28.02.2023

KI-Trend: Snapchat und Meta kündigen eigene Chatbot-Funktion an

Neben Microsoft und Google folgen nun auch Meta und Snapchat dem großen Trend KI-Chatbots. Der Wettlauf um generative Künstliche Intelligenz hat noch lange kein Ende.
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Kein Tech-Gigant entkommt dieser Tage mehr dem Megatrend Künstliche Intelligenz (KI). Inmitten des bahnbrechenden ChatGPT-Hypes ziehen nun auch Meta und Snapchat nach. Am Montag verkündeten die Tech-Riesen neue KI-Anwendungen in ihren Apps und Dienstleistungen.

Snapchat setzt auf personalisierten KI-Chatbot

Dabei stehen wie auch bei anderen KI-gestützte Chatbots im Vordergrund. Snapchat setzt auf die KI-Applikation „My AI“, die auf derselben Machine-Learning-Technologie wie Microsofts ChatGPT basiert. Sie soll sich nahtlos wie ein:e Freund:in in die Snapchat-Kontakte einfügen. Als Chatpartner:in kann man sich jederzeit mit ihr austauschen und ihr Fragen stellen. Außerdem soll einem „My AI“ Rezepte oder Geschenkideen vorschlagen, Wochenendtrips planen oder beispielsweise auch Kurzgedichte schreiben, heißt es in einem Blogpost von Snapchat.

Snapchat-Nutzer:innen können „My AI“ personalisieren und ihr beispielsweise einen eigenen Namen geben oder den Hintergrund gestalten. Der Chatbot erhält dabei ein eigenes Userprofil und erscheint wie ein zusätzlicher Kontakt in Form einer virtuellen Person. Darin unterscheidet die KI-Anwendung in Snapchat sich deutlich von ChatGPT, wo sie hauptsächlich als Suchmaschine dient.

Jugendfreier als ChatGPT

Anders als bei ChatGPT sollen in der Snapchat-Version die Antwortmöglichkeiten klar eingeschränkt sein. Die KI wurde darauf trainiert, gegen die Richtlinien verstoßende gewaltverherrlichende, sexuell explizite oder anderweitig schädliche Inhalte strikt zu unterbinden. Trotzdem seien gelegentliche Abweichungen nicht ausgeschlossen, heißt es in dem Blogpost, da die Chatbots noch weitgehend unvollkommen seien. Man entschuldige sich dafür quasi schon im Voraus. Vorerst nur für das bezahlte SnapchatPlus-Abo verfügbar, soll „My AI“ langfristig allen rund 750 Mio. monatlichen Nutzer:innen zur Verfügung stehen.

Meta kurbelt KI-Tätigkeit an

Ähnlich wie bei Snapchat möchte nun auch Meta tief in die KI-Kerbe schlagen. Der Tech-Gigant hinter Facebook, Instagram und Whatsapp hat laut einem Facebook-Post von Mark Zuckerberg ein neues „Top Level“-KI-Produktentwicklungsteam zusammengestellt. Dieses arbeitet auf Hochtouren an KI-Anwendungen für sämtliche Meta-Dienstleistungen. Dabei soll ebenfalls eine textbasierte KI in Form eines Chatbots für Whatsapp und Messenger im Vordergrund stehen. Außerdem entwickelt Meta KI-Erweiterungen für Instagram, wie etwa kreative Filter für Bilder und auch Videos.

In weiterer Folge sollen die generativen KI-Elemente auch in Meta Business, etwa für Ads oder als Chatbots für Kundenservices, zur Anwendung kommen. Langfristig wolle man bei Meta „AI Personas“, die auf generativer Künstlicher Intelligenz basieren, kreieren, die den Nutzer:innen „auf verschiedene Art und Weise“ helfen können, heißt es in Zuckerbergs Post.

