23.04.2025
SAIL-POWERED SHIPPING

Rettungsaktion gescheitert: Ex-2m2m-Kaffee-Startup droht endgültig zu kentern

Das ehemalige 2m2m-Startup „Sail-powered Shipping“, das sich dem nachhaltigen Transport von Kaffee verschrieben hatte, muss zum zweiten Mal Insolvenz anmelden.
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Brigantes, 2 Minuten 2 Millionen, Frachter, kaffee, Kravina, Startup
© Brigantes/FB - Das Startup wollte mit dem Segelschiff Brigantes die Umwelt schonen.

Die Sail-powered Shipping GmbH steht kurz davor, endgültig zu kentern. Das Wiener Unternehmen importiert Kaffeebohnen auf umweltfreundliche Weise aus Lateinamerika nach Europa, wo sie dann weiterverarbeitet und verkauft werden. Der ursprüngliche Plan sah vor, dies mithilfe des Segelschiffs „Brigantes“ umzusetzen – ein Schiff, das das Unternehmen selbst sanieren wollte. Hinter dem Projekt stehen die Gründer:innen Katharina Schaller und Daniel Kravina (CEO).

Ein Insolvenzverfahren im Oktober 2023 machte dem Kaffe-Startup einen Strich durch die Rechnung. Nach einer Rettung auf hoher See muss Sail-powered Shipping nun wieder Insolvenz anmelden. 

Zahlungsverpflichtungen

Das vermeldet unter anderem der Alpenländische Kreditorenverband (AKV). Sail-powered Shipping könne seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Infolgedessen hat das Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren eröffnet. Eine endgültige Schließung des Unternehmens scheint wahrscheinlich, wenngleich noch die Option eines weiteren Sanierungsplans im Rahmen des laufenden Verfahrens besteht.

„Trotz großer Anstrengungen, insbesondere in den vergangenen Monaten, ist es uns nicht gelungen, Investoren zu gewinnen – weder für das Schiff selbst noch für dringend benötigte Mittel in Marketing, Vertrieb und Betriebskapital. Gleichzeitig blieben die Verkaufszahlen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Der operative Betrieb allein konnte nicht genug Überschüsse erwirtschaften, um die vereinbarten Sanierungsquoten zu erfüllen“, erklärt Kravina gegenüber brutkasten.

CEO: „Diese Realität müssen wir anerkennen“

Seit Beginn des Sanierungsverfahrens habe man eine Neuverschuldung von rund 16.000 Euro aufgenommen, heißt es vonseiten des Unternehmens. Ausschlaggebend für die aktuelle Insolvenz seien die bestehenden Altschulden aus der ersten Sanierung. Schuldnerangaben zufolge lag die Unternehmenspassiva damals bei 1,3 Millionen Euro, davon 680.000 Euro über Crowdfunding.

„Als wir vor acht Jahren zu dieser Reise aufgebrochen sind, war die Welt eine andere. Diese Realität müssen wir anerkennen – und die notwendigen Konsequenzen ziehen. Unsere Reise endet hier. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass ähnliche Initiativen auch in schwierigen Zeiten Wege finden werden, unsere gemeinsame Vision – eine nachhaltige und segelbasierte Logistik – weiterzuführen und Wirklichkeit werden zu lassen“, so Kravina.

2023: Erste Insolvenzanmeldung

Das 2016 gegründete Startup war bislang für seinen sogenannten „gesegelten Kaffee“ bekannt und stellte 2021 seine Geschäftsidee sogar in der TV-Show „2 Minuten 2 Millionen“ vor. Die Idee: nachhaltiger Kaffeeanbau kombiniert mit umweltschonender Logistik – und das durch den Einsatz alter Segelfrachter. Die Bohnen werden direkt von Kaffeebauern in Zentralamerika bezogen und anschließend emissionsfrei mit historischen Segelschiffen nach Europa transportiert.

