30.03.2020

Shutdown: Wann kommt die Auflockerung der Coronavirus-Maßnahmen?

Analyse. Der Corona-Shutdown hat massive Auswirkungen auf die Wirtschaft, die mentale Gesundheit der Bevölkerung und weitere Bereiche. Doch wann ist eine Auflockerung der Coronavirus-Maßnahmen tatsächlich realistisch? Eine vorsichtige Annäherung.
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Shutdown - wann gibt es eine Auflockerung der Coronavirus-Maßnahmen?
(c) Adobe Stock - Kzenon

Der Corona-Shutdown hat Österreich fest im Griff. Die Auswirkungen sind immer stärker spürbar. Einerseits werden die Wirtschaft und damit der Arbeitsmarkt sehr hart getroffen – das 38 Milliarden Euro-Hilfspaket kann etwas davon abfangen, doch bei weitem nicht alles. Die Schätzungen zur BIP-Schrumpfung in Österreich dieses Jahr liegen derzeit zwischen 2 und 2,5 Prozent Rückgang. Von 15.000 bis 20.000 Arbeitslosen mehr pro Shutdown-Tag sprach gestern der Ökonom Jürgen Huber bei „im Zentrum“ im ORF. Andererseits sind auch die Auswirkungen auf die mentale Gesundheit der Bevölkerung, Probleme wie ein Anstieg bei häuslicher Gewalt und Auswirkungen auf viele weitere Bereiche eklatant. Es besteht daher Einigkeit, das eine Auflockerung der Coronavirus-Maßnahmen möglichst bald passieren muss – doch was ist „möglichst bald“?

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Exkurs: Maßnahmen werden wieder stärker hinterfragt

Aus den oben genannten Gründen werden die Coronavirus-Maßnahmen öffentlich derzeit wieder stärker hinterfragt bzw. kursieren verstärkt relativierende Aussagen im Internet – immer wieder gibt es Vergleiche mit der Grippe. An dieser Stelle sei daher darauf hingewiesen, dass Covid-19-Tote in Lastwägen aus Norditalien nach Süditalien „geliefert“ werden, weil die Krematorien im Norden überlastet sind. Berichten von medizinischem Personal vor Ort werden in manchen Krankenhäusern über 70-Jährige überhaupt nicht mehr künstlich beatmet und damit dem sicheren Tod ausgesetzt, weil man die viel zu wenigen vorhandenen Beatmungsgeräte für jüngere Personen mit höherer Überlebenschance braucht (dieser Vorgang der Priorisierung nach Überlebenschance wird „Triage“ genannt). In Madrid wurde die Eislauf-Halle zur Leichenhalle umfunktioniert.

Diese Überlastung passiert regional auf einzelne Gebiete beschränkt. So verhält es sich auch mit den hohen Todeszahlen, die stark auf regionale Hotspots zurückzuführen sind, in denen die Krankenhäuser gänzlich überlastet sind. Auch wenn die auf Staats-Ebene ausgegebenen Statistiken einen anderes glauben lassen können: Von einer starken Ausbreitung des Virus im gesamten Land sind auch die stark betroffenen Länder weit entfernt. Die von den Regierungen der Welt gesetzten Maßnahmen dienen unter anderem dazu, dass keine weiteren dieser regionalen Hotspots entstehen und es vor allem zu keiner flächendeckende Ausbreitung des Coronavirus kommt, die noch deutlich verheerendere Folgen hätte, als bislang bereits aufgetreten sind.


Auflockerung der Coronavirus-Maßnahmen – Ostermontag für die Moral

Das (nach der ersten Verschiebung) von der Bundesregierung kommunizierte Datum, „nach dem 13. April“ (Ostermontag), wurde bereits sehr stark relativiert und dürfte von Beginn an nicht auf einer Modellrechnung basiert haben. In der Krisenpolitik gibt es eine gewisse Tradition, „leicht vorstellbare“ Fest-Termine wie Weihnachten oder Ostern etwa als angestrebtes Ende eine Krieges zu nennen, um die Moral in der Bevölkerung aufrechtzuerhalten.

