten Unternehmen genau kalkulieren und überlegen, ob es erforderlich ist, dass Druckerzeugnisse in der gewünschten Auflage benötigt werden. Gerade bei Drucksachen, die nicht dauerhaft nutzbar, sondern an ein Event oder eine Aktion gebunden sind, sollte besonders spitz kalkuliert werden.

Auch bei Dienstreisen sollten Unternehmen offen für ein gewisses Umdenken sein. Nicht immer ist eine Dienstreise zu einem Kunden oder Geschäftspartner zwingend erforderlich. Es besteht oftmals auch die Möglichkeit, Dinge in einer Videokonferenz zu besprechen. Moderne Technologien bieten hier ganz unterschiedliche Ansätze. Weiterhin müssen Dienstreisen nicht immer mit den eigenen Firmenwagen vorgenommen werden. Es ist oft möglich, auf die Bahn umzusteigen. Sind größere Investitionen in dem Unternehmen möglich, kann es sich für den Betrieb lohnen, in eine neue Fahrzeugflotte mit Hybrid- oder Elektromotoren zu investieren.

Bei Technik auf Energieverbrauch achten

Auch in den Büroräumen gibt es viel Potenzial, um umweltfreundliches Agieren zu etablieren. Der erste Ansatz ist hier natürlich die Büroausstattung. Wenn ohnehin die Anschaffung neuer technischer Komponenten erforderlich ist, sollten Unternehmen alles daran setzen, sich für sparsame Geräte zu entscheiden. Das beginnt bei jedem einzelnen Monitor am Schreibtisch, schließt den Kühlschrank in der Teeküche ein und geht bis zu den Heizungen. So sollten die Thermostate der Heizungen individuell programmierbar sein, sodass diese auch nur dann Energie verbrauchen, wenn es erforderlich ist.

Der zweite Blick geht auf die Stromversorgung. Woher bezieht das Unternehmen seinen Strom? Hier kann ein einfacher Vertragswechsel rasch Entlastung schaffen. Es gibt viele Stromanbieter, die mittlerweile einen Ökotarif anbieten. In diesem Fall wird ausschließlich Strom geliefert, der durch erneuerbare Energien gewonnen wurde. Die Mehrkosten halten sich hier wirklich in Grenzen und für die Unternehmen ist es ein gutes Argument im eigenen Marketing.

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Ist der Spielraum für klimafreundliches Handeln ein wenig größer, kann über den Kauf der sogenannten CO2-Zertifikate nachgedacht werden. Betriebe, die diese Zertifikate kaufen, können dadurch zu Ausgleichsmaßnahmen beitragen. Die Art und der Umfang dieser Maßnahmen richten sich prinzipiell nach der Menge des CO2-Ausstoßes. Der Erwerb solcher Zertifikate muss genau geplant und koordiniert werden, sodass der damit verbundene Aufwand recht hoch ist.

Die aufgeführten Beispiele zeigen, dass es für jedes Unternehmen passend zu dessen Möglichkeiten viele Ansätze gibt, die zu einem umweltfreundlichen und nachhaltigen Handeln beitragen können.

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Das Flatwise-Gründertrio (v.l.) Marc Lindorfer, Edwin Schneider und Johannes Reichl © Flatwise

Wenn es nach Johannes Reichl, Edwin Schneider und Marc Lindorfer geht, ist Immobilienverwaltung bis heute vor allem eines: kleinteilig, zeitintensiv und von manuellen Abläufen geprägt. Genau hier wollen die drei Linzer mit ihrem Startup Flatwise ansetzen. Das Gründerteam entwickelt eine Software, die zentrale Aufgaben von Vermieter:innen, von Mietanpassungen über Betriebskostenabrechnungen bis zur Vorbereitung von Steuerunterlagen, mithilfe von KI-Agenten automatisieren soll. Bereits vor dem offiziellen Marktstart setzen laut Angaben des Startups Vermieter:innen mit insgesamt mehr als 3.000 Wohnungen auf die Plattform.

