14.06.2021

SICAF: Blümel will eigene Gesellschaftsform für Investmentfonds

Finanzminister Gernot Blümel will Eigenkapital-Investitionen durch die Schaffung einer eigenen Gesellschaftsform fördern.
/artikel/sicaf-bluemel-will-eigene-gesellschaftsform-fuer-investmentfonds
Finanzminister Gernot Blümel @ Bundesministerium für Finanzen - Blümel fordert SICAF-Modell
Finanzminister Gernot Blümel @ Bundesministerium für Finanzen

Nachdem es um eine eigene Gesellschaftsform für Startups in letzter Zeit ruhig geworden ist, lässt Finanzminister Gernot Blümel jetzt mit einem anderen Vorschlag aufhorchen. Er will eine eigene Gesellschaftsform für Risikokapital-Fonds schaffen: SICAF (société d’investissement à capital fixe) ist in der Schweiz bereits als Aktiengesellschaft etabliert, deren ausschliesslicher Zweck die kollektive Kapitalanlage ist. Mit dieser Gesellschaft soll sich in Österreich ein Alternativer Investmentfonds (AIF) abbilden lassen. Diesen Vorschlag präsentierte Blümel gemeinsam mit WKÖ-Präsident Harald Mahrer und WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf als eine Maßnahme aus einem Bündel zur Stärkung des Eigenkapitals österreichischer Unternehmen.

Blümel bekräftigt Forderung nach fiktiven Eigenkapitalzinsen

„Jene Unternehmen, die überdurchschnittlich zum österreichischen BIP beitragen, haben eine unterdurchschnittliche Widerstandsfähigkeit“, sagte Blümel nach dem Kapitalmarktgipfel der Wirtschaftskammer. Gemeint sind damit Tourismus und Freizeitwirtschaft, in der Unternehmen stark fremdkapitalfinanziert sind und eine dünne Eigenkapitaldecke aufweisen. Die OECD hatte in ihrem jüngsten Länderbericht zu Österreich deshalb die Einführung steuerlicher Anreize für Eigenkapitalbildung und Gewinneinbehaltung empfohlen.

Blümel bekräftigte am Montag erneut seinen Vorschlag, Eigen- und Fremdkapital durch fiktive Eigenkapitalzinsen steuerlich gleichzustellen. Die Kritik, dass diese Maßnahme vor allem Großunternehmen mit viel Eigenkapital stärken würde, wies er zurück. Von der Maßnahme sollen vor allem familiengeführte KMU mit geringer Eigenkapitaldecke profitieren.

WKÖ: SICAF kann 500 Millionen Euro zusätzliche Eigenkapital-Investments mobilisieren

Als zweite Maßnahme strich Blümel die SICAF hervor. Sie erleichtere Beteiligungen und mobilisiere privates Risikokapital, das notwendig sei, um junge Unternehmen zu finanzieren, die erst in Zukunft die digitale und grüne Transformation der Wirtschaft anführen werden. Experten schätzen den Hebel eines solchen SICAF-Modells laut dem Papier der WKÖ auf 500 Millionen Euro an zusätzlichen Eigenkapital-Investitionen in KMU in den ersten Jahren nach Einführung. Mit SICAF sollen vor allem institutionelle Investoren angesprochen werden. Die Gesellschaftsform begünstige ein breites Investitionsportfolio, das nicht unbedingt nur Unternehmensbeteiligungen beinhalten müsse, ergänzt Mahrer.

Neben SICAF und Eigenkapitalzinsen sieht der Maßnahmenkatalog der WKÖ einen höheren Gewinnfreibetrag (15 statt 13 Prozent), einen Beteiligungsfreibetrag von mindestens 100.000 Euro, eine geringere Haltepflicht für ESOPs zur Mitarbeiterbeteiligung (drei statt fünf Jahre), eine Senkung der Körperschaftssteuer auf 21 Prozent und einen Investitionsfreibetrag von 20 Prozent bzw 30 Prozent bei Fokus auf grün/digital als Nachfolger der Investitionsprämie, vor.

