Strategiewechsel: Steirische Fördergesellschaft SFG wird mehr in Startups investieren
Die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft SFG setzt gemeinsam mit Business Angel Herbert Gartner (eQventure) eine "Risikokapitaloffensive" auf. Je bis zu 150.000 Euro sollen - immer gemeinsam mit Privatinvestoren - in Startups fließen.
Die steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft SFG ist grundsätzlich ein recht aktiver Investor. 50 Beteiligungen an 43 unternehmen hält die Gesellschaft. 38 davon – mit einem Gesamtvolumen von 10,5 Millionen Euro – wurden seit 2015 erworben. Insgesamt ließen sich aber nur drei der derzeitigen Beteiligungen als „Risikokapital“ klassifizieren, schreibt die „Kleine Zeitung“. Sie berichtet von einer „Risikokapitaloffensive“ der SFG, durch die sich das nun ändern soll. Für die Konzeption der neuen Strategie holte man sich Unterstützung von eQventure-Chef und Business Angel Herbert Gartner.
SFG: Neuer Fokus auf Hightech-Startups im Digitalbereich
Dabei will man auf Hightech-Startups im Digitalbereich fokussieren – also genau auf Gartners bevorzugte „Zielgruppe“. Sie sollen von der SFG Investments zwischen 25.000 und 150.000 Euro bekommen, wobei immer ein Privatinvestor zumindest ebenso viel Kapital einbringen muss. Zusätzlich bietet die SFG den investierten Unternehmen ein besonders „Goodie“: Die Gründer haben die Möglichkeit, den Anteil innerhalb von fünf Jahren zu festgelegten Zinsen zurückzukaufen.
Gartner: „Staat kann langfristig gut verdienen“
„Unsere Offensive soll das große Gründerpotenzial in der Steiermark heben“, sagt SFG-Chef Christoph Ludwig gegenüber der Kleinen Zeitung. „Der Bedarf junger Unternehmen nach Eigenkapital und Investments im Bereich der Digitaltechnologie steigt, darauf reagieren wir“. Herbert Gartner betont im Beitrag die Vorteile für die private und die öffentliche Seite: „Der Staat kann Leute motivieren zu gründen, das Kapital auf einfache Weise verdoppeln und damit langfristig gut verdienen“.
Nach zehn Jahren in Wien: SuperCycle startet Franchisemodell für ganz Österreich
100 Mitarbeitende und mehr als 73.000 Kund:innenkonten kann sich das Indoorcycling-Unternehmen auf die Fahnen schreiben. Jetzt öffnet SuperCycle das Konzept für Franchisepartner:innen. Bald sollen neue Studios in ganz Österreich entstehen und die langjährige Nachfrage aus den Bundesländern bedienen.
Nach zehn Jahren in Wien: SuperCycle startet Franchisemodell für ganz Österreich
100 Mitarbeitende und mehr als 73.000 Kund:innenkonten kann sich das Indoorcycling-Unternehmen auf die Fahnen schreiben. Jetzt öffnet SuperCycle das Konzept für Franchisepartner:innen. Bald sollen neue Studios in ganz Österreich entstehen und die langjährige Nachfrage aus den Bundesländern bedienen.
Discokugel an der Decke, Spiegel an den Wänden und ein neonpinker Schriftzug, auf dem „SuperCycle“ zu lesen ist. Im Takt treten bis zu 40 Beinpaare auf den Bikes und lassen Herzfrequenzen in die Höhe schnellen.
Dieses Gefühl, das SuperCycle seit 2016 in seinen fünf Wiener Studios aufgebaut hat, soll jetzt über die Stadtgrenzen hinausfinden. Seit dem ersten Jahr erreichen Mitgründerin Olivia „Lilli“ Hromatka und ihre Co-Founderin Rhana Loudon laufend E-Mails aus anderen Städten, vor allem aus Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck. Jetzt reagiert das Unternehmen darauf: Mit einem Franchisemodell soll das Boutique-Cycling-Konzept österreichweit wachsen.
SuperCycle ist ein Indoorcycling-Studio: Auf stationären Rädern fahren die Teilnehmenden im Gruppenkurs zur Musik, angeleitet von Instructor:innen, die Tempo, Widerstand und Choreografie vorgeben. Dabei setzen die Trainer:innen auf durchchoreografierte, HIIT(High-Intensity-Intervall-Training)-basierte Einheiten im abgedunkelten Raum, mit Lichtshow und Playlist als festem Bestandteil der Stunde.
Über 165 solcher Kurse laufen aktuell pro Woche in den Wiener Studios, aufgeteilt auf Formate wie Soft-, Sculpt- und Music-Rides. Die Gründerinnen Loudon und Hromatka haben SuperCycle über das letzte Jahrzehnt ohne Investor:innen aufgebaut.
Zehn Prozent Abgaben und 32.000 Euro Einstiegsgebühr
Konkrete Zahlen zum neuen Franchisemodell nennt Hromatka im brutkasten-Interview: Die monatlichen Gesamtgebühren sollen sollen bei rund zehn Prozent des Nettoumsatzes liegen, dazu kommt die Einstiegsgebühr von 32.000 Euro. Auf weitere Kosten bzw. genauere Zahlen wird im näheren Kennenlernen der Franchise PartnerInnen eingegangen, erklärt Hromatka. Denn wer ein Studio eröffnet, muss auch investieren: SuperCycle-Studios brauchen etwa eine eigene Lüftung sowie einen Raum-in-Raum, um die Musik in voller Lautstärke spielen zu können, ohne die Nachbarschaft zu stören.
Auch die Bikes schaffen sich Franchisenehmer:innen selbst an. Wie hoch die Gesamtinvestition ausfällt, hängt von Studiogröße und Standort ab. Wichtig seien in jedem „Fall Hands-on-Mentalität, Organisationstalent, die Liebe zu SuperCycle, und die Bereitschaft, regelmäßig vor Ort im Studio zu sein, um eine Community aufzubauen“, ergänzt die Co-Founderin.
Vier Landeshauptstädte zuerst
Die Expansion soll schrittweise erfolgen. „Ziel wäre Graz, ein bis zwei Studios, Linz, Salzburg, Innsbruck“, so Hromatka. Erst wenn die Partnerschaften in Österreich funktionieren, ist internationale Expansion geplant. „Ich bin ein großer Fan davon, sich realistische Ziele zu setzen“, erklärt die Co-Founderin weiter. Für jeden Standort gibt es laut eigenen Angaben bereits eine Gebietsanalyse, auf deren Basis ein Gebietsschutz vergeben wird, je nach Nachfrage auch mehrere Gebiete pro Stadt.
Rund 30 Interessent:innen, gezielte Auswahl
Bislang haben sich laut Hromatka rund 30 Interessent:innen gemeldet. Gesucht wird nicht in erster Linie Fitnessbranchen-Erfahrung, sondern Haltung: „Es geht nicht darum, dass jemand das aufbauen will, um einfach nur Geld zu machen“, sagt Hromatka. Wichtiger seien Hands-on-Mentalität, Organisationstalent, ein finanzielles Backup und die Bereitschaft, regelmäßig vor Ort im Studio zu sein.
Der Anspruch bleibt laut Hromatka derselbe wie beim Wiener Start: „Wir wollten weg von diesem langweiligen Sport.“ Wer einmal eine Sportart gefunden hat, die Freude macht, bleibt langfristig dabei. Genau dieses Gefühl soll das Franchisemodell nun nach ganz Österreich bringen.
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