Sollte es in Österreich nach dem Ostermontag tatsächlich eine Form der Auflockerung der Coronavirus-Maßnahmen geben, dann wird diese eher symbolischer Natur sein. Die Wirksamkeit der bereits gesetzten Maßnahmen wird laufend evaluiert. Sollte bei einigen Einzel-Maßnahmen festgestellt werden, dass sie de facto keine Auswirkung haben, kommen diese für eine „symbolische Auflockerung“ infrage. Der Shutdown wird aber definitiv noch länger dauern.

Dauer des Shutdown: 3 Ziele zur Auflockerung der Coronavirus-Maßnahmen

Für eine umfangreichere Auflockerung der Coronavirus-Maßnahmen sind vor allem drei Ziele relevant:

1. Die Wachstumsrate der Infektionen in den Griff bekommen

Bei diesem Ziel ist Österreich auf einem guten Weg. Die verhältnismäßig früh gesetzten Maßnahmen zeigen bereits Wirkung. Zwar schwankt die Anzahl an durchgeführten Testungen von Tag zu Tag mitunter stark, was die Aussagekraft vermindert. Auch die Anzahl an positiven Tests hat tageweise wieder Ausschläge nach oben. Ebenso ist die Dunkelziffer (siehe unten) unbekannt. Nachdem hierzulande jedoch basierend auf auftretenden Symptomen und nach Kontakt mit nachweislich Infizierten immer lückenloser getestet wird, haben die vom Gesundheitsministerium ausgegebenen Zahlen trotzdem eine starke statistische Aussagekraft.

Die Wachstumsrate sinkt demnach bereits seit mehr als einer Woche ab – mit Schwankungen, aber deutlicher Tendenz nach unten („die Kurve flacht ab“). Das ausgegebene Zwischenziel einer Rate unter 10 Prozent in 24 Stunden wurde zuletz bereits knapp erreicht. Um tatsächlich eine deutliche Auflockerung der Coronavirus-Maßnahmen oder gar ein Ende des Shutdown zu rechtfertigen, muss die Rate aber noch deutlich weiter sinken. Eine tägliche Rate von drei Prozent etwa würde noch immer einen Verdopplungszeitraum der Infektionen von knapp mehr als einem Monat bedeuten (nicht eingerechnet sind hier natürlich die in dem Zeitraum wieder Genesenen).

Zeithorizont: Sofern das Absinken der Wachstumsrate der Coronavirus-Infektionen in einer ähnlichen Geschwindigkeit wie bisher weitergeht (und sich aufgrund der angeblich 5 Prozent „Unbelehrbaren“ Bürger, die sich nicht an die Maßnahmen halten, nicht auf einem zu hohen Niveau einpendelt), könnte eine tägliche Wachstumsrate im niedrigen einstelligen Prozentbereich tatsächlich zu Ostern erreicht sein. Dass sie unter einem Prozent zu liegen kommt, dürfte freilich noch länger dauern. Genau das könnte aber als (logisches) Ziel ausgegeben werden.

2. Den Peak überstehen

Relativ stark zeitversetzt mit dem Wachstum bei den Diagnosen, also positiven Tests, passiert das Wachstum der Anzahl der hospitalisierten Personen (Krankenhaus-Patienten) bzw. der Anzahl jener, die intensivmedizinische Betreuung brauchen. Das liegt an der Inkubationszeit und vor allem am Verlauf der Covid-19-Erkrankung, die mehrere Wochen Dauer hat. Den Höhepunkt der Krankheitsfälle bzw. Anzahl der Erkrankten in Spitälern und auf Intensivstationen („Peak“) erwartet die Regierung zwischen Mitte April und Mitte Mai.

