03.06.2020

Schramböck: „Coronavirus hat uns in digitale Zukunft gebeamt“

Im brutkasten-Talk erklärt Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, dass es ihr besonders wichtig ist, Startups sehr schnell und unkompliziert zu helfen und wie der Digitalisierungs-Boost durch Corona genutzt werden soll, um Österreich in eine noch bessere Zukunft zu führen.
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Ministerin Margarete Schramböck
Ministerin Margarete Schramböck. (c) der brutkasten

Es ist eine beachtliche Statistik, die Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck im brutkasten-Talk präsentiert. In kürzester Zeit wurden im Rahmen des Covid-Startup-Hilfsfonds, bei dem private Investments verdoppelt werden, bislang 37 Investments mit insgesamt rund acht Millionen Euro bezuschusst, die auch bereits ausgezahlt wurden. 47 Anträge mit einem Volumen von insgesamt rund zehn Millionen Euro sind bislang insgesamt beim mit der Hilfsmaßnahme betrauten aws eingegangen. „Wir haben der Branche gut zugehört und ein Instrument geschaffen, das sehr einfach handzuhaben ist“, sagt die Ministerin. Und sie betont: „Mein Team ist sehr stark dran, dass das rasch geht“.

+++ Corona, Innovation und Wirtschaft +++

Margarete Schramböck im aktuellen brutkasten-Talk:

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck im Talk mit aktuellen Zahlen zum Covid-19 Startup Fonds

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck im Talk mit aktuellen Zahlen zum Covid-19 Startup Fonds, über die Hintergründe des beschlossenen Sonderbonus für die Lehrlingsausbildung und die Aufgabenbereiche und Schwerpunkte der neuen Sektionschefin für die Digitalisierung in ihrem Ministerium.

Gepostet von DerBrutkasten am Mittwoch, 3. Juni 2020

Covid-Startup-Hilfsfonds: Auch viele GreenTech-Einreichungen

Sie habe sich auch selbst die verschiedenen Einreichungen angeschaut und dabei festgestellt, dass 19 Anträge aus dem Bereich „Software und Telekommunikation“, je vier aus den Bereichen „Life Science“ und „Energie“, neun aus dem Bereich „B2B / sonstige Dienstleistungen“ und elf aus dem Bereich „B2C / sonstige Dienstleistungen“ eingegangen sind, erzählt Schramböck, „wir haben also eine große Bandbreite“. Das EduTech-Startup Schoolfox könne sie explizit nennen, es gebe „aber auch ganz viele andere, etwa aus dem GreenTech-Bereich“.

Schramböck: „Wollen Startups so unter die Arme greifen, dass sie stärker aus der Krise hervorgehen“

Im Durchschnitt habe die Bezuschussung bislang 220.000 Euro betragen. Es sei aber auch ein Millioneninvestment unter den den Einreichungen gewesen (Anm. es wird mit maximal 800.000 Euro gefördert). „Wir wollen gerade in dieser Phase den Startups so unter die Arme greifen, dass sie vielleicht sogar stärker aus der Krise hervorgehen“, sagt die Ministerin. Und die insgesamt 150 Millionen Euro für Startup-Maßnahmen, darunter 50 Millionen für den Covid-Startup-Hilfsfonds kommen on-top zu den regulären Fördermöglichkeiten hinzu, die weiterlaufen, wie Schramböck betont: „Das ist Extra-Geld, das wir für die Startups in der Covid-Krise zusätzlich zu Verfügung stellen“. Auflockern könne man die Kriterien leider nicht weiter – „das bleibt jetzt auch so“, meint Schramböck, „wir sind hier soweit gegangen, wie wir dürfen, innerhalb der EU-Richtlinien“.

Von neuem Bonus für Lehrlinge profitieren auch Startups

Eine neue Maßnahme, von der alle Unternehmen und somit auch Startup profitieren können, ist ein Bonus für die Lehrlingsausbildung. Dabei handelt es sich um eine Unterstützung von 2000 Euro für Lehrlinge im ersten Lehrjahr. „Wenn ein Lehrling im September beginnt, werden damit die Kosten in diesem Jahr übernommen“, erklärt Schramböck. Konkret muss der Lehrlingsvertrag zwischen 16. März und 31. Oktober 2020 unterzeichnet worden sein bzw. werden, der Lehrling muss zudem innerhalb dieses Jahrs die Lehre beginnen. Wenn man einen Lehrling aus der „überbetrieblichen Lehrlingsausbildung“ aufnimmt, dauert die Frist sogar bis 31. März 2021. 1000 Euro werden dabei sofort ausgezahlt, weiterer 1000 nach einer dreimonatigen Probefrist. „Wer einen Lehrling nicht behält, muss den ersten Tausender zurückzahlen. Ist eh klar, wir wollen keinen Missbrauch“, sagt die Ministerin. Sie gibt auch einen Ausblick: Man wolle auch wieder weitere neue Lehrberufe schaffen.

