23.07.2025
FOODTECH

Revo Foods launcht Pilzprotein-Alternative, die kein Fleischersatz sein soll

Revo Foods erweitert sein Sortiment um eine neue pflanzliche Proteinquelle: das Pilzprotein Hack.
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Das Pilzprotein Hack von © Revo Foods.

Das Wiener Scaleup Revo Foods ist vor allem für seine außergewöhnlichen Seafood-Alternativen aus dem 3D-Drucker bekannt – von Räucherlachs über Lachsfilet bis hin zu Oktopus. Seit Kurzem erweitert das Unternehmen jedoch sein Portfolio: Neben Fischalternativen produziert Revo Foods nun auch pflanzliche Proteinprodukte, die nicht als Fleischersatz gedacht sind, optisch aber durchaus daran erinnern können.

Im April dieses Jahres stellte das FoodTech mit „The Prime Cut“ erstmals eine vegane Fleischalternative vor – brutkasten berichtete. Nun folgt das nächste Produkt aus der Pipeline: das „Pilzprotein Hack“. Es soll eine neue Kategorie zwischen tierischen und pflanzlichen Proteinen schaffen, mit dem Anspruch, die Vorteile beider Gruppen zu vereinen.

Vier Zutaten

Mit dem Pilzprotein Hack bringt Revo Foods ein Produkt auf den Markt, das laut Unternehmen eine Lücke im Kühlregal füllen soll: viel Protein, wenig Kalorien, keine Zusatzstoffe. Die pflanzliche Alternative basiert auf nur vier natürlichen Zutaten: Pilzprotein, Rapsöl, Rapssamenprotein und Gewürze.

Revo Foods positioniert das neue Produkt bewusst als Alternative ohne Imitation tierischer Produkte. Es “gehört zu einer neuen Generation, die nichts ersetzt, sondern eine neue Proteinquelle etabliert, mit Vorteilen für alle Menschen, unabhängig von der Ernährungsweise”, heißt es in der Presseaussendung.

Das Pilzprotein Hack ist ab sofort im Revo Online-Shop sowie bei Billa Online, Billa Pflanzilla und Kokku in Deutschland erhältlich.

Proteinquelle

Proteinreiche Produkte sind insbesondere für sportlich aktive Menschen attraktiv. Hier punktet das Pilzprotein Hack mit einem Nutri-Score von „A“. Pro 160-Gramm-Packung liefert es knapp 25 Gramm Protein. Durch den niedrigen Anteil an Kohlenhydraten (137 Kilokalorien pro 100 Gramm) und gesättigten Fettsäuren eignet es sich laut Revo Foods ideal für eine „High-Protein / Low-Calorie“-Ernährung.

„Pilzprotein vereint die Vorteile von pflanzlichen und tierischen Proteinen. Mehr Protein als Rindfleisch. Höhere Bioverfügbarkeit als Hähnchen. Mehr Ballaststoffe als Tofu, und deutlich besser im Geschmack. Hohe Ballaststoffe, kein Cholesterin. Pilzprotein ist ein Power-Food in Reinform, und ideal für alle Menschen welche hochwertige Proteinquellen suchen. Dabei ist es völlig egal, ob für Veganer oder Fleischesser, das Pilzprotein bietet Vorteile für alle”, sagt Robin Simsa, CEO von Revo Foods.

Vorteile von Pilzprotein

Basis des Produkts ist das Pilzmycel von Fusarium venenatum. Es enthält ein vollständiges Aminosäureprofil und erreicht laut Unternehmen die höchste bekannte Bioverfügbarkeit (PDCAAS) unter allen Proteinquellen. Zudem liefert es viele Ballaststoffe.

Das Pilzprotein wird im Fermentationsverfahren hergestellt. Anders als bei Soja- oder Erbsenprotein sind dabei keine Extraktion, Hitze oder Hochdruck nötig. Die Nährstoffe bleiben weitgehend erhalten, das Protein kann direkt geerntet und verwendet werden.

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Alina Nikolaou, Co-Founder, Director und Kuratorin von TEDAI Vienna. | (c) Florentina Olareanu

Geoffrey Hinton, Peter Steinberger, Yukiyasu Kamitani, Kauna Ibrahim Malgwi und Nenad Tomašev von Google DeepMind stehen bei der dritten TEDAI in der Wiener Hofburg auf der Bühne. Ein Honorar bekommt keiner von ihnen. Stattdessen arbeitet Alina Nikolaou drei bis sechs Monate mit jedem Speaker am Skript, in zwei bis vier Calls, danach folgen Rhetorik-Coaching und ein Fact-Checking der Inhalte.

Im Interview erklärt die Co-Founder, Director & Curator der TEDAI, wie dieser Prozess abläuft, warum das Programm heuer gegensätzliche Positionen direkt nacheinander setzt und wie die Konferenz überhaupt nach Wien kam.


brutkasten: Wie kam die TEDAI nach Wien und nicht nach San Francisco?

