06.03.2025
STARTUP-PROGRAMM

Re:Wien: 10 Green-Startups absolvierten Accelerator

Das Accelerator-Programm Re:Wien wurde von OekoBusiness Wien und Impact Hub Vienna bereits zum neunten Mal umgesetzt.
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Vertreter:innen von Stadt Wien, Re:Wien und der Teilnehmer-Startups | (c) © Anna Tomish
Vertreter:innen von Stadt Wien, Re:Wien und der Teilnehmer-Startups | (c) © Anna Tomish

Bereits zum neunten Mal ging in den vergangenen vier Monaten das Accelerator-Programm Re:Wien über die Bühne. Initiiert von OekoBusiness Wien und Impact Hub Vienna soll es Gründer:innen bei der Umsetzung von nachhaltigen Geschäftsideen unterstützen. Programmmanagerin ist Darya Makshyna von Impact Hub Vienna. Zehn Startups waren diesmal im Programm.

Re:Wien soll auch auf Klimastrategie der Stadt Wien einzahlen

Sie sollten dort von individuellen Coachings und Business-Consulting sowie von Vernetzung mit der Stadt Wien und der Wiener Wirtschaft profitieren und Unterstützung beim Aufbau skalierbarer Geschäftsmodelle bekommen. Für die Stadt Wien steht beim Re:Wien die eigene Klimastrategie im Vordergrund, wie Klima-Stadtrat Jürgen Czernohorszky in einer Aussendung betont: „Erst vor kurzem haben wir in Wien mit dem Wiener Klimagesetz einen gesetzlich verbindlichen Rahmen für die Klimaziele unserer Stadt auf den Weg gebracht. In diesem Klimagesetz haben wir unser Ziel der Klimaneutralität 2040 mit den sogenannten ‚3 Ks‘ der Stadt nachhaltig verankert: Und zwar Klimaschutz, Klimaanpassung und Kreislaufwirtschaft.“

„Sowohl ökologisch, ökonomisch als auch sozial verträglich agieren“

Diese Ziele sollen auch mit innovativen Geschäftsmodellen umgesetzt werden. „Der erste Schritt, um ein klimafreundliches Unternehmen zu gründen, ist eine gute Idee. Gleich danach braucht es das nötige Rüstzeug, um am Markt zu bestehen und sowohl ökologisch, ökonomisch als auch sozial verträglich zu agieren. Genau diese Prinzipien der unternehmerischen Tätigkeit werden auch von der Stadt Wien – Umweltschutz gefördert“, meint OekoBusiness-Wien-Programmmanager Bertram Häupler.

Das sind die 10 Re:Wien-Teilnehmer-Startups

Diese 10 Green-Startups waren im aktuellen Durchgang von Re:Wien dabei:

pauakids Repair & Second Life Studio

Pauakids will ein Zeichen gegen Fast Fashion und gleichförmige Kleidung für Kinder setzen. Das Startup bietet nachhaltige Kindermode, die aus geschlechtsneutralen, langlebigen („mitwachsenden“) Kleidungsstücken besteht und durch „visible mending“ den Wert von Kleidung erhöhen will.

Wood Shade

Derzeit sind die meisten Bushaltestellen in Wien aus Metall und Glas – Materialien, die im Sommer sehr heiß und im Winter sehr kalt sind. Die Idee dieses Projekts ist es, Holz zu verwenden, um angenehmere Haltestellen und beschattete Orte in der Stadt zu schaffen.

EcoMycel

Zirkuläre Materialien, wie z. B. Pilzziegel, sind nachhaltige Baustoffe, die aus Myzel – der wurzelartigen Struktur von Pilzen – hergestellt werden. Diese Materialien sollen den Städtebau revolutionieren.

Khoch3KlimaKarten

KlimaKarten sind präzise, datengestützte Karten, die die Exposition, Sensitivität und Klimawirkung in Kommunen darstellen. Khoch3KlimaKarten unterstützt so Kommunen durch gezielte Analysen und technische Unterstützung bei notwendigen Prozessen der Anpassung an den Klimawandel.

The Insect UFO

Das Insekten-UFO gibt nicht identifizierbaren Flugobjekten ein Zuhause – und zwar Wildbienen! Geeignet für die Fensterbank oder Balkone leistet das Insekten-UFO als Blumentrog und Nistplatz bzw. ansprechendes Insektenhotel einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität in der Stadt.

Wild Textiles

Umwandlung von Lebensmittelabfällen in Papier, Leder und Kunststoff mithilfe von Bakterien – ohne dass Bäume, Tiere oder fossile Brennstoffe benötigt werden. Vollständig zu Hause kompostierbar und frei von giftigen Chemikalien.

Waste Circle Vienna

Eine Online-Plattform, die Unternehmen dabei hilft, Abfälle zu minimieren, indem sie Unternehmen rund um Abfall vernetzt, den andere Betriebe wiederverwenden können und so eine Kreislaufwirtschaft fördert.