Dabei geht sie bereits davon aus, dass die derzeit rund 2500 Intensivbetten in Österreich (ein im Verhältnis zur Bevölkerungszahl im internationalen Vergleich sehr guter Wert) nicht ausreichen werden. Die Überlastung scheint auch in Österreich nach derzeitigem Stand unausweichlich – wenn auch nicht in so einem drastischen Ausmaß wie in Italien und Spanien. Derzeit wird freilich an der Maximierung der Kapazitäten durch provisorische Zusatzanlagen gearbeitet.

Zeithorizont: Während des Peaks ist eine Auflockerung der Coronavirus-Maßnahmen ausgesprochen unwahrscheinlich. Auch wenn Mitte Mai der Peak überstanden ist, wir die Lage in den Spitälern in den heimischen Hotspot-Gebieten noch eine Zeit lang stark angespannt bleiben. Dann sollte sich aber relativ bald das zuvor beschriebene Abflachen der Kurve auch stark in den Hospitalisierungszahlen niederschlagen.

3. Die Dunkelziffer überblicken und minimieren

Auch wenn, wie oben beschrieben, die durch Tests bei entsprechenden Symptomen bekannten Fälle eine hohe Aussagekraft für das Gesamtbild haben, ist die Dunkelziffer – also die Zahl unbekannter (weil z.B. symptomloser) Erkrankungen, entscheidend für die weitere Entwicklung der Epidemie. Denn wurde die Ausbreitung des Virus einmal unter Kontrolle gebracht, kann sie bei einer entsprechenden Auflockerung sehr schnell durch die nicht diagnostizierten Personen, die andere anstecken, wieder außer Kontrolle geraten.

Ein erster notwendiger Schritt wäre es also, eine stichhaltige Einschätzung und damit einen Überblick über die Dunkelziffer zu haben. Optimal wären freilich flächendeckende Tests – das ist aus heutiger Sicht aber unrealistisch. Daher wird es stattdessen umfangreiche Stichprobentests brauchen, um eine repräsentative Zahl zur Dunkelziffer zu bekommen. Von dieser Zahl wird dann die weitere Vorgehensweise beim Versuch der Minimierung abhängig sein.

Zeithorizont: Dieser Aspekt ist besonders schwer prognostizierbar, da es derzeit noch nicht einmal eine annähernd wissenschaftlich untermauerte Einschätzung zur tatsächlichen Dunkelziffer gibt. Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober haben bereits wiederholt eine deutliche Steigerung der Testkapazitäten angekündigt. Wenn es diese in den kommenden Wochen tatsächlich gibt, könnte zumindest mit Stichproben-Tests begonnen werden. Eine Schlussfolgerung auf den Zeitraum bis zu einer Auflockerung der Coronavirus-Maßnahmen oder dem Ende des Shutdown ist aber von deren Ergebnis abhängig.

Zwischen-Fazit zur möglichen Auflockerung der Coronavirus-Maßnahmen

Eine deutlich spürbare Auflockerung der Coronavirus-Maßnahmen scheint nicht vor Mitte Mai realistisch. Ob die Öffnung der Nicht-Lebensmittel-Geschäfte, die Kanzler Kurz als erste große Auflockerung (jedenfalls vor der Öffnung von Schulen und Universitäten) in den Raum stellte, dann oder doch schon etwas früher erfolgen kann, hängt von der Umsetzung dessen ab, was der Kanzler zuvor etwas kryptisch als „das neue Normal“ bezeichnete.

Nach dem schrittweisen Shutdown-Ende: „Das neue Normal“

Was ist also zu erwarten, wenn der Shutdown (schrittweise) endet und die Auflockerung der Coronavirus-Maßnahmen nach und nach tatsächlich passiert? Was wird „das neue Normal“?

Umfassende Hygiene-Maßnahmen im Alltag

Mit der Einführung der Schutzmasken-Pflicht in Supermärkten, die schnell ausgeweitet werden soll, wurde der erste Schritt bereits getan. Das Tragen von Schutzmasken im öffentlichen Raum (um andere vor sich selbst zu schützen) dürfte auch nach dem Shutdown noch längere Zeit verpflichtend sein. Nach asiatischem Vorbild könnte es auch verstärkt zum Einsatz von Desinfektionsmittel-Spendern an öffentlichen Plätzen wie Ubahn-Stationen bzw. an Eingängen von Geschäften und vergleichbaren Orten kommen. Generell werden Hygiene-Maßnahmen im Alltag noch lange eine deutlich größere Rolle spielen.

