16.02.2026
INVESTMENT

Sendance: Linzer Deep-Tech-Startup erhält sechsstelliges Investment

Das Linzer Deep-Tech-Startup Sendance sichert sich ein sechsstelliges Investment. Mit Garage Angels steigt ein neuer Investor in die laufende Finanzierungsrunde ein und stellt mehrere hunderttausend Euro in Form eines Wandeldarlehens bereit.
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Sendance
© Sendance

Das oberösterreichische Startup Sendance zog 2023 in einer Finanzierungsrunde ein sechsstelliges Investment an Land. Beteiligt an der Runde hatten sich damals das Berliner Business-Angel-Syndikat Croton Capital, die beiden niederösterreichischen Investoren 4u-ventures und SweeNO Invest sowie der Business Angel Christian Loidl, Managing Director von CL Consulting. Nun gibt es wieder frisches Kapital, erneut in sechsstelliger Höhe.

Sendance: Garage Angels als Neu-Investor

Die Investorengruppe Garage Angels tritt als neuer Investor des Linzer Hightech-Startups auf, das Sensoren zur Datenerfassung aus medizinischen Geräten und Hilfsmitteln entwickelt. Das Investment in Höhe von mehreren hunderttausend Euro ist als Wandeldarlehen im Rahmen der derzeit laufenden dritten Finanzierungsrunde des österreichischen Unternehmens strukturiert. Electron Capital Partners beteiligte sich bereits in der Seed-Runde an dem Investment.

Sendance hat eine patentierte Technologieplattform aufgebaut, die es Herstellern von Geräten wie orthopädischen Einlagen, Prothesen und Exoskeletten ermöglichen soll, Gesundheitsdaten zu sammeln und die Lebensqualität von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu verbessern. Das Team hat eine Lösung entwickelt, die eigenen Angaben nach bereits von Kunden weltweit genutzt wird, und die ersten mit „sendance inside“ gekennzeichneten Produkte kommen nun auf den Markt.

Kapital für Stärkung von Vertrieb

Für Garage Angels war die Kombination aus technologischer Reife der Lösung und der Erfahrung des Gründerteams ausschlaggebend: „Personalisierte und intelligente medizinische Geräte stellen einen der zentralen Trends der Zukunft dar. Sendance bietet eine technologisch skalierbare und hochgradig anpassungsfähige Lösung und wird von einem erfahrenen Seriengründer, Robert Koeppe, geführt, der eine klare Vision und die Fähigkeit zur Umsetzung hat. Diese Kombination hat uns überzeugt, in das Unternehmen zu investieren“, sagt Miloš Dendis von Garage Angels.

Robert Koeppe gründete zuvor das auf Sensortechnologien spezialisierte Deep-Tech-Startup isiQiri, das er 2018 erfolgreich im Rahmen einer M&A-Transaktion verkaufte. Mit einem Hintergrund in Produktvision und Business Development steht er sowohl hinter der technologischen als auch der strategischen Vision von Sendance und sagt: „Wir planen, die Investition zur Stärkung von Vertrieb, Marketing und Produktskalierung zu nutzen.“

Sendance: Insgesamt 2,6 Millionen Euro eingesammelt

Bislang hat Sendance insgesamt 2,6 Millionen Euro an Investorengeldern eingesammelt. Das aktuelle Investment soll die weitere Entwicklung der Sensor- und Datenplattform sowie deren breitere Nutzung durch Hersteller unterstützen, die ihre physischen Geräte um eine Datenebene und neue Möglichkeiten im Umgang mit Gesundheits- und Mobilitätsdaten erweitern möchten.

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(c) Enpulsion
(c) Enpulsion

Das am Wiener Flughafen ansässige Scaleup Enpulsion hat sich in den vergangenen Jahren eine beachtliche Position auf dem SpaceTech-Weltmarkt herausgearbeitet. Nach eigenen Angaben ist man mittlerweile Europas führender industrieller Hersteller für Weltraum-Antriebssysteme. Im Zentrum stehen dabei bislang elektrische Antriebe für Mikro- und Nano-Satelliten, die die „FEEP-Technologie“ nutzen, bei der flüssiges Metall (Indium) in winzige geladene Teilchen zerlegt und ausgestoßen wird. Mittlerweile bietet man zudem auch Antriebe für größere Satelliten mit bis zu 500 Kilogramm Gewicht an.

Konkurrierende Antriebssysteme

Diese elektrischen Antriebe, mit denen Enpulsion groß geworden ist, sind eine Alternative zu vielfach genutzten chemischen Antriebssystemen. Ein nun kommunizierter strategischer Schritt kann daher auf den ersten Blick durchaus verwundern: Mit Lift Me Off Ltd (LMO) aus dem Vereinigten Königreich will man ein Unternehmen zu 100 Prozent übernehmen, das auf chemische Weltraum-Antriebssysteme spezialisiert ist. Das Unternehmen ist unter anderem an den ESA-LEO-Missionen (Low Earth Orbit) und geplanten Mondmissionen beteiligt.

Über den Kaufpreis gibt es dabei keine Angabe. Erst im März dieses Jahres hatte Enpulsion eine 22,5 Millionen Euro schwere Finanzierungsrunde verkündet. Die aktuelle Transaktion muss noch von den britischen Behörden im Rahmen des National Security and Investment Act 2021 (NSIA) bewilligt werden. Der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Mit Technologie-Kombination zum Komplettanbieter

Bei Enpulsion argumentiert man die Übernahme als strategischen Schritt, um hybride Antriebssysteme aus einer Hand anbieten zu können. Man wolle durch die Kombination mit dem konkurrierenden Antriebssystem einen „complete spacecraft mobility backbone“ aufbauen, wird Gründer und CEO Alexander Reissner in einer Aussendung zitiert: „LMO bringt Erfahrungen im institutionellen Bereich, ein talentiertes Team und eine komplementäre Technologiebasis im Bereich chemischer Antriebe und Tanksysteme mit.“ In Kombination mit den industriell produzierten elektrischen Antrieben könne man Kunden ermöglichen, ihre gesamte Weltraum-Mobilitätsarchitektur über einen einzigen Partner aufzubauen, so Reissner.

LMO-Chef Shaun Dormon sieht einen logischen Schritt für beide Unternehmen, die eine ähnliche Vision, aber unterschiedliche technologische Zugänge hätten. „Gemeinsam können wir eine Kombination aus hocheffizientem und agilem Manövrieren im Weltraum bei minimaler Komplexität schaffen“, so Dormon. Das LMO-Team, das im Harwell Space Cluster nahe dem ESA-Zentrum ECSAT angesiedelt ist, soll erhalten bleiben. Auch die laufenden Missionen werden weitergeführt.

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