ReBau

Hier handelt es sich um einen Online-Markt für anfallende Baustoffe und Materialien, die sich nach Erstnutzung noch in einem guten Zustand befinden und durch Wiederverwendung in anderen Bauobjekten ein zweites Leben bekommen sollen.

Wattwise

Die Verwaltungs- und Managementsoftware von Wattwise soll dafür sorgen, dass Energiegemeinschaften nahtlos und effizient verwaltet werden können und so noch besser einen Beitrag für grüne, dezentrale Energieversorgung leisten können.

Air aRound

Mit Hilfe eines mobilen Messgeräts können Klimadaten von Bürger:innen mobil auf ihren täglichen Wegen erhoben werden. Die Bedienung erfolgt per App, die Messwerte werden direkt angezeigt und gleichzeitig sollen diese „Citizen Science“-Daten relevante Infos über die Stadt liefern.

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Nach jahrelanger Planung entwickelt Omid Kafaji kredity.at. (c) Omid Kafaji

„Kredite sind für mich schon immer ein spannendes Thema. Sie bieten auf der einen Seite große Möglichkeiten für Unternehmen und Familien, auf der anderen Seite können sie auch für viele Menschen zur Last werden“, erzählt der Wiener Omid Kafaji über den Grundgedanken von kredity.at. Das richtige Kreditwissen sei für Konsument:innen oft schwer zugänglich, der Markt undurchsichtig. Mit kredity.at will Kafaji Klarheit in das komplexe Thema bringen.

Lediglich mit Tipps von einem befreundeten Programmierer entwickelt und baut Kafaji kredity allein. Die Idee dazu entstand schon vor Jahren, seit einer Woche kann man die Plattform nutzen.

„kredity.at übernimmt das erste Denken eines Kreditprofis“

Die Plattform übersetzt Erfahrungswissen aus der Kreditvermittlung in ein digitales System. Nutzer:innen sollen besser verstehen, wie ihre finanzielle Situation aus Sicht einer Kreditprüfung eingeschätzt werden könnte. „Man beantragt einen Kredit, der wird abgelehnt. Aber man erfährt eigentlich nie wirklich genau, woran es gelegen hat“, so der Founder. Deswegen gibt es auf der Seite einen ersten kostenlosen Kreditcheck, „und das Besondere daran ist, dass hier nicht nur Kreditangebote verglichen werden, wie man es bisher kennt, sondern dass man tatsächlich anhand der eigenen Eingaben, der Haushaltsrechnung und Finanzierungsvorhaben, realistische Möglichkeiten bekommt, die zur jeweiligen Situation passen“, ergänzt Kafaji. Kredity.at übernehme damit das erste Denken eines Kreditprofis.

Digitale Plattform mit persönlicher Komponente

Nach dem ersten Kreditcheck hat man auch die Möglichkeit, sich direkt von Kafaji zu den Ergebnissen beraten zu lassen. „Es gibt manchmal auch sehr komplexe Fälle, und da ist es einfach von Vorteil, wenn erfahrene Finanzexperten für den Kunden die Situation einschätzen und analysieren.“ Der selbstständige Unternehmensberater sieht durch die Kombination von digitaler und persönlicher Beratung die beste Möglichkeit, um Fehlentscheidungen im Kreditwesen zu vermeiden. Durch seine Expertise stellt er auf kredity.at zusätzliches Insiderwissen zur Verfügung.

Erhöhte Zugriffszahlen

Die Plattform ist erst seit einer Woche online, dennoch seien die Anfragen laut Kafaji auffallend hoch. „Die Anfragen sind auf jeden Fall höher, als ich erwartet habe“, zeigt sich der Wiener überrascht. Dies zeige sich unter anderem in zahlreichen täglichen Anfragen über WhatsApp, die Nutzer:innen direkt im Anschluss an den digitalen Check stellen. Finanziert wird die Plattform durch Kooperationen mit den jeweiligen Kreditanbietern, die Kafaji durch seine Arbeit als Vermögensberater bereits gewonnen hatte. Werden Nutzer:innen an eine passende Bank weitergeleitet, entsteht hier der wirtschaftliche Wert.

Pläne für die Zukunft

„Mir ist es einfach ein Anliegen, dass Menschen nicht in die Hände von Betrügern fallen, was in der Praxis häufig passiert. Ich richte mich also immer nach dem Use Case. Ich glaube an Dinge, die den Menschen einen Mehrwert bringen. Und wenn etwas einen Wert hat, wird es auch wirtschaftlichen Wert generieren“, blickt Kafaji in die Zukunft. Der Gründer will die digitalen Möglichkeiten noch erweitern und überlegt derzeit, wie das Implementieren von KI-Systemen helfen könnte, die Ersteinschätzungen noch präziser zu machen. Ebenso geplant sind weitere Kooperationen mit Kreditanbietern, „weil ich sehe, dass österreichweit die Anfrage wächst“.

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