Verbot großer Menschen-Ansammlungen

Ebenfalls noch länger erhalten bleiben wahrscheinlich Zahlen-Beschränkungen für Menschen-Ansammlungen. Hier ist von einer schrittweisen Erhöhung der erlaubten Zahl je nach Verlauf der weiteren Entwicklung der Coronavirus-Fälle auszugehen. Unter anderem wegen der Auswirkung auf die Demonstrationsfreiheit dürfte es hierzu politische Debatten geben.

Einsatz von Daten, Tracking und elektronische Passierscheine

Besonders stark und kontrovers wird dieser Punkt diskutiert werden. Kanzler Kurz brachte ihn inzwischen mit der Ansage, verstärkt Daten bzw. Apps nutzen zu wollen bereits mehrmals aufs Tapet. In asiatischen Ländern wurden große Erfolge etwa mit anonymisierten Virus-Tracking-Apps erzielt. User informieren diese selbstständig, wenn sie eine positive Diagnose bekommen. Die App nutzt daraufhin die Smartphone-Geodaten dieser User aus den letzten 24 Stunden, um anderen Usern geographische Hotspots zu zeigen. Ebenfalls in asiatischen Ländern werden elektronische Passierscheine auf dem Smartphone genutzt, die etwa Genesenen erteilt werden. Generell gibt es viele Möglichkeiten, Smartphone-Daten zu nutzen, um die Einhaltung von Maßnahmen zu kontrollieren. Inwiefern das in Österreich passieren wird, kann gegenwärtig noch recht schwer abgeschätzt werden, weil es stärker als andere Maßnahmen Gegenstand politischer Debatten sein wird.

Nur schrittweise Öffnung der Grenzen

Teil des „neuen Normals“ nach der Auflockerung der Coronavirus-Maßnahmen werden auch weiterhin geschlossene Grenzen sein. In asiatischen Ländern, die das Coronavirus bereits halbwegs im Griff haben, erweisen sich neuerliche „importierte Fälle“ zusehends als größtes Problem in Bezug auf Covid-19. Eine Grenzöffnung ist auf absehbare Zeit nur gegenüber Staaten zu erwarten, die das Coronavirus aus Sicht Österreichs gänzlich im Griff haben. Das wird also nur schrittweise passieren und könnte in einigen Fällen noch sehr lange dauern.

Tatsächliches Ende der Maßnahmen: Impfung oder Medikament

Ebenfalls von Kanzler Kurz angesprochen wurde bereits die Voraussetzung für eine tatsächliche Rückkehr zum Normalzustand vor der Coronavirus-Pandemie: Es braucht entweder ein ausgesprochen wirksames Medikament oder – noch besser – eine Impfung. Folgt man Medienberichten, gibt es bereits zahlreiche vielversprechende Medikamenten- und Impfstoff-Kandidaten. Hier ist aber Vorsicht vor zu viel Optimismus geboten. Üblicherweise dauert die Entwicklung eines Medikaments bzw. eines Impfstoffs inklusive entsprechender Studien mehrere Jahre. In diesem Fall gibt es gewiss mehr Budget, mehr Test-Kapazitäten und mehr politischen Willen als sonst. Wirklich schnell wird es aber wohl dennoch nicht gehen. Hier heißt es nun: Hoffen.

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Zehn davon holen wir als Nominierte für den Innovator of the Year in der Kategorie Scaleups vor den Vorhang. Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Scaleups wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Startups und Corporate Innovation vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.


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Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.

