23.01.2023

Sizilianische Mafia macht mehr Umsatz als größtes Unternehmen Österreichs 2021

Expert:innen errechneten den Jahresumsatz der sizilianischen Mafia und beziffern diesen mit rund 40 Milliarden Euro.
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Die sizilianische Mafia macht massive Umsätze
Die sizilianische Mafia macht massive Umsätze | (c) mahdi rezaei via Unsplash

Dass die sizilianische Mafia eine denkbar mächtige Position in Österreichs Nachbarland hat, ist allgemein bekannt. Was für einen Wirtschaftsfaktor sie darstellt, errechneten nun Expert:innen des Forschungszentrums des italienischen Handwerkerverbands CGIA. Und das Ergebnis der Studie liegt irgendwo zwischen beachtlich und erschreckend.

Sizilianische Mafia macht mehr Umsatz als Eni und OMV vor der Energiekrise

Ganze rund 40 Milliarden Euro Jahresumsatz macht die kriminelle Organisation demnach. Das entspricht etwa zwei Prozent des italienischen Bruttoinlandsprodukts und ist mehr, als Österreichs umsatzstärkster Konzern OMV noch 2021 machte (2022 schossen Umsatz und Gewinn aufgrund gestiegener Energiepreise massiv in die Höhe). Auch im Vergleich mit vielen bekannten italienischen Großkonzernen, etwa den Energieunternehmen Enel und Eni, schneidet die sizilianische Mafia besser ab.

Drogenhandel und Erpressung als wichtigste illegale Umsatzquellen

Die wichtigsten Teilbereiche, mit denen sie sizilianische Mafia Geld macht, sind laut Studie Drogenhandel, Erpressung, Wucher und Schutzgelder. Auch mit Prostitution und Waffenhandel verdiene die Mafia italienweit, heißt es von den Autor:innen. Am gefährlichsten sei das „zunehmende Vordringen der Mafia in das normale Wirtschaftsleben“. Nur wenige Provinzen in Süditalien seien gegenüber den mafiöser Strukturen „immun“. In der Studie wurde auch die Schattenwirtschaft in Italien insgesamt beziffert. Die Schätzung beträgt insgesamt 157 Milliarden Euro, davon 62,4 Milliarden Euro durch Schwarzarbeit.

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Mehrere Menschen lachen für ein Gruppenbild in die Kamera und zeigen sich fröhlich
Das TEB Forum fand am zweiten und dritten Juni in Wien statt. (c) TEB

Die Diagnose steckte schon im Leitthema: „Why Coordination, not Capacity, is CEE’s Real Energy Challenge“. Denn die Akteur:innen, die Netzausbau, Speicherintegration und den Abschied von fossilen Importen gemeinsam lösen müssten, sitzen selten am selben Tisch.

Hier setzt The Energy Bridge an. Die Wiener Plattform will Informationssilos in der CEE-Energiewende aufbrechen und die Partnersuche über Sektorgrenzen hinweg erleichtern, neben dem Forum auch über einen Podcast und AI-gestützte Intelligence-Tools. Die Co-Founder Rahul Mishra und Daniel Schaub eröffneten die zweitägige Konferenz am 2. Juni, die Keynote aus dem Energieressort hielt Karoline Narodoslawsky, Fachkoordinatorin in der Energiesektion des Wirtschaftsministeriums (BMWET), zu Österreich als regionalem Vorbild für die Energiewende.

Zwei Geschwindigkeiten bei Batteriespeichern

Eines der zentralen Ergebnisse: Bei der Bankability von Energiespeichern (BESS) zeichnet sich ein „Two-Speed CEE“ ab. Länder mit Zugang zu Mitteln aus der EU-Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF) wie Polen, Bulgarien, Ungarn und Rumänien profitieren von Förderungen und Differenzverträgen (CfDs). Langfristiges Marktwachstum werde jedoch von reifen Merchant-Strukturen jenseits der ersten Subventionsfenster abhängen.

Das TEB Forum 2026 fand im weXelerate in Wien statt | (c) TEB

Thomas Rosenzopf von Enervis Austria präsentierte dazu den Austria BESS Index: Während Day-Ahead-Erlöse in Österreich allein nicht ausreichen, erscheinen Märkte wie Bulgarien und Rumänien aufgrund günstiger Netzgebühren-Strukturen hochgradig investierbar.

Öffentliche Akzeptanz als fehlendes Glied

Für eine der pointiertesten Wortmeldungen sorgte Energieexperte Markus Fischer (NEOS), der öffentliche Akzeptanz als fehlendes Glied zur europäischen Energiesouveränität bezeichnete: Österreich habe enormes Potenzial bei Erneuerbaren, bleibe aber wegen verzögerter Netzgenehmigungen an fossile Importe gebunden. Wer echte Energiesouveränität wolle, müsse faire, transparente und frühzeitige Bürger:innenbeteiligung zur politischen Priorität machen.

Auf der Projektbühne zeigten Startups und Forschungseinrichtungen konkrete Lösungen: von grid-freundlicher Wärmepumpen-Optimierung (Austrian Energy Agency) über fortgeschrittene Netzplanung des AIT bis zu Flexibility-as-a-Service-Ansätzen von Flexa, Podero und CyberGrid rund um Multi-Market Revenue Stacking und Batterieflexibilität.

Rechenzentren, Wärmewende und Ukraine

Tag zwei widmete sich der Wärmewende: Andrea Edelmann (EVN, Green Energy Lab) präsentierte die Alliance for Heating and Cooling, Expert:innen unter anderem von Wien Energie und Energie AG diskutierten den Sprung von Pilotprojekten zur flächendeckenden Umsetzung. Ein eigenes Panel beleuchtete das „Data Centre Dilemma“: Europäische Colocation-Investments sollen bis 2030 die Marke von 100 Milliarden Euro übersteigen, während der Stromverbrauch von Rechenzentren von 1,8 auf 3,4 Prozent des globalen Verbrauchs wächst. Ein Spezialsegment zeigte außerdem Resilienz- und Low-Carbon-Technologien aus der Ukraine.

Rahul Mishra (r.) ist Co-Founder und Community Builder bei The Energy Bridge. (c) TEB

„Koordinationslücke schließen“

TEB-Co-Founder Rahul Mishra zog eine klare Bilanz: „Das Forum hat gezeigt, dass die Energiewende-Herausforderung in CEE kein Mangel an Kapital oder Technologie ist, sondern eine Koordinationslücke. TEB existiert, um diese Lücke zu schließen“, so Mishra. Mit zwei Bühnen, acht Keynotes und 91 Speaker-Auftritten will sich das Forum als zentrale Cross-Sector-Plattform für die Energiewende in der Region etablieren.


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