02.11.2022

SAVD: Wiener Videodolmetsch-Plattform sichert sich Wachstumskapital in Höhe von 3 Millionen Euro

Impact Partners - europäischer Pionier im Bereich Impact Investing - übernimmt die Mehrheit bei SAVD Videodolmetschen und stellt zusätzliches Kapital in Höhe von drei Millionen Euro für das Wachstum des Unternehmens zur Verfügung.
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Gregory Heckl, CEO von SAVD | (c) SAVD
Gregory Heckl, CEO von SAVD | (c) SAVD

Die SAVD Videodolmetschen GmbH wurde ursprünglich 2014 in Wien gegründet und hat über die letzten Jahre erfolgreich eine Plattform für Videodolmetscher:innen aufgebaut. Zum Unternehmen gehören u.a. ein Pool von über 300 zertifizierten Dolmetscher:innen, die Übersetzungen in über 50 Sprachen ermöglichen. Die Plattform kommt insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Soziales und der öffentlichen Verwaltung zum Einsatz.

SAVD ist Marktführer im Bereich Remote-Dolmetschungen

Mittlerweile hat sich SAVD in Deutschland und Österreich als Marktführer im Bereich Audio- und Videodolmetschen etabliert. Über die Plattform werden monatlich mehr als 17.000 Remote-Dolmetschungen angeboten. Ziel von SAVD ist es, Migrant:innen und Flüchtlinge in Krankenhäusern, Frauenhäusern, im Gerichtsaal oder bei Behördengängen zu unterstützen. In der Vergangenheit konnte SAVD Ausschreibungen im zweistelligen Millionenbereich an Land ziehen.

Impact Partners erwirbt Mehrheit an SAVD

Mit Impact Partners holt sich SAVD nun einen neuen Investor an Bord, der die Mehrheit am Wiener Unternehmen übernimmt. Mit dem Einstieg wird SAVD weiteres Wachstumskapital in Höhe von drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „Mit dieser Partnerschaft verfolgen wir unser Ziel, soziale Teilhabe zu fördern und unsere Aktivitäten geographisch auf Österreich zu erweitern“, so Felix Gutierrez, Partner bei Impact Partners.

Impact Partners wurde 2007 gegründet und zählt zu einem europäischen Pionier im Bereich Impact-Investing. Finanzielle und strategische Unterstützung für Unternehmer bietet Impact Partners im Rahmen seines Impact Growth Fund, wobei ein Vermögen von rund 350 Millionen Euro verwaltet wird. Die Investment-Summen belaufen sich zwischen drei bis 15 Millionen Euro. Als europäischer Fonds verfügt Impact Partners zudem über Büros in Paris, Frankfurt, Kopenhagen und Barcelona.

„Imapact Partners unterstützt nicht nur unsere strategische Ausrichtung, sondern versteht die gesellschaftliche Relevanz unserer Dienstleistung. Gemeinsam können wir nun noch intensiver an unserer Vision arbeiten, gerade denjenigen Dolmetschungen zu bieten, die den größten Bedarf haben”, so Gregory Heckl, CEO von SAVD, abschließend.


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RNAnalytics, tecnet
© equity - (v.l.) Christian Laurer, Adriana González Palomo, Viktoria Enkmann, Hannes Burgstaller und Natalija Rajicic.

Mit einem SAFE (Simple Agreement for Future Equity) beteiligt sich tecnet equity am niederösterreichischen TechBio-Startup RNAnalytics. Das von Viktoria Enkmann und Hannes-Oliver Burgstaller gegründete Unternehmen ist im accent Makerspace in Tulln angesiedelt und entwickelt dort Lösungen für die Analyse von Lipid-Nanopartikeln – winzigen Transporthüllen, die Wirkstoffe wie RNA sicher in menschliche Zellen bringen sollen. Mit dem Investment möchte RNAnalytics die Weiterentwicklung seiner modularen Analyse-Toolkits sowie den Ausbau seiner integrierten Softwareplattform vorantreiben. Über die Höhe der Beteiligung wurde Stillschweigen vereinbart. Doch wie brutkasten erfahren hat, handelt es sich inklusive Förderungen um eine Summe im „höheren sechsstelligen Bereich“.

