09.04.2019

Weibliche Founder: Weniger Investments, aber bessere Performance

Statistiken zufolge bekommen Gründerinnen zwar weniger VC-Fundings als rein männliche Teams, haben dafür aber eine bessere Performance. Ein Fonds mit fast einer Milliarde Dollar Volumen soll weibliche Founder gezielt fördern.
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Sarah Chen
(c) ProSiebenSat.1 PULS 4

„Von Frauen gegründete Startups zeigen eine bessere Performance als Startups mit reinen Männerteams,“ sagt Sarah Chen, Gründerin des Billion Dollar Fund, während ihrer Eröffnungsrede auf dem 4gamechangers Festival 2019: „Trotzdem bekommen sie weniger Investments.“

Diese Aussage kann Chen mit harten Zahlen untermauern: Im Jahr 2017 haben von Frauen gegründete Startups in den USA nur zwei Prozent aller VC-Fundings bekommen – laut einer Studie von BCG liefern die von Frauen gegründeten Startups jedoch einen mehr als doppelt so hohen ROI pro investiertem Dollar als Startups mit rein männlichen Teams.

Mit ihrem Billion Dollar Fund reagiert Sarah Chen auf diese Diskrepanz. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit Investoren aus aller Welt einen Fonds zu schaffen, der eine Milliarde Dollar schwer ist und gezielt von Frauen gegründete Startups fördert. Vor sechs Monaten begann sie auf einem Treffen der Weltbank auf Bali, die Werbetrommel für das Projekt zu rühren. „Nun haben wir bereits 40 VCs aus aller Welt an Bord, die 700 Millionen Dollar beitragen“, sagt Chen: „Und wir nähern uns der Marke von einer Milliarde Dollar.“

Veränderung auf allen Ebenen

Allerdings reicht der Fonds alleine nicht aus, um die Welt zu verändern. Ein Umdenken muss auf allen Ebenen stattfinden, sagt Chen. Es darf nicht sein, dass Burschen zu mutigem Verhalten angetrieben werden, während man Mädchen schon im Kindesalter sagt, dass sie vorsichtig sein müssen.

Ähnliches gilt am Arbeitsplatz: Es reicht nicht, Frauen einen Job zu geben – man muss sie auch fördern und ihnen im Unternehmen eine Karriere ermöglichen. „Jeder sollte sich daher fragen, was er selbst tun kann, um den Status-quo zu verändern“, sagt Chen.

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Reploid, Biogena, Herosan
© Reploid - Philip Pauer, CEO und Gründer von Reploid.

Mit dem Einstieg beim steirischen Petfood-Unternehmen Herosan Healthcare setzte das Welser Scaleup Reploid bereits im Oktober 2025 einen Schritt im Bereich Heimtierfutter (wie brutkasten berichtete). Nun, konkret mit Ende Juni 2026, hat das Unternehmen die Beteiligung an dem steirischen Tiergesundheits- und Haustiernahrungs-Unternehmen von 34 % auf über 50 % aufgestockt.

Reploid treibt vertikale Integration voran

„Wir treiben die vertikale Integration konsequent voran und steigern damit die Effizienz der Wertschöpfungskette. Gleichzeitig können wir den Konsumenten mehr und mehr innovative Produkte anbieten – vom Hundefutter über Dünger bis hin zu Bio-Edelpilzen aus Österreich“, sagt Philip Pauer, CEO und Gründer von Reploid.

Seit dem Einstieg von Reploid im Herbst 2025 und der anschließenden Vertiefung der Zusammenarbeit hat sich Herosan in der Geschäftsentwicklung gesteigert, wie es heißt. Im ersten Halbjahr 2026 erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp zwei Drittel auf 2,3 Mio. Euro. Mit Unterstützung der Reploid-Strukturen baute Herosan zudem die Vertriebsaktivitäten in der Schweiz und in Italien aus.

Der Zugang zu Insektenlarven von Reploid sowie zu Pilzmyzel der Reploid-Tochter Vitus GmbH, einem österreichischen Produzenten von Bio-Edelpilzen, habe die Lieferkette erweitert und stabilisiert. Mit dem Ausscheiden eines Altgesellschafters und der mehrheitlichen Übernahme durch Reploid verfüge Herosan nun über die Voraussetzungen für die weitere Geschäftsentwicklung, liest man in der Aussendung.

Auch Biogena steigt ein

Nach der Anteilsaufstockung von Reploid steigt auch die Biogena Management Holding GmbH mit 13,7 % bei Herosan ein. Die Gruppe ist unter der Marke Biogena Pets bereits im Bereich Tiergesundheit tätig, konkret mit Premium-Nahrungsergänzungsmitteln für Hunde. Die restlichen 33,0 % der Gesellschaftsanteile an Herosan hält die PT26 Holding GmbH der beiden Gründer und Geschäftsführer Cornelia Pint und Daniel Taurer.

„Die ganzheitliche Betrachtung der Gesundheit war für mich einer der zentralen Beweggründe, Biogena und in weiterer Folge Biogena Pets zu gründen. Da auch Herosan diesen Ansatz verfolgt, freue ich mich über den gelungenen Einstieg bei diesem innovativen Unternehmen aus der Steiermark“, sagt Albert Schmidbauer, Founder und CEO der Biogena Group.

Daniel Taurer, Geschäftsführer und Mitbegründer von Herosan, ergänzt: „Bei Herosan haben wir in den letzten Jahren ein hochwertiges Produktsortiment rund um das Tierwohl entwickelt – nun gehen wir den nächsten Schritt. Mit Reploid und Biogena stehen starke Partner an unserer Seite, die unseren Wachstumskurs nicht nur unterstützen, sondern aktiv beschleunigen.“

Auf Basis von Reploid-Rohstoffen

Zudem wurde Alimentastic von Biogena-Gründer Albert Schmidbauer als Vertriebsplattform für Food- und Konsumgüter aufgebaut und soll als Schnittstelle zwischen Herstellern und Lebensmittel-, Fach- und Großhandel fungieren. Im Juli 2026 übernahm Reploid von der Schmidbauer zuzurechnenden Akira Management Holding 25,1 % an Alimentastic und erhielt eine Option, die Beteiligung innerhalb von drei Jahren auf über 51 % zu erhöhen.

Zusätzlich hält bereits die Addendum Holding von Reploid-Gründer Philip Pauer 25,5 %, womit sich laut Firmenbuch 51 % der Anteile in dessen Einflusssphäre befinden. Alimentastic übernimmt unter anderem Produktentwicklung, Distribution und Vertrieb und soll künftig mehrere neue Produktlinien auf Basis von Reploid-Rohstoffen in Deutschland und Österreich in den Handel bringen; erste Listungen bei großen Supermarktketten sind bereits vereinbart.

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