14.12.2022

Wiener Investor Round2 Capital investiert 8 Mio. Euro in EdTech-Scaleup Avallain

Round2 Capital hatte bereits 2020 einen siebenstelligen Betrag in das EdTech-Scaleup Avallain aus der Schweiz investiert.
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Round2 Capital investiert in Avallain
Avallain Gründer Ursula Suter (vordere Reihe, 4. von links) und Ignatz Heinz (vordere Reihe, 1. von links) mit dem Avallain Leadership Team | © Avallain AG

2002 gegründet ist das Schweizer EdTech-Unternehmen Avallain bereits ein etablierter Player im Feld. Die Corona-Pandemie brachte aber seit 2020 einen zusätzlichen massiven Wachstumsschub. Um die enorm gestiegene Nachfrage zu stemmen, nahm das Scaleup bereits 2020 auch Kapital von der Wiener Investment-Gesellschaft Round2 Capital, die erst kürzlich einen neuen 100 Millionen Euro-Fonds aufgesetzt hat, auf. Nach dieser siebenstelligen Runde folgte nun eine weitere. Diesmal wurde ein konkreter Betrag genannt: acht Millionen Euro.

Mischung aus Revenue-Based Loan und Beteiligung

Laut einer Aussendung teilt sich die Finanzierung auf eine Revenue-Based Loan, also ein Darlehen gegen Umsatzbeteiligung, und eine Equity-Komponente auf. Das genaue Verhältnis wurde nicht kommuniziert, wohl aber das es sich bei letzterem um eine Minderheitsbeteiligung handelt. Bei der Transaktion war auch i5invest aus Wien in beratender Funktion involviert.

Avallain „ganzheitlich auf Wachstum ausgerichtet“

„Das frisch aufgenommene Kapital wird es Avallain, über die Möglichkeiten der eigenen Profite hinaus, ermöglichen, Produktinnovation für Kunden schneller einzuführen und weiter in bestehende sowie neue Märkte zu expandieren“, heißt es in der Aussendung weiter. Stefan Nagel, Managing Partner bei Round2 Capital, kommentiert: „Avallains Management Team, rund um Ursula [Anm. Suter] und Ignatz [Anm. Heinz], hat das initiale Investment von Round2 Capital aus 2020 dazu verwendet, die Firma ganzheitlich auf Wachstum auszurichten und begonnen, ihre neue SaaS-Anwendung Avallain Magnet auszurollen. Nach der erfolgreichen Umsetzung dieser Prozesse freuen wir uns, diese Expansion mit unserer Finanzierung weiter unterstützen zu können“.

Zusammenarbeit mit Round2 Capital „hervorragend“

Avallain Co-Gründerin Ursula Suter meint: „Um unsere führende Position in einem Umfeld von single-issue Neueinsteigern international zu festigen und auszubauen, haben wir uns entschlossen, zusätzliche Mittel von einem starken Partner aufzunehmen, der unsere Märkte und unser hohes Potenzial auf der Basis der erstklassigen Technologie und der in den letzten Jahren ausgebauten Marktposition kennt und schätzt“. Die bisherige Zusammenarbeit mit Round2 Capital sei hervorragend gewesen.

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Das Gründungsteam von AI Baseline: Xenia Galkina, CEO, und Alexander Czech, CTO | © APA-Fotoservice / Krisztian Juhasz
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KI-Agenten sollen in Unternehmen und Organisationen zunehmend komplexe Aufgaben übernehmen – etwa die Analyse von Hunderttausenden Seiten interner Berichte, Dokumente und Richtlinien. Bisherige Retrieval-Systeme stoßen dabei jedoch an technische und ökonomische Grenzen, meint man beim Wiener Startup AI Baseline. Ein KI-Agent beginne bei aktuellen Ansätzen nämlich für jede neue Frage eine eigenständige Suche, wodurch dieselben Dokumente immer wieder neu verarbeitet werden müssten. Das führe zu einem hohen Verbrauch an kostenpflichtigen Modell-Tokens, Rechenleistung und Zeit. Bei anspruchsvollen Fragen könne die Beantwortung bis zu 40 Minuten dauern, während die zugrunde liegenden Textfragmente oft nicht mehr bis zur Originalquelle zurückverfolgt werden können.

„Knowledge Space“ für mehr Effizienz und Transparenz

Um dieses Zusammenspiel aus Effizienz- und Transparenzproblemen zu lösen, hat das von CEO Xenia Galkina und CTO Alexander Czech gegründete Unternehmen eine neue Retrieval-Architektur entwickelt. Das System bildet Informationen in einer logisch verknüpften Ebene ab, wodurch die Herkunft der Daten über die Struktur des sogenannten „Knowledge Space“ erhalten bleibt. Da die aufwendige Strukturierung einmalig bei der Datenaufnahme erfolgt, soll der anschließende Rechercheprozess auch bei großen Datenmengen wirtschaftlich und nachvollziehbar bleiben. Das Versprechen des Startups: Organisationen müssen bei KI-Anfragen nicht mehr zwischen Geschwindigkeit, Kosten und Qualität wählen.

Überzeugende Benchmark-Vergleiche

Eigenen Benchmark-Tests zufolge soll der „Research Mode“ von AI Baseline im Vergleich zu herkömmlichem agentischen RAG eine um 44 Prozent höhere Antwortqualität liefern, bis zu 22-mal schneller arbeiten und 72 Prozent weniger Input-Tokens verbrauchen. Bei maximaler Performance erreicht das System laut Unternehmensangaben mehr als die doppelte Antwortqualität bei nahezu neunfacher Geschwindigkeit und rund 15 Prozent geringeren Kosten.

20.000 GPU-Stunden auf Supercomputer Leonardo im AI:AT Hub

Das im Dezember 2025 gegründete bzw. im Hub aufgenommene Startup wird von NVIDIA Inception sowie AWS unterstützt und ist Mitglied im AI:AT Coworking Hub der AI Factory Austria. Für die Entwicklung der ersten Produktversion nutzte das bootstrappende Team unter anderem 20.000 GPU-Stunden auf dem europäischen Supercomputer Leonardo, die über die AI Factory Austria und EuroHPC bereitgestellt wurden. „Die Arbeit im AI:AT Hub war für uns ein echter Booster“, heißt es von CEO Xenia Galkina. Der Zugang zu Hochleistungsinfrastruktur habe es erst möglich gemacht, die Technologie in dieser Größenordnung umzusetzen. CTO Alexander Czech verweist zudem auf den Wert des Netzwerks: „Ebenso wertvoll ist die Community: Der Austausch mit anderen Gründern […] und der Zugang zu Experten […] haben uns geholfen, über die Technologie selbst hinauszudenken“.

Die Lösung richtet sich laut AI Baseline vor allem an technische Teams in regulierten und datenintensiven Branchen wie Life Sciences, Healthcare, Recht, Finanzforschung und dem öffentlichen Sektor. Während der aktuellen Beta-Phase kann die Architektur über eine API oder als Claude Skill getestet werden. Zudem sucht das Unternehmen derzeit Design-Partner für seine Ingestion Engine.

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