RNAnalytics: Analysen sehr aufwendig

RNA-basierte Medikamente haben durch neue Impfstoffe und Therapieansätze stark an Bedeutung gewonnen. Damit RNA im Körper überhaupt dort ankommt, wo sie wirken soll, braucht sie eine schützende Transporthülle. Dafür werden häufig sogenannte Lipid-Nanopartikel, kurz LNPs, eingesetzt.

Ob diese winzigen Partikel richtig funktionieren, muss während der Entwicklung eines Medikaments immer wieder überprüft werden. Entscheidend sei dabei, die Eigenschaften der Partikel genau zu verstehen, von ihrer Größe und Stabilität über die tatsächlich eingeschlossene RNA-Menge bis hin zu ihrem Verhalten in unterschiedlichen Zellen.

Diese Analysen seien heute oft aufwendig, erfordern teilweise teure Spezialgeräte und würden mangels einheitlicher Methoden nur eingeschränkt vergleichbare Ergebnisse liefern. „Das kostet Zeit und erschwert insbesondere kleineren BioTech-Unternehmen und Forschungslabors den Zugang zu einer Technologie, die für die Entwicklung neuer RNA-Therapien immer wichtiger wird“, liest man in der Aussendung.

Modulare Toolkits

RNAnalytics hat es sich daher zum Ziel gesetzt, diese Analysen einfacher und standardisierter zu machen. Dafür entwickelt das Unternehmen modulare Toolkits, die auf bereits vorhandener Laborausstattung eingesetzt werden können. Sie kombinieren validierte Messmethoden, Reagenzien und Referenzmaterialien und wollen Laboren damit einen „klar definierten Ablauf für die Untersuchung von Lipid-Nanopartikeln“ ermöglichen.

„Die SAFE-Finanzierung gibt uns in dieser frühen Phase die Möglichkeit, unsere Toolkits konsequent weiterzuentwickeln und parallel den Ausbau unserer Softwareplattform voranzutreiben. Mit tecnet equity haben wir dabei einen Partner an unserer Seite, der die Herausforderungen technologieintensiver Gründungen versteht“, sagt Enkmann, CEO von RNAnalytics.

RNAnalytics: Plattform in Entwicklung

Der Ansatz des Tullner Startups geht jedoch über einzelne Labortests hinaus, wie man mitteilt: Parallel zu den Toolkits entwickelt das Unternehmen eine Softwareplattform, in der die bei den Analysen entstehenden Daten zusammengeführt und automatisch ausgewertet werden können.

So entstehe ein umfassendes Bild der relevanten Qualitätsmerkmale eines RNA-Therapeutikums. Statt Messergebnisse aus unterschiedlichen Geräten und Tests einzeln auszuwerten, könnten Labore ihre Daten zentral verarbeiten, verschiedene Qualitätsparameter miteinander vergleichen und standardisierte Berichte erstellen. Die Kombination aus physischen Toolkits und Software soll damit einen bislang stark fragmentierten Analyseprozess in einen durchgängigen Workflow überführen.

„RNAnalytics setzt an einem sehr konkreten Problem in einem technologisch anspruchsvollen und stark wachsenden Bereich der Biotechnologie an. Besonders überzeugt uns der Ansatz, komplexe Laboranalytik durch standardisierte Toolkits zugänglicher zu machen und diese gleichzeitig in einer skalierbaren Softwareplattform zusammenzuführen“, erklärt Christian Laurer, Senior Investment Manager bei tecnet equity. „Die beiden Gründer:innen verbinden fundiertes wissenschaftliches Know-how mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen in der LNP-Analytik und einer überzeugenden Produktvision. Diese Kombination war für uns eine wesentliche Grundlage für das Investment in dieser frühen Phase.“

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