27.11.2025
GROWTH

Schrankerl heuer mit 50 Prozent Umsatzsteigerung und 4,5 Mio. Umsatz

Das Wiener Startup Schrankerl blickt auf ein starkes Geschäftsjahr 2025: Mit 4,5 Millionen Euro Umsatz und einem Wachstum von 50 Prozent baut der Anbieter von Mitarbeitendenverpflegung seine Präsenz weiter aus.
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Schrankerl
© Schrankerl - Stephan Haymerle von Schrankerl.

Wie nennt man etwas, das einem bekannt vorkommt bzw. von dem man meint, es bereits irgendwie erlebt zu haben? Déjà-vu. Ein Blick zurück: 2024 konnte das Wiener Startup Schrankerl seinen Umsatz um 46 Prozent steigern und damit drei Millionen Euro generieren.

Schrankerl: Bridge und Kredit

Und dass trotz einiger Sorgenfalten damals: Im September 2024 folgte eine Bridge-Finanzierungsrunde in Höhe von 500.000 Euro. Vor rund einem Jahr sicherte sich Schrankerl zudem über die aws (Austria Wirtschaftsservice) und die Erste Bank einen Double-Equity-Kredit in Höhe von 1,5 Millionen Euro (brutkasten berichtete). Diese Finanzierung war entscheidend für den Fortbestand des Startups. „Ohne die Finanzierung gäbe es uns heute wahrscheinlich nicht mehr“, erzählte Gründer Stephan Haymerle damals.

Doch den wirtschaftlichen Herausforderungen des letzten Jahres wie Inflation und steigenden Lebensmittelpreisen konnte Schrankerl standhalten und weist auch heuer eine positive Entwicklung aus, wie das Startup vermeldet.

130 Kunden

„2025 war für Schrankerl mehr als ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Es war ein Jahr, in dem wir gezeigt haben, wie moderne Mitarbeitendenverpflegung heute aussehen kann – frisch, flexibel, hochwertig und so nah am Menschen wie noch nie“, schreibt das Wiener Unternehmen per Aussendung. In Zahlen liest sich das so: 2025 gab es einen Umsatz von 4,5 Millionen Euro und damit ein Umsatzwachstum von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mittlerweile setzen 130 Unternehmen auf die Verpflegungslösung von Schrankerl und es sollen mehr werden. Heuer wurde die Expansion in die Steiermark gestartet, Anfang 2026 soll Kärnten folgen. Haymerle dazu: „Bis Ende 2026 werden wir in ganz Österreich präsent sein – damit noch mehr Unternehmen ihren Mitarbeitenden Zugang zu echter, moderner Verpflegung ermöglichen können.“

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(c) Michael Meier - Maximilian Kindler, Gründer von incaseof.law.

Rund 600 Rauchfangkehrerbetriebe gibt es in Österreich, rund 350 davon arbeiten mit der Grazer Branchensoftware WinChim. Sie können überfällige Rechnungen nun direkt aus dem Verrechnungsmodul an das Wiener LegalTech incaseof.law übergeben. Die Plattform übernimmt den weiteren Prozess, vom außergerichtlichen Mahnverfahren bis zur gerichtlichen Durchsetzung.

Die beiden Unternehmen haben die Kooperation Anfang Oktober bekannt gegeben. Für das Startup von Gründer und CEO Maximilian Kindler ist WinChim nach eigenen Angaben die erste Branchensoftware, über die es eine ganze Branche erreicht.

Viele kleine Rechnungen, wenig Zeit

Die Leistungen der Rauchfangkehrer sind gesetzlich vorgeschrieben, die Tarife reguliert. Daraus ergibt sich ein eigenes Forderungsbild: sehr viele kleine, wiederkehrende Rechnungen an Privathaushalte und Hausverwaltungen. Die Betriebe zählen im Schnitt sechs Beschäftigte, offene Rechnungen verfolgt meist der Inhaber selbst. Eine klassische Inkassobeauftragung zahle sich bei Kleinbeträgen oft nicht aus, heißt es weiter.

