Das Software Competence Center Hagenberg (SCCH) gibt eine Beteiligung am KI-Spin-off Responsible Annotation Services (RAS) bekannt. Durch den Erwerb einer zehnprozentigen Beteiligung will das Forschungszentrum angewandte KI-Forschung stärker in reale Anwendungen überführen und zugleich ein inklusives Arbeitsmodell fördern, das technologische Entwicklung und gesellschaftliche Verantwortung verbindet.

Responsible Annotation Services liefert Datenannotation für KI-Projekte. Dabei werden Daten wie Bild-, Audio- oder Textmaterial von Menschen annotiert, die im Autismus-Spektrum stehen. Diese strukturierte Kennzeichnung von Daten dient als Grundlage, um KI-Modelle zu trainieren und ihre Leistung zu verbessern.

Wurzeln liegen in inklusivem Startup aus Österreich

Der Einstieg des SCCH baut auf einem schon länger laufenden Projekt auf. Wie brutkasten bereits im März 2025 berichtete, entstand Responsible Annotation Services aus dem Bestreben, eine Alternative zur oft in Billiglohnländer ausgelagerten Datenannotation zu schaffen.

Ursprünglich war das Projekt als Verein gestartet, um Menschen im Autismus-Spektrum eine berufliche Perspektive im KI-Sektor zu bieten. Nach einem Pilotprojekt mit inklusiven Teams entwickelte sich daraus 2025 das Startup Responsible Annotation Services.

Inklusive Annotation als Basis für KI-Training

Datenannotation gilt als zentraler Baustein im KI-Training. Ohne sorgfältig annotierte Daten können selbst komplexe KI-Modelle nicht zuverlässig lernen. In vielen Branchen wird dieser Arbeitsschritt heute noch unter prekären Bedingungen oder in Niedriglohnregionen vergeben. RAS möchte dem ein Modell entgegensetzen, das faire Arbeitsbedingungen, marktübliche Bezahlung und qualifizierte Arbeitsplätze in Österreich verknüpfen soll, während gleichzeitig eine hohe Datenqualität sichergestellt wird.

Projekte und Wirkung

Trotz noch kleiner Teamgröße kann RAS bereits erste beachtliche Ergebnisse vorweisen: Innerhalb kurzer Zeit wurden Millionen von Bildern annotiert, teils für große Technologieunternehmen, teils im akademischen Kontext. Diese Daten halfen, KI-Modelle deutlich leistungsfähiger zu machen, etwa in bildbasierten Anwendungen. Zugleich ermöglicht das Modell Menschen, die sonst am Arbeitsmarkt benachteiligt wären, wertvolle, strukturierte Berufserfahrung im Zukunftsbereich KI zu sammeln.

Mit der SCCH-Beteiligung soll dieses Modell weiter ausgebaut werden. Geplant ist, mehr Menschen im Autismus-Spektrum zu beschäftigen und RAS als europäischen Anbieter für hochwertige, ethisch verantwortliche KI-Datenannotation zu etablieren.