Alina Nikolaou: Seit circa 2010 gibt es TEDxVienna, damals ein Verein, der eine eintägige Veranstaltung im Volkstheater organisiert hat. Aufgrund der kuratoriellen Qualität und der Reichweite der Talks hat sich Ende 2023 die Mutterkonferenz TED HQ bei uns gemeldet, mit der Idee, das TEDAI-Format nach Europa zu bringen. In San Francisco gab es das damals schon ein Jahr lang als Pilot. Interesse hatten viele Städte, die Klassiker wie London, Paris und Berlin. Wien ist ja keine klassische KI-Stadt, wie es Paris oder Zürich wären. Trotzdem haben wir uns nach mehreren Runden für Wien entschieden: wegen der inhaltlichen Ausrichtung, die sich wie ein roter Faden durch die letzten drei Jahre zieht, wegen Wien als Weltstadt und UN-Stadt, in die unterschiedlichste Disziplinen und Kulturen reisen, und wegen des Fokus auf Lebensqualität und auf Innovation, nicht um der Innovation willen, sondern um der Menschheit ein besseres Leben zu ermöglichen. Heuer sind wir die einzige TEDAI weltweit, weil die Organisatoren in San Francisco es strategisch nicht weiter vorantreiben wollten. Dort häufen sich so viele KI-Events, dass sich das in der DNA des Ökosystems absorbiert. Ein KI-Event in Europa sticht stärker hervor.

Wie hat sich das Programm inhaltlich entwickelt?

Im ersten Jahr lag der Fokus stark auf Grundlagenbildung. Große Sprachmodelle waren plötzlich da und wurden fleckenhaft, experimentell verwendet. Wir haben eine Einführung gegeben, für die Personen vor Ort und für jene, die die Talks später online sehen. Die zweite Ausgabe hatte das Augenmerk darauf, dass KI in der Arbeitswelt angelangt ist. Was bedeutet das strategisch für Unternehmen und für die Infrastruktur, auf der KI beruht, und was bedeutet es auf der Mikroebene für unser kritisches Denken? Dieses Jahr sehen wir verstärkt, wie KI in der Gesellschaft agiert, von Aktivismus für oder gegen KI bis zu Sicherheits- und geopolitischen Fragen und paradigmenwechselnden Fragen in der Medizin. Es ist das breiteste Programm, das wir je hatten. Wie ich immer sage: Dieses Jahr kuratieren wir für Kollision. Es wird viele Speaker geben, die gegensätzliche Meinungen vertreten, teilweise direkt nacheinander, sodass sich das Publikum am Abend selbst eine Meinung bilden kann. Genau dort entsteht Innovation.

Wer kommt zur TEDAI?

Die Zielgruppe ist divers, von der Wirtschafts- und Bildungswelt über Startups und KMU bis zu Konzernen, die anfangs zwei Personen geschickt haben und mittlerweile zwanzigköpfige Delegationen. Der gemeinsame Nenner: Es sind Entscheidungsträger:innen, die oft über Budget verfügen und über den Tellerrand hinausblicken möchten. Im ersten Jahr kamen fast 70 Prozent des Publikums von außerhalb Österreichs, die größten Delegationen aus Deutschland, UK und Frankreich. Im zweiten Jahr waren rund 40 Prozent aus Österreich, was für uns ein Erfolg war. Letztes Jahr waren 65 Länder vor Ort.

Was macht das Format aus?

Wir haben eine klare Regel: keine Demo-Booths, höchstens künstlerische Installationen oder spielerische Exhibits. Dafür gibt es am zweiten Tag parallel Workshops, Reflexionsrunden und sogenannte Ideas Adventures, bei denen wir Kleingruppen aus der Hofburg hinausschicken. Es gibt auch keine Speaking Fee. Stattdessen arbeite ich mit allen Speakern drei bis sechs Monate lang an ihren Talks, konkret in zwei bis vier Calls, in denen wir das große Thema aufmachen und immer weiter auf dieses eine Skript runterbrechen. Danach werden sie bis zur Sekunde vor der Bühne von Rhetorik-Coaches begleitet, dazu kommt ein rigoroses Fact-Checking. Einen TED Talk von Geoffrey Hinton oder Peter Steinberger wird man so auf keiner anderen Konferenz hören.

Wohin soll die Reise gehen?

Was ich immer stärker beobachte: Problemlösungsorientiertes Forschen bringt im KI-Bereich die spannendsten Innovationen hervor und bedeutet gleichzeitig das nachhaltigste wirtschaftliche Wachstum. Wir arbeiten an einer Plattform, die die grundlegenden Probleme dokumentiert, die Forschende und Gründer:innen derzeit am meisten beschäftigen, und diese im Rahmen von Veranstaltungen nach außen trägt. Also nicht nur ideenzentriertes Denken, wie bei TED Talks, sondern problemzentriertes Denken.


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