„Unsere Anwender wollen kehren, messen und beraten, nicht Zahlungserinnerungen schreiben. Mit incaseof.law ist der offene Posten in unserer Buchhaltungssoftware mit einem Klick erledigt, der Rest passiert im Hintergrund“, sagt Martin Haidenthaler, Gründer von WinChim. Das Unternehmen wurde 1999 in Graz gegründet und ist nach eigenen Angaben Marktführer unter den Rauchfangkehrerbetrieben in sieben Bundesländern.

„Rauchfangkehrer sind das Paradebeispiel für eine Branche, in der Forderungsmanagement bisher schlicht nicht stattfindet, weil es sich nicht auszahlt. Über WinChim erreichen wir die Betriebe dort, wo ihre Rechnungen entstehen. Ab jetzt kommt das Geld dorthin, wo es hingehört: auf das Konto des Betriebs.“

Die Inkassokosten trägt der säumige Schuldner

Laut Aussendung zahlt die Plattform eingehende Beträge ohne Abzüge an den Betrieb aus. Woran incaseof.law dann verdient, erklärt Kindler auf brutkasten-Anfrage: „Der Rauchfangkehrer zahlt uns nichts, weder Provision noch Gebühr. Unser Umsatz kommt ausschließlich vom säumigen Schuldner, und zwar aus den Inkassokosten und den Verzugszinsen.“

Diese Kosten sind laut Kindler durch die Verordnung über die Höchstsätze der Inkassoinstituten gebührenden Vergütungen gedeckelt. Zudem müssen sie nach dem Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) in einem angemessenen Verhältnis zur Forderung stehen. Die Verordnung würde es ihm zufolge auch erlauben, dem Auftraggeber eine Gebühr zu verrechnen. Darauf verzichte man ausnahmslos.

Was das für Schuldner:innen bedeutet, zeigt ein Rechenbeispiel des Gründers. Bei einer offenen Rechnung über 80 Euro fallen mit der ersten Zahlungsaufforderung rund 25 Euro inklusive Umsatzsteuer an, dazu Verzugszinsen von wenigen Cent. Das entspricht einem Aufschlag von rund 31 Prozent. Wer nach der ersten Aufforderung zahlt, bleibt laut Kindler bei diesem Betrag. Bezahlt werden kann über ein Online-Portal, auf Wunsch in Raten über bis zu zwölf Monate. Zu den Kosten bei weiteren Mahnschritten oder im gerichtlichen Verfahren machte Kindler keine Angaben.

Noch keine Zahlen für die Branche

Zahlen für die Rauchfangkehrerbranche gibt es noch nicht, die Anbindung ist erst seit Anfang Oktober aktiv. Kindler erwartet aber eine sehr hohe Quote, weil die Leistung gesetzlich vorgeschrieben, dokumentiert und zu regulierten Tarifen verrechnet sei: „Echten Streit über die Forderung gibt es da kaum. Meistens ist die Rechnung schlicht liegen geblieben.“

Zahlt ein Schuldner trotz mehrerer Mahnschritte nicht, geht der Fall laut Kindler auf derselben Plattform ins gerichtliche Forderungsmanagement über, mit Anbindung an den Elektronischen Rechtsverkehr in Österreich und Deutschland.

Weitere Branchen im Blick

Seit Mai können Kund:innen der Finanzautomatisierungsplattform ibana das Inkasso direkt aus deren Plattform beauftragen (brutkasten berichtete).

Als weitere Branchen sieht sich das Startup laut Kindler Hausverwaltungen, das Gesundheits- und Pflegeumfeld und das Handwerk an und entwickelt dafür eigene Produktlinien. „Die Logik ist überall gleich: viele kleine Rechnungen, kleine Betriebe, kaum Zeit für das Mahnwesen“, so Kindler. Weitere Anbieter will incaseof.law nennen, sobald die Verträge stehen.

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