13.08.2020

Seasonax: Bei diesem Wiener Startup holt sich Bloomberg Insights zu Aktien

Saisonalität bei Aktien und anderen Finanzinstrumenten ist ein altbekanntes Phänomen. Doch diese ist viel komplexer und vielschichtiger, als oftmals angenommen, wie das Wiener Startup Seasonax seinen Kunden zeigt.
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Seasonax: Das Founder/Gesellschafter-Team (vlnr.): Dimitri Speck, Tea Muratovic und Christoph Zenk
(c) Seasonax: Das Founder/Gesellschafter-Team (vlnr.): Dimitri Speck, Tea Muratovic und Christoph Zenk

„Wenn man heute über Saisonalität spricht, dann kennen die meisten Anleger so Aussprüche wie ’sell in may and go away‘, oder auch die X-Mas-Rallye. Das sind gängige, bekannte Muster. Dass Saisonalität aber tatsächlich pro Aktie, Währung oder Rohstoff existieren, ist kaum bekannt“, sagt Christoph Zenk, Co-Founder des Wiener Startups Seasonax.

Auf Basis eines von seinem Mitgründer Dimitri Speck entwickelten Algorithmus, zeigt Seasonax nicht nur die auf das Jahr bezogene Saisonalität – sprich: eine Angabe, wann sich Kaufen und Verkaufen üblicherweise auszahlen – für unterschiedliche Finanzinstrumente. Auch für Intraday-Trading gibt es eine Funktion, die zeigt, zu welchen Uhrzeiten Aktien und Co üblicherweise zulegen oder an Wert verlieren.

Saisonale Charts von Seasonax: Mehr als nur Durchschnittswerte

Über das einfache Errechnen von Langzeit-Durschnittswerten geht das System weit hinaus, wie Christoph Zenk erklärt: „Dimitri Speck hat unseres Wissens weltweit als Erster einen Algorithmus für tag- und preisgenaue saisonale Charts entwickelt. Davor gab es nur Näherungen wie beispielsweise Diagramme mit Monatsbalken. Die Schwierigkeiten reichen vom geometrischen Mittel bis hin zu Kalenderanomalien“. Viele Wettbewerber würden auch heute nur unpräzise Charts bieten. Denn man müsse auch beachten, dass die Algorithmen selbst nur ein Teil der Lösung seien. „Es geht natürlich auch darum, wie historische Daten integriert und auch bereinigt werden. Hier muss man diverse Absicherungen mit einfließen lassen“, so Zenk.

Warum Gold und Silber eine unterschiedliche Saisonalität aufweisen

Während man sich die Saisonalität bestimmter Aktien recht leicht herleiten kann, etwa einen Anstieg bei Sportartikelherstellern vor ihrer Hauptsaison, gebe es häufig auch komplexere Muster und Überraschungen, erläutert der Seasonax-Gründer: „Man würde etwa davon ausgehen, dass in der Gaming-Industrie gerade das Jahresende bzw. Weihnachten Saisonalitäten generiert. Beim Spiele-Hersteller Activision ist die stärkste Phase aber August bis September“. Auch bei Edelmetallen gebe es überraschende Verschiebungen. „So würde man wohl erwarten, dass Gold und Silber ähnliche Saisonalitäten haben könnten. Dem ist aber nicht so. Dadurch, dass Silber verarbeitet wird, sind die stärksten Zukäufe am Anfang und Ende des Jahres, was den Preis treibt. Gold steigt dagegen bereits ab der zweiten Jahreshälfte“, so der Gründer.

Screenshot: Seasonax

Seasonax: Starkes Wachstum mit der Web-App, Bloomberg und Thomson Reuters als Partner

Diese Muster können User der 2018 gelaunchten Web-App des Startups selbst ergründen. „Aufgrund unseres Aufbaus erlauben wir Nutzern schnell und einfach, visuell Saisonalitäten zu identifizieren, und bieten die Tools, um zu evaluieren ob sie stabil sind, einem Trend folgen, Ausreißer in bestimmten Jahren beinhalten oder ähnliches“, erklärt Zenk. Dazu versorge man die User noch in Form von Newslettern mit Insights zur Saisonalität verschiedener Finanzinstrumente. Die Nutzer zahlen auf Monats-, Quartals-, oder Jahresbasis eine fixe Gebühr, wobei es Varianten mit unterschiedlichem Funktionsumfang gibt.

Mit der Web-App gelang in den vergangenen Monaten eine massive Umsatzsteigerung. Man wachse trotz Corona von Monat zu Monat weiter, so Zenk. Seit kurzem verzeichne man mehr User aus dem englischsprachigen als aus dem deutschsprachigen Raum. Doch nicht nur einzelne Anleger setzen auf Seasonax. Die Lösung des Wiener Startups ist auch bei Bloomberg und Thomson Reuters integriert, die so ihre Nutzer mit genaueren Informationen zur Saisonalität versorgen.

