30.10.2025
INVESTMENT

Scavenger AI holt 2,5 Mio. Euro für Expansion in Europa

Das deutsche Data-Analytics- und KI-Startup Scavenger AI, mitgegründet vom Österreicher Maximilian Hahnenkamp, hat eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 2,5 Millionen Euro abgeschlossen.
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Gründerteam von Scavenger AI: Felix Beissel und Maximilian Hahnenkamp (c) Scavenger AI
Gründerteam von Scavenger AI: Felix Beissel und Maximilian Hahnenkamp (c) Scavenger AI

Das in Frankfurt ansässige Unternehmen entwickelte ein KI-basiertes Tool, das Datenanalysen in Unternehmen deutlich vereinfachen soll. Mitarbeitende sollen damit Unternehmensdaten abfragen können, ohne jegliche Programmier- oder Analysekenntnisse zu benötigen. Hinter dem 2023 gegründeten Startup stehen Felix Beissel und der Österreicher Maximilian Hahnenkamp.

Bereits im April 2024 sicherte sich Scavenger AI eine Pre-Seed-Finanzierung von 1,1 Millionen Euro und konnte seine Softwarelösung kurz darauf am Markt einführen – brutkasten berichtete.

Europaweite Expansion geplant

Angeführt wird die aktuelle Seed-Runde von der Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen (BMH). Weiteres Kapital stammen von xdeck, einem deutschen Innovationsfonds, sowie den Bestandsinvestoren High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Calm/Storm Ventures.

„Mit Scavenger AI investieren wir in ein Gründerteam, das die Herausforderungen mittelständischer Unternehmen genau versteht”, erklärt Sebastian Schnell, Senior Investment Manager bei BMH. „Die Lösung ermöglicht eine effiziente Nutzung und den Schutz von Daten, steigert Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit und leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur digitalen Transformation – mit klarem Skalierungspotenzial.”

Das eingesammelte Kapital soll genutzt werden, um „das Marktpotenzial von rund 2,45 Milliarden Euro in Europa zu adressieren, die Produktentwicklung zu beschleunigen und europaweit zu expandieren”, heißt es in der Presseaussendung.

Telekom als Kunde

Mittlerweile zählt Scavenger AI Unternehmen wie Telekom, Renault, congstar, Mann & Schröder sowie Wangen Pumpen zu seinen Kunden. „Unser Ziel ist einfach: Jeder Mitarbeitende soll datenbasierte Entscheidungen treffen können, ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben“, sagt Hahnenkamp. Damit möchte das Startup die Lücke zwischen Datenverfügbarkeit und tatsächlicher Datennutzung in Firmen schließen.

„Wir sind das europäische Gegenmodell zu den US-Tech-Firmen. Europas KMU verdienen KI, die sicher, erklärbar und an ihre Bedürfnisse angepasst ist, kein undurchschaubarer Black Box-Ansatz“, ergänzt Beissel.

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v.l. Hermann Erlach (General Manager Microsoft Österreich), Andreas Wagner (Geschäftsführer SAP Österreich), Robert Kaup (Geschäftsführer Tieto Österreich), Lukas Keller (Head of Business Development Tieto Österreich) | Foto: Lara Artis

Vom KI-Hype zur breiten Wirkung ist es weiterhin ein weiter Weg: 60 Prozent der befragten heimischen Führungskräfte stecken noch in der Pilot- oder Experimentierphase. Erst vier Prozent haben KI vollständig in ihre Kernprozesse integriert, nur acht Prozent wollen sich überhaupt zu solchen Vorreitern wandeln. Die Zahlen stammen aus einer Erhebung, die TQS Research & Consulting im Auftrag des Tech-Consulting-Dienstleisters Tieto durchgeführt und gemeinsam mit den Partnern Microsoft und SAP vorgestellt hat.

Den Handlungsdruck spüren die Befragten durchaus: 61 Prozent fürchten verpasste Chancen, wenn sie beim KI-Einsatz nicht mithalten. „Wir erleben aktuell einen entscheidenden Wendepunkt: KI verändert nicht nur Effizienz, sondern wie Wertschöpfung grundlegend entsteht“, sagt Hermann Erlach, General Manager von Microsoft Österreich. Entscheidend sei, diese Dynamik konsequent in Wertschöpfung zu übersetzen.

Deutlicher Rückstand auf Deutschland

Besonders deutlich wird der Rückstand im Vergleich mit Deutschland: Nur etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) der heimischen Unternehmen schätzt die KI-Integration in Kernprozesse als „sehr weit“ oder „weit fortgeschritten“ ein – in Deutschland sind es mehr als drei Viertel (77 Prozent). 60 Prozent der österreichischen Befragten verorten ihre Integration hingegen als „wenig fortgeschritten“: Erste Pilotprojekte werden getestet oder nur vereinzelt eingesetzt.

Daten und Vertrauen als Bremse

Ausgebremst wird der Wandel vor allem im Datenbereich. Für die Hälfte der Befragten zählen rechtliche Aspekte wie Datenschutz zu den größten Hürden, 46 Prozent nennen Datensicherheit. 44 Prozent bekunden mangelndes Vertrauen in die Korrektheit KI-generierter Ergebnisse. „Saubere Daten, integrierte Datenplattformen, eine klare Cloud-Strategie sowie Security und Compliance by Design sind ein Muss für eine erfolgreiche KI-Integration“, erklärt Robert Kaup, Geschäftsführer von Tieto Österreich.

Jede vierte Führungskraft sieht keinen Vorteil

Der deutlichste Befund: 26 Prozent der heimischen Führungskräfte geben an, dass KI „in keinem Bereich“ Wettbewerbsvorteile generiert hat – in Deutschland sagt das nur ein Prozent. „Viele Unternehmen haben das volle Potenzial von KI als datengetriebener Motor der Innovation und Wettbewerbsfähigkeit noch nicht ausgeschöpft. Entscheidend ist jetzt, rasch vom ‚proof of concept‘ zum ‚proof of value‘ zu kommen“, betont Andreas Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich.

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