08.08.2022

Rumpel & Pilzchen: NÖ-Startup möchte ausgefallene Gourmet-Pilze in die Gastronomie bringen

Das Startup "Rumpel & Pilzchen" möchte künftig ausgefallene Gourmetpilze anbauen und diese auf heimische Teller bringen. Für die Idee konnte das Startup, das von der FH Wiener Neustadt unterstützt wird, beim NÖ Climathon den ersten Platz erringen.
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Gründer Michael Leitner | © Rumpel & Pilzchen und AdobeStock Symbolfoto

Pilze erfreuen sich in der Gastronomie einer immer größeren Beliebtheit – unter anderem auch als Fleischersatz. Auch Startups und Investoren aus Österreich entdecken den Markt für sich. So ist beispielsweise erst im März diesen Jahres die Biogena Gruppe rund um Albert Schmidbauer beim niederösterreichischen Bio-Pilz-Produzenten Vitus Bio-Edelpilze eingestiegen. Aber auch Startups wie Hut & Stiel, das seit 2015 Austernpilze auf Kaffeesatz züchtet, beweisen, dass es eine steigende Nachfrage nach regional produzierten Pilzen gibt, die geschmacklich mehr Abwechslung bieten als der klassische Champignon.

Rumpel & Pilzchen will Marktlücke schließen

Mit dem neuen Startup „Rumpel & Pilzchen“ – der Name ist an das berühmte Märchen angelehnt – möchte nun ein neuer Player den Markt betreten. Hinter dem Startup steht der österreichische Gründer Michael Leitner, der für die Idee von der FH Wiener Neustadt unterstützt wird.

Mit seinem neuen Startup möchte Leitner künftig eine Marktlücke schließen. Der Gründer erläutert: „Unser Pilzsortiment beruht auf Umfragen bei Wiener Restaurants, die meinten, dass sie gerne besondere Pilze hätten, aber keine bekommen, egal um welchen Preis. Die Marktlücke wollen wir nun schließen und Pilze anbieten, die niemand sonst anbietet. Speziell im Gourmetbereich lässt sich ein starker Trend zur Fleischlosigkeit beobachten“.

Startup möchte sich für Artenvielfalt einsetzen

Zudem spielt auch der Umweltaspekt und Artenschutz bei Rumpel & Pilzchen eine Rolle. Das Startup möchte künftig nämlich bedrohte Pilzsorten selbst finden, isolieren und züchten. Das geschieht folgendermaßen: Dem gefundenen Pilz wird etwas Gewebe entnommen. Dieses Stück wird dann gewaschen und von außen sterilisiert. Anschließend wird es in einer Petrischale mit einem Agarmedium platziert, wo der Pilz dann zu wachsen beginnt.

Durch die Forschung und Zucht der seltenen Pilze entsteht laut dem Gründer so ein Pool für einzigartige Produktionsstämme und Verfahren, die sonst niemand anbietet. Darüber hinaus wird so eine Stammsammlung bedrohter heimischer Schwammerl aufgebaut. Ab Herbst sollen sich FH-Studierende am Projekt beteiligen, wobei das Startup auch in das Inkubationsprogramm der FH-Wiener Neustadt aufgenommen wurde.

Rumpel & Pilzchen errichtet Produktionsstandort

Aktuell wird noch der erste Produktionsstandort inklusive einem Labor in Tulln eingerichtet. Zudem stehen auch erste Kooperationen mit Lebensmittelproduzenten in der Pipeline, die mittels Lebensmittelabfällen künftig für die Rohstoffversorgung der Gourmetpilze sorgen sollen.

Und einen ersten Erfolg konnte das Startup bereits für sich verbuchen. Mit der Idee konnte „Rumpel & Pilzchen“ den ersten Platz beim NÖ Climathon erringen, der im Mai diesen Jahres erstmalig über die Bühne ging und an verschiedenen niederösterreichischen Forschungsstandorten auf der Suche nach regionalen Ideen für den Klimaschutz war.

„Wir haben Michael und Rumpel & Pilzchen im Rahmen des an der FH Wiener Neustadt durchgeführten NÖ-Climathon im Mai 2022 kennengelernt und sofort gemeinsame Interessen auch im Austausch mit unseren FHWN-Experten aus Lebensmittel-Produktentwicklung und Nachhaltige Produktion & Kreislaufwirtschaft entdeckt“, so Thomas Wally, Leiter des StartUp Centers der FH Wiener Neustadt.



Videotipp: Wie der erste NÖ Climathon Ideen für eine nachhaltige Zukunft sucht.