Deine ungelesenen Artikel:
vor 15 Stunden

Von der Agentur zur KI-Plattform: Welser Startup Adspresso will Recruiting-Aufwand senken

Das Welser Startup Adspresso will die Fachkräftesuche per KI weitgehend automatisieren. Ein erstes Modul läuft bereits, für die Weiterentwicklung sucht das Gründerduo nun Kapital.
/artikel/von-der-agentur-zur-ki-plattform-welser-startup-adspresso-will-recruiting-aufwand-senken
vor 15 Stunden

Von der Agentur zur KI-Plattform: Welser Startup Adspresso will Recruiting-Aufwand senken

Das Welser Startup Adspresso will die Fachkräftesuche per KI weitgehend automatisieren. Ein erstes Modul läuft bereits, für die Weiterentwicklung sucht das Gründerduo nun Kapital.
/artikel/von-der-agentur-zur-ki-plattform-welser-startup-adspresso-will-recruiting-aufwand-senken
Die Adspresso-Geschäftsführer (v.r.) Daniel Muftić und Marcus Schnellinger © Adspresso

Rund 30 Stunden aktive Arbeitszeit fallen laut Adspresso bei der Besetzung einer offenen Stelle an. Diesen Aufwand will das Welser Startup auf unter eineinhalb Stunden senken, also um 95 Prozent. Erreichen wollen die Gründer Daniel Muftić und Marcus Schnellinger das mit TalentBlend, einer KI-Plattform für die Fachkräftegewinnung. Ein erstes Modul ist nun als Prototyp bei einem Testkunden im Einsatz.

Vom Agenturgeschäft zur Software

Hinter TalentBlend steht ein Verfahren, das Adspresso bisher als Agenturleistung manuell umsetzt. Unternehmen werben dabei Fachkräfte über Active Sourcing, Werbeanzeigen auf Meta, TikTok, Google und LinkedIn sowie ein kurzes Bewerbungs-Quiz an. Telefonisch werden die Kandidat:innen anschließend vorqualifiziert. Angesprochen werden sollen vor allem wechselbereite Fachkräfte, die nicht aktiv auf Jobbörsen suchen. Als Zielgruppe nennt Adspresso Industrie und Mittelstand. Ihr Know-how bringen Muftić und Schnellinger aus früheren Marketing- und Recruiting-Jobs bei Resch&Frisch und BRP-Rotax mit.

Ein Modul live, zwei in Entwicklung

Die Software besteht aus drei Bausteinen. Am weitesten ist die sogenannte „Creative Engine“. Sie soll aus der Stellenausschreibung sowie Foto- und Videomaterial des Betriebs automatisiert die Werbemittel einer Kampagne erstellen, inklusive CI-Vorgaben und arbeitsrechtlichen Anforderungen. „Was früher Tage an Abstimmung und Gestaltung gebraucht hat, entsteht heute aus Stellenausschreibung und Bildmaterial in einem automatisierten Ablauf“, sagt Schnellinger. Beim Testkunden, einem Industriebetrieb, verkürzt sich die Kampagnenerstellung laut Adspresso bisher um rund 40 Prozent.

Ein zweites Modul, eine Voice AI, soll innerhalb einer Minute nach Bewerbungseingang ein strukturiertes Erstgespräch führen. Fragen zu Alter, Herkunft oder Gesundheit sollen dabei technisch ausgeschlossen sein. Ein erster Prototyp konnte die Vorqualifizierung laut dem Unternehmen jedoch noch nicht verlässlich übernehmen. „Jetzt sind wir an einem Punkt, an dem wir noch einmal in die Grundlagenarbeit gehen müssen“, so Schnellinger. Ebenfalls in Entwicklung ist ein Dashboard, das Kandidat:innen nach Qualifikation aufbereiten soll.

Niedriger sechsstelliger Betrag gesucht

Finanziert wurden die bisherigen Prototypen aus dem laufenden Agenturgeschäft. Dessen Monatsumsatz liegt laut Adspresso bei rund 25.000 Euro. Für die weitere Entwicklung, insbesondere der Voice AI, benötigt das Startup nun zusätzliche Mittel. Kalkuliert wird mit einer niedrigen sechsstelligen Summe, Gespräche mit Förderstellen und Kapitalgebern laufen nach Angaben der Gründer bereits. Langfristig soll TalentBlend zu einem eigenständigen SaaS-Produkt werden, das Betriebe selbst bedienen können. Einen Termin für den Marktstart nennt Adspresso noch nicht, dieser hänge vom Verlauf der Finanzierung ab.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

SICAF: Blümel will eigene Gesellschaftsform für Investmentfonds

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SICAF: Blümel will eigene Gesellschaftsform für Investmentfonds

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SICAF: Blümel will eigene Gesellschaftsform für Investmentfonds

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SICAF: Blümel will eigene Gesellschaftsform für Investmentfonds

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SICAF: Blümel will eigene Gesellschaftsform für Investmentfonds

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SICAF: Blümel will eigene Gesellschaftsform für Investmentfonds

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SICAF: Blümel will eigene Gesellschaftsform für Investmentfonds

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SICAF: Blümel will eigene Gesellschaftsform für Investmentfonds

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SICAF: Blümel will eigene Gesellschaftsform für Investmentfonds