Wachstumsfinanzierung geplant

Auf diesen Erfolgen will man sich bei Seasonax freilich nicht ausruhen. „Neben dem aktuellen Setup werden wir in Zukunft auch stärker Tradingplattformen, Banken und klassische Portalseiten an uns binden, da Saisonalität in Einzelaktien Geschichten erzählt und Content liefert. Dadurch sind wir eine stetige Quelle interessanter Stories in einem sonst vielleicht nicht ganz so unterhaltendem Segment“, sagt Zenk, „Heute sind wir ein reines Analysetool, das es jedem einzelnen ermöglicht, schnell und einfach quantitative Analysen durchzuführen. Morgen werden wir auf der User Journey länger den User begleiten – wahrscheinlich bis hin zu seinem eigentlichen Trade“.

Um diese Pläne umzusetzen und – wie Zenk erläutert – „unsere Vorreiterrolle in der saisonalen Analyse zu festigen, die Integration in Fremdportale zu forcieren und auch die bereits geplanten zusätzlichen Features für unsere User auszurollen“, wolle man noch dieses Jahr eine Wachstumsfinanzierung durchführen. Damit soll auch die Expansion auf den amerikanischen Markt vorangetrieben werden. Die Investorensuche habe gerade erst begonnen und der Gründer ist optimistisch: „Ich glaube, dass uns viele Entwicklungen in die Hände spielen und wir ein Window of Opportunity haben, das wir nützen müssen“.

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Exit51
© Exit51 - Michael Jiresch, Gründer Exit51.

Mit der Entwicklung der österreichischen Startup-Szene wächst auch die Zahl profitabler Unternehmen, die sich mit einem möglichen Verkauf auseinandersetzen. Klassische M&A-Berater konzentrieren sich häufig auf größere Transaktionen, wodurch kleinere Unternehmen bei der Suche nach geeigneter Beratung vor Herausforderungen stehen, meint Exit51-Gründer Michael Jiresch. Deshalb richtet er sein Angebot gezielt auf dieses Marktsegment aus.

Exit51: Exit-Strategie und diskrete Käufersuche

Das Unternehmen aus Wien begleitet Unternehmer:innen beim Verkauf profitabler Unternehmen, die für klassische M&A-Berater häufig zu klein sind – von der Exit-Strategie über die diskrete Käufersuche bis zu Verhandlung und Closing. Typischerweise liegen die begleiteten Unternehmen bei einem EBIT von etwa 250.000 bis 1 Mio. Euro und einem Jahresumsatz bis rund 10 Mio. Euro, heißt es per Aussendung. Im Fokus stehen unter anderem SaaS, E-Commerce, Ed-Tech, digitale Gesundheitsangebote sowie Agenturen und technologiegetriebene Geschäftsmodelle.

„Für einen Unternehmer kann der Verkauf eines Unternehmens mit 250.000 oder 500.000 Euro EBIT eine der wichtigsten wirtschaftlichen Entscheidungen seines Lebens sein. Für viele klassische M&A-Berater ist eine solche Transaktion dagegen zu klein. Genau diese Lücke wollen wir schließen“, sagt Jiresch.

Sell-Side-Beratung

Der Gründer verfügt über 15 Jahre Buy-Side-M&A-Erfahrung auf Konzernebene. Diese umfasst die Suche nach geeigneten Unternehmen, Due Diligence, Verhandlungen sowie die anschließende operative Führung übernommener Unternehmen. Seit 2024 begleitet er gemeinsam mit seinen Partnern auch Unternehmer:innen bei Unternehmensverkäufen. Mit Exit51 liegt der Fokus nun auf der Sell-Side-Beratung und der Begleitung von Unternehmer:innen beim Unternehmensverkauf.

Ein schlankes Setup und der Einsatz von KI für Recherche, Marktanalyse, Käufer-Matching und Due Diligence sollen eine effiziente und professionelle Begleitung auch bei kleineren Transaktionen ermöglichen. Exit51 setzt dabei auf die Kombination aus Technologie und persönlicher Erfahrung: KI übernimmt dort, wo sie Prozesse schneller und effizienter machen könne – etwa bei Recherche, Marktanalyse oder Käufer-Screening. In den entscheidenden Phasen des Verkaufsprozesses bleibe der persönliche Kontakt zentral, heißt es.

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Seasonax: Bei diesem Wiener Startup holt sich Bloomberg Insights zu Aktien

  • Auf Basis eines von Mitgründer Dimitri Speck entwickelten Algorithmus, zeigt Seasonax nicht nur die auf das Jahr bezogene Saisonalität – sprich: eine Angabe, wann sich Kaufen und Verkaufen üblicherweise auszahlen – für unterschiedliche Finanzinstrumente.
  • Auch für Intraday-Trading gibt es eine Funktion, die zeigt, zu welchen Uhrzeiten Aktien und Co üblicherweise zulegen oder an Wert verlieren.
  • Diese Muster können User der 2018 gelaunchten Web-App des Startups selbst ergründen.
  • „Aufgrund unseres Aufbaus erlauben wir Nutzern schnell und einfach, visuell Saisonalitäten zu identifizieren, und bieten die Tools, um zu evaluieren ob sie stabil sind, einem Trend folgen, Ausreißer in bestimmten Jahren beinhalten oder ähnliches“, erklärt Zenk.
  • Mit der Web-App gelang in den vergangenen Monaten eine massive Umsatzsteigerung.
  • Die Lösung des Wiener Startups ist auch bei Bloomberg und Thomson Reuters integriert, die so ihre Nutzer mit genaueren Informationen zur Saisonalität versorgen.

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