05.08.2022

Shortlist: Das sind die CEOs mit der kürzesten Amtszeit der Geschichte

Die Position des CEO ist eine der begehrtesten in der Arbeitswelt. Doch nicht jeder Mann und jede Frau sind für bestimmte Unternehmen geeignet. Oder haben einfach Pech. Eine Aufzählung von Sex, Rassismus und Politik als Karrierebremse.
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kürzeste Ceos, Ceo gefeuert, nicht lange im Amt
(c) Stock.Adobe/Mind and I - Manchmal ist die Karriere eines CEO von kurzer Dauer.

CEO. Drei Buchstaben, die in der Geschäftswelt für mehr als bloß für die Leitung eines Unternehmens stehen. Verantwortung, Führung, Weitsicht sind nur drei der Attribute, die mit dem Job-Titel verknüpft sind. Die Ausübung und Definition dieser Position sind so vielfältig, wie die jeweiligen Menschen dahinter.

John Stumpf, CEO des Finanzdienstleisters Wells Fargo erklärte einst: „Ich wollte nie CEO werden. Ich wollte immer ein gutes Teammitglied sein, ein guter Kollege.“

Indra Nooyi von Pepsi indes sagte: „Nur weil Sie CEO sind, sollten Sie nicht denken, dass Sie schon am Ziel sind. Sie müssen sich ständig weiterbilden. Ihre Denkweise und ihre Herangehensweise an das Unternehmen verbessern. Das habe ich nie vergessen.“

Während Ikonen der Ökonomie wie Steve Jobs (1976 – 1985; 1996 – 2011), Jack Welch von GE (1981 – 2001) oder Bill Gates (1975 bis 2000) sehr lange Zeit CEOs ihrer Companys waren, gibt es auch weniger erfolgreiche Beispiele, in denen Sex, Rassismus oder Politik das rasche Ende der Karriere einläuteten. Dies sind die bekanntesten.

Boeing-CEO

Harry Stonecipher etwa tauchte Anfang der 2000er Jahre aus dem Ruhestand auf, um Boeing von Dezemeber 2003 bis März 2005 zu leiten, wo er zuvor von 1997 bis 2002 tätig gewesen war. Dann kam eine monatelange Affäre mit einer weiblichen Führungskraft an Licht und er musste Boeing nach einem Jahr und drei Monaten verlassen.

Vivian Schiller, NPR

Vivian Schiller hatte die Rolle der CEO von „National Public Radio“ 13 Monate inne. Sie hatte von Anfang an mit Kontroversen zu kämpfen. So wurde zum Beispiel Korrespondent Juan Williams entlassen, nachdem er sich auf Fox News über Muslime ausgelassen hatte. Dann wurde Schiller von konservativen Aktivisten in einer Videoaktion erwischt, in der sie sich abfällig über die „Tea Party“ äußerte. Dem drohenden Verlust staatlicher Förderung vorzubeugen, musste sie im März 2011 das Unternehmen verlassen.

Leo Apotheker, HP

Leo Apotheker durfte sich ganze zehn Monate CEO von Hewlett-Packard nennen. Seine Amtszeit umfasste Misserfolge bei der Produkteinführung – das Touchpad wurde nach nur sieben Wochen zurückgezogen – Katastrophen bei der Öffentlichkeitsarbeit und misslungene Gewinnankündigungen. 2011 trennte sich der Vorstand von ihm.

Owen Van Natta, CEO von MySpace

Während bei Apotheker eine mangelhafte Performance den Ausschlag für seine Entlassung gegeben hat, war es bei Owen Van Netta eher das Gegenteil. Er verließ seine Position bei MySpace nach zehn Monaten und hatte im Unternehmen, wie es heißt, nichts bewegt. Gerüchten zufolge hatte er versucht, sich feuern zu lassen, um aus dem strauchelnden Unternehmen herauszukommen.

Ed Whitacre, Jr., General Motors

Whitacre hatte sich den Spitznamen „GM-Reaper“ verdient, weil er nach dem Konkurs Marken vernichtete. Er brachte mit seiner Art das Unternehmen auf die richtige Bahn, wurde aber nach neun Monaten ersetzt, da potentielle Investoren – mit Blick auf den Börsengang – jemand neuen wollte. Seine Aussage zu Jobantritt „Ich weiß nichts über Autos“ hatte ihriges dazu beigetragen.

Jack Griffin, Time Inc

Auch Jack Griffins fünfmonatige Amtszeit an der Spitze von Time Inc. war geprägt von Skandalen. Der damalige CEO machte zu viele Anspielungen darauf, dass er römisch-katholisch ist und verglich das Unternehmen mit dem Vatikan. Es hieß damals auch, dass er auch unflätige oder sexistische Bemerkungen von sich gab.

Außerdem sorgte er auf die Art und Weise für Aufregung, indem er Geld für Berater ausgab, die bei einer Umstrukturierung helfen sollten. Und darauf bestand, dass sein Name prominent auf den Titelseiten der Time Inc.-Magazine zu erscheinen habe. Schlussendlich forderte der Vorstand eindrücklich seinen Rücktritt – die Bitte einer Bedenkzeit von 24 Stunden wurde knallhart abgelehnt.