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Auffallen ist gewiss eine der Stärken des Grazer Scaleups Emerald Horizon – sei es mit ausgerechnet diesem Produkt, Small Modular Reactors, im traditionell extrem atomkraftkritischen Österreich, mit Personalentscheidungen wie Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer oder mit dem dieses Jahr erfolgten ungewöhnlich frühen Börsengang. An der Wiener Börse wird das Unternehmen jedenfalls mittlerweile seit Monaten jenseits der Milliarden-Euro-Grenze bewertet und kann damit – je nach Definition – als Österreichs jüngstes Unicorn gesehen werden. Für die Entwicklung des Unternehmens gewiss noch entscheidender: Im August verkündete man, gemeinsam mit dem niederländischen Partner VDL Groep in die nächste Entwicklungsstufe des Small Modular Reactors zu gehen.

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Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion
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Das niederösterreichische SpaceTech-Scaleup Enpulsion rund um Gründer Alexander Reissner liefert Antriebssysteme für Nano- und Mikrosatelliten. Zu Jahresbeginn sicherte sich das Unternehmen eine 22,5 Millionen Euro schwere Series-B-Finanzierung, um die Produktionskapazitäten am Standort Wiener Neustadt deutlich zu erhöhen. Im August 2026 verkündete Enpulsion zudem die geplante strategische Übernahme der britischen Lift Me Off Ltd, um das eigene Produkt-Portfolio um chemische Antriebe für besonders agiles Manövrieren im Weltraum zu erweitern. Zusätzlich steht für diesen Herbst ein zentraler Meilenstein an: ein Orbit-Test der neuartigen Antriebstechnik an Bord des heimischen Satelliten AT-Astra.

fiskaly

fiskaly - das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly
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Das 2019 gegründete Wiener Unternehmen fiskaly von Johannes Ferner, Simon Tragatschnig und Patrick Gaubatz macht Kassentransaktionen cloudbasiert und gesetzeskonform. Die Zahlen sprechen für sich: 60 Prozent Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr, profitabel, mehr als 150 Mitarbeitende, rund 1.900 B2B-Kund:innen mit über einer Million POS-Systemen in acht EU-Ländern und Marktführerschaft in Deutschland. Im September folgte der nächste Schritt vom Scaleup zum Infrastrukturanbieter: Mit David Feichter holte fiskaly den Ex-CEO von orderbird als Co-CEO an Bord, ausgerechnet jenen Mann, der 2019 als allererster Kunde den Deal mit Ferner verhandelt hatte. Feichter verantwortet den operativen Betrieb, Ferner konzentriert sich auf Partnerschaften und weitere Akquisitionen in Europa.

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Das 2023 gegründete Scaleup von Gründer Markus Müller entwickelt eine KI-gestützte Software, die regulatorische und qualitative Prozesse für MedTech- und Pharmaunternehmen automatisiert. Im Februar 2026 sorgte das Unternehmen mit einem Series-A-Investment von 20 Millionen Dollar für Aufsehen. Mit dem frischen Kapital treibt das Scaleup in diesem Jahr die gezielte Expansion auf dem US-Markt voran, um sich weltweit als Standard für regulatorische KI-Prüfungen im Gesundheitsbereich zu etablieren. Zudem plant man eine erste eigene Kund:innenkonferenz, die über 200 internationale MedTech-Entscheider:innen nach Wien bringen soll.

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fonio.ai-Co-Founder Daniel Keinrath (CEO, l.) und Matthias Gruber (CTO) | (c) fonio.ai

Wenn bei einem KMU niemand ans Telefon geht, übernimmt fonio.ai: Die KI-Agenten des erst 2024 gegründeten Wiener Startups von Daniel Keinrath und Matthias Gruber führen inzwischen rund zwei Millionen Anrufe pro Monat für über 7.000 Kund:innen. Im Juni schloss man eine Seed-Runde über 14,6 Millionen Euro ab, angeführt vom Londoner Fonds 20VC bei einer Bewertung von 120 Millionen Euro, ohne offiziellen Fundraise und ohne Pitch Deck. Im August knackte fonio.ai die Marke von zehn Millionen Dollar ARR – später folgte im Oktober die Marke von 15 Millionen Dollar. Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt laut Keinrath inzwischen von außerhalb der DACH-Region, im September eröffnete das Startup unter anderem sein Büro in Barcelona als Hub für Südeuropa.