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Der Prototyp auf dem PROTEAS-Forschungsgelände des Cyprus-Instituts in Zypern © Waldstein

„Ich habe erstmal aus Meerwasser destilliertes Wasser getrunken. Es schmeckte sehr gut“, berichtet Carl Albrecht Waldstein, Geschäftsführer der Wiener Seawater BV GmbH im brutkasten-Gespräch über die gelungene Inbetriebnahme der ersten solaren Meerwasser-Entsalzungsanlage des Desertgreener-Projekts in Limassol, Zypern.

Mit einer Kombination aus Parabolspiegeln und energetischem Recycling will man dem weltweiten Wassermangel, der aktuell über 2 Milliarden Menschen betreffe, begegnen. Was vor zwei Jahrzehnten an einer verdorrenden spanischen Küste als kühnes Gedankenspiel begann, soll nun globale Wucht entfalten.

Die Vision: Wasser für eine wachsende Welt

„Wir saßen am Ufer des Meeres an der spanischen Mittelmeerküste. Vor uns unendlich viel Meer und hinter uns trocknete alles aus. Also haben wir gesagt, das kann nicht sein, dass das Wasser vor uns die Probleme hinter uns nicht löst“, erinnert sich der Geschäftsführer an die Anfänge der Lösung eines der herausforderndsten Probleme unserer Zeit.

Die Technologie soll Süßwasser so günstig verfügbar machen, dass nicht nur Trinkwasser gesichert wird, sondern auch die wasserintensivere Landwirtschaft, Industrie und der Bergbau versorgt werden können. Bereiche, die klassische Entsalzung aus Kostengründen kaum bedient. Das Potenzial reicht laut Waldstein von der Rettung versalzter Agrarflächen über die Begrünung von Wüstenregionen bis zur Erzeugung von grünem Wasserstoff und Ammoniak als Dünger- und Treibstoffalternative.

Perspektivisch positioniert sich Desertgreener damit als Anbieter einer Basisinfrastruktur, die – wenn sie im großen Maßstab umsetzbar ist – wasserarmen Regionen weltweit neue wirtschaftliche und ökologische Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen könnte.

Wasserkreislauf der Natur als Vorbild

Statt auf energieintensive Umkehrosmose zu setzen, soll die Anlage im Kleinen kopieren, was die Natur im Wasserkreislauf im Großen macht: Sonne verdampft Meerwasser, der Dampf kondensiert wieder zu Süßwasser. Bewegliche, der Sonne nachgeführte Spiegel bündeln dafür die Sonnenstrahlen direkt auf einen mit Meerwasser gefüllten Behälter und bringen es zum Kochen. Laut Unternehmen werden so über 90 Prozent der Sonnenenergie direkt genutzt.

Der entstehende, salzfreie Dampf wird von einer Turbine abgesaugt und in ein Röhrensystem gepresst. Dabei kondensiert er sofort wieder zu Wasser und gibt seine Wärme an das noch kochende Meerwasser zurück. „Wir schicken 83 Prozent der Energie ständig im Kreis“, erklärt Waldstein. Dadurch lasse sich mit derselben Menge Sonnenenergie ein Vielfaches an Wasser verdampfen, statt sie nach einmaliger Nutzung zu verlieren.

Finanzierung über Utility-Token

Um die kapitalintensive Serienproduktion nun vorzubereiten, meidet die Seawater BV GmbH bewusst Banken und Venture Capital. Man wolle unabhängig bleiben: „Wir wissen, wir stören auch viele“, so Waldstein. Stattdessen gelangt man über den Verkauf des eigenen „DGRX“ Utility-Tokens bereits an über zehn Millionen Euro, wie der Gründer im Interview erwähnt.

Verkauft wird der Token über die DGRX Sales GmbH, welche daraus wiederum schrittweise Anteile an der Seawater BV GmbH erwirbt (bis zu 24%). Weitere sechs Millionen Euro sollen nun über die Token-Finanzierung folgen, um die Serienproduktion voranzutreiben.

1,8-Milliarden-Bewertung von „Big Four“-Prüfungsgesellschaft

Zu den anvisierten Kunden zählen Regierungen, Kommunen sowie große Agrar- und Bergbaukonzerne. „Um den Markt mache ich mir null Sorgen. Wo ich hintippe, schreien die Leute, wann könnt ihr liefern“, kommentiert Waldstein die Nachfrage. Laut ihm bewertete eine „Big Four“-Prüfungsgesellschaft die Firma Ende 2025 mit 1,8 Milliarden US-Dollar. Mit der aktiven Pilotanlage steige der Wert laut Waldstein kalkulatorisch auf 2,9 Milliarden Dollar.

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