27.04.2026
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Revitalyze: Baufirmen sollen dank Tiroler Startup schon vor dem Bau viel Geld sparen

Revitalyze setzt mit seinem KI-Tool Tenderhub ganz auf die "Pre-Construction"-Phase in der Bauwirtschaft. Auf seinem Weg wird es auch von der Austria Wirtschaftsservice (aws) unterstützt.
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© revitalyze - (v.l.) Christoph Mayrhohenburg, David Plaseller, Michael Streif

„Wir gehen nach der ‚1-10-100-Regel‘. Ein Fehler, der in der Planungsphase einen Euro kostet, kostet schon 10 Euro in der Ausschreibungsphase und 100 Euro in der Bauphase“, sagt David Plaseller. Gemeinsam mit Christoph Mayrhohenburg und Michael Streif hat er im Tiroler Ebbs das Startup Revitalyze gegründet. Nachdem dieses mit einem Marktplatz-Ansatz für die Kreislaufwirtschaft am Bau begonnen hatte (brutkasten berichtete bereits 2023), konzentriert es sich mittlerweile voll auf das hauseigene KI-Tool Tenderhub. Dieses soll Baufirmen bereits in der „Pre-Construction-Phase“ große Ersparnisse bringen – und Möglichkeiten in der Kreislaufwirtschaft aufzeigen.

Solide Basis für das Angebot

Konkret analysiert das Large-Language-Model-basierte Tool in der aktuellen Ausbaustufe Ausschreibungen und bereitet die Angaben inklusive Einschätzung möglicher Risiken für Kalkulator:innen bzw. Kalkulationsteams in Baufirmen auf. „Diese Ausschreibungen sind oft mehr als 1.000 Seiten lang. Sie manuell zu screenen ist nicht nur extrem zeitaufwändig, sondern auch fehleranfällig“, erklärt Plaseller. Tenderhub erledigt das – wie im KI-Zeitalter gewohnt – innerhalb von Minuten und liefert eine solide Basis für ein Angebot.

Zudem stellt das Tool – ganz getreu der ursprünglichen Idee hinter Revitalyze – Angaben bereit, wo Materialien aus der Kreislaufwirtschaft eingesetzt werden können. „Ein wichtiges Beispiel ist Beton – der am meisten genutzte Baustoff. Tenderhub zeigt, wie viel CO2 eingespart werden kann, wenn man klassischen Beton mit CO2-reduzierten Alternativen ersetzt. Diese Angaben können im Angebot dann gleich inkludiert werden“, erklärt der Gründer.

Aber kann man das alles nicht auch mit einem gängigen KI-Modell machen? „Unser Tool ist ganz genau auf diesen Case trainiert. Wir sehen in Vergleichen auch mit den aktuell stärksten Standard-Modellen, dass diese im Schnitt nur auf 30 Prozent Genauigkeit kommen. Das ist in der Bauwirtschaft – und ich denke, auch überall sonst – nicht akzeptabel“, sagt Plaseller. Und mittlerweile setzen schon einige Baufirmen auf das Produkt des Startups.

Unterstützung durch die Austria Wirtschaftsservice (aws)

Unterstützt wird Revitalyze in seiner Entwicklung fast von Beginn an auch von der Austria Wirtschaftsservice (aws). Es erhielt unter anderem eine Preseed- (brutkasten berichtete) und eine Seed-Förderung (brutkasten berichtete). „Das war für uns ein Gamechanger und hat uns ermöglicht, zu testen. Ich denke nicht, dass wir ohne aws heute dort stehen würden, wo wir sind“, sagt Plaseller. Dabei sei die Unterstützung nicht nur finanzieller Natur. „Sie haben uns sowohl inhaltlich weitergeholfen als auch über das Netzwerk, aus dem sich direkt Aufträge ergeben haben.“