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Es ist eine Geschichte, wie sie nur die Startup-Welt schreiben kann: Vor mehr als zehn Jahren gegründet, konnte Helferline über lange Zeit zwar eine ganze Zahl namhafter Referenzen vorweisen, der wirtschaftliche Durchbruch blieb aber aus. Das änderte sich im Laufe der vergangenen Monate drastisch: Vor etwas mehr als einem Jahr stieg Hansi Hansmann als Investor ein. Seitdem holte man Großaufträge vom deutschen Telekom-Riesen O2, von Asus, von Starlink und weiteren. Aktuell befindet sich das Wiener Scaleup auf einem steilen Wachstumskurs und macht nach eigenen Angaben monatliche sechsstellige Gewinne.

Neoh

v.l.n.r.:  Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh
v.l.n.r.: Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh

Das Wiener Scaleup von Manuel Zeller konnte mit Süßigkeiten, die auf dem selbst entwickelten, kalorienarmen Zuckerersatzstoff Zero+ basieren, mittlerweile eine große Fangemeinde aufbauen, die auch über die Grenzen Österreichs hinausgeht. Auch machte, Stand April 2026, das B2B-Geschäft bereits rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus, mit steigender Tendenz, wie Zeller erklärte. Dies und auch die Entwicklung einer gelungenen Bueno-Alternative sorgten dafür, dass eine Investmentgesellschaft aus Luxemburg namens Teseo Capital ins Scaleup einstieg. Dahinter steht die italienische Familie Ferrero, die mit Marken wie Nutella, Kinder und Ferrero Rocher den Süßigkeitenmarkt dominiert.

ParityQC

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Das Innsbrucker Quantenunternehmen ParityQC von Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser hat allein im heurigen Jahr einen 35-Mio.-Deal für den Bau eines mobilen Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium ergattert und im Rahmen der „EUREKA-Ausschreibung Deutschland-Israel“ eine Kooperation mit dem israelischen Quantensoftware-Spezialisten Classiq gestartet. Zudem lieferte es im April einen deutlichen Beleg dafür, dass europäisches Quantencomputing den Sprung aus dem Labor in die Industrie geschafft hat. Gemeinsam mit IBM stellte man einen neuen Weltrekord bei der Quanten-Fourier-Transformation (QFT) auf. Konkret wurde dabei die bislang größte jemals gemessene QFT auf einem IBM-Quantum-Heron-Prozessor realisiert, mit 52 supraleitenden Qubits statt der bisherigen 27 Ionenfallen-Qubits.

Reploid

Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz

Kein anderes heimisches Scaleup schaffte es dieses Jahr, in einer derartigen Regelmäßigkeit für Schlagzeilen zu sorgen. Das seit 2025 an der Wiener Börse gelistete Welser Insektenzucht-Unternehmen baute seine Führungsebene aus, eröffnete neue Expansionsmärkte, präsentierte neue Kund:innen, verkündete eine Übernahme und holte sich einen achtstelligen Wachstumskredit. Wiewohl die Geschäftszahlen bei genauerer Betrachtung etwas komplexer sind, als vom Scaleup dargestellt, steht fest: Reploid ist weiter voll auf Wachstumskurs. 

waterdrop

Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop
Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop

Das Wiener Scaleup waterdrop von Henry Murray, Martin Murray und Christoph Hermann holte sich im Mai ein 100-Millionen-Euro-Investment. Zu den Investor:innen dieser Runde zählten Aspeya, Atlantic Grupa und der alpine Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde. Schon im Jänner dieses Jahres verkündete das Scaleup seine Profitabilität. Zudem übernahm Jristian Cruz Limsico die Rolle des Global Creative Director, der seit 2017 die visuelle Identität des Modehauses Karl Lagerfeld prägte. Er verantwortet nun die weltweite Markenidentität des Unternehmens.

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