16.10.2025
FÖRDERUNG

revitalyze: Tiroler Kreislauf-Startup erhält sechsstellige Finanzierung

Mit dem frischen Kapital möchte revitalyze sein neues Produkt weiterentwickeln.
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revitalyze
© revitalyze - (v.l.) Christoph Mayrhohenburg, David Plaseller, Michael Streif

Das Innsbrucker Startup revitalyze rund um David Plaseller aus Südtirol entwickelt einen One-Stop-Shop für die Wiederverwendung von kreislauffähigen Bauteilen – brutkasten berichtete bereits 2023 darüber. Nun vermeldet man eine Finanzierung in mittlerer sechsstelliger Höhe von der Austria Wirtschaftsservice GmbH.

revitalyze mit neuer Plattform

Mit der Förderung soll das neue Produkt, die KI-gestützte Plattform Tenderhub, für Ausschreibungsanalyse weiterentwickelt werden.

In der Bauwirtschaft würden Kalkulationsteams zahlreiche Stunden mit der manuellen Prüfung widersprüchlicher Dokumente verbringen. Diese Prozesse seien nicht nur zeitaufwendig und fehleranfällig, sondern bergen auch das Risiko, Nachtragspotenziale und kritische Passagen zu übersehen. Die Folge seien Mehrkosten und Nacharbeiten in Millionenhöhe.

Integration von Umwelt- und Zirkularitätsdaten

Das Tool von revitalyze erkenne daher automatisch kostspielige Risiken und Unstimmigkeiten in Unterlagen, die ansonsten übersehen würden. Dank Künstlicher Intelligenz könnten so hunderte Seiten an Ausschreibungsunterlagen „innerhalb weniger Minuten“ analysiert werden. Ein besonderer Fokus des Startups liegt dabei auf der Integration von Umwelt- und Zirkularitätsdaten, um die Vergabe- und Beschaffungsphase in Bauprojekten effizienter und nachhaltiger zu gestalten.

revitalyze: Top 50 Construction Tech Startup

Im Zuge der Weiterentwicklung tritt die Plattform unter dem erwähnten Namen Tenderhub auf. Mit dem Produkt soll die Vision unterstrichen werden, die KI-gestützte Ausschreibungsanalyse zum Branchenstandard zu machen. Das Startup arbeitet dabei mit großen Pilotunternehmen aus der Baubranche zusammen und auch das Team wurde mit Experten aus dem Bereich Kalkulation erweitert. Erst kürzlich wurde revitalyze von Cemex Ventures als eines der „Top 50 Construction Tech Startups 2025“ ausgezeichnet.

„Wir freuen uns sehr über die Unterstützung durch die aws“, sagt David Plaseller, Gründer und CEO von revitalyze. „Dank dieser Förderung können wir unser Produkt entscheidend weiterentwickeln und unser Ziel verfolgen, Nachhaltigkeit und Automatisierung im Bauwesen zum Standard zu machen.“

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Die Gründer Rafael Schwarz und Philipp Linsbichler vor einem Sammelmodul | © Social Cycle

Jeder kennt es: Der Softdrink ist getrunken und übrig bleibt nur die leere Plastikflasche. Was soll man mit ihr machen? Wegwerfen und so Pfandsammlern die Arbeit erschweren oder doch bis zum nächsten Supermarkt gehen und dort die Flasche ordnungsgemäß retournieren? Genau diesem Problem nehmen sich die beiden Gründer von Social Cycle, Rafael Schwarz und Philipp Linsbichler, an. Sie haben ein System zum Pfandsammeln entwickelt, das herkömmliche Pfandringe ersetzen soll. Laut den Gründern ist es u.a. flexibler einsetzbar, sauberer und billiger.

Sammeln mit einer Röhre

Social Cycle setzt auf eine röhrenartige Konstruktion, in die leere Flaschen und Dosen gesteckt werden können. Ihr Sammelsystem ist wesentlich günstiger als herkömmliche Pfandringe. „Unser System kostet zwischen 79 und 99 Euro. Die Pfandringe kosten alleine in der Produktion schon 300 Euro, mit genau der gleichen Kapazität an Flaschen. Außerdem spart man sich die Montage“, sagt der Unternehmensberater. Die Sammelkonstruktionen von Social Cycle werden nämlich nur mit Schellen fixiert, was für zusätzliche Flexibilität sorge. „Du kannst dann einfach die Module z.B. vom Bahnhof abmontieren und dann bei einem Fest montieren“, erklärt Schwarz.

Zudem sei die Reinigung wesentlich einfacher als bei allen anderen Systemen am Markt. Weiters passen die Module laut dem Co-Founder besser ins Stadtbild als bisherige Sammelsysteme. „Wir haben auch das Feedback bekommen, dass es einfach viel besser im öffentlichen Raum ausschaut, was natürlich eins der größten Probleme bei den Pfandringen ist“, erklärt Schwarz.

So sehen die Sammelmodule von Social Cycle aus. | © Social Cycle

Wien als nächstes Ziel

Social Cycle ist bereits an über 150 Standorten in Österreich und Deutschland vertreten, unter anderem in Bregenz, Steyr und Kahl am Main. Nur in Wien fehlen noch jegliche Pfandsammelsysteme. Auf brutkasten-Anfrage erklärt das Büro des Wiener Klimastadtrats Jürgen Czernohorszky (SPÖ), dass Pfandsammelsysteme auch zur „Ablagerung sonstiger Abfälle“ verwendet würden, was zu höheren Reinigungskosten führe.

„Dabei haben wir eben unser System genau so entwickelt, dass es dieses Problem nicht gibt“, erklärt Schwarz. Ab September gebe es erneut Gespräche mit der SPÖ, den NEOS und den Grünen. Der 25-Jährige ergänzt: „Wir rechnen zu 100 Prozent mit einem positiven Ausgang. Wir sind wirklich überzeugt, dass es einfach eine perfekte Lösung auch für Wien ist.“

Dem Büro des Klimastadtrats sind Gespräche im Herbst nicht bekannt. Es erklärt, dass das Einwegpfand u. a. das Ziel verfolge, Getränkeverpackungen in den Recyclingkreislauf zurückzuführen. „Die Einführung von Pfandsammelbehältnissen würde diesem Grundgedanken entgegenstehen, da dadurch ein Anreiz entstehen kann, Pfandgebinde bewusst im öffentlichen Raum zurückzulassen und deren Rückführung auf Dritte zu verlagern“, ergänzt das Büro.

Präsenz in ganz Europa

Das im März 2026 gegründete Unternehmen finanziert sich mittels Bootstrapping. Investoren soll es keine geben. Als Kunden kommen für Social Cycle Städte, Gemeinden und Abfallverbände in Frage. Die Gründer wollen ihr Produkt durch konstantes Feedback verbessern und sich so gegenüber ihrer Konkurrenz durchsetzen. Dabei setzen sie auf Mundpropaganda, Medienberichte und die eigene Kommunikation z.B. mittels Mails. Schwarz und Linsbichler denken trotz langsamen Wachstums bereits an die nächsten großen Schritte. Das Startup soll u.a. nach Holland und Irland expandieren und seine Präsenz in Deutschland verstärken. Schwarz möchte mit dem Pfandsammelsystem auch in Hamburg und Berlin vertreten sein. „Unser Ziel ist es wirklich, dass unsere Module in die Infrastruktur eingebunden sind wie Mistkübel, in ganz Europa“, stellt der Co-Founder fest.

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