Und wie geht es weiter? Erstens werde das Produkt stetig weiterentwickelt, sagt Plaseller. Bei der Analyse von Ausschreibungen soll es nicht bleiben. „Wir entwickeln das System beispielsweise mit KI-Agenten so weiter, dass automatisiert Angebote eingeholt und verglichen werden können. Künftig wollen wir alle Bereiche in der Pre-Construction-Phase abdecken“, erklärt der Gründer. Doch er stellt klar: „Was wir nicht machen werden, ist darüber hinaus in die Bauphase weiterzugehen.“ Der adressierte Markt sei ohnehin groß genug: „Allein der Markt in dieser Phase ist weltweit etwa so groß wie der für sämtliche Luxusgüter“, so Plaseller.

Zweitens sollen dieses Jahr zahlreiche weitere Kunden gewonnen werden. In der Expansion fokussiert sich Revitalyze aktuell auf den DACH-Raum und Italien. „Auf Dauer wollen wir aber in ganz Europa aktiv sein“, sagt der Gründer.

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RobCos Industrieroboter "Alfie" © RobCo

Sechs Jahre nach der Gründung in München hat RobCo den Unicorn-Status erreicht. Das teilte das Unternehmen heute per Presseaussendung mit. Innerhalb von nur neun Monaten konnte das Startup seine Unternehmensbewertung auf über eine Milliarde US-Dollar verdoppeln.

Dieser Sprung erfolgte im Rahmen einer aktuellen Finanzierungsrunde, die neue Investments mit einem Secondary Share Sale kombiniert. Dadurch erhalten langjährige Mitarbeitende die Möglichkeit, eigene Unternehmensanteile zu veräußern.

Cherry Ventures & European Tech Collective steigen ein

An der Transaktion beteiligen sich bestehende Kapitalgeber wie Sequoia, Lightspeed, Greenfield und Promus Ventures. Neu auf dem Cap Table sind unter anderem Cherry Ventures sowie das European Tech Collective, ein Netzwerk erfolgreicher europäischer Gründer:innen.

Roman Hölzl, Co-Founder und CEO von RobCo, ordnet die Finanzierung wie folgt ein: „Es gab eine starke Nachfrage, in RobCo zu investieren, und wir haben diesen Moment genutzt, um das Unternehmen zu stärken.“ Die Milliardenbewertung sei zwar ein Meilenstein, der Fokus liege nun aber auf der Auslieferung der neuen Roboter-Generation.

In seinem heutigen LinkedIn-Post weist er zudem nochmals auf die ambitionierte Mission des Unternehmens hin: „RobCo in jeder Fabrik“.

Industrieroboter „Alfie“ startet im März 2027

Hinter der Bewertung von RobCo steht ein Geschäftsmodell, das auf Hard- und Softwarelösungen für die Fertigungsindustrie basiert. Das Unternehmen entwickelt Robotik-Systeme, die dem Fachkräftemangel und Kostendruck in der Produktion entgegenwirken sollen. Im Zentrum der aktuellen Produktstrategie steht der Industrieroboter „Alfie“, dessen offizieller Marktstart für März 2027 geplant ist.

Das System ist darauf ausgelegt, durch KI-Integration unstrukturierte und sicherheitskritische Fabrikaufgaben selbstständig zu übernehmen. Luciana Lixandru, Partnerin bei Sequoia, kommentiert den technologischen Ansatz: „RobCo baut für eine Zukunft, in der KI nicht nur denkt und generiert, sondern auch in der physischen Welt agiert.“

US-Expansion im Gange

Für die künftige Skalierung baut das Startup seine Präsenz in den USA aus, die bereits jetzt als der am schnellsten wachsende Markt des Unternehmens gelten. Neben dem Sitz in München betreibt RobCo mittlerweile Fertigungsanlagen in Austin (Texas) sowie ein Entwicklungslabor in San Francisco. Um das US-Geschäft und die dortige Expansion direkt operativ zu steuern, verlegt CEO Hölzl seinen Standort in die Vereinigten Staaten.

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