25.05.2021

Wiener Blockchain-Firma Riddle&Code erhält FMA-Zulassung für virtuelle Währungen

Das Wiener Fintech-Unternehmen Riddle&Code ist von der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) als "Dienstleister für virtuelle Währungen" zugelassen worden.
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Riddle & Code Riddle&Code - Wien Energie
Riddle&Code-Founder Thomas Fürstner | Foto: Riddle&Code

Das Wiener Blockchain-Unternehmen Riddle&Code FinTech Solutions ist bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) als „Dienstleister für virtuelle Währungen“ zugelassen worden. Das Team rund um Thomas Fürstner und Alexander Koppel ist auf das Tokenisieren von industriellen Dienstleistungen spezialisiert. Die Herausforderung dabei: Die regulatorischen Vorgaben sind derzeit häufig noch unklar, ein genaues Abgrenzen der zu erfüllenden Anforderungen laut dem Unternehmen daher oft schwierig.

Mit der nun erfolgten Zulassung soll dies aber einfacher werden: Als Dienstleister für virtuelle Währungen kann Riddle&Code nun einerseits einen wesentlichen Teil aller gängigen Payment- und Utility-Token verwahren. Andererseits kann das Unternehmen seine in der Schweiz bereits zugelassene Token-Management-Plattform nun auch bei der Ausgabe von Token für Industrieunternehmen leichter einsetzen.

Unternehmen will führender Tokenisierer im Industriebereich werden

„Durch die Registrierung sind wir dem Ziel, führender – zugleich aber fully compliant – Tokenisierer im Industriebereich zu werden einen großen Schritt nähergekommen“, sagt Riddle&Code-CEO Alexander Koppel. Das Unternehmen sei bereits seit zwei Jahren ein „Trusted Partner“ der Industrie und könne nun seine Tätigkeiten auf noch mehr Tokenformen erstrecken. Beraten wurde Riddle&Code im Registerverfahren von der Rechtsanwaltskanzlei Brandl Talos, die auf den Finanzdienstleistungsbereich inklusive Kryptowährungen spezialisiert ist.

Deutsche Telekom und Daimler zählen zu Kunden

Riddle&Code FinTech Solutions ist ein Tochterunternehmen der Blockchainfirma Riddle&Code. Diese wurde 2016 von Thomas Fürstner und Alexander Koppel gegründet und zählt unter anderem Wien Energie, die Deutsche Telekom und Daimler zu seinen Kunden. Für den deutschen Autohersteller hat das das Unternehmen, wie berichtet, bereits 2019 eine „Hardware Car Wallet“ entwickelt. Das System, das die sichere Übertragung von Verkehrsinformationen ermöglicht, kann für Car Sharing oder beim autonomen Fahren eingesetzt werden.

Das Fintech-Tochterunternehmen baut Hardware- und Software-Lösungen etwa im Bereich Key-Generierung, Verwahrung, Token-Verwaltung und regulatorische Compliance. Zu den Zielgruppen zählen Fonds, Kryptobörsen und Finanzinstitute.

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Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019 (c) Daniela Matejschek

Interkontinentale Zugreisen einfach und nachhaltig zu ermöglichen, dafür wurde Traivelling vor gut fünf Jahren gegründet. Ursprünglich war das Unternehmen im B2C-Bereich tätig. Privatpersonen sollten ohne großartige Recherche weite Strecken mit dem Zug zurücklegen können. Zuletzt wollte man sich im B2B-Bereich verstärken, doch nun ist das Unternehmen insolvent. Ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien wurde eröffnet.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich“

Zuletzt arbeitete Traivelling daran, eine Softwareschnittstelle im B2B-Bereich anzubieten, über die Tickets weitervermittelt werden sollten. Das Wiener Startup hätte dafür monatliche Fees von B2B-Partnern und eine Provision von Bahnfirmen erhalten. Aus einer Aussendung des Kreditschutzverbands KSV1870 geht hervor, dass Traivelling dadurch Umsätze in einer Größenordnung generieren wollte, die für einen langfristigen Unternehmenserfolg entscheidend sein sollten. Im Endeffekt war laut KSV 1870 eben diese Softwareschnittstelle für die Nutzung durch Unternehmenskunden, also der B2B-Bereich, die Ursache für die Insolvenz.

Die Entwicklung dieser Schnittstelle konnte nämlich bis dato nicht fertiggestellt werden. Auch ein Rettungsversuch durch Verhandlungen mit Investoren scheiterte. „Es waren unüberbrückbare vertragliche Differenzen zwischen den Investoren und uns“, erklärt Geschäftsführer Elias Bohun, der die Namen der Investoren nicht nennen möchte.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich. Am Ende ist uns leider das Geld ausgegangen, obwohl wir jeden Tag Buchungen hatten. Wir hätten aber ein Vielfaches gebraucht“, sagt Bohun. Bereits gebuchte Tickets würden ihre Gültigkeit behalten. Das Unternehmen hatte zwei Mitarbeiter.

Die Verbindlichkeiten betragen laut Kreditschutzverband 435.000 Euro, rund 200 Gläubiger seien betroffen. Die Zahl der Gläubiger sei so groß, weil Traivelling sich unter anderem mittels Crowdfunding finanzierte.

Crowdfunding und FFG-Förderung

Das Startup konnte im Jahr 2025 über eine Crowdfunding-Aktion 200.000 Euro einsammeln (brutkasten berichtete). Um diese Summe zu erreichen, habe es laut Geschäftsführer Elias Bohun nur zehn Tage gebraucht. Zusätzlich erhielt das Wiener Startup eine FFG-Basisförderung. Insgesamt konnten man eine Finanzierung in Höhe von rund 600.000 Euro aufstellen.

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