Das Founder-Team Katharina Schaller und Daniel Kravina bei „2 Minuten 2 Millionen“ | © PULS 4

Im Mai 2019 begann das Unternehmen damit, das über 100 Jahre alte Segelschiff Brigantes zu restaurieren – ein Projekt, das jedoch nicht zu Ende gebracht werden konnte. Im Oktober 2023 folgte die schlechte Nachricht: Sail-powered Shipping musste erstmals Insolvenz anmelden.

„Schuldenlast ist nach wie vor erdrückend“

Trotz des gescheiterten Restaurierungsprojekts gelang es dem Unternehmen zunächst, sich selbst zu retten (brutkasten berichtete). Laut Angaben des Startups aus dem März 2023 blieben die bisherigen Investoren an Bord, allerdings ohne zusätzliches Kapital bereitzustellen. Stattdessen kaufte Sail-powered Shipping Frachtraum auf bestehenden Segelschiffen, um den nachhaltigen Kaffee weiterhin transportieren zu können.

„In den vergangenen acht Jahren haben wir viel Herzblut und finanzielle Mittel in die Restaurierung eines historischen Segelfrachters investiert. Dieses Schiff sollte das Herzstück unseres Brigantes-Geschäftsmodells werden – mit einem klaren Alleinstellungsmerkmal, als Transportmittel und zugleich als starker Werbeträger. Vor allem aber bildete es die wirtschaftliche Grundlage des gesamten Projekts“, so der CEO auf Anfrage von brutkasten. „Zur Finanzierung der Restaurierungsarbeiten haben wir sowohl Eigenkapital eingebracht als auch Kredite aufgenommen – in der festen Überzeugung, innerhalb weniger Jahre ein einsatzbereites Schiff zur Verfügung zu haben. Doch das Schiff ist nach wie vor nicht betriebsbereit. Die Schuldenlast ist nach wie vor erdrückend“.

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Manuel Sonnleithner und Ingmar Mattus | (c) TradersYard
Manuel Sonnleithner und Ingmar Mattus | (c) TradersYard

„Wir haben die letzten Jahre damit verbracht, das richtige Produkt und das richtige Team aufzubauen“, wird Manuel Sonnleithner, CEO des Wiener Prop-Trading-Startups TradersYard, in einer Aussendung zitiert. In dieser wird der Abschluss einer neuen Finanzierungsrunde verkündet. Das Geld stammt von Andromeda Capital Partners Suisse unter der Führung des Investors Ingmar Mattus. Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft übernahm bereits im Jahr 2023 die Mehrheit des Unternehmens, wie brutkasten damals berichtete. Die nun erfolgte Kapitalzufuhr soll die Expansion in Europa, Afrika und dem asiatisch-pazifischen Raum vorantreiben.

„Bauen statt Ausleihen“

Als Basis für dieses Wachstum soll eine selbst entwickelte technologische Infrastruktur dienen. TradersYard hat ein System aufgebaut, das vom Risikomanagement bis zum CRM reicht. Erst kürzlich brachten die Entwickler:innen eine neue Version dieser hauseigenen Handelsplattform auf den Markt. Investor Mattus sieht in diesem Ansatz einen strategischen Hebel: „Was mich von Anfang an zu TradersYard zog, war ihre Bereitschaft zu bauen statt auszuleihen.“ In einer Branche, in der sich so viele auf die Technologie von Drittanbietern verlassen, verschaffe die firmeneigene Infrastruktur einen erheblichen Wettbewerbsvorteil und ein solides Fundament für nachhaltiges Wachstum.

„Schneller bewegen“

Diese technologische Basis ermögliche nun die Einführung neuer Funktionen. Die frischen Mittel sollen direkt in den Start von sogenannten Instant-Funded-Accounts fließen. Diese Modelle sollen Trader:innen einen sofortigen Zugang zu kapitalisierten Konten bieten. Zeitgleich bereitet die Firma Auszahlungen auf Abruf vor. „Dieses neue Kapital erlaubt es uns, uns schneller zu bewegen und unsere Plattform zu mehr Tradern weltweit zu bringen“, sagt Sonnleithner. Der Manager übernahm die Rolle des CEO im November 2024 (brutkasten berichtete). Die aktuellen Produkteinführungen seien dabei nur die ersten von vielen geplanten Funktionen.

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