Neue Sektionschefin: „Maria Ulmer ist eine ganz tolle Frau“

Zur neuen Sektionschefin für Digitalisierung im Wirtschaftsministerium sagt Schramböck: „Maria Ulmer ist eine ganz tolle Frau, die den Job sehr gut machen wird“. Sie soll als Frau auch „ein Rolemodel sein, dass in Österreich diese Möglichkeiten bestehen“. Ihre Schwerpunkte werden in den Bereichen Digitalisierung der Verwaltung, digitale Kommunikation und weitere Hilfe für Betriebe im Bereich Digitalisierung liegen.

Schramböck: „Es haben mir Jahre lang Leute gesagt: ‚das geht nicht'“

Auf die Frage, ob man einige nun gesetzte Digitalisierungsschritte im öffentlichen Bereich auch nach Coronakrise beibehalten werde, sagt die Ministerin: „Absolut! Es haben mir Jahre lang in unterschiedlichen Positionen Leute gesagt: ‚das geht nicht‘ und jetzt hat uns der Coronavirus in diese digitale Zukunft gebeamt“. Bund Länder und Gemeinden seien nun bereit dazu, weitere Schritte zu setzen. „Da fließt vieles davon hinein, was wir jetzt gemeinsam erlebt haben“

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17.08.2026

Deutscher Finanzminister plant Steuererleichterungen für Startup-Investments

Der deutsche Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) will mit Steuererleichterungen dafür sorgen, "dass deutlich mehr privates Kapital in junge, innovative Unternehmen fließt".
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Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) | (c) Sandro Halank via Wikimedia Commons
Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) | (c) Sandro Halank via Wikimedia Commons

Im Vergleich zu Österreich hatte Deutschland die Nase bei Startup-Finanzierungen auch in Relation zur Gesamtbevölkerung zuletzt deutlich vorne. Im Vergleich zu den USA steht Österreichs großes Nachbarland aber vor demselben Problem, das auch hierzulande nur allzu gut bekannt ist: Während die Frühphasenfinanzierung im Land noch recht gut abgedeckt werden kann, sind die großen Kapitalbeträge für spätere Wachstumsphasen oft nur in Übersee zu holen – und das immer wieder in Verbindung mit einer Verlegung des Firmensitzes.

„Deutlich mehr privates Kapital“

„Mein Ziel ist, dass die Weltmarktführer von morgen in Deutschland gegründet werden und hier groß werden können“, sagte der deutsche Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil nun gegenüber der Nachrichtenagentur „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND) im Vorfeld eines Treffens mit der ostdeutschen Startup-Szene. Mit besseren steuerlichen Bedingungen für Startup-Investments wolle die deutsche Regierung daher dafür sorgen, „dass deutlich mehr privates Kapital in junge, innovative Unternehmen fließt“.

Zuletzt große Budget-Zusagen für staatliche Finanzierungsvehikel

Zudem sollen größere Startup-Finanzierungen durch deutsche Staatsfonds mehr privates Kapital mobilisieren. Dazu stehen mehrere Vehikel bereit, die zuletzt mitunter Budget-Zusagen im neun- bis zehnstelligen Bereich bekommen haben, etwa „Scale-up Direct“ von KfW Capital, für das bis Ende 2030 eine Milliarde Euro vorgesehen ist, womit Einzelinvestments bis zu 50 Millionen Euro umgesetzt werden können.

Beteiligungsfreibetrag in Österreich weiterhin nur am Wunschzettel

Wie die angedachten steuerlichen Begünstigungen konkret aussehen sollen, ist aktuell noch nicht bekannt. Ein typisches Modell wäre ein Beteiligungsfreibetrag nach Vorbild des Vereinigten Königreichs, wie er auch von den österreichischen Startup-Stakeholdern seit Jahren gefordert wird. Hierzulande schaffte es diese Maßnahme abermals nicht ins laufende Regierungsprogramm – dem Vernehmen nach vor allem wegen Widerständen des Koalitionspartners SPÖ. Dass nun im Nachbarland mit Lars Klingbeil ein sozialdemokratischer Minister einen solchen Vorschlag von sich aus aufs Tapet bringt, ist in diesem Kontext durchaus bemerkenswert.

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  • „Wir haben der Branche gut zugehört und ein Instrument geschaffen, das sehr einfach handzuhaben ist“, sagt die Ministerin.
  • Und sie betont: „Mein Team ist sehr stark dran, dass das rasch geht“.
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