24.03.2021

DMs an Fremde: Slack muss neues Feature kurz nach Start ändern

Der Business-Messenger-Dienst Slack verfolgt mit dem Öffnungsschritt kein geringeres Ziel, als der E-Mail ernsthafte Konkurrenz zu machen.
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Slack wird von Salesforce gekauft - connect dms
(c) Adobe Stock - Sundry Photography

Gemeinsame Slack-Channels mit Personen aus anderen Organisationen waren bereits bislang möglich. Dennoch wird der Business-Messenger bislang primär mit Kommunikation innerhalb des eigenen Unternehmens assoziiert. Das will der Remote-Working-Dienst nun ändern. Am Mittwoch wurde das neue Feature Connect DMs freigeschaltet. Kurz nach dem Start war allerdings bereits eine Änderung notwendig.

Keine persönliche Nachricht bei Anfrage

User können mit dem neuen Feature jeden beliebigen anderen Nutzer über die Anwendung anschreiben, weltweit – vorausgesetzt man kennt die E-Mail-Adresse. Dazu war zwar schon von Beginn an zunächst eine Art „Freundschaftsanfrage“ mit Bestätigung der anderen Seite notwendig – der konnte jedoch eine persönliche Nachricht angehängt werden. Es dauerte offenbar nicht lange, bis es erste Beschwerden über mögliche Belästigungen gab. Kern der Kritik: E-Mails mit persönlicher Nachricht könnten über das Feature jeden Spam-Filter oder etwa blockierte Adressen umgehen, weil die Anfragen immer von dem Absender [email protected] kommen.

Wenige Stunden nach dem Start entschuldigt sich das Unternehmen und nimmt eine Änderung vor: „Wir ergreifen sofortige Maßnahmen, um diese Art von Missbrauch zu verhindern, und beginnen heute mit der Entfernung der Möglichkeit, eine Nachricht anzupassen, wenn ein Nutzer jemanden zu Slack Connect DMs einlädt“, sagte Slack-Kommunikationschef Jonathan Prince zu dem Online-Magazin The Verge.

Angriff auf E-Mail, LinkedIn und Microsoft Teams

Die Anfrage erhält man übrigens per Mail. Das ist insofern bemerkenswert, als der Schritt als Versuch gewertet werden kann, der bleibenden Dominanz von E-Mails im Business-Bereich etwas entgegenzusetzen. Und auch LinkedIn wird mit Connect DMs angegriffen, Konkurrenzprodukt Microsoft Teams sowieso. Gegenüber dem US-Magazin Protocol gibt Ilan Frank, VP Product von Slack, das Ziel aus: „Wenn jemand sein Telefon entsperrt, dann klickt er auf Facebook oder WhatsApp, um mit seinen Freunden zu kommunizieren. Wenn er sich mit jemandem verbinden will, mit dem er arbeitet, unabhängig davon, wo diese Person arbeitet, sollte er auf Slack klicken“.

Den Plan zu dem Schritt habe es bereits vor dem Exit an Salesforce gegeben, heißt es bei Protocol. Nun sei er aber in Anbetracht der coronabedingten Wachstumsraten bei anderen Systemen wie Microsoft Teams besonders relevant, um im Rennen nicht zurückzufallen. Geht der Plan auf, könnte Slack im Business-Bereich unabdingbar werden.

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Das unbemannte Überwasserfahrzeug Variant 7 von Blue Ops, der Marine-Sparte von Red Cat. Laut Red Cat wird es von einem Motor von Steyr Motors angetrieben | © Red Cat Holdings / Blue Ops

Der US-Drohnenspezialist Red Cat Holdings (NASDAQ: RCAT) will die Steyr Motors AG übernehmen. Wie Red Cat am Montag mitteilte, legt das US-Unternehmen ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien vor. Der Angebotspreis soll 39 Euro je Aktie in bar betragen, ein Aufschlag von 28,9 Prozent auf den Schlusskurs vom 16. Oktober. Steyr Motors zählt zu Europas führenden Herstellern von Hochleistungsmotoren für Defense-Spezialfahrzeuge und maritime Anwendungen sowie von Hilfsaggregaten für Kampfpanzer und Lokomotiven. Red Cat bietet Drohnen- und Robotiklösungen für Verteidigung und nationale Sicherheit an, darunter auch unbemannte Wasserfahrzeuge.

Ganz neu ist die Annäherung nicht: Beide Unternehmen hatten bereits unverbindliche Gespräche geführt, die im Juli 2026 beendet wurden. Nun wurden sie laut Aussendung wieder aufgenommen und haben zu einem vollständig finanzierten Barangebot geführt.

B&C und Cassutti dienen an

Die Ankeraktionärin B&C Holding Österreich GmbH hat sich unwiderruflich verpflichtet, ihre rund 15 Prozent am Grundkapital anzudienen. Auch CEO Julian Cassutti will seine eigenen Steyr-Aktien im Rahmen des Angebots andienen. Der Vollzug setzt voraus, dass Red Cat zum Ende der Annahmefrist mindestens 50 Prozent plus eine Aktie hält; zudem sind behördliche Genehmigungen in Österreich, Italien, Australien und dem Vereinigten Königreich erforderlich. Die Annahmefrist soll am 18. Dezember 2026 um 17:00 Uhr MEZ enden.

Red Cat will Steyr Motors laut Aussendung als österreichisches Kompetenzzentrum erhalten und ausbauen. Die Belegschaft soll bleiben, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung verbleiben am Standort. „Wir sehen Österreich als zentral für die Zukunft des Unternehmens”, erklärt Red-Cat-CEO Jeff Thompson. Cassutti, der 2022 als CEO eingestiegen war und unter dem 2024 der Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgte, spricht vom nächsten Kapitel der Unternehmensentwicklung: „Zugleich steht Red Cat uneingeschränkt hinter unserem Standort und unseren Mitarbeitenden.” Der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Rolf Wirtz beurteilt die Transaktion vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage positiv.

Einordnung: Viel Absicht, wenig Garantie

Mit Steyr Motors würde ein Zulieferer für Kampfpanzer, Militärfahrzeuge und Marineanwendungen in den Besitz eines US-Unternehmens übergehen, Behörden in vier Ländern müssen zustimmen. Das Standortbekenntnis ist in der Aussendung als Absicht formuliert, eine vertragliche Garantie nennt sie nicht; das mittelfristige Potenzial von Steyr als europäischer Ankerpunkt will Red Cat erst „prüfen”. Und mit den rund 15 Prozent der B&C ist die Schwelle von 50 Prozent noch nicht erreicht. Bis Mitte Dezember bleibt der Ausgang offen.

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