Von der Pilot- zur Marktphase

Das Team, das erst im August 2026 eine GmbH gegründet hat, hat sein Produkt in den vergangenen Monaten eng mit den ersten 100 Pilotnutzer:innen weiterentwickelt, mit Feedback, Interviews und echten Kund:innendaten, wie Mitgründer Johannes Reichl im Interview erklärt. Der Ansatz unterscheide sich damit von klassischen Proptech-Lösungen, die bestehende Prozesse lediglich digitalisieren: „Wir wollen Immobilienverwaltung nicht nur digitalisieren, sondern grundlegend neu denken. Immobilien sollen sich künftig weitgehend von selbst verwalten können. Vermieter:innen können durch die Software von Flatwise professionell vermieten, ohne dabei selbst Fachexpert:innen sein zu müssen“, so Reichl.

KI-Agenten im Einsatz

Konkret möchte Flatwise KI dort einsetzen, wo Verwaltungsprozesse sinnvoll automatisiert oder unterstützt werden können. Dazu zählen für das Team unter anderem die Vorbereitung und Berechnung von Mietanpassungen, die Unterstützung bei Betriebskostenabrechnungen sowie die strukturierte Aufbereitung von Finanz- und Steuerinformationen. Der KI-Agent verbindet dabei unterschiedliche Daten und Prozessschritte innerhalb der Software, bereitet relevante Informationen auf und unterstützt Vermieter:innen bei der weiteren Bearbeitung.

Der Weg zum Ökosystem

Im Schnitt verwaltet ein:e Flatwise-Nutzer:in laut Unternehmen aktuell rund zehn Wohnungen. Für Reichl zeigt sich dabei ein klares Bild der Branche: „Der Markt ist extrem fragmentiert, es gibt viele Anbieter, die eigentlich zusammenhängen müssten, aber kaum vernetzt sind.“

Dieses Nebeneinander will Flatwise auflösen und sich schrittweise zu einem Ökosystem entwickeln, das Vermieter:innen, Mieter:innen und Dienstleister:innen auf einer Plattform zusammenbringt. „Wir glauben daran, dass gute Vermieter:innen das Wohnen für alle besser machen. Flatwise soll es einfacher machen, gut zu vermieten“, heißt es dazu vom Gründungsteam.

Enterprise-Lösung in Arbeit

Flatwise richtet sich an Vermieter:innen mit Beständen zwischen einer und hundert Immobilien. Mittlerweile hätten sich aber auch Hausverwaltungen und Bestandshalter:innen mit deutlich größeren Portfolios gemeldet. Deshalb entwickelt Flatwise momentan ein Enterprise-Modell, das künftig gezielt auf die Anforderungen größerer Bestandshalter:innen und Hausverwaltungen eingehen soll, wie der Mitgründer im Interview erklärt.

Wachstum vorerst ohne Angels oder VCs

Trotz bestehender Investmentangebote will das Team bei der Finanzierung vorerst auf Förderungen und den eigenen Cashflow setzen. Rund 20 Angebote von Angels und Venture-Capital-Geber:innen sind laut Reichl bereits eingegangen. Aufgegriffen werden sollen sie frühestens, wenn erste Umsätze stehen. Für eine geplante Wachstumsphase ist jedoch in der ersten Jahreshälfte 2027 eine Finanzierungsrunde angedacht. Unterstützung erhält das Gründerteam zudem im Inkubatorprogramm von tech2b durch ein Advisory Board aus Immobilienexpert:innen und erfahrenen Unternehmer:innen.

Wissen als Türöffner

Um neue Kund:innen zu erreichen, setzt Flatwise zusätzlich auf einen eigenen Immobilienratgeber mit aktuell rund 160 Artikeln, der komplexe Themen rund um Immobilien und Wohnen laienverständlich aufbereitet. Bereits mehrere tausend Personen sollen die Inhalte monatlich lesen. Für Reichl ist das ein wichtiger Kanal, um Vertrauen aufzubauen und so langfristig neue Nutzer:innen für die Plattform zu gewinnen.

Im kommenden Jahr will Flatwise nach eigenen Angaben marktführend in Österreich werden. Mittelfristig ist auch eine internationale Expansion, etwa nach Deutschland, angedacht. Ein konkreter Zeitpunkt steht laut Reichl aber noch nicht fest.

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