Alan Fishman, CEO von Washington Mutual

Während es noch einige weitere Beispiele von kurzen CEO-Karrieren gibt, übertrifft Alan Fishmanns Fall (was die Dauer betrifft) alle anderen mit Abstand.

Fishman übernahm Washington Mutual von Kerry K. Killinger, der das Unternehmen 18 Jahre lang geführt hatte, als es in der Finanzkrise zusammenbrach. Im Gefolge von Lehman Brothers arrangierte die Regierung schlussendlich die Übernahme es Unternehmens durch JPMorgan – und Fishman war schlicht seinen Job los. Nach 17 Tagen.

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RNAnalytics, tecnet
© equity - (v.l.) Christian Laurer, Adriana González Palomo, Viktoria Enkmann, Hannes Burgstaller und Natalija Rajicic.

Mit einem SAFE (Simple Agreement for Future Equity) beteiligt sich tecnet equity am niederösterreichischen TechBio-Startup RNAnalytics. Das von Viktoria Enkmann und Hannes-Oliver Burgstaller gegründete Unternehmen ist im accent Makerspace in Tulln angesiedelt und entwickelt dort Lösungen für die Analyse von Lipid-Nanopartikeln – winzigen Transporthüllen, die Wirkstoffe wie RNA sicher in menschliche Zellen bringen sollen. Mit dem Investment möchte RNAnalytics die Weiterentwicklung seiner modularen Analyse-Toolkits sowie den Ausbau seiner integrierten Softwareplattform vorantreiben. Über die Höhe der Beteiligung wurde Stillschweigen vereinbart. Doch wie brutkasten erfahren hat, handelt es sich inklusive Förderungen um eine Summe im „höheren sechsstelligen Bereich“.

RNAnalytics: Analysen sehr aufwendig

RNA-basierte Medikamente haben durch neue Impfstoffe und Therapieansätze stark an Bedeutung gewonnen. Damit RNA im Körper überhaupt dort ankommt, wo sie wirken soll, braucht sie eine schützende Transporthülle. Dafür werden häufig sogenannte Lipid-Nanopartikel, kurz LNPs, eingesetzt.

Ob diese winzigen Partikel richtig funktionieren, muss während der Entwicklung eines Medikaments immer wieder überprüft werden. Entscheidend sei dabei, die Eigenschaften der Partikel genau zu verstehen, von ihrer Größe und Stabilität über die tatsächlich eingeschlossene RNA-Menge bis hin zu ihrem Verhalten in unterschiedlichen Zellen.

Diese Analysen seien heute oft aufwendig, erfordern teilweise teure Spezialgeräte und würden mangels einheitlicher Methoden nur eingeschränkt vergleichbare Ergebnisse liefern. „Das kostet Zeit und erschwert insbesondere kleineren BioTech-Unternehmen und Forschungslabors den Zugang zu einer Technologie, die für die Entwicklung neuer RNA-Therapien immer wichtiger wird“, liest man in der Aussendung.

Modulare Toolkits

RNAnalytics hat es sich daher zum Ziel gesetzt, diese Analysen einfacher und standardisierter zu machen. Dafür entwickelt das Unternehmen modulare Toolkits, die auf bereits vorhandener Laborausstattung eingesetzt werden können. Sie kombinieren validierte Messmethoden, Reagenzien und Referenzmaterialien und wollen Laboren damit einen „klar definierten Ablauf für die Untersuchung von Lipid-Nanopartikeln“ ermöglichen.

„Die SAFE-Finanzierung gibt uns in dieser frühen Phase die Möglichkeit, unsere Toolkits konsequent weiterzuentwickeln und parallel den Ausbau unserer Softwareplattform voranzutreiben. Mit tecnet equity haben wir dabei einen Partner an unserer Seite, der die Herausforderungen technologieintensiver Gründungen versteht“, sagt Enkmann, CEO von RNAnalytics.

RNAnalytics: Plattform in Entwicklung

Der Ansatz des Tullner Startups geht jedoch über einzelne Labortests hinaus, wie man mitteilt: Parallel zu den Toolkits entwickelt das Unternehmen eine Softwareplattform, in der die bei den Analysen entstehenden Daten zusammengeführt und automatisch ausgewertet werden können.

So entstehe ein umfassendes Bild der relevanten Qualitätsmerkmale eines RNA-Therapeutikums. Statt Messergebnisse aus unterschiedlichen Geräten und Tests einzeln auszuwerten, könnten Labore ihre Daten zentral verarbeiten, verschiedene Qualitätsparameter miteinander vergleichen und standardisierte Berichte erstellen. Die Kombination aus physischen Toolkits und Software soll damit einen bislang stark fragmentierten Analyseprozess in einen durchgängigen Workflow überführen.

„RNAnalytics setzt an einem sehr konkreten Problem in einem technologisch anspruchsvollen und stark wachsenden Bereich der Biotechnologie an. Besonders überzeugt uns der Ansatz, komplexe Laboranalytik durch standardisierte Toolkits zugänglicher zu machen und diese gleichzeitig in einer skalierbaren Softwareplattform zusammenzuführen“, erklärt Christian Laurer, Senior Investment Manager bei tecnet equity. „Die beiden Gründer:innen verbinden fundiertes wissenschaftliches Know-how mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen in der LNP-Analytik und einer überzeugenden Produktvision. Diese Kombination war für uns eine wesentliche Grundlage für das Investment in dieser frühen Phase.“

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