Work in progress

Es gäbe laut Zuckerberg noch viel Basisarbeit für den Aufbau der KI-Features zu leisten, bevor man wirklich „futuristische“ oder zukunftsweisende Services in Meta anbieten könne. Nach den missglückten Launches der KI-Chatbots Galactica und Blenderbot im August und November vergangenen Jahres möchte Meta nun scheinbar gezielt daran arbeiten, auf der generativen KI-Welle mitzuschwimmen und im Wettrennen nicht noch weiter zurückzufallen.

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(c) Haris Dervisevic / brutkasten

Das brutkasten-Printmagazin wird exklusiv an die wichtigsten Stakeholder des österreichischen Innnovations-Ecosystems zugestellt.

Daneben ist es auch digital als Download erhältlich – der Link findet sich am Ende des Artikels.


„Aufbrechen“ hat zwei Bedeutungen: sich auf den Weg machen und etwas aufbrechen, das verkrustet ist. Diese Ausgabe braucht beide Varianten. Denn die Frage, wie Österreich bei industrieller KI, punkto Kapital und hinsichtlich europäischer Regeln vorankommt, lässt sich nicht mit Abwarten beantworten. Wir haben mit Menschen gesprochen, die das verstanden haben, und uns Regionen angesehen, in denen die Umsetzung längst passiert.

Christoph Knogler steht an der Spitze von Keba, dem Linzer Technologieunternehmen für industrielle Automatisierung, und sitzt der KI-Taskforce der Industriellenvereinigung vor. In unserer Coverstory (Seite 22) erklärt er, warum industrielle KI Europas eigentliche Chance ist und wo Österreich aufholen muss. Dass Oberösterreich mehr ist als Industrie, zeigt unser Standort-Check ab Seite 30: von der Tabakfabrik über die JKU bis zu den Exits von Emmi AI und Tractive.

Speedinvest-Chef Oliver Holle wiederum erklärt im Interview (Seite 8), warum sich der größte heimische Frühphasen-Investor gerade umbaut. Und wer glaubt, ein Millionen-Exit sei automatisch ein Erfolg, sollte unseren Deep Dive zur Liquidation Preference lesen (Seite 14): Eine unscheinbare Klausel entscheidet mitunter darüber, ob für Gründer:innen am Ende überhaupt etwas übrig bleibt.

Aufbrechen muss auch Europa: Wie weit die Rechtsform „EU Inc.“ inzwischen ist, analysieren wir ab Seite 46. Antonella Mei-Pochtler und Franz-Stefan Gady diskutieren im Doppelinterview (Seite 50), wie Kapital und Sicherheit über Europas Handlungsfähigkeit entscheiden. Und Estland führt vor, was ein kleines Land erreichen kann, wenn es Digitalisierung konsequent denkt (Seite 54).

Was Unternehmen heute tatsächlich mit KI anfangen, haben wir in der zweiten Staffel unserer Serie „No Hype KI“ mit Expert:innen diskutiert; das Wichtigste daraus ist ab Seite 40 zu lesen. Frank Möbius, fast 30 Jahre bei BMW, erklärt, warum der Transfer neuer Technologien ins Unternehmen das Schwierigste ist (Seite 66).

Im Bereich „Beyond Business“ erklärt Toto Wolff im Interview (Seite 78), warum bei der Fehlersuche niemand die Hand hebt, der Angst hat, gefeuert zu werden, und wie er bei Mercedes deshalb auf eine No-Blame-Kultur setzt. Wir zeigen weiters, wie Reverse Mentoring Hierarchien auf den Kopf stellt (Seite 72), und fragen die Fotografin Antje Wolm, warum Führungskräfte heute lernen müssen, sichtbar zu sein (Seite 82).

Zum Abschluss ein Hinweis in eigener Sache: Diese Ausgabe liegt beim European Forum Alpbach auf, wo brutkasten auch heuer wieder vor Ort ist. Wenn du dort bist: Sprich uns an, wir freuen uns auf den Austausch!

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